Unterföhring, 28. Juli (pps) - Der ehemalige Sporthilfe-Chef und frühere Tischtennis-Präsident Hans Wilhelm Gäb hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) und seinen Präsidenten Thomas Bach heftig kritisiert. „Das IOC hat bewiesene Kriminalität nicht sanktioniert und damit gegen die Prinzipien des olympischen Sports verstoßen: Nämlich Fairness“, sagte Gäb in einem exklusiven Interview mit Sky Sport News HD: „Hier ist Diebstahl passiert, aber da schauen wir darüber hinweg. Hier hat ein Staat 100 Sportler gedopt und wenn das nicht sanktioniert wird, sind die Ideale des Sports verraten.“

Aus Protest gegen die IOC-Entscheidung zum Startrecht russischer Athleten bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro gab der langjährige Sport-Spitzenfunktionär am 26. Juli seinen Olympischen Orden zurück.


Weitere Aussagen von Hans Wilhelm Gäb...

...zum Doping-Sünder Justin Gatlin und der Whistleblowerin Julija Stepanowa
„Gatlin ist ein klassisches Beispiel: Strafe verbüßt und darf starten, Stepanowa hat geblowt und damit geholfen und darf nicht starten. Die Integrität des Sports und der Funktionäre wird untergraben.“

...zu Thomas Bach
„Eine internationale Sportorganisation zu führen ist unglaublich schwierig. Die Interessen einzelner Länder abzuwägen ist unheimlich schwierig. Da muss man Kompromisse eingehen, das habe ich auch Thomas Bach gegenüber konzediert. Aber wenn Kriminalität in diesem Umfang vorliegt und die eigene Organisation des IOC, dem Bach vorsteht, diesen Betrug aufdeckt, wenn ich also die eigenen Enthüllungen nicht ernstnehme und nackte Kriminalität sehe aber nicht handle - da ist die Grenze überschritten. Den Sport von der Politik zu trennen, ist sicherlich nicht möglich. Aber in dem Moment, wo eine Sportorganisation kriminell handelt und den gesamten Weltsport betrügt, dann muss ich sanktionieren.“

...zu Alfons Hörmann:
„Ich verstehe gut, dass man manchmal elastisch sein muss. Wenn Hörmann gesagt hätte ‚Ich hätte mir da eine andere Entscheidung vorstellen können‘, wäre er damit durchgekommen. Aber zu sagen ‚Diese Entscheidung ist fair und gerecht‘, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Leute, die sich um einen sauberen Sport bemühen.“


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