• Dortmund-Kritik von Berater Sammer für Fach nicht richtig: „Ich denke, dass ihm da die Gäule durchgegangen sind“
  • Ginter über die Niederlage gegen den FC Bayern München: „Es war Scheibenschießen“
  • Sky Experte Matthäus zur Krise beim FC Schalke 04: „Für mich ist Tedesco nicht mehr der richtige Trainer, weil er die Mannschaft nicht mehr hinter sich hat“
  • Der Experte glaubt: „Bayern wird richtig nachlegen und dann nächstes Jahr nicht nur national, auch international Zeichen setzen“

    Unterföhring, 03. März 2019 -
    In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Heribert Bruchhagen, Holger Fach, Borussia Mönchengladbachs Matthias Ginter und Lothar Matthäus bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Heribert Bruchhagen (ehemaliger Vorstandsvorsitzender Hamburger SV, Eintracht Frankfurt) ...
    … zu einem möglichen Ende von Trainer Domenico Tedesco beim FC Schalke 04:
    „Wie soll Jochen Schneider als neuer Verantwortlicher ein Gefühl dafür entwickeln, was die beste Lösung ist? Das geht gar nicht. Um Entscheidungen treffen zu können, muss er die Mannschaft kennen, den Trainer kennen. Das erfüllt er nicht. Zwei Dinge muss man gegenüber Tedesco kritisch anmerken: Die Spieler sind schlechter geworden und die Mannschaft wurde schlecht zusammengestellt. Da trägt er eine Mitverantwortung. Die Frage wird sein, ist der Trainer noch der richtige oder braucht es einen Impuls von außen? Ich würde im Augenblick in den nächsten Wochen an dem Trainer festhalten.“
    … zur Frage, warum sich Clemens Tönnies so schwer tut, seinem Vorstand an die Hand zu geben, dass dieser handeln muss: „Clemens Tönnies ist in der Vergangenheit angelastet worden, dass er zu oft operative Aussagen macht. Damit nimmt er sich jetzt ganz stark zurück. Das, was diese Woche entschieden wird, da kommt er gar nicht umhin, dass die Gesamtverantwortung jetzt bei ihm liegt. Ich weiß nicht, wie er denkt. Ich weiß aber, dass er eine hohe Meinung von Tedesco hat.“
    … zur Frage, ob der Einfluss der Fans Grenzen haben muss: „Genauso ist es. Die Ultras haben auf Schalke eine große Bedeutung. Aber irgendwo ist eine Grenze zu ziehen. Das geht zu weit. Das ist ein Eingriff, er an Arroganz nicht zu überbieten ist. Die Ultras müssen auch respektieren, dass es Krisen gibt. Das gehört zum Fußball dazu. Die Binde zu fordern, das hätte ich nicht akzeptiert.“
    … zur Frage, wie mutig die Entscheidung für Jochen Schneider ist, wenn man bedenkt, dass auch Christian Heidel beim FC Schalke 04 gescheitert ist: „Ich bin mir sicher, dass Schalke nicht nur die Entscheidung eines Sportvorstandes trifft, sondern auch nach einem Manager, Teammanager, Sportdirektor sucht, welche Formulierung man dort auch wählt. Damit das Ganze breiter aufgestellt ist. Ich bin mir sicher, das Clemens Tönnies auch noch eine weitere starke Person unterhalb des Sportvorstands präsentieren wird.“
    … zur Frage, ob er den Job nicht übernehmen könnte: „Nein. Das traue ich mir nicht mehr zu. Das ist auch kein Thema. Ich bin auch in einem gesegneten Alter. Das passt nicht mehr.“
    … zur Kritik von Berater Matthias Sammer an Borussia Dortmund: „Wenn diese massive Kritik von Matthias nicht abgestimmt ist mit Zorc und Watzke, dann ist das nicht in Ordnung. Das steht ihm nicht zu. Matthias ist als Teil des Teams vorgestellt worden. Deswegen wird Favre nicht begeistert gewesen sein.“
    … zum Auftreten von Lucien Favre: „Ich glaube, dass er gegenüber den Medien dokumentieren will, ich mache eigentlich keine Aussagen, sondern ich mache sie nur intern. Alle seine Interviews sind inhaltsleer. Ich bin mir aber sicher, dass er intern die Probleme dezidiert ansprechen wird.“

