• Dortmund zittert sich zum Befreiungsschlag: „Das Ergebnis steht an allererster Stelle“
  • BVB-Sportdirektor über die Rolle des gejagten Tabellenführers: „Wir wissen damit umzugehen“
  • 96-Trainer Doll nach 0:3-Niederlage: “Es wäre der verkehrte Weg, jetzt auf die Mannschaft einzuprügeln“
  • Sky Experte Dietmar Haman: BVB-Sieg nach enttäuschenden Resultaten „unheimlich wichtig“

    Unterföhring, 24. Februar 2019 - Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 23. Spieltages der Fußball-Bundesliga, Hannover 96 vs. Eintracht Frankfurt (0:3) sowie Borussia Dortmund vs. Bayer 04 Leverkusen (3:2) bei Sky.


    Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund) …
    ... zum Spiel:
    „Wir haben in der Summe ein Tor mehr geschossen und haben es am Ende gut wegverteidigt. Wir haben es hintenraus etwas ruhiger und besser verteidigt als zum Beispiel gegen Hoffenheim. Insgesamt hatten wir heute nicht wirklich die Spielkontrolle. Aber wir haben immer wieder gute Konter gesetzt und letztendlich ein Tor mehr geschossen. Wenn du zu Hause spielst, willst du dominieren und attackieren. Das ist uns nicht gelungen. Wir haben selten Zugriff gehabt, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen.“
    ... zur Bedeutung von Marco Reus: „Wir hatten jetzt eine Phase, ich glaube fünf Spiele ohne Sieg, die ist ungewohnt für uns und die Spieler. Deshalb steht heute das Ergebnis an allererster Stelle. Siege kannst du nicht ersetzen. Deshalb hat das heute sehr gut getan. Wir wissen alle um den Wert von Marco für unser Team. Aber es war wichtig, dass die Mannschaft gesehen hat, dass es auch ohne ihn geht.“
    ... zum Meisterschaftsrennen: „Dritter wollen wir nicht werden. Es geht aber um den Ansatz. Für unsere nicht ganz so erfahrene Mannschaft ist es wichtig, nicht über übergeordnete Ziele zu sprechen. Davon bekommst du am Ende keinen Punkt. Wir müssen wirklich von Spiel zu Spiel arbeiten, das ist unser Rezept. Es ist nicht das erste Mal, dass wir Tabellenführer sind. Wir wissen damit umzugehen.“
    ... zur veränderten Tabellensituation (vor dem Spiel): „Gar nichts hat sich geändert. Ich verstehe nicht, dass Sie das nicht glauben können. Wir spielen nicht besser oder schlechter, ob Bayern München gewinnt oder verliert. Das ist doch unser Spiel, das wir hier spielen. Wir freuen uns, wenn Bayern Punkte liegen lässt und Bayern freut sich, wenn wir Punkte liegen lassen. Aber das spielt keine Rolle für die Leistung, die Sie heute sehen. Jeder kann die Tabelle lesen. Aber es geht doch darum, dass wir uns heute hier auf dem Platz gegen Bayer Leverkusen durchsetzen und nicht die ganze Zeit darüber nachdenken, was ist, wenn wir das Spiel nicht gewinnen.“
    ... zu Marco Reus’ Gesundheitszustand (vor dem Spiel): „Für die Meldung, ob er kann oder nicht kann, sind wir nicht verantwortlich. Es wäre zu kurzfristig gewesen. Er hatte jetzt innerhalb der Reha-Phase noch einen leichten Infekt, aber wir gehen davon aus, dass er nächste Woche wieder dabei ist und uns helfen kann.“
    ... zu der Aussage von Uli Hoeneß, dass Bayern der einzige Kandidat für das Champions-League-Viertelfinale sei (vor dem Spiel): „In München mag man das so sehen, da sieht man vieles anders. Das Spiel ist erst in zehn Tagen, wir haben zum Beispiel auch gegen Atlético zu Hause 4:0 gewonnen. Aber das ist heute nicht unser Thema. Wir werden alles tun, um auch das Spiel gegen Tottenham zu drehen. Dass die Ausgangssituation bei 0:3 nicht rosig ist, das brauche ich Ihnen nicht zu erklären.“


    Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) …
    ... zum Spiel:
    „Es war sehr intensiv auf beiden Seiten. Für uns war es am Anfang vor allem intensiv zu verteidigen. Sie waren besser als wir und haben uns dominiert. Beim 1:1 müssen wir besser verteidigen, zum Glück machen wir nachher ein Supertor. Das 2:1 war gut für die Mannschaft und sehr wichtig für die Moral. Klar ist es bis zum Schluss gefährlich, aber am Ende haben wir wieder gewonnen.“
    ... zu Bayer 04 Leverkusen: „Diese Mannschaft hat vor zwei Wochen Bayern geschlagen. Das sagt alles. Sie sind da, sie spielen gut. Es ist schwer, diese Mannschaft zu kontrollieren. Das haben sie gezeigt. Wir haben unsere Ruhe behalten, das war wichtig.“


    Peter Bosz (Trainer Bayer 04 Leverkusen) ...
    ... zum Spiel und der Leistung in der ersten Halbzeit:
    „Wir waren hier, um das Spiel zu gewinnen. Das haben wir nicht, deshalb sind wir enttäuscht. Perfekt wäre es, wenn wir unsere Chancen verwerten. Das haben wir leider nicht gemacht. Die ersten beiden Tore dürfen nicht passieren, das müssen wir in Zukunft besser machen. Das dritte Tor war vielleicht ein bisschen unglücklich. Wir waren in der ersten Halbzeit glaube ich die überlegene Mannschaft. Es ist schade, wir verdienen in der ersten Halbzeit mehr.“
    ... zu seiner Rückkehr in Dortmund: „Auch wenn es nur sechs Monate waren, haben wir hier richtig gut gearbeitet. Es ist schön, die Leute wiederzusehen, aber das Spiel war wichtiger für mich.“


    Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, in der wir viel Aufwand betrieben haben. Aber man hat natürlich gemerkt, wie effizient die Dortmunder sein können. Sie machen zwei Tore, bei denen wir nicht gut aussehen. Wir kommen noch einmal heran, aber man geht natürlich mit einem Gefühl in die Halbzeit, das einem nicht unbedingt Mut macht. Trotzdem sind wir rausgekommen und haben noch einmal alles versucht. Positiv ist, dass wir nie aufgegeben haben und die Chance immer noch bestand, das Spiel noch zu drehen.“
    ... zur Situation in Leverkusen: „Grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg. Wir machen sehr viele Fortschritte. Trotz der Niederlage heute geht die Tendenz nach oben. Man hat aber auch gesehen, dass noch nicht alles perfekt ist. Wenn wir die Kleinigkeiten hinbekommen, sieht es auch für den Rest der Saison gut aus.“
    ... zum Ziel Champions-League-Qualifikation: „Wir versuchen alles Mögliche, Alles, was noch greifbar ist, versuchen wir noch anzugreifen. Es ist auch schwierig, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“

    Thomas Doll (Trainer Hannover 96) ...
    ... zum Spiel:
    „In der ersten Halbzeit haben wir das sehr, sehr vernünftig gemacht vom läuferischen und der Aggressivität. In der zweiten Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, dass 0:0 länger zu halten, weil Frankfurt hintenraus vielleicht auch irgendwann ein bisschen müde wird. Beim 0:1 haben wir genau das gemacht, was wir nicht machen wollten: einen Ball ins Zentrum spielen und dann bekommen wir eine Kontersituation. Das ist nicht gut, dann war es nachher einfach. Es wäre der verkehrte Weg, jetzt auf die Mannschaft einzuprügeln. Man hat gesehen, wir hatten uns sehr viel vorgenommen. In der ersten Halbzeit sind wir vernünftig drin gewesen, mit ein bisschen mehr Mut hätte das anders aussehen können. In der zweiten Halbzeit haben wir uns einfach ungeschickt angestellt. Es geht weiter, immer weiter.“
    ... zum zweiten Gegentor: „Ich muss mir das noch einmal ansehen. Wir wissen ja: im Sechszehner hat ein Innenverteidiger am Mann zu stehen und nicht im Raum. Das war sicherlich Tiefschlag in dem Moment. Das bricht dir dann das Genick. Auf dem Niveau darfst du so einfache Fehler nicht machen.“

    Sky Experte Dietmar Hamann …
    ... zum Sieg des BVB:
    „Es war unheimlich wichtig, heute zu gewinnen, nach den letzten Wochen und einigen enttäuschenden Resultaten nachdem die Bayern gestern gewonnen habe. Man ist weiter mit drei Punkten vorne und hat einige Tore auf der Habenseite. Das heißt, du kannst ein Spiel verlieren und bis immer noch vorne. Das war unheimlich wichtig für die kommenden Aufgaben und auch, um das Selbstvertrauen wieder aufzupäppeln.“
    ... zu Marco Reus: „Die Zahlen belegen, dass der Punkteschnitt um einiges schlechter ist, wenn er nicht spielt. Er ist eine Führungsfigur. Was so ein Spieler bewirkt ist, dass die Mannschaft ein ganz anderes Selbstvertrauen mit in ein Spiel bringt. Da kannst du auch Rückschläge einfacher wegstecken, weil du weißt, dass du einen Reus hast, der innerhalb von einer halben Sekunde ein Spiel drehen kann. Das fehlt ihnen im Moment. Es ist mir aber zu einfach, das nur auf Marco Reus zu reduzieren.“
    ... zu Eintracht Frankfurt: „Es ist beeindruckend, wie gefestigt die Mannschaft ist. Man hat es in der ersten Halbzeit versäumt, die guten Chancen zu nutzen, aber man spielt mit einem Selbstvertrauen und einer Selbstsicherheit weiter - auch mit einem Hauch von einer Arroganz - die entscheidenden Zweikämpfe zu gewinnen. Das ist wirklich beeindruckend. Die Eintracht macht im Moment richtig Spaß. Die Leverkusener, Gladbacher, Wolfsburger und wie sie alle heißen, die müssen alle in den Rückspiegel schauen. Die Frankfurter werden nicht weggehen. Sie haben einfach eine Selbstverständlichkeit nach vorne, dass sie immer wissen, sie machen Tore. Hinten schaffen sie es mit wenigen Ausfällen, gut zu stehen und wenig zuzulassen.“
    ... zu Hannover 96: „Es wird schwer. Das ist eine demoralisierte Truppe. Man hatte im Winter kaum Pause, weil André Breitenreiter beschlossen hatte, nur drei oder vier Tage freizugeben. Die Mannschaft macht mir einen ziemlich müden Eindruck, die geistige Frische fehlt auch. Es war ein Schritt nach vorne in den ersten 45 Minuten, aber das genügt natürlich nicht. Wenn du die beste Halbzeit der Saison oder der letzten Monate spielst und trotzdem 0:3 verlierst, dann ist das kein gutes Zeichen.“

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