• HSV-Boss bricht Lanze für Tuchel: „Eigen, aber hohe Kompetenz“
  • Bruchhagen stellt sich vor Sportdirektor Todt: „Müssen mit Kader auskommen“
  • Sky Experte Hamann kritisiert Rummenigge und Hoeneß: „FCB führungslos“
  • Hamann sieht Nagelsmann nicht als Bayern-Coach: „Tuchel der ideale Kandidat“

    Unterföhring, 1. Oktober 2017 -
    In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Heribert Bruchhagen und Dietmar Hamann bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Hamburger SV) ...
    … zum torlosen Nordderby:
    „Es war ein kleiner Schritt nach vorne. Leider ist es uns nicht gelungen, drei Punkte zu erzielen. Das Spiel war spannend und es stand ständige auf des Messers Schneide.“
    … zur aktuellen Situation beim HSV: „Dass wir insgesamt im Augenblick keinen großen Fußball bieten, das wissen und sehen wir auch. Nach sieben Spieltagen haben wir jetzt sieben Punkte. Ich muss eigentlich täglich Horror-Szenarien moderieren. Was soll ich tun? Man soll uns einfach nur ein bisschen in Ruhe lassen. Wir entwickeln eine Mannschaft.“
    … zur Abhängigkeit des HSV von Klaus-Michael Kühne: „Der HSV ist überhaupt nicht abhängig von Klaus-Michael Kühne. Die Gesamtkostenstruktur, die wir haben, ist aus der Vergangenheit überhöht. Wir müssen das einpendeln und Schritt für Schritt dahinkommen, dass wir autark sind. Wenn man das mit einem großen Schritt erreichen will, dann habe ich die Angst, dass wir sportlich zu große Einbußen hinnehmen müssen. Deswegen müssen wir das abfedern.“
    … zur Diskussion um den HSV-Kader: „Wir müssen damit auskommen. Ein Ziel ist auch, dass wir ein ausgeglichenes Geschäftsergebnis erreichen wollen. Wir haben den Etat von geplanten 48 auf 54 Millionen angehoben. Man muss die Wunschliste eines Trainers aber immer auch auf Realitäten überprüfen. Wenn man immer jede Position mit einem teuren Spieler belegt, dann ist die Tür für junge Spieler zu. Ich frage mich, wie das in Freiburg geht. Die verlieren jedes Jahr auch ein oder zwei Leistungsträger. Dann muss der Trainer eben belegen, dass er ergänzt. Das gleiche gilt für den Hamburger Sportverein.“
    … zur Kritik an Sportdirektor Jens Todt: „Er ist im Januar 2017 gekommen. In dieser Periode ist er in der Rückrunde Siebter geworden. Jetzt haben wir nach sieben Spielen sieben Punkte. Damit sind wir nicht zufrieden, aber es ist zu früh, das zu bewerten. Ich lasse es nicht zu, dass alle 14 Tage irgendwelche Scheißhausparolen in die Öffentlichkeit gelangen, die den Verein gefährden. Jens Todt ist extrem fleißig und arbeitet mit dem Trainer sehr gut zusammen.“
    … zum Ancelotti-Rauswurf: „Es muss doch Kriterien gegeben haben, weshalb man den Welttrainer Ancelotti mit einer ganz großen Lebensleistung nach München geholt hat. Jetzt sind all diese Argumente wie weggeblasen. Das erschließt sich mir nicht so ganz. Ich halte diese Entscheidung für vorschnell und verfrüht. Aber ich habe nicht das Recht, dem FC Bayern Ratschläge zu erteilen.“
    … zum Verhältnis Rummenigge und Hoeneß: „Das kann ich nicht beurteilen. Ich denke, dass auch das Fehlen von Karl Hopfner eine ganz entscheidende Rolle spielt. Er war das Mastermind im Hintergrund, das auch reglementierend auf Kalle und Uli eingeredet hat. Jetzt ist Karl weg und der Vorstand hat sich auf fünf Personen erweitert. Karl-Heinz hat sehr stark die Internationalisierung des Vereins vorangetrieben. Uli ist mit Kraft in seine alte Position zurückgekommen. Das führt zu Reibungen.“
    … zu den Diskussionen um Thomas Tuchel: „Tuchel ist sicher eigen. Aber wenn doch unisono die Meinung vorherrscht, dass er hohe Kompetenz hat, dann ist das doch das turmhohe Argument, weshalb ich einen Trainer verpflichte.“
    … zum Arroganz-Elfmeter von Pierre-Emerick Aubameyang: „Ich wäre damit nicht zufrieden gewesen. Ich fasse das immer auch ein bisschen als Respektlosigkeit gegenüber dem Gegner auf. Ich hätten den Spieler belehrt, dass ich das nicht sehen will.“

    Sky Experte Dietmar Hamann ...
    … zum Ancelotti-Rauswurf:
    „Es begann mit dem Trikotwurf von Franck Ribery, der von der Vereinsführung nicht geahndet wurde. Zu dem Zeitpunkt wusste der Trainer, dass er entmachtet ist. Die Mannschaftsaufstellung am Mittwoch haben einige als Provokation gewertet, ich würde es mit russischem Roulette vergleichen. Es war in den letzten Wochen aber nur eine Frage der Zeit.“
    … zu Differenzen in der FCB-Führung: „Der Trikotwurf war für mich der Knackpunkt. Es kann nicht sein, dass es sich Bayern München gefallen lässt, dass ein 34-jähriger Spieler, der noch 8 Monate Vertrag hat, so etwas macht. Damit entmachte und enthaupte ich den Trainer. Da muss der Verein stärker sein. Die beiden Herren sind sich nicht einig. So lange sie sich nicht einig sind, ist der Verein führungslos. So, wie es im Moment ist, kann es nicht weitergehen. Wenn sie sich nicht wieder annähern und mit einer Stimme sprechen können, dann wird es über kurz oder lang nur so gehen, dass nur einer überbleibt.“
    … zur Trainerfrage: Nagelsmann oder Tuchel: „Die letzten Wochen haben den Stern Julian Nagelsmann ein bisschen weniger hell scheinen lassen. Es gab die zwei Niederlagen gegen Liverpool und dann die beiden Niederlagen in der Europa League. Die Denke in München könnte sich ein bisschen geändert haben. Für mich ist Thomas Tuchel der ideale Kandidat. Er verfolgt die Guardiola-Schule, ist ein unheimlich guter Trainer und ein absoluter Fachmann. Mich würde es wundern, wenn nach der Länderspielpause ein anderer Mann als Thomas Tuchel präsentiert würde.“


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