• Schalker-Sportvorstand pro Videobeweis: „Weniger Fehlentscheidungen, aber nicht fehlerfrei“
  • Heidel verteidigt Bosz-System beim BVB: „Hätte gerne eine Krise auf Platz 2“
  • Hamann: Videobeweis wirkt sich negativ auf Schiedsrichter-Leistungen aus
  • Sky Experte zur Dortmund-Krise: „System bröckelt, BVB hat zu sehr an Hype geglaubt“

    Unterföhring, 29. Oktober 2017
    - In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Christian Heidel und Dietmar Hamann bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Christian Heidel (Sportvorstand FC Schalke 04) ...

    … zu späten Ausgleichstor im Spiel gegen den VfL Wolfsburg:
    „Wir hatten schon das Gefühl, dass wir die drei Punkte mitnehmen. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass wir vorher schon ein bisschen Glück hatten. Wolfsburg hat sich den Punkt verdient, und wir müssen damit leben. Es tut trotzdem weh, wenn man in der 93. Minute den Ausgleich bekommt.“

    … zu seiner bisherigen Bilanz auf Schalke: „Es hat im ersten Jahr nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Fakt ist, dass wir im letzten Jahr nur Zehnter geworden sind. Das war für mich und für alle enttäuschend. Jetzt wollen wir es besser machen.“

    … zur Personalie Leon Goretzka: „Leon ist sicherlich ein außergewöhnlicher Spieler, der ohne Zweifel bei an deren Klubs spielen kann. Er kann in seinem Alter der dominante und führende Spieler auf Schalke sein. Wir wollen keinen Druck auf ihn ausüben, wir wollen ihn überzeugen. Wir führen sehr offene Gespräche mit ihm und seinem Berater. Über das wirtschaftliche wurde auch gesprochen. Fakt ist, dass wir alles getan haben, was für Schalke 04 möglich ist. Fakt ist auch, dass wir da nicht drüber hinausgehen können. Momentan geht es nicht mehr ums Geld. Es ist für ihn extrem wichtig, dass er bei Schalke 04 eine Entwicklung sieht.“

    … zu den Schalker Ambitionen im Kampf um die Meisterschaft: „Wir sind auf einem guten Weg und bleiben bescheiden. Wir machen uns momentan wenig Gedanken um die Meisterschaft.“

    … zum Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies: „Wir haben einen sehr regen und freundschaftlichen Kontakt. Wir besprechen viele Dinge gemeinsam. Ich bin jemand, der in sehr gerne mitnimmt. Clemens Tönnies ist ein Stück Schalke und im Endeffekt der größte Fan seines eigenen Vereins. Wir sind auf einer Wellenlänge, und der Verein strahlt von innen Ruhe aus. Das sportliche Spektakel soll wieder kommen, Schalke 04 soll ein aufregender Verein bleiben.“

    … zum Krisengerede um Borussia Dortmund: „So, wie es dargestellt wird, habe ich den Eindruck, dass es die größte Vereinskrise von Borussia Dortmund in den letzten 25 Jahren ist. Ich hätte gerne eine Krise auf Platz zwei der Bundesliga. Sie haben im Schnitt zwei Punkte geholt, hochgerechnet sind das 68 Punkte. Wenn ein System umgestellt wird, dann funktioniert nicht alles vom ersten Tag an. Man muss ihnen ein bisschen mehr Zeit geben. Ich bin noch nicht so weit, das ich sage, das Projekt ist gescheitert.“

    … zum Titelkampf in der Liga: „Wir sind am 10. Spieltag, und wir müssen abwarten. Jetzt soll die Meisterschaft schon vergeben sein, das glaube ich nicht. Ich glaube, dass es in diesem Jahr enger wird als in den Jahren zuvor. Die Bayern sind nicht mehr ganz so dominant wie in den Jahren zuvor. Ich habe momentan nicht die Angst, dass die Meisterschaft im Winter entschieden ist.“

    … zum Videobeweis: „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass es keine Fehlentscheidungen mehr geben wird. In Köln sitzt ein Mensch vor dem Bildschirm und entscheidet. Es ist völlig doch logisch: Wenn ein Mensch auf den Bildschirm schaut, dann kann er einen Fehler machen. Ich glaube aber, dass die Fehlentscheidungen durch den Videoschiedsrichter reduziert werden. Das ist ein Plus. Wir gehen aber alle davon aus, dass es keine Fehler mehr. Das wird nicht passieren. Ich bin aber dafür, dass wir den Video-Schiedsrichter beibehalten.“


    Sky Experte Dietmar Hamann ...

    … zur Situation bei Borussia Dortmund:
    „Es geht wohl in die Richtung. Nach dem 2:4 in Hannover wird die Krise ausgerufen. Ich habe den Eindruck, dass sie nach ihrem guten Start zu sehr an den Hype geglaubt haben. Das System scheint zu bröckeln, und in den nächsten Wochen warten noch schwere Aufgaben. Nach vorne sind sie gut, das wissen wir. Aber hinten stimmt die Struktur nicht.“

    … zu den momentanen Leistungen der Schiedsrichter: „Die Schiedsrichter-Leistungen sind so schlecht, wie sie lange nicht waren. Das hängt mit der ganzen Situation um den Videobeweis zusammen. Das ist auf Dauer nicht gut für den Fußball.“

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