SAINT PAUL, Minnesota (USA), 05. Februar 2016 - Nach einem packenden Rennabend in Saint Paul in den USA kämpft nun ein Quartett um den WM-Titel im Ice Cross Downhill: An der Spitze steht der US-Amerikaner Cameron Naasz vor seinen Landsmann Maxwell Dunne, dem Kanadier Scott Croxall und dem Österreicher Marco Dallago.

Der US-Amerikaner Cameron Naasz hat am Samstag mit einem dritten Platz beim Red Bull Crashed Ice in Saint Paul die Führung in der Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft übernommen. Beim Rennen auf heimischem Eis in Minnesota holte sich der Amerikaner in einem dramatischen Finale, das der Kanadier Dean Moriarity mit seinem ersten Sieg in seiner Karriere für sich entschied, seinen vierten Podiumsplatz in Folge.

An einem eiskalten Abend, der von knochenharten Stürzen, äußerst engen Überholmanövern und Raufereien im Zielbereich nach einem harten Halbfinalkampf zwischen Brüdern bestimmt war, belegte Marco Dallago Platz zwei. Der Österreicher hatte sich in der schnellsten Sportart der Welt auf Kufen im Halbfinale in einem packenden Brüder-Fight durchgesetzt und im Finale dann den amtierenden Weltmeister Naasz auf Rang drei verwiesen. Der Sieg im Frauen-Rennen ging an die Kanadierin Myriam Trepanier.

Moriarity ist damit der sechste Sieger im sechsten Ice Cross Downhill Rennen der Saison 2016/17. Der Kanadier präsentierte sich trotz des großen Drucks in exzellenter Form und setzte sich auf dem 340 Meter lange Eistrack mit 35 Metern Höhenunterschied in einem mit Stars besetzten Finale gegen drei frühere Weltmeister durch.

Vor der ikonischen Kathedrale von Saint Paul stürzte Moriarity aus dem Startgate wie ein Vollbluthengst aus seiner Box. Der Kanadier schaffte es, sich vor der ersten Kurve am Wall Ride an die Spitze zu setzen und lieferte sich anschließend unter anderen mit Lokalmatador Naasz, der 2016 den WM-Titel gewinnen konnte und nun als erster Rennläufer überhaupt seinen Titel verteidigen kann, einen packenden Kampf bis zum Ziel.

Mit dem vierten Podiumsplatz in Folge, zuvor stand Naasz bereits bei den Red Bull Crashed Ice Rennen in Marseille und im finnischen Jyväskylä-Laajis sowie beim Riders Cup Rennen in Rautalampi auf dem Siegerpodest, übernahm der US-Amerikaner mit 2350 Punkten vor seinem Landsmann Maxwell Dunne (2160) die Führung in der WM-Gesamtwertung. Vor dem letzten noch ausstehenden Red Bull Crashed Ice in Ottawa/Kanada und zwei Riders Cup Rennen belegt der Kanadier Scott Croxall, Weltmeister 2015, mit 2112,50 Punkten Platz drei. In Saint Paul stürzte Croxall im Halbfinale, musste sich mit Rang sechs zufrieden geben. Dallago, der 2014 den WM-Titel gewann, belegte mit 2033,50 Punkten Rang vier.

"Ich habe in dieser Saison einen Weg gefunden, konstant auf dem Podium zu stehen", erklärte Naasz, war aber dennoch ein wenig enttäuscht, dass es nach seinem Sieg beim Saisonauftakt in Marseille nun zum dritten Mal in Folge nur zu Rang drei gereicht hat. "Es ist schön, an der Spitze des Gesamtrankings zu stehen. Aber ich habe nicht viele Punkte Vorsprung, und hinter mir sind eine Menge guter Athleten, die mir im Nacken sitzen."

Moriarity war begeistert, dass es für ihn endlich zum Sieg gereicht hat, nachdem er in der Vergangenheit schon oft ganz nah dran war. "Es fühlt sich großartig an, und es tut gut, endlich aus dem Teufelskreis herausgekommen zu sein ", so der Kanadier.

Marco Dallago profitierte klug vom harten Zweikampf zwischen Naasz und Kyle Croxall und schaffte kurz vor der Ziellinie noch den Sprung von Platz vier auf Rang zwei. Dallago erklärte, dass er sich unbedingt für das bittere Halbfinale revanchieren wollte, das sein Bruder Luca gewann, dann aber disqualifiziert und wie aus heiterem Himmel von einem verärgerten Scott Croxall überrumpelt wurde.

