Ice Cross Downhill funktioniert auch bei wärmstem Wetter: Das hat das erste Rennen in der südeuropäischen Hafenstadt Marseille bewiesen. Cameron Naasz gewann den Saisonauftakt vor vielen französischen Zuschauern und macht offenbar ernst damit, sich den Weltmeistertitel ein zweites Mal in Folge zu holen.

Marseille, Frankreich (15. Januar) –
Der US-Amerikaner Cameron Naasz hat am Samstag das erste Red Bull Crashed Ice Rennen an der französischen Mittelmeerküste nach einem fehlerfreien High-Speed-Lauf auf der Kunsteispiste hinab zum Alten Hafen von Marseille gewonnen. Für den amtierenden Weltmeister im Ice Cross Downhill war es der siebte Sieg seiner Karriere. Naasz hofft, den Titel als erster Sportler überhaupt zum zweiten Mal in Folge zu holen.

Bei der schnellsten Sportart der Welt auf Kufen rasen vier furchtlose Skater gleichzeitig eine herausfordernde Kunsteis-Piste hinab und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. In jeder Runde schafften es die beiden Erstplatzierten weiter, so dass am Ende von 64 noch vier Athleten übrig waren.

In einer der spannendsten Schlussrunden überhaupt mit drei Weltmeistern auf der 340 Meter langen Strecke holte sich der US-Amerikaner Maxwell Dunne den zweiten Platz, Scott Croxall aus Kanada wurde Dritter und Marco Dallago aus Österreich Vierter. Vor den vielen begeisterten französischen Fans im Herzen von Marseille hatte Naasz auch die erste Runde des Finales gewonnen, doch nur wenige Momente später wurde das Rennen für ungültig erklärt, weil TV-Aufnahmen zeigten, dass die Schranken am Start Bruchteile einer Sekunde zu früh aufgegangen waren. Der Abend war im sonnenverwöhnten Marseille – Hauptstadt des Sports 2017 – für die Jahreszeit ungewöhnlich kühl. Dennoch beginnt mit dem Rennen in der wärmsten Stadt Frankreichs eine neue Ära im weltweit schnellsten Sport auf Kufen: Es ist nun bewiesen, dass Eispisten auch in klimatisch warmen Städten gebaut werden können.

„Ich wollte es einfach unbedingt“, sagte Naasz, der einen lauten Freudenschrei ausstieß, als er das Finale mit überzeugender Eleganz zum zweiten Mal kurz hintereinander gewonnen hatte. Er gab zu, dass es zu einem gewaltigen Gefühlsausbruch kam und dass er entschlossen gewesen sei zu zeigen, dass er es verdient habe, wieder zu gewinnen, nachdem das Rennen wiederholt werden musste. „Es sollte hier besiegelt werden“, sagte Naasz, der mit sieben Siegen mittlerweile der erfolgreichste aktive Rennläufer der Sportart ist. Er hat vier der vergangenen fünf Rennen bis ins Jahr 2015 zurück gewonnen.

Bester Deutscher im knapp 100-köpfigen Starterfeld war der 28-jährige Andreas Wirnstl auf Rang 39. „Ich habe den Start verschlafen. Und der ist das A und O beim Red Bull Crashed Ice. Wenn du da schon hinten bist, fährst du nur noch im Angriffsmodus. Beim nächsten Rennen in Finnland kann man einen schlechten Start aufgrund der langen Strecke wieder ausbügeln. Das war hier in Marseille nicht möglich.“

Martin Niefnecker aus Garmisch-Partenkirchen belegte Platz 45: „Ich bin nicht zufrieden mit der Leistung. Ich hatte mir mehr erhofft, aber zum Glück gibt es in der Weltmeisterschaft ein Streichresultat, das wird wahrscheinlich das heutige sein. Jetzt müssen wir hoffen, dass die anderen drei Rennen besser laufen.“ Der 26-Jährige gewann 2010 das Heimrennen in München und sicherte sich im selben Jahr auch den Weltmeistertitel.

Die Ergebnisse des Rennens waren indes enttäuschend für die französischen Fans, die in großen Scharen gekommen waren, um Tristan Dugerdil und Pacôme Schmitt anzufeuern – zwei der brillanten jungen Stars des Sports, die im letzten Jahr insgesamt auf Platz Vier und Sechs gekommen waren. Doch Dugerdil und Schmitt schieden in jeweils verschiedenen Viertelfinal-Runden aus.

