• Schalke-Trainer verneint Berechnung: „Ich bin kein Masochist“
  • Heidel trägt Entscheidung „zu einhundert Prozent mit“
  • Uth von Fährmanns Degradierung überrascht: „Mit einem Torwartwechsel rechnet man nicht jeden Tag“
  • Sky Experte Hamann: „Für mich kam es nicht überraschend“

    Unterföhring, 20. Januar 2019 -
    Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 18. Spieltages der Fußball-Bundesliga, 1. FC Nürnberg vs. Hertha BSC (1:3) sowie FC Schalke 04 vs. VfL Wolfsburg (2:1) bei Sky.

    Domenico Tedesco (Trainer FC Schalke 04) ...
    ... zur Versetzung von Kapitän Ralf Fährmann auf die Bank (vor dem Spiel):
    „Das ist eine Entscheidung, die uns extrem schwer gefallen ist, weil Ralf Fährmann zu Recht unser Kapitän ist und auch bleibt, weil er uns oft gerettet hat, weil er ein super Mensch, Typ und super Torwart ist. Uns hat dazu bewegt, dass in den letzten Spielen ein paar Unsicherheiten dabei waren und dass wir das Gefühl hatten, dass sein Kopf einfach nicht frei ist. Das Ganze haben wir ein bisschen sacken lassen und die Hinrunde in Ruhe analysiert. Alexander Nübel hat es zudem in den Spielen, in denen er gespielt hat, einfach super gemacht. Das in Summe hat uns dazu bewogen. Selbstverständlich habe ich das auch mit Christian Heidel abgesprochen. Wenn ich wir sage, dann ist das immer das Trainerteam, dann ist das immer der Vorstand und immer der Aufsichtsrat. Das ist beispielsweise auch Huub Stevens. Da habe ich schon ein paar Ratgeber, die ich natürlich auch frage. Sie können sich ja vorstellen, dass das ein emotionales Thema ist und auch kontrovers diskutiert wird. Deswegen ist es uns umso schwieriger gefallen.“
    ... zur Frage, ob diese Entscheidung für Tedesco selbst ein Risiko birgt (vor dem Spiel): „Grundsätzlich – ob es diese Entscheidung oder jede andere ist – geht es nicht um mich, sondern um Schalke. Meine Aufgabe ist es, dass Schalke 04 gewinnt, Spiele gewinnt, Punkte einsammelt. Dementsprechend muss ich so handeln, dass ich der Überzeugung bin, dass Schalke am besten Punkte holt. Das ist keine endgültige Entscheidung, das ist eine Momentaufnahme. Fährmann ist die Nummer eins, die auf der Bank sitzt. Alexander Nübel hat sich die Chance verdient, deshalb steht er heute im Tor, er gibt uns aktuell in dieser Situation einfach ein besseres Gefühl, nicht mehr und nicht weniger.“
    ... zur Reaktion Fährmanns (vor dem Spiel): „Er hat hochprofessionell reagiert. Natürlich war er enttäuscht, das gehört dazu, das ist normal. Aber er hat eine halbe Stunde später in der Mannschaftsbesprechung direkt das Wort ergriffen, hat Impulse gegeben, so wie wir ihn kennen und das brauchen wir auch.“
    ... zum Spiel: „Wir haben uns fest vorgenommen, den Gegner heute zu bewegen. Wir wollten Fußball spielen und den Gegner locken, um dann zu verlagern. Das hat im ersten Durchgang Null Komma Null funktioniert. Wolfsburg hat ein sehr, sehr gutes Gegenpressing gespielt, das müssen wir auch eingestehen. Durch den Systemwechsel hatten wir dann Zugriff und es war eine super zweite Halbzeit. Letzen Endes müssen wir mehr Tore machen.“
    ... zur Frage, ob der Torwartwechsel eine Maßnahme ist, um die Mannschaft wachzurütteln: „Wer mich kennt, weiß dass ich Entscheidungen nicht so treffe, dass ich die Mannschaft aufrüttle. Es geht immer um Leistung und die Sache selbst und um nichts anderes. Das habe ich nicht nötig. Vor allem jetzt nicht nach der zweiten Geschichte - es gibt da ja eine kleine Historie mit gewissen Entscheidungen auf Schalke. Masochist bin ich nicht.“