    Holger Fach (Ex-Nationalspieler und ehemaliger Trainer Borussia Mönchengladbach) ...
    … zur aktuellen Situation des FC Schalke 04:
    „Ich sehe keine Mannschaft auf dem Platz. Ich sehe aber auch nicht die Qualität, die die Schalker vielleicht glauben zu haben. Ich denke, dass man sich enorm hat blenden lassen vom letzten Jahr. Da hat man nicht richtig analysiert. Der Manager ist jetzt weg und jetzt ist es der Trainer, der als letztes in der Verantwortung steht. Dann kann es passieren, dass er gehen muss. Ich glaube auch, dass er gehen wird.“
    … zu den Szenen nach dem Spiel des FC Schalke 04, als Benjamin Stambouli von den Ultras die Kapitänsbinde abgenommen wurde: „Ich war gestern ein bisschen schockiert. Das habe ich noch nie erlebt. Ich halte das für völlig übertrieben, wenn man in eine Kurve gehen muss und sich dort beleidigen lassen muss. Ich hätte meine Binde nicht abgegeben, weil das auch ein Zeichen meines Kapitänsamts für die Mannschaft ist. Ich hätte mir das nicht gefallen lassen, weil ich in erster Linie der Kapitän dieser Mannschaft bin.“
    … zur Frage, warum Borussia Dortmund aktuell die Kurve nicht bekommt: „Es gibt einige Erklärungen. Sie sind zu Beginn der Saison mit einer neuen Mannschaft angetreten. Da haben die Jungs frei aufgespielt. Das sieht jetzt anders aus. Dazu kommt, dass sie jetzt denken, sie können etwas verlieren. Es ist sicherlich so, dass sich da etwas im Kopf abspielt.“
    … zur Kritik von Berater Matthias Sammer an Borussia Dortmund: „Ich denke, dass ihm da die Gäule durchgegangen sind. Ich denke nicht, dass es gut ist, das in der Öffentlichkeit zu sagen. Ich glaube auch nicht, dass er sich Freunde in der Mannschaft macht. Wenn er irgendwann einmal ins Stadion kommt und Hakimi oder Sancho trifft, dann werden die nicht Hurra schreien. Es gibt nur eine Konsequenz daraus, dann darf ich das nicht tun. Aber das Problem ist, wenn man gern auf allen Fronten kassieren möchte, dann passieren solche Dinge.“
    … zu den fehlenden Kampfansagen von Borussia Dortmund: „Ich finde es unglaublich, dass man heute bei neun Punkten Vorsprung in Deutschland nicht mehr sagen darf, wir wollen Meister werden, weil alle immer Angst haben, dass man das irgendwann später einmal aufs Butterbrot geschmiert bekommt.“
    … zur aktuellen Schwäche von Borussia Mönchengladbach: „Ich glaube, es weiß keiner so richtig genau. Auch der Kollege Ginter ist relativ ratlos. Was mich überrascht hat, waren die beiden Spiele vorher. Beide 0:3. Das wundert mich. Da ist irgendetwas passiert.“

    Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach, zugeschaltet) ...
    … zur Niederlage gegen den FC Bayern München:
    „Es war natürlich eine harte Partie. Wir haben nicht wirklich ins Spiel reingefunden. Nach zehn Minuten hätten wir auch schon höher zurücklegen können. In der zweiten Halbzeit haben wir zu Beginn gleich wieder zwei Hundertprozentige zugelassen. Das ist dann zu viel gegen Bayern.“
    … zu den schnellen Gegentoren: „Das war natürlich ein Nackenschlag. Wir hatten uns viel vorgenommen. Es war Scheibenschießen. Wir mussten froh sein, dass wir nicht noch höher verlieren. Dann hat es Bayern auch gut gemacht, aber wir haben es ihnen auch einfach gemacht.“
    … zur Frage, ob sie Angst haben, durchgereicht zu werden: „Angst ist das falsche Wort. Wir haben natürlich mitbekommen, dass wir nicht mehr Dritter sind. Trotzdem glaube ich, dass wir gut dabei sind. Wir müssen auf uns schauen und unsere Leistung bringen. Ich denke, dass wir unsere Ziele erreichen können, wenn wir schleunigst wieder unsere Leistung bringen.“
    … zur Frage, ob es die Mannschaft blockieren kann, wenn immer wieder von der Meisterschaft geredet wird: „Das glaube ich nicht. In der Mannschaft war das Thema Meisterschaft nie wirklich ein Thema. Ich glaube nicht, dass das Thema Meisterschaft in unseren Köpfen eine Rolle gespielt hat. Das war eher ein Thema für die Öffentlichkeit.“

