• HSV-Boss gelassen: „Investor Kühne ohne Einfluss auf operatives Geschäft“
  • Matthäus erwartet schwierige Saison für „Freigeist Müller“
  • Sky Experte Hamann warnt vor Kommerz: „Premier League hat ihre Seele verkauft“
  • Hamann lobt Bosz: „Aufbruchsstimmung wie unter Klopp“

    Unterföhring, 27. August 2017 - In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Heribert Bruchhagen, Lothar Matthäus und Dietmar Hamann bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Hamburger SV) ...
    … zum aktuellen Transfersystem:
    „Vom Wettbewerb her wäre es natürlich außergewöhnlich fair, wenn es nur eine einzige Transferperiode gäbe. Diese sollte nach dem letzten Spiel beginnen und mit dem ersten Spiel der neuen Saison enden. Auch die Wintertransferperiode ist in gewisser Weise eine Verfälschung des Wettbewerbs. Allerdings gibt es auch Argumente, die dagegen sprechen.“
    … zu einer Gehaltsobergrenze: „Das haben wir doch alles schon versucht. Es sind immer Umgehungstatbestände geschaffen worden. Der Markt ist einfach nicht zu regulieren. Die Auswüchse, die wir jetzt erleben, die müssen wir hinnehmen. Man kann nur die Hoffnung haben, dass sich das irgendwann wieder einpendelt. Meinetwegen soll auch die Blase platzen. Ich kann dem FC Bayern nur raten, diesen Schwindel nicht mitzumachen, drei oder vier Jahre zur Seite zu treten und das Viertelfinale der Champions League als Ziel anzunehmen.“
    … zum Saisonstart des HSV: „Unverhofft kommt oft, das ist leider selten im Fußball. Nach der Pokalniederlage in Osnabrück sind wir mit großen Fragezeichen in die Saison gestartet. Wir haben dann mit etwas Fortune gegen Augsburg und auch in Köln gewonnen. Ich hoffe, dass sich die Eigendynamik des kurzfristigen Erfolgs auch in den nächsten Wochen fortsetzt.“
    … zu möglichen Transfers: „Unser Kader ist sehr groß, ich will nichts ausschließen. Es sind noch vier Tage zu arbeiten. Möglicherweise kommt es noch zu dem einen oder anderen Transfer. Vorwiegend möchten wir auch noch ein oder zwei Spieler abgeben. Wir sind in Gesprächen.“
    … zum Videobeweis: „Wir müssen noch ganz viel erleben, um zu einem endgültigen Urteil zu kommen. Aber wir machen das ja über ein Jahr in einem Feldversuch. Wenn sich herausstellt, dass der Videobeweis nicht praktikabel ist, dann müssen wir auch den Mut haben und sagen: wir machen es nicht. Wo ist das Problem?“
    … zu einem DFL-Schreiben wegen einer möglichen Einflussnahme von Investor Klaus-Michael Kühne: „Das DFL-Schreiben ist erst am Freitag gekommen. Wir werden uns am Dienstag in der Vorstandsitzung damit beschäftigen und dann völlig unaufgeregt darauf antworten. Der Einfluss von Klaus-Michael Kühne ist im operativen Geschäft gleich null, das hat er auch immer wieder selber betont. Hier ist keine Gefahr in Verzug. Auch in der Zukunft werden der Vorstand und die sportliche Leitung das operative Geschäft bestimmen.“

    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    … zum Fall Dembélé:
    „Als Fußball-Fan, als Experte und als Trainer kann ich diese Situation nicht akzeptieren. Dass ein Spieler streikt, das geht nicht. Aber das Thema ist Gott sei Dank vom Tisch. Dortmund hat das sehr gut gemacht und hat jetzt sehr viel Geld. Sie müssen jetzt versuchen, noch die eine oder andere Verstärkung zu finden. Ich sehe nicht nur auf der Dembélé-Position, sondern auch in der Defensive Bedarf.“
    … zur Bedeutung von Robert Lewandowski für Bayern München: „Robert Lewandowski ist die Lebensversicherung des FC Bayern. Zwei Spieler beim FC Bayern sind nicht ersetzbar, das sind Manuel Neuer im Tor und Robert Lewandowski im Angriff.“
    … zur Unzufriedenheit von Thomas Müller: „Er ist einer der besten Spieler Deutschlands und das Gesicht des FC Bayern. Natürlich ist er verärgert. Müller ist keine Sieben wie Robben und auch keine Neun wie Lewandowski, er ist ein Freigeist. Wenn ein Trainer ihn zu händeln weiß, dann hilft er der Mannschaft. Aber wenn der Trainer nicht zu einhundert Prozent überzeugt ist, dann ist es schwierig für ihn.“

    Sky Experte Dietmar Hamann ...
    … zu BVB-Trainer Peter Bosz:
    „Die Selbstsicherheit und die Ruhe von Peter Bosz haben sich auf die Mannschaft übertragen. Im Stadion war gegen Hertha eine Aufbruchsstimmung spürbar, das gab es zuletzt unter Jürgen Klopp.“
    … zum Vergleich zwischen Bundesliga und Premier League: „Manche sagen, dass in England alles besser sei. Wir müssen aber sehr vorsichtig sein. Die Premier League hat ihre Seele verkauft, da spielen Vereine mit anderen Vereinswappen und anderen Vereinsfarben. Deswegen verfolge ich mit großem Interesse die 50+1-Diskussion.“
    … zum Videobeweis: „Ich bin vom Start weg gegen den Videobeweis, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.“


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