    Christian Heidel (Sportvorstand FC Schalke 04) ...
    ... zur Versetzung von Ralf Fährmann auf die Bank:
    „Wir haben in dieser Woche zum ersten Mal darüber gesprochen. Die endgültige Entscheidung ist dann, glaube ich, am Mittwoch gefallen und gestern hat es Domenico Tedesco Ralf Fährmann gesagt. Das ist schon eine alleinige Entscheidung des Trainers, wer bei uns im Tor steht und nicht des Sportvorstands. Ich trage die Entscheidung zu einhundert Prozent mit. Was nicht bedeutet, dass ich in irgendeiner Art und Weise gegen Ralf Fährmann wäre. Das ist ein wunderbarer Torwart, der momentan Schwächen gezeigt hat, das ist völlig normal. Jetzt bekommt Alexander Nübel einfach mal eine Chance. Ich glaube, dass Domenico das sehr, sehr gut begründet hat. Jetzt ist es so und ich drücke Alex die Daumen, dass es heute ein gutes Spiel wird.“
    ... zur Frage, ob er noch die Rückendeckung des Vereins spürt: „Der Clemens Tönnies und ich haben so ein außerordentlich gutes und loyales Verhältnis. Wirklich wie am ersten Tag. Und eines ist auch klar: Wenn einer von uns beiden irgendwelche Bedenken hat, dass die Zusammenarbeit nichts mehr bringt, dann werden wir zwei in fünf Minuten reden. Das ist bei Clemens so und das ist bei mir so. Daran wird sich nie etwas ändern. Ich werde mit Clemens Tönnies niemals Krach bekommen. Dafür schätze ich ihn viel zu sehr und ich glaube, er schätzt mich auch ein bisschen.“

    Daniel Caligiuri (Torschütze FC Schalke 04) ...
    ... zum Spiel:
    „Ich bin vor allem erleichtert, dass wir nach so einer blöden Hinrunde zurückkommen. Das war nicht allen bewusst und ich denke, wir haben sehr, sehr schwer ins Spiel gefunden. Durch die Umstellung hatten wir dann einen besseren Druck auf den Ball und waren aggressiver in den Zweikämpfen. Dass das Wolfsburg-Spiel sehr, sehr gut ist, haben sie in der Hinrunde bewiesen. Nach der zweiten Hälfte geht der Sieg dann auch in Ordnung.“
    ... zur Frage, ob der Wechsel auf der Torwartsituation überraschend kam: „Klar, auf jeden Fall. Das ist die Sache des Trainers, die er zu entscheiden hat. Ralf ist ganz klar die Nummer eins und Kapitän, in den letzten Spielen waren ein paar Unsicherheiten dabei. Nübel hat das auch sehr gut gemacht. Wie es weitergeht müssen sie dann den Trainer fragen.“

    Mark Uth (FC Schalke 04) ...
    ... zum Torwartwechsel:
    „Ja, ich war überrascht. Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Das ist die Entscheidung des Trainers, wir wissen, dass wir zwei überragende Torhüter haben und Alexander Nübel hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Mit einem Torwartwechsel rechnet man nicht jeden Tag. Das ist nicht so normal. Wir wissen, was wir an beiden haben. Das ist natürlich eine schwierige Phase für Ralf Fährmann, aber wir holen ihn da wieder raus.“

    Pal Dardai (Trainer Hertha BSC) ...
    ... zum Spiel:
    „Die zweite Halbzeit war richtig gut, aber die erste Hälfte war auch okay. Wir haben ein unnötiges Gegentor bekommen. Aber wir haben guten Fußball gespielt, ein schönes Tor geschossen. Lob an die Mannschaft, aber kein großes Lob, weil es der erste Spieltag ist. Wir haben noch sehr viel vor uns. Ich kann unsere Ziele während der Saison nicht 120-mal umstellen. Jeder kennt unser Saisonziel und dann schauen wir, in welche Richtung das geht.“

    Sky Experte Dietmar Hamann ...
    ... zum Berliner Sieg:
    „Ein absolut verdienter Sieg für Hertha. Sie haben da weitergemacht, wo sie in der Hinrunde aufgehört haben. Sie haben in diesem Jahr unter Pal Dardai den nächsten Schritt nach vorn gemacht. Sie haben sich heute als absolut klasse Mannschaft verkauft. Sie hätten noch das eine oder andere Tor machen können. Die Alte Dame macht Spaß.“
    ... zur Versetzung von Fährmann auf die Bank: „Das ist nicht nur Tedescos Recht, sondern auch seine Pflicht. Man entwickelt als Trainer ein Gefühl, was zu welchem Zeitpunkt richtig ist. Es gab in der Vorrunde einige Situationen, in denen er schon so hätte entscheiden können. Nübel war ja schon ein paar Spiele im Tor, zweimal in der Champions League zu Null gespielt. Ich hatte damals schon den Eindruck, dass die Mannschaft mit ihm im Tor einen sichereren Eindruck macht. Deshalb kam es für mich nicht überraschend.“



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