• FCB-Präsident über Salihamidzic: „Königslösung statt Notlösung“
  • Hoeneß formuliert Saisonziel für Ancelotti: „Meistertitel und Umbruch“
  • Hoeneß: „FC Bayern wird nicht an einen Scheich verkauft“
  • Hoeneß hat kein Verständnis für Neymar-Transfer: „So gut finde ich ihn nicht"

    Unterföhring, 13. August 2017 - In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprach Uli Hoeneß bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Uli Hoeneß (Präsident FC Bayern München) ...
    … zum 5:0-Sieg des FC Bayern in der 1. DFB-Pokalrunde beim Chemnitzer FC: „Die Mannschaft hat sehr souverän gespielt. Es war wichtig, dass man gleich einen guten Start hinlegt. Das ist uns beim Supercup in Dortmund und im Pokal in Chemnitz gelungen.“
    … zu Trainer Carlo Ancelotti und der mäßigen Vorbereitung: „Wir müssen aufpassen, dass wir die Vorbereitungsspiele nicht mit der Bundesliga vergleichen. Carlos Ancelottis Aufgabe ist es, dass die Mannschaft am ersten Spieltag fit auf dem Platz ist. Das ist am nächsten Freitag. In Dortmund war die Mannschaft gut aufgestellt und in einem guten Zustand. Auch in Chemnitz ist das Team sehr souverän aufgetreten.“
    … zu den Anforderungen an Ancelotti: „Wir haben jetzt einen Umbruch zu schaffen. Den hatte Pep nicht zu machen. Es ist die wichtigste Aufgabe, Erfolg zu haben und den Umbruch zu schaffen. Carlo ist gefordert, diese zwei Dinge unter einen Hut zu bringen. Wir wollen deutscher Meister werden, alles andere ist die Sahne auf dem Kaffee. Wenn es ihm dabei gelingt, den einen oder anderen jüngeren Spieler in den nächsten 12 Monaten in die Mannschaft zu integrieren, dann hat er einen guten Job gemacht.“
    … zu Sportdirektor Hasan Salihamidzic: „Das ist doch keine Notlösung. In 14 Tagen hat er intern mehr dazwischen gehauen als Matthias Sammer in einem Jahr. Das tut uns allen gut. Nach 14 Tagen muss ich sagen, dass wir möglicherweise die Königslösung gefunden haben. Er muss das Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft sowie zwischen Mannschaft und Vorstand sein. Dann muss er das Scouting, den Physiobereich und das Nachwuchsleistungszentrum koordinieren. Wir haben große Pläne, und es ist ein riesiges Aufgabengebiet für Brazzo. Das ist ein Job, der ihn zehn bis zwölf Stunden an sechs Tagen die Woche beschäftigen wird. So stellen wir uns einen Sportdirektor vor.“
    … zu Philipp Lahm und warum er kein Sportdirektor beim FCB geworden ist: „Glauben Sie, dass es klug gewesen wäre, dass ein Spieler wie Philipp am 30. Juni mit dem Fußball aufhört und dann am 01. Juli seine ehemaligen Mitspieler unter Druck setzen kann? Es wäre doch auf jeden Fall notwendig gewesen, dass eine Abkühlphase stattfindet. Diese Zeit hatten wir einfach nicht. Ich persönlich bedauere das sehr, dass Philipp nicht zur Verfügung stand. Wir alle schätzen Philipp sehr, aber seinen Berater, den wir nicht schätzen, hätten wir miteinkaufen müssen.“
    … zur Asienreise in der Vorbereitung: „Es war keine verunglückte China-Reise, das ist völlig falsch. Es war eine sehr erfolgreiche China-Reise. Der FC Bayern ist ein Fußball-Sportunternehmen, wo man den Sport und die Vermarktung unter einen Hut bringen muss.“
    … zu den Verstärkungen der Saison: „Der FC Bayern hat sich sehr gut verstärkt. Wir haben möglichst sinnvolle Ergänzungen gemacht. Wir haben junge, hungrige Spieler geholt, die den etablierten Spielern Feuer unter dem Hintern machen.“
    … zum Neymar-Transfer: „Wir alle haben nie für möglich gehalten, dass solch ein Transfer so kurzfristig zustande kommt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Neymar weder für 220 Millionen noch für weniger geholt hätte. So gut finde ich den jetzt gar nicht. Ich habe kein Verständnis dafür, dass man so viel Geld für diesen Spieler ausgibt.“
    … zu finanziellen Beteiligungen an Vereinen: „Wir müssen keinen Scheich fragen, ob er uns Geld zur Verfügung stellt. Es gibt genug Leute, die den FC Bayern kaufen würden. Das haben wir bis jetzt immer abgelehnt. Wir haben mit der Allianz, Audi und Adidas wunderbare Shareholder. Mehr wird es auch nicht geben.“
    … zum Streitfall Dembélé: „Ich finde, dass Borussia Dortmund sich bislang sehr klug verhalten hat. Man muss als großer Verein auch mal Stärke zeigen. Der 31. August kommt bald. Bis dahin können sie ihn ja auf einem Nebenplatz trainieren lassen. Wenn sie ihn nicht abgeben, dann muss er am 1. September wieder richtig Gas geben. Dann wird sehr schnell wieder Ruhe in dieses Thema kommen. Wir hätten das genauso wie Borussia Dortmund gehandhabt. Die Schuld liegt auch beim Spieler. Wenn der Spieler nicht zum Training kommt, dann hat er das ganz alleine zu verantworten. Irgendwann werden die Zuschauer das nicht mehr mitmachen. Man darf die Spieler nicht wie Götter behandeln, wenn sie sich nicht wie Götter benehmen.“
    … zur Konkurrenzsituation in der Bundesliga: „Ich bin ziemlich sicher, dass Dortmund wieder der ganz große Widersacher sein wird. Leipzig wird auch eine gute Mannschaft haben. Dann muss man Hoffenheim im Auge behalten und sehen, wie sich Schalke und Mönchengladbach entwickeln. Die sind immer für eine Überraschung gut.“


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