Zumindest etwas entschädigt dafür wurden die Fans in Marseille mit dem ersten Freestyle-Wettbewerb, den der Franzose Martin Barrau für sich entschied. Der 18-jährige Newcomer im Ice Cross Downhill hatte es bereits am Freitag bei der ersten Junioren-Weltmeisterschaft für die Altersgruppe 16 bis 20 auf den zweiten Platz geschafft.

Beim immer härter werdenden Wettbewerb der Damen gelang der Weltmeisterin aus dem vergangenen Jahr, der Kanadierin Jacqueline Legere, die Titelverteidigung. Bei ihrem komfortablen Sieg profitierte sie auch von drei großen containerartigen Kühlanlagen. Die US-Amerikanerin Amanda Trunzo wurde Zweite und Sydney O’Keefe, ebenfalls aus den USA, Dritte.

Ergebnisse Männer: 1. Cameron Naasz (USA), 2. Maxwell Dunne (USA), 3. Scott Croxall (Kanada), 4. Marco Dallago (Österreich), 5. Guillaume Bouvet-Morrissette (Kanada), 6. Dan Witty (Kanada), 7. Luca Dallago 8. Daniel Bergeson (USA), 9. Tommy Mertz (USA) 10. Jim Di Paoli (Schweiz).

Ergebnisse Frauen: Jacqueline Legere (Kanada), Amanda Trunzo (USA), Sydney O'Keefe (USA), 4. Myriam Trepanier (Kanada), 5. Elaine Topolnisky (Kanada), 6. Tamara Kajah (Kanada), 7. Veronika Windisch (Österreich), 8. Maxie Plante (Kanada), 9. Amandine Condroyer (Frankreich), 10. Sandrine Rangeon (Frankreich)

Stand Gesamtwertung Weltmeisterschaft Männer: 1. Naasz 1000 Punkte, 2. Dunne 800, 3. Marco Dallago 750, 4. Croxall 600, 5. Bouvet-Morrissette 450, 6. Luca Dallago 425, 7. Witty 400, 8. Dugerdil (FRA) 350, 9. De Paoli 340, 10. Bergeson 320.

Stand Gesamtwertung Weltmeisterschaft Frauen: 1. Legère 1000 Punkte, 2. Trunzo 800, 3. Windisch 610, 4. O'Keefe 600, 5. Trepanier 500, 6. Topolnisky 450, 7. Noe (Niederlande) 420, 8. Kajah 400, 9. Yamamoto (Japan) 365, 10. Morand (Schweiz) 330



Red Bull Crashed Ice Saisonkalender: 13./14. Januar - Marseille/Frankreich; 20./21. Januar - Jyväsklyä-Laajis/Finnland; 3./4. Februar - Saint Paul/USA; 3./4.März - Ottawa/Kanada.

Riders Cup Kalender: 10. Dezember - Wagrain-Kleinarl/Österreich; 28. Januar - Rautalampi/Finnland; 4. Februar - Moskau/Russland; 18. Februar - LaSarre/Kanada; 25. Februar - Bathurst/Kanada.

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Jörg Mitter, Samo Vidic, Mihai Stetcu, Vincent Curutchet, Teddy Morellec


Red Bull Crashed Ice:
Red Bull Crashed Ice gibt es seit 2001 und wurde im Jahr 2010 als Weltmeisterschaft etabliert. Es ist das Top-Event, bei dem vier Athleten gleichzeitig schmale mit Hindernissen bestückte Eisbahnen hinabrasen, die bis zu 600 Meter lang sind und wobei die Athleten bis zu 80 km/h schnell werden. Ziel des Rennens ist es, als erster oder zweiter die Ziellinie zu erreichen, um in die nächste Runde zu kommen. Der weltweit schnellste Sport auf Eisskates gehört zur ATSX Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft. Athleten aus mehr als 20 Ländern und fünf Kontinenten nehmen teil. Die Rennen finden auf Kunsteisbahnen oder natürlichem Eis auf Hängen im Zentrum großer Städte oder Skiresorts in Europa und Nor damerika statt.

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