• Rosen hat bei Nagelsmann-Nachfolge keinen Zeitdruck: "Wir haben alle Zeit der Welt"
  • Eurosport Experte Matthias Sammer zum Titelrennen: "Bayern ist im Vorteil"
  • Sammer zur Situation auf Schalke: "Hochkompliziert! Müssen schnell zu einer Lösung kommen"

    München, 25. Februar (pps) - Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie die wichtigsten Stimmen aus dem Vorlauf der Partie RB Leipzig gegen TSG 1899 Hoffenheim - das Montagsspiel am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga live im Eurosport Player.

    Alexander Rosen (Direktor Fußball TSG 1899 Hoffenheim) in Interview mit Eurosport:
    ... über die Nachfolge von Julian Nagelsmann:
    "Ich bin kein Freund davon, dass wir Nagelsmann 2.0 suchen und versuchen, alles zu kopieren. Aber es geht um die Idee und dann braucht man Spielerqualität. Ich behaupte, wenn eine Mannschaft über drei Jahre nach Dortmund und Bayern die drittmeisten Punkte in der Bundesliga geholt hat, ist beides gegeben. Wohin haben wir uns mit Julian Nagelsmann als Speerspitze entwickelt? Zu einem Top-Vier-Klub in den vergangenen beiden Jahren, nicht was den Umsatz und den Etat betrifft, aber was die Tabelle und die Leistung betrifft. Wo sind wir dieses Jahr? In Schlagdistanz zur Top Sechs - einer ganz guten Angreiferposition. Das heißt, Julian hat hier viel aufgebaut und mitgetragen, aber mit Julian haben wir uns viele Spieler auf ein wirklich vortreffliches Niveau entwickelt. Das alles ist ja nicht weg. Da ist eine sehr breite und starke Basis gelegt worden und die haben wir auch nächstes Jahr zur Verfügung. Wir haben uns gefunden, wir halten auch Perioden mit Negativserien aus. Wir stehen zusammen, da passt kein Blatt dazwischen."
    ... über die Trainersuche: "Es ist in der Tat so, dass man bei uns eine besondere Situation hatte. Normalerweise sucht man Trainer in Drucksituationen oder zeitlichem Stress, weil man meistens auf eine schlechte sportliche Situation reagiert. Wir haben tatsächlich alle Zeit der Welt. Man hat dann nicht nur einen auf der Liste. Ich habe es mal "Longlist" genannt und irgendwann wird es eine Shortlist und irgendwann sollten es weniger als zwei sein. Wenn es dann etwas bekanntzugeben gibt, werden wir das tun. Ich fühle mich da nicht gehetzt. Ich verstehe, dass die Nachfrage kommt, aber ich sehe die Ruhe bei uns als Vorteil in dem Auswahlverfahren."
    ... zur Frage, ob Spieler wie Joelinton gehalten werden können: "Wir kennen unsere Position in der Nahrungskette sehr wohl. Vor einigen Jahren war sie noch wesentlich weiter unten als sie jetzt ist. Wenn vorher das Argument 'internationaler Fußball' oder 'oben erfolgreich spielen' gefehlt hat, konnten wir alles zeigen. Wir waren immer schon ein Klub, der spannende Spieler gefunden hat, die man vielleicht nicht auf dem Radar hatte, die dann aber oft beim ersten Angebot weitergezogen sind und bei uns neue Aufbauarbeit begonnen hat. Wir haben die Kraft entwickelt, Nein zu sagen, aber wissen nach wie vor, was unsere Position ist. Es gibt Arbeitgeber und Finanzpakete, die über uns stehen."
    ... zur Frage, wie wichtig das Spiel ist, da die letzten beiden Begegnungen verloren wurden: "Dass wir zweimal verloren haben, ist genau der richtige Antrieb. Ich bin kein Freund davon, Spielen diesen Endspielcharakter zuzuweisen, aber wenn wir wirklich nochmal angreifen wollen, was wir jetzt zweimal in Folge geschafft haben, dann reicht unser 1,5er-Schnitt nicht mehr. Dann musst du fast im Zweier-Schnitt spielen. In den vergangenen vier Spielen haben wir den geholt und jetzt wäre es wirklich an der Zeit, dass wir nach zwei Niederlagen in Folge etwas in Leipzig mitnehmen."
    ... zum Ausfall von Kevin Vogt: "Kevin hat sich leider bei einer Trainingseinheit unter der Woche leicht gezerrt. Wir gehen nicht davon aus, dass es etwas Dramatisches ist, aber leider steht er heute nicht zur Verfügung. Ich gehe davon aus, dass es gegen Frankfurt wieder geht. Bei uns ist es blöderweise nicht nur Kevin, auch Benjamin Hübner - ein wichtiger Spieler für uns - fehlt, Dennis Geiger, der zuletzt sehr ansprechende Leistungen gezeigt hat, steht nicht zur Verfügung. Aber wenn man unsere erste Elf sieht, schicken wir trotzdem eine sehr schlagkräftige Gruppe ins Rennen."
    Julian Nagelsmann (Trainer TSG 1899 Hoffenheim) im Interview mit Eurosport:
    ... über Gegner Leipzig: "Natürlich ändert sich bei Leipzig nicht groß etwas an der Philosophie, nur weil es eine andere Grundordnung ist. Die Art und Weise, wie Leipzig spielt, ist bekannt. Da hatten wir in den vergangenen beiden Spielen ein bisschen Probleme. Letztes Jahr war es besser. Da ändert sich auch nichts, wenn sie mit einer Dreierkette spielen. Aus Leipziger Sicht sind die beiden Spiele gegen uns mit Dreierkette für sie aufgegangen, deshalb gehe ich auch heute wieder von einer Dreierkette aus."
    ... über den fehlenden Timo Werner: "Das ändert ein bisschen was am Spiel, weil er ein sehr gefährlicher Umschaltspieler ist, der sich immer wieder auf den Flügel herausfallen lässt, auf den man immer ein Auge haben muss. Deshalb haben wir da ein bisschen leichteres Spiel, aber auch Matheus Cunha ist sehr gefährlich. Die Qualität ist nicht deutlich schlechter."

    Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig) im Interview mit Eurosport:
    ... über Gegner Hoffenheim:
    "Wir spielen jetzt schon das dritte Mal gegen Hoffenheim und wissen schon ungefähr einzuschätzen, was heute für eine Aufgabe auf uns zukommt und worauf wir achten müssen. Bis jetzt war die Dreierkette genau das richtige Mittel, weil sie sehr variabel spielen und immer wieder sehr viel Personal nach vorn bringen. Damit sind wir in den letzten beiden Spielen gut gefahren. Entscheidend ist, dass wir es heute wieder ähnlich gut machen."
    ... über den Ausfall von Timo Werner: "Eigentlich ändert sich unsere Taktik nicht. Es ist auch nicht so, dass Matheus Cunha schlecht zu Fuß ist und ein langsamer Spieler ist - im Gegenteil. Er hat durchaus Speed und Yussuf Poulsen auch. Timo ist krank und deswegen war es naheliegend, dass wir ihn durch Cunha ersetzten, der zurzeit auch richtig gut drauf ist."
    Eurosport Experte Matthias Sammer:
    ... über beide Mannschaften: "Das Leipziger Spiel ist bekannt, dieses bisschen stressige, temporeiche. Interessant anzusehen, aber schwierig auf Dauer in einer Saison durchzuhalten. Aber den Leipzigern gelingt das gut. Mit internationalem Wettbewerb ist das ja etwas anders, aber die Art und Weise ist imponierend. Hoffenheim ist anders. Natürlich hat Julian Nagelsmann gesagt, sie müssen die Defensive stabilisieren. Aber Hoffenheim ist faszinierend. Eigentlich ist es logisch gewesen, dass sich die Leipziger zuletzt gegen die Hoffenheimer durchgesetzt haben. Jetzt bin ich aber gespannt, weil Julian Nagelsmann wird das nerven."
    ... über die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick: "Rein inhaltlich ist es unglaublich spannend. Auf der einen Seite die Art und Weise wie Julian Nagelsmann Fußball spielen lassen will und auf der anderen Seite Ralf Rangnick, Stress, Tempo, auch wenn das etwas kurz gesagt ist. Ihr System ist klar, es ist ballorientiert. Wenn sich das treffen könnte, fände ich das hochspannend und freue mich schon auf nächstes Jahr."
    ... über das Titelrennen zwischen Borussia Dortmund und Bayern München: "Natürlich wirkt aufgrund der Ergebnishistorie zuletzt Bayern München aktuell besser auf mich. Aber sie haben in Berlin auch nur 1:0 gewonnen. Auf Dauer gesehen ist München sehr stabil und ich bleibe dabei, dass Borussia Dortmund natürlich eine wunderbare Entwicklung nimmt. Aber wenn du zitterst, dann weißt du, dass du noch nicht so weit bist. Der Sieg muss Selbstvertrauen geben, aber sie müssen viel, viel stabiler und souveräner werden und dürfen leichte Fehler nicht mehr machen. Deshalb ist Bayern im Vorteil, bis jetzt nur nicht in der Tabelle."
    ... über die Situation bei Schalke 04 nach der Rücktrittsankündigung von Sportvorstand Christian Heidel: "Das ist in meinen Augen für den Verein selbst eine hochkomplizierte Situation. Es ist Klarheit geschaffen worden, davon bin ich immer ein Freund. Dementsprechend gibt es auch keine Ausreden mehr. Heute beginnt schon die Zukunft von Schalke 04: Transfers, Scouting, Kaderplanung - und deshalb müssen sie schnell zu einer Lösung kommen."
    ... über Kevin Vogt: "Er war in diesen Jahr ein paar Schwankungen unterworfen. Wenn ein Spieler seinen Rhythmus verliert, sieht man, dass auch einiges an Selbstsicherheit verloren geht. Er hat im Defensivbereich manches nicht so stabil gelöst wie im Jahr zuvor. Aber mir gefällt grundsätzlich sein Auftreten, seine Flexibilität und insgesamt auch die Passvorbereitung. Das beeindruckt mich schon und gefällt mir."

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