Düsseldorf, 03. Februar 2014 – Einen schonungslosen Umgang mit dem Thema Doping im Radsport hat Hans-Michael Holczer auf dem SpoBiS gefordert. Allerdings werde das Problem auch durch härteste Sanktionen nicht gänzlich in den Griff zu bekommen sein.

„Doping kann man nicht wegkontrollieren“, sagte Holczer, ehemaliger Teamchef des Team Gerolsteiner und des russischen Rennstalls Katusha, in seinem Vortrag im CCD in Düsseldorf. Früher sei er der Meinung gewesen, dass der Missbrauch leistungsfördernder Mittel nicht möglich sei, wenn man die Athleten Tag und Nacht kontrolliere. Dies habe sich als Fehleinschätzung erwiesen.

Der ehemalige Radsport-Manager, der heute noch beratend tätig ist, äußerte sein Bedauern darüber, dass auch Sportler aus seinen Mannschaften positiv getestet worden seien. „Ich bin bei Gerolsteiner mit dem Anspruch angetreten, ein Team zu führen, in dem Doping eine untergeordnete Rolle spielt“, erklärte er, „das ist mir leider nicht gelungen.“

Allerdings wies er darauf hin, dass es aus dem Radsport selbst immer wieder Initiativen gegeben habe, um das Problem einzudämmen. So sei 2005 der „Code de Conduite“ eingeführt worden, der es erstmals ermöglicht hätte, positiv auf Doping getestete Fahrer aus einer laufenden Tour herauszunehmen. Er selbst sei 2009 Mitbegründer der Arbeitsgruppe „Mouvement pour un Cyclisme Crédible (MPCC)“ gewesen. „Ich habe keinen einzigen Fahrer eingestellt, der zuvor schon wegen Dopings gesperrt war“, berichtete Holczer aus seiner Zeit als Teamchef.

Kritik übte der Referent auch an der Entscheidung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in Deutschland, 2007 aufgrund der Doping-Problematik aus der laufenden Übertragung der Tour de France auszusteigen. Diese Maßnahme hätte „den Radsport in Deutschland seine Existenz gekostet“, befand Holczer. ARD und ZDF hätten die Rolle eines Sportgerichts eingenommen. „Wenn auch mit anderen Sportarten derart konsequent umgegangen würde, müsste wohl bald ein Testbild ausgestrahlt werden.“

Diese Ausführungen kamen nicht bei allen Zuhörern gut an. Michael Amsinck, Geschäftsführer SportA, der gemeinsamen Sportrechteagentur von ARD und ZDF, merkte an, dass die Krise des Radsports in Deutschland durchaus selbst verschuldet sei und nicht den Medien angelastet werden könne. „Irgendwann gibt es auch mal die Rote Karte“, sagte Amsick. Holczer stellte daraufhin klar, dass er das Thema keineswegs verharmlosen wolle: „Ich möchte damit nicht sagen, dass der Radsport ein unschuldiges Opfer ist.“

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