Am Ende war es genauso, wie es sein sollte. Alle waren glücklich, alle waren zufrieden, alle waren stolz auf ihre Leistung. Die Sieger genauso wie die Verlierer. Der Inklusionscup, der in diesem Jahr erstmals in dieser Form stattfand, basiert auf einer Kooperation der Sepp-Herberger-, der Allianz- sowie der Bundesliga-Stiftung. Das Regionalturnier West wurde auf dem Klubgelände des 1. FC Köln am Geißbockheim ausgetragen und war nicht nur aufgrund des Besuchs von Vizeweltmeister Wolfgang Weber ein voller Erfolg.

Dass die Mannschaft von Borussia Kalk den Titel geholt und sich damit für die Endrunde im Oktober in der Sportschule Grünberg in Hessen qualifiziert hatte, war letztlich nur noch ein Randaspekt. Viel wichtiger war, dass der Fußball mal wieder seine verbindende Wirkung offenbarte. Behinderte und nicht behinderte Fußballer spielten wunderbar zusammen, sie respektierten sich, sie halfen sich gegenseitig – sie feierten gemeinsam ein großes Fest.

„Es ist gut, dass wir mit den Kollegen der Allianz-Stiftung und der Bundesliga-Stiftung starke Partner an unserer Seite wissen, um Menschen mit und ohne Behinderung über den Fußball zusammenzuführen und sie in der großen Fußballfamilie zu integrieren“, betonte Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung.

Von der Stimmung zeigte sich später auch Wolfgang Weber beeindruckt. Der Vizeweltmeister von 1966 und 53-fache deutsche Nationalspieler war der Einladung der Sepp-Herberger-Stiftung gerne gefolgt und übernahm die Siegerehrung. „Es ist wirklich beeindruckend und berührend, wie toll und selbstverständlich hier Jungs und Mädchen, behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen kicken“, sagte der 72-Jährige. „In der Mannschaft von Borussia Kalk beispielsweise spielt wie selbstverständlich ein Junge mit Gehhilfe.“ Auch Hans Willy Zolper, Beauftragter für den Behindertenfußball im Fußball-Verband Mittelrhein, fand nur lobende Worte: „Das ist eine ganz tolle Veranstaltung. Man merkt deutlich, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Vor fünf Jahren hatten wir im Verbreitungsgebiet 20 Vereine, die sich auch mit dem Behindertenfußball befasst haben, mittlerweile sind es 55 Klubs.“

Vizeweltmeister Weber: „Beim Fußball verschwimmen die Grenzen!“
Im Mittelpunkt standen natürlich die zehn- bis 15-jährigen Kinder, denen der Spaß deutlich anzusehen war. Jedes Tor wurde lautstark bejubelt, jede gelungene Aktion gefeiert. „Beim Fußball verschwimmen einfach die Grenzen. Deshalb lieben wir diesen Sport doch so“, betonte Wolfgang Weber, der sich seit Jahren stark für integrative Projekte engagiert.

Das Turnier in Köln konnte in jeder Hinsicht überzeugen – sportlich wie organisatorisch. Sieben Teams waren am Start. Jede Mannschaft durfte sechs Feldspieler und einen Torwart stellen. Zu jeder Zeit mussten mindestens vier Spieler mit Handicap auf dem Platz stehen. Die Art der Behinderung spielte dabei keine Rolle. Fußballerisch konnte besonders das Team von Borussia Kalk überzeugen, das alle Spiele gewann und dabei kein einziges Gegentor kassierte. Auf den weiteren vorderen Plätzen landeten der BV Weckhoven sowie Grün-Weiß Brauweiler. Auch sie qualifizierten sich damit für die Endrunde auf Bundesebene.

Ute Wilke ist eine der Betreuerinnen der Inklusionsmannschaft von Borussia Kalk. Seit etwa drei Jahren hat der Verein ein Inklusionsteam. Jeden Freitagabend trainieren etwa zehn Kinder unter Anleitung von Wilke und ihren Mitstreitern. Das Turnier am Geißbockheim war für Borussia Kalk das erste dieser Art. „Die Kinder haben das großartig gemacht. Es war für alle eine tolle Erfahrung. Wir hatten vorher überhaupt nicht damit gerechnet, dass wir dieses Turnier gewinnen können“, sagt Wilke. „Man kann sich gar nicht vorstellen, was das den Kindern bedeutet. Sie waren hinterher wirklich unglaublich stolz.“

Bundesweites Turnier im Oktober in Grünberg
In allen fünf DFB-Regionalverbänden finden derzeit Qualifikationsturniere für die Endrunde in Grünberg statt. Borussia Kalk hat sich seinen Platz dort bereits gesichert – und hat mit den bisher gezeigten Leistungen gute Chancen, auch dort um den Titel mitzuspielen. Das steht bei den Kindern natürlich im Fokus. Für die Organisatoren allerdings ist es viel wichtiger, den Inklusionsgedanken weiter in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

„Der Fußball kann hier sehr viel bewegen“, unterstreicht Wolfgang Weber, der mit dem 1. FC Köln die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal gewinnen konnte. „Fußball ist Leidenschaft. Die Mädchen und Jungen sind mit Herzblut dabei. Das ist für mich ein ganz wichtiger Faktor dieser Geschichte. Der Fußball ist und bleibt einfach eine verbindende Sache. Das ist aus meiner Sicht in diesem konkreten Fall viel wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage, als eigenes Tor oder ein Gegentreffer.“

Rückfragehinweis
DFB-Stiftung Sepp Herberger
Tobias Wrzesinski
Geschäftsführer
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