Hamburg/Düsseldorf, 30. Januar 2017 – 120 Referenten, 20 Foren, 40 Stunden Programm - heute trifft sich die Sportbusiness-Branche auf dem SPOBIS im Congress Center Düsseldorf. Der zweitägige Kongress behandelt aktuelle Themen der Sportwirtschaftsbranche. In den Foren referieren unter anderem John Gleasure, Sven Hannawald, Klaus Filbry und Martin Kind. Auf der Hauptbühne sprechen Karl-Heinz Rummenigge, Hans-Joachim Watzke, Jean Todt und Nico Rosberg.


Venue & Event / Ticketing
1. FC Köln verkauft 16 000 Mobile Tickets


Mobile Ticketing gewinnt in der Bundesliga immer mehr an Bedeutung. Der 1. FC Köln hat über diese Ticketing-Technologie in der laufenden Saison rund 16 000 Handytickets verkauft.
In der aktuellen Bundesliga-Saison 2016/17 hat der FC bereits rund 16 000 Tageskarten über sein Mobile-Ticketing-Angebot verkauft. Dies macht etwa acht Prozent der in dieser Spielzeit verkauften Gesamttickets des Fußball-Erstligisten aus.
Künftig wird die Zahl der verkauften Mobile Tickets über Smartphones beim FC laut Philipp Deipenbrock weiter steigen. „Die Vorteile für den Fan liegen auf der Hand“, sagte der Leiter Service & Vertriebssteuerung des 1. FC Köln auf dem SPOBIS 2017. „Unter anderem fallen Versand- und Verarbeitungsgebühren weg. Zudem stehen die Tickets sofort zur Verfügung“, argumentierte Deipenbrock.

Fußball / Bundesliga
Mennerich: „Leute auf ihren Plattformen erreichen“


Der FC Bayern München präsentiert sich seit vergangenem Jahr digital runderneuert. Stefan Mennerich, Direktor Medien, Digital und Kommunikation des Clubs, hat beim SPOBIS 2017 erklärt, was den Relaunch geprägt hat.
„Es ist wichtig, sich nicht nur zu digitalisieren, um sich zu digitalisieren. Nicht nur, um Reichweiten und Umsätze zu generieren, sondern man muss immer die eigene Marke im Blick behalten“, betonte Mennerich beim Kongress in Düsseldorf: „Wir wollen unsere Identität weitertragen.“
Bei der Verbreitung der Inhalte des deutschen Rekordmeisters lag der Fokus darauf, „dass wir die Leute mit unserem Content auf ihren Plattformen erreichen.“ Dabei unterscheidet sich der Content, „der den User in China am Abend erreicht von dem, der den User in Brasilien am Morgen zugespielt wird“, betonte Mennerich eine wesentliche Neuerung des digitalen Relaunchs.

Medien / Technologie
DFB-Chef Curtius über Sporttotal.tv: „Riesige Chance“


Das Kölner Medienunternehmen Wige Media hat beim SPOBIS 2017 sein neues Amateursportportal „Sporttotal.tv“ vorgestellt. DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius sieht darin eine „riesige Chance für den Amateurfußball“.

Die Sporttotal.tv, eine 100-prozentige Tochter der Wige Media, stattet deutsche Amateurvereine künftig mit einer speziellen Videotechnik aus. Diese soll es erlauben, Fußballspiele in hoher Qualität und vollautomatisch live auf der neuen Plattform Sporttotal.tv zu übertragen.
Die Nutzung des Angebots ist für User kostenfrei, das Portal finanziert sich durch Werbeerlöse. Die Kosten für die Kamera liegen bei 10 000 Euro, weitere 10 000 Euro sind notwendig, um das neue System auszurollen.
Dabei werden diese Investitionskosten komplett von Wige getragen. Für die teilnehmenden Vereine fallen dabei ausschließlich Mietkosten an.

Bis 2019: 3000 Clubs

Wige-CEO Peter Lauterbach zur Idee von Sportotal.tv: „Die Margen im klassischen Geschäft sinken. Wir haben nach einem Modell in der Sportübertragung gesucht, das skalierbar ist.“
In einer gemeinsamen Pilotphase mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) und dem Niedersächsischen Fußballverband wird Sporttotal.tv in der Rückrunde der Saison 2016/17 dabei im ersten Schritt Spiele aus der Regionalliga Nord sowie der Oberliga Niedersachsen und den Bayern-Ligen Nord und Süd übertragen. Angeboten werden die Bewegtbilder live sowie auf Abruf als Video-on-Demand.
Ziel der Partnerschaft ist die Steigerung der Sichtbarkeit des Amateurfußballs. Derzeit ist die Kamera von Sporttotal.tv bei fünf Clubs installiert. Bis Mitte des Jahres sollen 50 Amateurvereine die Kamera einsetzen. Bis Ende des Jahres sieht der Businessplan 200 Kooperationsvereine vor, Ende 2019 soll die Zahl der Partnerclubs auf 3000 anwachsen.

Curtius: „Wollen etwas für den Amateurfußball tun“

DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius, der seitens des DFB die Partnerschaft mit Wige und Sporttotal.tv geschlossen hat, freut sich über die Partnerschaft: „Wir haben ein Interesse, etwas für den Amateurfußball zu tun. Ich sehe eine riesige Chance. Es ist für uns ein Mehrwert, wenn zusätzliches Interesse generiert wird und vielleicht neue Sponsoren darüber gefunden werden.“
Dabei ist der DFB finanziell nicht an Sporttotal.tv beteiligt und soll vielmehr das Thema mit seiner Reichweite und seinem Breitensportportal Fussball.de pushen. Dazu Curtius: „Wir sehen es als nächsten Schritt für Fussball.de, um jetzt auch Bewegtbilder anbieten zu können. Außerdem ist es eine Chance für den Breitensport und für andere Sportarten. Wir wären fahrlässig, wenn wir diese Chance nicht ergreifen würden.“
Dabei scheint das Interesse seitens der deutschen Amateurfußballvereine groß. Curtius sagt: „Wir haben bisher positive Rückmeldungen. Die Vereine wollen es, das Interesse ist groß.“


Medien / Digitalisierung
Bild.de-Chefredakteur Reichelt: „Journalistische Kompetenz und Technik vereinen“


Bild.de gehört zu den führenden digitalen Sportplattformen eines Verlages in Deutschland. Chefredakteur Julian Reichelt sprach beim SPOBIS über die Aufgaben und Herausforderungen der Medien bei der künftigen Berichterstattung über Sportevents.
Reichelt sagte bei dem Kongress in Düsseldorf, dass Clubs und Verbände zwar zunehmend eigenen Content produzieren und damit zur Konkurrenten der klassischen Medienhäuser würden. Er betonte jedoch zugleich, dass es trotz dieses wachsenden Content-Wettbewerbs wichtig sei, dass journalistische Inhalte verbreitet würden. Dabei sei es die redaktionelle Aufgabe von Bild.de, „die Einordnung der ganzen Inhalte und Momente“ vorzunehmen.
Weiter sagte Reichelt: „Dabei ist die Frage, warum Medien über Sport, insbesondere den Fußball berichten. Die Antwort: Weil es die größtmögliche Vereinigung von Reichweite, Geld und Emotion ist.“ Aus diesem Grund würden journalistische Angebote auch im Zeitalter fortschreitender markeneigener Inhalte von Clubs und Verbänden auf Sportberichterstattung setzen. Im Fokus stehe dabei, „journalistische Kompetenz und Technologie in einem Produkt“ zu vereinen.


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