Nach dem Erstrunden-Aus bei den ersten beiden Red Bull Crashed Ice Rennen schaffte der Weltmeister von 2010, Martin Niefnecker (Garmisch-Partenkirchen), in Saint Paul den Sprung in die Round of 32. „Es lief besser als zuletzt, aber so wirklich zufrieden bin ich noch nicht. Es war noch nie so leicht, ins Viertelfinale zu kommen. Und wenn man dann die Chance nicht nutzt, kann man auch nicht ganz zufrieden sein. Ich hoffe, dass es jetzt wieder ein bisschen bergauf geht. Schauen wir mal, was in Ottawa noch zu holen ist.“ Niefnecker belegte am Ende Rang 18, sein Landsmann Andreas Wirnstl (Saaldorf-Surheim) wurde 61.

Auch das Frauen-Rennen verlief dramatisch: Die US-Amerikanerin Amanda Trunzo lag an zweiter Position und hätte den WM-Titel unter Dach und Fach bringen können, wenn sie diesen Platz gehalten hätte. Kurz vor der letzten Kurve stürzte sie dann aber und musste mit Rang vier vorliebnehmen. Das letzte Rennen wird nun darüber entscheiden, wer die Trophäe am Ende der Saison in die Luft recken darf. Platz zwei in Saint Paul hinter der Kanadierin Myriam Trepanier ging an die US-Amerikanerin Sadie Lundquist vor Tamara Kajah aus Kanada. Die Hoffnungen von Jacqueline Legere (xx), den WM-Titel verteidigen zu können, platzten, als sie im Halbfinale stürzte und ausschied. Die Deutsche Katrina Buesch wurde Zwölfte.

Ergebnisse Männer: 1. Dean Moriarity (Kanada), 2. Marco Dallago (Österreich), 3. Cameron Naasz (USA), 4. Kyle Croxall (Kanada), 5. Daniel Bergeson (USA), 6. Scott Croxall (Kanada), 7. Maxwell Dunne (USA), 8. Luca Dallago (Österreich), 9. Mirko Lahti (Finnland), 10. Guillaume Bouvet-Morrissette (Kanada).

WM-Gesamtwertung: 1. Naasz 2350 Punkte, 2. Dunne 2160, 3. Scott Croxall 2112,5, 4. Marco Dallago 2033,5, 5. Dean Moriarity 1300, 6. Bergeson (USA) 1095, 7. Kyle Croxall 1045, 8. Tristan Dugerdil (Frankreich) 875, 9. Dan Witty (USA) 848, 10. Luca Dallago 816.

Ergebnisse Frauen: 1. Myriam Trepanier (Kanada), 2. Sadie Lundquist (USA), 3. Tamara Kajah (Kanada), 4. Amanda Trunzo (USA), 5. Sydney O’Keefe (USA)

WM-Gesamtwertung: 1. Trunzo 2300, 2. Legere 1810, 3. Trepanier 1790, 4. O’Keefe 1410, 5. Kajah 1250.

Red Bull Crashed Ice Saisonkalender:
  • 13./14. Januar - Marseille/Frankreich
  • 20./21. Januar – Jyväsklyä-Laajis/Finnland
  • 3./4. Februar - Saint Paul/USA
  • 3./4.März – Ottawa/Kanada

    Riders Cup Kalender:
  • 10. Dezember - Wagrain-Kleinarl/Österreich
  • 28. Januar – Rautalampi/Finnland
  • 4. Februar – Moskau/Russland
  • 18. Februar – LaSarre/Kanada
  • 25. Februar – Bathurst/Kanada

    Verwendung der Bilder kostenlos für redaktionelle Zwecke: Daniel Grund, Sebastian Marko, Red Bull Content Pool

    Red Bull Crashed Ice:
    Red Bull Crashed Ice gibt es seit 2001 und wurde im Jahr 2010 als Weltmeisterschaft etabliert. Es ist das Top-Event, bei dem vier Athleten gleichzeitig schmale mit Hindernissen bestückte Eisbahnen hinabrasen, die bis zu 600 Meter lang sind und wobei die Athleten bis zu 80 km/h schnell werden. Ziel des Rennens ist es, als erster oder zweiter die Ziellinie zu erreichen, um in die nächste Runde zu kommen. Der weltweit schnellste Sport auf Eisskates gehört zur ATSX Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft. Athleten aus mehr als 20 Ländern und fünf Kontinenten nehmen teil. Die Rennen finden auf Kunsteisbahnen oder natürlichem Eis auf Hängen im Zentrum großer Städte oder Skiresorts in Europa und Nordamerika statt.

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