• Geschäftsführer Wehrle über Stöger-Entlassung: „Nicht mehr alle standen hinter dem Trainer“
  • Interimstrainer Ruthenbeck: „Alles läuft gegen uns“
  • Eurosport Experte nach Kölner-Niederlage: „Hat sich angedeutet, wurden immer passiver“
  • Köln-Kapitän Lehmann über vergangene Wochen: „Klare Marschroute hätte allen gut getan“

    München, 10. Dezember 2017 –
    Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Sonntagsspiel am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und dem SC Freiburg (3:4) im Eurosport Player.

    Eurosport Experte Matthias Sammer ...
    ... zum Spiel:
    „In der zweiten Halbzeit hat sich angedeutet, dass die Kölner immer passiver wurden. Man bekommt dann auch Angst vor der eigenen Courage. Mich hat immer gewundert, dass Köln nach Europa-League-Spielen sofort zurückreist, um in den eigenen Betten zu schlafen. Ich gehe davon aus, dass sie erst um sechs Uhr daheim sind. Da ist zu wenig Regeneration. Ich hätte es nie so gemacht.“
    ... zur Lage bei Borussia Dortmund (vor dem Spiel): „Die Situation selbst ist Wahnsinn. Die ersten Spiele alle gewonnen und dann gar nicht mehr. Zuerst der vielleicht neue deutsche Meister, um jetzt zu sagen, man muss aufpassen, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Manchmal prallen Welten aufeinander und Situationen nehmen eine Eigendynamik an, die rational nicht mehr erklärbar sind.“
    ... zur Verpflichtung von Peter Stöger (vor dem Spiel): „Auf dem Trainermarkt ist es in diesem Moment ein schwieriger Zeitpunkt. Was Stöger beim 1. FC Köln geleistet hat, ist außergewöhnlich. Emotional müssen auch Trainer sowas für sich verarbeiten, reflektieren und Abstand gewinnen. Das wäre eigentlich der bessere Weg.“
    ... zur Entlassung beim 1. FC Köln (vor dem Spiel): „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es Zeit war auseinanderzugehen. Die Zeit war vorbei. Egal, wer das beschleunigt hat, man muss sich sauber trennen. Die Zeit war um.“
    ... zur Interimslösung Stefan Ruthenbeck (vor dem Spiel): „Da er nicht von außen kommt, sondern U19-Trainer war, sehe ich mehr Chance als Risiko, weil nicht viel da ist. Wenn jetzt nicht viel kommt, kann man alles auf die Vergangenheit schieben und von Normalität sprechen. Aber es ist eine große Chance. Armin Veh wird das sehr genau beobachten. Denn ich bin ganz anderer Meinung. Zu sagen, wir gehen gemeinsam mit runter, machen zusammen Neuaufbau und du bist nicht beschädigt und wir fangen von Null an, das funktioniert überhaupt nicht. Für Stefan Ruthenbeck ist das eine gute Chance.“
    ... zur Ansetzung für den SC Freiburg, zwei Partien innerhalb von 55 Stunden spielen zu müssen (vor dem Spiel): „Wenn ich an Jochen Saiers Stelle gewesen wäre, wäre ich ausgerastet. Die Situation hier: Ein Glücksspiel mit hoher Verletzungsgefahr. Aber er erweckt nicht den Eindruck, das als Alibi zu nehmen. Aber es ist ja fast schon irregulär plus die Tatsache, dass sie am Dienstag wieder spielen müssen. Das ist dann fast schon ein bisschen ungerecht.“

