• Früherer BVB-Star: „Kinder anzugreifen ist eine andere Dimension“
  • Möller: Götze muss Tuchel mit Trainingsleistung mehr unter Druck setzen
  • Andreas Müller: „Hemmschwelle sinkt und Gewalt zieht wieder in Stadien“
  • Ex-Schalker Müller warnt vor BVB-Krawallmachern: Gefährliche Minderheit

    Unterföhring, 5. Februar 2017 - In Sky90 - die KIA Fußballdebatte sprachen u.a. der frühere Weltmeister Andreas Möller und Ex-Manager Andreas Müller über das Geschehen am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

    Andreas Möller (Weltmeister 1990, Europameister 1996) ...
    … zu den Krawallen in Dortmund:
    „Das ist eigentlich unvorstellbar. Zu meiner Zeit gab es solche Übergriffe nicht. Ich bin sehr schockiert. Ich kenne die Dortmunder Fans als sehr friedliche Fans, die ihre Mannschaft immer toll unterstützen. Ich kann mir das nur so erklären, dass es eine kleine Gruppe war, die diesen Krawall gemacht hat. Väter und Kinder anzugreifen, das ist schon eine andere Dimension.“
    … zu den Lehren aus den Krawallen: „Man muss das analysieren und lückenlos aufarbeiten. Darüber hinaus muss man mit den Fans und den sogenannten Ultras im Dialog bleiben.“
    … zur Situation von Mario Götze: „Ich kann seine Situation gut nachvollziehen. Letztendlich liegt es aber immer an jedem Spieler selbst. Er muss dem Trainer in jedem Training zeigen, dass es falsch ist, ihn nicht aufzustellen. Es muss soweit kommen, dass Mitspieler sagen, wir können unseren Trainer nicht verstehen. Er muss den Trainer mehr unter Druck setzen. Es wird sehr schwer bei Borussia Dortmund. Die Option mit dem Ausland wäre nicht schlecht für ihn.“
    … zum FC Bayern: „Die Bayern haben den Schalter zurückgelegt, sie müssen die Galligkeit wieder hinbekommen und dominanter auftreten. Aber das ist immer leicht gesagt. Ich bin trotzdem der Meinung, dass der FC Bayern den Schalter umlegen kann. Spieler und Trainer haben die nötige Erfahrung. Ich denke, dass die Zügel dort wieder ein bisschen angezogen werden.“

    Andreas Müller (Ehemaliger Spieler und Manager FC Schalke 04) ...
    … zu den Krawallen in Dortmund:
    „Für mich sind das keine Fans. Aber es ist in den vergangenen Jahren zu beobachten, dass die Hemmschwelle immer weiter sinkt und Hass, Aggression und Gewalt wieder in die Stadien einziehen. Dortmund hat ein fantastisches Publikum, aber es gibt Ausnahmen. Es ist eine Minderheit. Viele haben Angst vor dieser Gruppierung. Nicht nur Fans, sondern auch Verantwortliche. Das ist eine Entwicklung, die sehr gefährlich ist.“
    … zur Situation von Mario Götze: „Er muss an seiner Ausstrahlung und Körpersprache arbeiten. Für mich ist er ein Genie, aber er ist Moment ein bisschen gefesselt. Er muss sich jetzt in dieser Situation behaupten. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, wenn er den Verein wieder verlässt.“
    … zur Ruhe auf Schalke 04: „Es ist positiv und ein ganz wichtiger Ansatz für Weinzierl und Heidel. Sie haben durch die fünf Niederlagen zu Saisonbeginn einen riesen Rucksack mitzuschleppen. Das 1:1 bei Bayern war ein Achtungserfolg. Die Zukunft wird zeigen, ob Schalke eine Philosophie entwickeln kann, wo es Spaß macht zu Hause zuzuschauen. Eine spielerisch überzeugende Leistung fehlt mir im Moment noch.“

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