HSV-Sportdirektor: "Unbekümmertheit und Frische von Arp und Ito hilft uns sehr"
Todt will Megatalent Arp langfristig an Hamburg binden und mit Müller verlängern
Berthold kritisiert BVB: "Dortmund muss Identität finden, Aubameyang neben der Spur"
Sky Experte Hamann kritisiert DFB-Umgang mit Videoassistent: "Zustand nicht tragbar"

Unterföhring, 05. November (pps) - In "Wontorra - der Fußball-Talk" sprachen u.a. HSV-Sportdirektor Jens Todt, Thomas Berthold und Dietmar Hamann bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

Jens Todt (Sportdirektor Hamburger SV) ...

... zur Frage, wie viele Steine von seinem Herzen gefallen seien: "Das waren schon ein paar Steine, es waren ein paar Felsbrocken. Es hat sich angefühlt wie ein Befreiungsschlag. Wobei man sagen muss, dass wir jetzt nach elf Spielen zehn Punkte haben. Das ist natürlich unter dem Strich zu wenig."

... zum Anteil der beiden Youngster Jann-Fiete Arp und Tatsuya Ito am Sieg gegen Stuttgart: "Die beiden haben in den letzten Wochen gezeigt, dass sie etwas Unbekümmertes und Frisches in unser Spiel bringen. Das hilft uns sehr, das ist klasse. Aber wir müssen natürlich aufpassen. Wir dürfen auf gar keinen Fall die Verantwortung auf die Schultern eines 17-jährigen und eines 20-jährigen verlagern. Das wäre der größte Fehler, den wir machen können. Die Jungen sollen sich entwickeln und sie sollen Fehler machen dürfen."

... zur Vertragssituation von Jann-Fiete Arp: "Wir haben den Vertrag vor einigen Monaten verlängert. Da war es nur möglich, den Vertrag um ein Jahr bis 2019 zu verlängern. Wir hätten ihn natürlich auch gerne um fünf Jahre verlängert. Fiete und sein Berater werden sich die Situation in den nächsten Monaten angucken. Wir können nur versuchen, Argumente zu liefern. Wenn Fiete weitere Einsätze bekommt, dann haben wir als HSV gute Argumente, den Vertrag zu verlängern. Aber es gibt natürlich keine Garantie."

... zur Vertragsverlängerung mit Nicolai Müller: "Wir haben bisher keine komplette Einigung und befinden uns noch in Gesprächen. Unser Wunsch ist es nach wie vor, mit Nicolai zu verlängern. Es ist nicht ganz leicht, da es ein etwas größeres Vertragspaket ist."

... zur Frage, ob Trainer Markus Gisdol im Falle einer Niederlage gegen Stuttgart zur Disposition gestanden hätte: "Es stand nie im Raum. Wir haben überhaupt nie den Anlass gesehen, die Zusammenarbeit mit unserem Trainerteam infrage zu stellen. Es wird einfach gut gearbeitet, und ich sehe insgesamt einen Fortschritt. Wir diskutieren nicht über unseren Trainer. Unsere Reihen sind geschlossen, und wir haben eine ganz klare Meinung. Die hätte sich auch nicht verändert, wenn wir gestern verloren hätten."

Thomas Berthold (Weltmeister 1990) ...

... zu den Gründen für die Dortmunder Niederlage gegen den FC Bayern: "Wir haben gestern eine Mannschaft gesehen, die auf dem Weg ist, wieder eine Spitzenmannschaft zu werden. Dann haben wir eine Mannschaft gesehen, die mit einer Spitzenmannschaft gar nichts zu tun hat. Da stimmten die Abstände nicht. Im Mittelfeld hatten die Bayern viel Platz und Zeit. Dortmund hat nie Zugriff bekommen. Das hat auch mit individueller Klasse zu tun. Der BVB muss erst einmal seine Identität finden."

... zur Krise von Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang: "Ich weiß nicht, was mit Aubameyang los ist. Vielleicht fehlt ihm sein Paris-Ausflug. Der Junge steht ja völlig neben der Spur."

... zum Problem des BVB: "Es gab einen Umbruch und du hast viele junge Spieler drin. Es gibt zum Teil keine funktionierende Achse. Du hast keinen Fixpunkt im zentralen Mittelfeld. Aubameyang fällt vorne als Fixpunkt auch weg. Wenn du keine funktionierend Achse hast und ein neues Spielsystem, wie soll das denn gegen Bayern München umzusetzen sein? Das ist unmöglich."

Sky Experte Dietmar Hamann ...

... zu den Gründen für die Dortmunder Niederlage gegen den FC Bayern: "Weil sie individuelle Fehler gemacht haben. In den entscheidenden Situationen waren sie einfach zu naiv. Das war ein Klassenunterschied zwischen Bayern und Dortmund."

... zu den Diskussionen um den Videoassistenten: "Wir haben in der Woche 250.000 oder 300.000 Leute, die ihr hart verdientes Geld für Eintrittskarten ausgeben. Es ist keine Transparenz da. Was jetzt passiert, das wird auf dem Rücken der Fans ausgetragen. Sie wissen nicht, wer entscheidet, was angeschaut und was entschieden wird. Das ist für mich ein Zustand, der nicht tragbar ist. Ich erwarte vom DFB, dass sie zumindest die Leute teilhaben lassen."

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