    Alexander Wehrle (Geschäftsführer 1. FC Köln) gegenüber Eurosport...
    ... zur Verpflichtung von Ex-Trainer Peter Stöger bei Borussia Dortmund (vor dem Spiel):
    „Man wird immer wieder überrascht. Deshalb war es gut, dass ich gestern Abend das Handy nicht ausgemacht hatte. Ich habe Sportstudio geschaut und dann war Hans-Joachim Watzke dran und hat mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie vorhaben, Peter Stöger zu verpflichten. Ich war überrascht. Letzten Sonntag um die Zeit haben wir uns von ihm verabschiedet. Aber wir wünschen ihm viel Erfolg, er hat hier vier Jahre tolle Arbeit geleistet.“
    ... zur Entlassung von Peter Stöger (vor dem Spiel): „Nach dem Spiel gegen Hertha BSC hat sich die Gruppierung verändert und dann hat sich auch etwas für Peter Stöger geändert. Nicht mehr alle standen hinter dem Trainer. Peter hat von uns dann Klarheit erwartet. Da gab es unterschiedliche Auffassungen in den Gremien. Man hat sich dann dazu entschieden, das Spiel beim FC Schalke 04 noch zu machen und Peter Stöger hat mir vor dem Spiel gesagt, dass das Kapitel für ihn jetzt zu Ende ist. Impuls war, dass es innerhalb der Mannschaft unterschiedliche Gruppierungen gab.“
    ... zur Trainersuche (vor dem Spiel): „Wir werden jetzt die Spiele hinter uns bringen und im Winter dem Vorstand einen Vorschlag machen können. Die Realität ist, dass wir noch 20 Bundesliga-Spiele haben und ich gehe davon aus, dass wir heute einen Dreier holen werden. Wir haben auch bei Schalke 04 einen Punkt geholt. Wir schauen jetzt positiv nach vorne und werden dann schauen, welcher Trainer im Winter kommt.“

    Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln) gegenüber Eurosport ...
    ... zum Spiel:
    „Wir konnten die Intensität nicht über die ganze Distanz hochhalten. Freiburg hat dann entsprechend Druck ausgeübt und es schlau gemacht. Dann hat der Videobeweis zweimal gegen uns entschieden und dann verlieren wir. Die Art und Weise wie wir die Tore herausgespielt haben, war auch schön anzuschauen. Viele Sachen sind aufgegangen, aber wie gesagt steht da unterm Strich ein 3:4. Es ist einfach bitter. Es läuft wirklich alles gegen uns. Die Spieler sind brutal niedergeschlagen. Was die Mannschaft hier heute an Herzblut mitgebracht hat, ist Wahnsinn. Die wehren sich. Aber wenn du unten drinstehst, läuft alles gegen dich und das läuft im Moment so. Da sind Dinge, die bei uns passieren, die schwierig zu erklären sind.“
    ... zur Situation beim 1. FC Köln (vor dem Spiel): „Das Wichtigste ist, den Glauben zurückzubringen, der Mannschaft wieder Mut zu geben und die Situation selbst in die Hand zu nehmen. Du darfst nicht auf die Fehler des Gegners warten. Wir wollen wieder für mehr Mut stehen als in den Wochen zuvor. Mir steht nicht zu, die Vergangenheit groß zu bewerten. Wir haben erkannt, wir brauchen Personal vorne. Wir haben nicht die Spieler, die uns zweistellige Tore besorgen, also ab in die Box, um mit so vielen Spielern wie möglich für Chancen zu sorgen.“
    ... zu seinem Engagement als Interimstrainer (vor dem Spiel): „Was ist den ersten Tagen passiert ist, hat auch mir wehgetan. Ich habe mich nirgends verquasselt. Für mich ist das hier etwas ganz Großes, ich bin in Köln geboren, habe hier mein erstes Bundesligaspiel gesehen. Ich will nur helfen.“
    ... zur Rückkehr von Dominique Heintz (vor dem Spiel): „Man benötigt Spieler, die für etwas stehen. Heintz steht für Leidenschaft und für den 1. FC Köln. Da geht es um Mentalität und er ist ein absoluter Leistungsträger. Ich weiß nicht, wie lang er durchsteht und ob es die richtige Entscheidung ist.“

    Christan Streich (Trainer SC Freiburg) gegenüber Eurosport ...
    ... zum Spiel:
    „Bei 0:3 hab ich nicht gedacht, dass hier noch was passiert. Das war ja furchtbar, was wir für Tore kriegen. Wir haben dann umgestellt und hatten ja auch in der ersten Halbzeit gute Chancen. Der Sieg ist wichtig, aber es ist grad ein paar Minuten nach dem Spiel und vor einer Stunde lagen wir noch 0:3 zurück.“
    ... zur Wettersituation (vor dem Spiel): „Wir müssen auswärts jetzt anders auftreten. Ich hoffe, dass wir das stabil hinbekommen und auch fußballerisch Akzente setzten können. Aber man muss bei dem Wetter schauen, ob man viele flache Bälle spielen kann. Aber das ist kein Alibi, wir stehen alle auf dem Platz, nicht nur Freiburg.“

