Düsseldorf, 02. Februar - Markus Rehm kämpft weiter um eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Ein Gespräch zwischen dem Goldmedaillen-Gewinner der Paralympics 2012 in London und dem IAAF-Präsidenten gab es bislang aber noch nicht.

"Ein persönliches Gespräch mit Sebastian Coe (Präsident des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF; Anm. d. Red.) gab es leider noch nicht. Wir haben eine Antwort bekommen, dass es derzeit ein wenig schwierig ist und es noch ein bisschen dauern wird. Ich glaube, er hat zur Zeit einiges zu tun - rund um die Skandale, mit denen die IAAF derzeit zu kämpfen hat", sagte Weitspringer Markus Rehm beim SpoBiS 2016 in Düsseldorf.

Die IAAF fordert von Rehm einen Beweis dafür, dass seine eingesetzte Prothese ihm keinen Vorteil bietet. Ein kostspieliges Unterfangen, das für einen Athleten wie Rehm kaum zu stemmen ist.

Seinen Traum aufzugeben, kommt für den 27-Jährigen deshalb aber nicht infrage. Er sagt: "Wir werden jetzt nochmals einen Brief aufsetzen und ihn bitten, uns in den nächsten Wochen zu antworten. Damit wir auch genügend Vorlaufzeit haben, wenn schon gefordert wird, ein Gutachten zu erbringen. Und wir somit auch die Möglichkeit haben, diese Forderung zu erreichen. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen zu einer Lösung kommen, mit der wir arbeiten können."

Start auch außerhalb der Wertung denkbar

Rehm bezeichnet eine mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen mit ihren "unglaubliche Reichweiten" als "sehr große Chance". Nicht nur für sich persönlich, sondern "auch für den paralympischen Sport, sich auf einer solch großen Plattform präsentieren zu können und gemeinsam unsere Werte und Botschaften nach draußen zu tragen". Es gehe auch darum, dem "leider negativ behafteten Begriff Behinderung eine neue Wertung zu geben". Und weiter sagte der Weitspringer: "Ich wehre mich dagegen, dass man darin so große Probleme sieht. Ich sehe darin eher eine Chance."

Um diese Chance auch nutzen zu können, würde Rehm bei den Olympischen Spielen auch außerhalb der Wertung starten. "Mir geht es überhaupt nicht darum, Medaillen zu gewinnen, sondern vielmehr die paralympische Botschaft nach außen zu tragen. Das ist das große Ziel. Ich bin paralympischer Athlet, das wird sich nicht ändern und das ist gut so. Ich kann meine Medaillen auch bei den Paralympics gewinnen."

"Ich bin nach wie vor ein paralympischer Athlet"

Die Paralympischen Spiele daher auf Kosten einer möglichen Teilnahme an den Olympischen Spielen sogar auszulassen, kommt für Rehm nicht in Frage: "Ich starte auf jeden Fall bei den Paralympics. Das ist meine erste Wahl. Ich bin nach wie vor paralympischer Athlet."


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