    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    … zur Niederlage des FC Schalke 04:
    „Für mich war keine Leidenschaft zu erkennen, für mich war auch kein System zu erkennen, für mich ist keine Verbesserung im Spiel zu erkennen. Ich dachte, Mainz war schon der Tiefpunkt. Aber gestern haben sie sich noch einmal selbst übertroffen. Es steht keine Einheit auf dem Platz. Ich finde auch, dass Tedesco die Mannschaft nicht besser gemacht hat, sondern schlechter. Für mich ist Tedesco nicht mehr der richtige Trainer für Schalke, weil er auch die Mannschaft nicht mehr hinter sich hat. Die Mannschaft ist zurzeit nicht bundesligareif.“
    … zu den ersten Aufgaben von Jochen Schneider beim FC Schalke 04: „Domenico Tedesco wird ja nicht erst seit gestern in Frage gestellt. Jochen Schneider muss konsequent handeln und an seinem ersten Tag eine Entscheidung treffen, die sehr schwer ist. Ich glaube, dass das passieren wird diese Woche und dass ein Übergangstrainer kommen wird, der Schalke kennt. Ich bringe den Namen Mike Büskens ins Spiel, der aktuell keinen Job hat. Das wäre für mich eine Lösung für die nächsten Bundesligaspiele.“
    … zu einem möglichen Ende von Trainer Domenico Tedesco beim FC Schalke 04: „Das ist natürlich eine schwere Entscheidung, aber alles sollte über einer einzelnen Person stehen. Es geht um Schalke 04 und nicht um Tedescos Zukunft oder um die Zukunft eines Spielers, sondern um die Zukunft des Vereins. Schalke muss in der Bundesliga bleiben. Deswegen bin ich der Meinung, dass er in dieser Woche nicht mehr Schalke-Trainer sein wird.“
    … zu den Szenen nach dem Spiel des FC Schalke 04, als Benjamin Stambouli von den Ultras die Kapitänsbinde abgenommen wurde: „Man muss wissen, dass die Kapitänsbinde bei Schalke etwas Besonderes ist. Es ist die Verbindung der Ultras zur Mannschaft. Die Fans haben mittlerweile so einen großen Einfluss. Vielleicht hatte Stambouli die Angst, wenn ich die Binde nicht hergebe, bekomme ich eine aufs Maul. Man musste mit allem rechnen, weil die Fans aufgebracht waren. Natürlich waren sie nicht zufrieden, sie sollen auch die Mannschaft auspfeifen, aber dieser Hass teilweise gegenüber der Mannschaft, da muss man sich Gedanken machen und Gespräche untereinander suchen.“
    … zur Frage, ob die Schalker Spieler nun mit Angst spielen werden: „Das befreit sie ja nicht. Sie haben sowieso schon Angst vor den Spielen, weil sie wissen, dass sie aktuell keine Leistung bringen. Es ist eine totale Verunsicherung im Verein. Nun kommen auch noch die Hasstiraden der Fans hinzu. Die Szenen gestern tragen bestimmt nicht dazu bei, dass die Spieler wieder diese Sicherheit bekommen, die sie brauchen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.“
    … zur aktuellen Situation bei Borussia Dortmund: „Die Spieler können vielleicht mit dieser Situation, dass man gejagt wird, nicht umgehen, weil sie es noch nie erlebt haben. Bayern kommt immer näher. Dann fängst du auf einmal an zu denken und wenn du zu viel denkst, ist das nicht gut.“
    … zum Auftreten von Lucien Favre: „Dieses Emotionale ist er nicht. Aber man muss auch sagen, Augsburg ist knapp elf Kilometer mehr gelaufen als Dortmund. Da war die Bereitschaft nicht da. Augsburg will nicht absteigen, das hat man gesehen. Natürlich ist jetzt der Trainer gefordert. Mir fehlt in solchen Situation die Emotionalität.“
    … zur Leistung von Borussia Mönchengladbach: „Sie haben Schwierigkeiten. Bis vor drei Spielen waren sie die beste Defensive der Liga. Mir ist gestern aufgefallen, man ist nicht in die Zweikämpfe gekommen, man hat nicht mehr die kompakte Raumaufteilung der letzten Wochen gehabt.“
    … zur möglichen Ablösesumme von Timo Werner: „Der Marktwert ist vielleicht 60 Millionen, aber die Vertragslaufzeit spielt natürlich Bayern München in die Karten. Und wenn Werner und sein Berater bereits ein Agreement mit den Bayern geschlossen haben, dann ist es so, dass Leipzig unter Druck steht, den Spieler für eine Summe gehen zu lassen, die sie aufgrund der noch kurzen Vertragslaufzeit nicht so bestimmen können.“
    … zu möglichen Transfers des FC Bayern München: „Ich denke, dass Bayern noch mehr Spieler holen wird. Ich gehe davon aus, dass sie schon mit Kai Havertz gesprochen haben. Für mich ist er das größte deutsche Talent. Bayern wird richtig nachlegen und dann nächstes Jahr nicht nur national, auch international Zeichen setzen.“

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