Tedesco tobt wegen Entstehung der Roten Karte: „Es ist ein bisschen krass, dass es uns fast jede Woche trifft“
• Torschütze Kramer mit Gladbach Zweiter: „Wir sind da absolut nicht zu Unrecht, aber wir sehen uns nicht als Dortmund-Jäger“
• Caligiuri zum Freistoß: „Meiner Meinung nach ist das nicht regelkonform“
• Hecking: „Beim Handball wird gepfiffen und der Ball muss an der Stelle liegenbleiben, vielleicht müssen wir das übernehmen“
• Sky Experte Matthäus: „Sie sind Dortmund-Jäger Nummer 1, die Bayern haben sie überholt“


Unterföhring, 2. Februar 2019
- Die wichtigsten Stimmen zum Krombacher Topspiel des 20. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (0:2) bei Sky.

Domenico Tedesco (Trainer FC Schalke 04) ...
... zur Entstehung der Roten Karte:
„Wir brauchen nicht drum herum reden, dass die Rote Karte natürlich spielentscheidend ist. Die erste Halbzeit war pari, da haben wir es ganz gut gemacht. Der Ort des Fouls und der Ort der Ausführung des Freistoßes, das ist ein Unterschied von zehn, zwölf Metern. Es ist ein bisschen krass, dass es uns fast jede Woche trifft. Ich weiß nicht, wie es das Regelwerk vorsieht, aber ich sage nur, dass der Freistoß zehn Meter zu weit vorne angeführt wird. Mehr war schlichtweg nicht drin zu zehnt.“
... zur Torwartsituation: „Wir waren uns vor dem Spiel einig, dass Ralf Fährmann den Pokal spielen wird. Dabei wird es auch bleiben.“
... zu Alexander Nübel (vor dem Spiel): „Alex hat die Sache gut gemacht, als er im Tor stand. Ralle hatte ein paar Unsicherheiten drin, war nicht ganz mit dem Kopf frei. Deswegen habe wir uns entschieden, zu wechseln.“
… zu Neuzugang Rabbi Matondo (vor dem Spiel): "Er wäre auch eine Option für die Startelf gewesen, wenn ich ehrlich bin. Nur wissen wir nicht so ganz, wo er steht. Das waren jetzt zwei kurze Einheiten, gestern das Abschlusstraining. Da konnte man jetzt nicht all zu viel sehen.“
… zu dem fehlenden Winter-Neuzugang für den Sturm (vor dem Spiel): „Es ist kein Geheimnis, dass wir uns umgeschaut haben, den Markt abgegrast haben. Aber der Markt ist nicht ganz einfach. Wir haben uns die Prämisse gesetzt, er muss wirtschaftlich machbar sein für den Verein und uns sofort weiterhelfen."

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): …
… zu den beiden Jokertoren:
„Nach der Roten Karte für Nübel hatten wir mit Tobias Strobl im zentralen Mittelfeld einen gelbgefährdeten Spieler hatten. Da wollte ich kein Risiko eingehen, deshalb kam Chris Kramer. Mit Florian Neuhaus haben wir einen, der gegen einen tierstehenden Gegner zwischen den Linien gut agiert. Auch Patrick Herrmann hat uns grade gegen die in Unterzahl spielenden Schalker noch mehr Breite im Spiel gegeben.
… zum Freistoß vor der Entstehung der Roten Karte: „Ich kann das verstehen, weil ich das auch mal moniert habe. Auch bei Einwürfen werden Bälle zehn Meter nach vorne mitgenommen, wo ich schon immer sage, dass das eine neue Spielsituation ergibt. Vielleicht ist das in der Situation auch entscheidend gewesen. Weil zehn Meter tiefer spielt man den Ball vielleicht nicht so. Sane kann den Ball auch einfach liegen lassen. Beim Handball wird gepfiffen und der Ball muss an der Stelle liegenbleiben, vielleicht müssen wir das übernehmen. Heute können wir uns darüber nicht beschweren.“
… zur Tabellensituation: „Es ist noch viel zu früh. Du kriegst natürlich mit, dass die anderen Punkte haben liegen lassen. Es nützt jetzt nichts auf die anderen zu gucken. Wenn wir unser Ding heute hier nicht durchziehen, dann hat uns das alles nichts geholfen. Wenn wir jetzt nachlassen, werden wir nicht die Erfolge haben. Natürlich sind wir ambitioniert und würden es gerne am 33. Spieltag so sehen, wie es jetzt ist.“

Christoph Kramer (Torschütze Borussia Mönchengladbach): „Ich habe Blut geleckt an Toren und Torvorlagen von daher versuche ich auch ab und zu mal zu schießen. Wenn es dann so klappt, wie heute bin ich natürlich sehr glücklich. Mit meiner Situation kann ich nicht zufrieden sein, es bringt aber nichts, rumzunörgeln. Das hat für mich auch was mit Stolz und Ehre zu tun. Die Mannschaft macht es gut, auch auf meiner Position wird richtig gut gespielt. Von daher bin ich da sehr entspannt und solange wir gewinnen kann es mir nur Recht sein, auch wenn ich gerne mehr zu Siegen beitragen würde. Das hilft uns schon enorm, dass wir dieses Jahr vom Verletzungspech verschont geblieben sind.“
… zu seinem Tor: „Rechts hochnehmen, links draufhalten mache ich immer ganz gerne. War, glaube ich, sogar noch leicht abgefälscht, sonst schlägt er direkt unter der Latte ein. Der wäre auch so ganz gut gekommen. Ich habe zu Lars gesagt, er soll ihn durchlassen. Der Lars ist ein ganz spielintelligenter Spieler und von daher hat er auch hinten Augen.“
… zur Rolle als Dortmund-Jäger Nummer 1: „Ja, wir sind in der Rolle drin. Wir sind da absolut nicht zu Unrecht, aber wir sehen uns nicht als Dortmund-Jäger. Das ist ja auch irgendwo klar. Wir wissen, dass Bayern und Dortmund noch die Mannschaften sind, die ein Stück weit über uns sind, auch wenn es in der Tabelle jetzt anders aussieht. Das sind einfach die beiden Branchenprimusse in der Liga. Ich weiß auch, dass es gut aussieht, aber unsere Stärke war es immer, dass wir uns lange und intensiv auf die Gegner vorbereitet haben.“