    Matthias Lehmann (Kapitän 1. FC Köln) gegenüber Eurosport (im Exklusiv-Interview) ...
    ... zur Situation beim 1. FC Köln:
    „Was uns allen gut getan hätte, wäre damals eine klare Marschroute gewesen. So war immer ein Fragezeichen da. Alle drei Tage hat man sich gefragt: ‚Bleibt das Trainerteam? Geht das Trainerteam?’ Jetzt ist es letzte Woche passiert, für uns zählt weiterhin, dass wir auf dem Platz alles geben. Das ist keine Kritik am Vorstand, aber die Mannschaft und das Trainerteam wussten nicht, wie es weitergeht. Ich glaube, der Vorstand war sich nicht sicher, weil die vergangenen Jahre hier hervorragend waren. Man hat auch bei den Fans gesehen, es gab nicht einmal ‚Trainer raus’-Rufe. Wir wollten mit dem Trainer den Turnaround schaffen. Dass es so gekommen ist, ist natürlich traurig. Aber nach 14 Spielen nur drei Punkte zu haben, ist nun mal nicht die Ausbeute, die wir uns vorstellen.“
    ... zum fehlenden Position des Sportdirektors und der Verpflichtung von Armin Veh: „Fakt ist, dass es hier sehr turbulent ist. Der Sportdirektorposten war lange nicht besetzt, da hat man auch gemerkt, dass da einer gefehlt hat, der eine klare Ansage macht. Aber es ist nicht einfach, jemanden für diese Position zu finden. Wenn man dann ein Vakuum auf dieser Position hat, ist vielleicht über zu lange Zeit, zu viel durchgegangen, ob in der Mannschaft oder auf der Geschäftsstelle. Da fehlt dieser starke Mann. Gott sei dank ist diese Position jetzt wieder besetzt. Jeder, der Armin Veh kennt, weiß, dass er sich vor nichts versteckt und kein Verpisser ist. Er hat mit Alexander Wehrle zusammengearbeitet, das ist die Basis für die ganz schwierige Aufgabe beim 1. FC Köln.“

    Jochen Saier (Sportdirektor SC Freiburg) gegenüber Eurosport ...
    ... zur schwierigen Wetterlage (vor dem Spiel):
    „Bei so einem wichtigen Spiel wird es für beide Mannschaft zum Glücksspiel, was für beide Teams sehr kompliziert ist.“
    ... zu den beiden Spielansetzungen innerhalb von 55 Stunden (vor dem Spiel): „Von uns war die Kommunikation zur DFL da. Aber es gab wohl so große Gründe, dass es so angesetzt und nichts geändert wurde. Unglücklich ist milde formuliert. Die Situation ist nicht ganz einfach. Der Spielrhythmus und Regenerationszeit beeinflussen das Spiel. Wir müssen das jetzt annehmen und ins Positive ummünzen.“

    Dominique Heintz (1. FC Köln) gegenüber Eurosport ...
    ... zum Spiel:
    „Was soll ich dazu noch sagen? Schlimmer geht’s nicht mehr, aber heute ist die Krönung. Der erste Elfmeter ist kein Elfmeter und es gibt keine Überprüfung. Über den ersten Elfmeter müssen wir reden. Klar dürfen wir das nicht aus der Hand geben, aber das spielt alles rein. Wenn du 3:0 führst, darfst du das nicht mehr hergeben. Niemand rechnet mehr mit uns, der Abstand ist so groß. Klar sagen wir immer, wir dürfen den Glauben nicht verlieren. Aber irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, das wegzulassen. Wir haben glaube ich zwölf Punkte Abstand auf den Relegationsrang.“

    Nils Petersen (SC Freiburg) gegenüber Eurosport ...
    ... zum Spiel:
    „Wir hatten das Spiel schon verloren, das war das Gute für uns. Wenn man Tabellenletzter ist, braucht es nur eine negative Sache, dann wird man unruhig, das haben wir für uns genutzt. Der Fußball schreibt die Geschichten und heute war’s eine.“


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