Florian Neuhaus (Torschütze Borussia Mönchengladbach): ...
… zu Christoph Kramer:
„Es macht wahnsinnig Spaß, mit ihm in der Mannschaft zu spielen. Er ist ganz wichtig für die Mannschaft. Man hat heute wieder gesehen, was er für ein klasse Fußballer ist. Wie er das Tor macht zeigt ganz klar seine Klasse.“
… zu seiner ersten Bundesligasaison: „Das hätte ich mir vor der Saison so nicht erträumen können, aber ich bin natürlich sehr froh, dass es so gekommen ist. Wir als Mannschaft wissen, warum wir da stehen, wo wir stehen. Wir wissen auch, dass es erst der 20. Spieltag ist.“

Daniel Caligiuri (Kapitän FC Schalke 04) ...
... zu seiner Kapitänsrolle:
„Ich betone immer, es ist egal, wer Kapitän ist. Jeder muss Kapitän sein für sich selbst. Klar war es eine große Ehre für mich die Mannschaft heute aufs Feld zu führen. Schlussendlich hätte ich mir gerne mit der Binde die drei Punkte gewünscht.“
... zum Freistoß vor der Entstehung der Roten Karte: „Ich habe mich noch bisschen aufgeregt. Beim Freistoß vor der Roten Karte wird der Ball ganz klar zehn Meter weiter vorne ausgeführt. Meiner Meinung nach ist das nicht regelkonform. Dann passiert natürlich die Rote Karte. Der Stindl führt schnell aus, der Schiri meinte nur, dass es nur zwei, drei Meter waren.“
... zum Spiel: „Vor allem in der zweiten Halbzeit waren wir meiner Meinung nach bis zur Roten Karte viel besser. Wir sind auf einem guten Weg. Man sieht auch das Spielerische, im Vergleich zur Hinrunde haben wir uns sehr gesteigert. Dann kriegst du aber noch zwei abgefälschte Tore, das passt natürlich zu der ganzen Geschichte.“

Christian Heidel (Sportvorstand FC Schalke 04) ...
... zur Winter-Transferperiode (vor dem Spiel):
„Wir haben das gemacht, was wir machen konnten. Ich weiß, jetzt geht wieder die Diskussion los, warum habe sie keinen Stürmer geholt. Wir sind ja auch wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Entschuldigung, dafür braucht man Geld. Also glaubt denn wirklich jemand, ich hätte mich dagegen gesperrt einen Stürmer zu verpflichten, der zehn Millionen Euro kostet für die fünf Monate, aber wir haben das Kleingeld nicht. Punkt. Wir haben uns viele Stürmer angeschaut und uns nun für den Weg mit Matondo entschieden.“
… zu Neuzugang Matondo (vor dem Spiel): „Was glauben sie, warum der heute auf der Bank sitzt. Das ist ein Spieler, von dem Domenico der Auffassung ist, dass er uns sofort weiterhelfen kann. Er ist 18 Jahre alt, das wissen wir, aber wir haben ihn so lange beobachtet. Der hat auch jetzt schon das Zeug Bundesliga spielen zu können."
... ohne Handy im Stadion (vor dem Spiel): „Es ist merkwürdig, irgendwie fühlt man ja immer, aber ich habe das Handy in der Tat liegen lassen und habe es erst kurz vor der Einfahrt Gelsenkirchen gemerkt. Dann gehts auch mal ohne."

Sky Schiedsrichterexperte Markus Merk …
… zum Freistoß vor der Entstehung der Roten Karte:
„Für mich sind 12,4 Meter viel zu viel. Es gibt eine andere Spielsituation. Man kann auch nicht sagen, Sane ist selbst Schuld. Natürlich darf er den Ball dort nicht mitnehmen, er verhindert die schnelle Spielausführung. Im Handball wären es sofort zwei Minuten. Trotzdem darf der Freistoß dort nicht ausgeführt werden.

Sky Experte Lothar Matthäus ...
... zu Borussia Mönchengladbach:
„Gladbach kann sich auf die nächsten 14 Spiele dieser Saison vorbereiten, hat keinen Pokal mehr, keinen Europapokal. Sie sind Dortmund-Jäger Nummer 1, die Bayern haben sie überholt. Sie haben die Dortmunder noch zu Hause, sie haben die Bayern zu Hause. Zu Hause sind sie natürlich eine Macht und jetzt gewinnen sie auch noch die ersten beiden Auswärtsspiele in der Rückrunde jeweils zu Null. Auch in Leverkusen, wo Bayern heute verloren hat.“

... zu den Vorgängen bei Schalke 04 (vor dem Spiel): „In dem Verein ist vieles nicht normal. Deswegen ist es ja schon wieder normal, dass mit Caligiuri schon wieder ein neuer die Kapitänsbinde hat. Höwedes weg, Fährmann auf die Bank, Naldo verkauft, Stambouli verletzt. Das waren alles Gesichter von Schalke. Jetzt ist der nächste dran. Das ist ganz sicherlich kein gutes Omen. Der Trainer hat seine Ideen und die setzt er mit großem Risiko teilweise um.“

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