• Andy Schmid vor "50:50-Duell" gegen Nantes: Champions League "letzte Chance für etwas Großes diese Saison"
  • Sky Experte Stefan Kretzschmar skeptisch: "50:50-Duell wäre momentan optimistisch"

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    Lemgo, 17. März (pps) -
    Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Topspiel der DKB Handball-Bundesliga zwischen dem TBV Lemgo Lippe und den Rhein-Neckar Löwen (23:25).

    Nikolaj Jacobsen (Trainer Rhein-Neckar Löwen) ...
    ... zum Spiel:
    "Heute waren wir vor allem in der zweiten Halbzeit besser. In der ersten Halbzeit hat ein bisschen die Energie gefehlt, wir sind nicht richtig ins Eins gegen Eins gegangen. Die Abwehr war eigentlich das ganze Spiel gut. In der zweiten Halbzeit spielen wir ein besseres Angriffsspiel. Mich ärgert, dass es nur zwei Punkte sind. Wir hatten genug Möglichkeiten, höher zu gewinnen, und waren in der zweiten Halbzeit klar besser. Und ich bin mit einigen Entscheidungen nicht zufrieden. Was die mit Kohlbacher machen, ohne eine Zwei-Minuten-Strafe zu bekommen... Das ist das ganze Jahr so gewesen, das tut mir für Jannik leid, dass er nicht wie andere Kreisläufer behandelt wird. Das ist nicht nur heute so."

    ... zum Champions-League-Achtelfinale gegen Nantes: "Wir werden sehen, ob die Mannschaft uns liegt. Sie spielen einen unglaublich guten und attraktiven Handball. Da müssen wir besser treffen als heute. Dann werden wir sehen, wie sehr wie Nantes unter Druck setzen können."

    ... zu den Chancen für den zweiten Platz in der Bundesliga (vor dem Spiel): "Das werden wir sehen. Wetzlar war eine Steigerung. Wir sind enttäuscht, dass wir in Erlangen nicht zwei Punkte geholt haben. Wir haben noch elf Spiele, sieben davon auswärts. Wir sind zwei Punkte hinter Kiel, aber für uns geht es jetzt auch darum, Magdeburg hinter uns zu halten."

    ... zur Frage, ob Steffen Fäth gegen Nantes wieder zur Verfügung steht (vor dem Spiel): "Das glaube ich nicht. Steffen hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Er fehlt uns. Wir haben nicht viele Wechselmöglichkeiten. Es ist schwierig, wir hatten mehr Verletzungen in dieser Saison als in den letzten Jahren. Das hat mit unseren schwankenden Leistungen glaube ich ein bisschen zu tun. Wir haben Minus acht Punkte, noch ist nichts verloren. Es ist noch zu früh, die Saison abzuschreiben."

    Florian Kehrmann (Trainer TBV Lemgo Lippe) ...
    ... zum Spiel:
    "Ärgerlich ist, dass wir es nicht geschafft haben, diese Phase in der zweiten Halbzeit zu unterbinden, das hat uns so ein bisschen das Genick gebrochen. Insgesamt hatten wir eine sehr gute Abwehrleistung über das ganze Spiel. Am Ende kommt es auf die entscheidenden Szenen an, wenn Tim den Ball reinwirft, kann es hier glaube ich brennen. Der Wechselfehler hätte auch gepfiffen werden müssen."

    ... zum Wechselfehler der Löwen in der Schlussphase: "Den Schiedsrichtern kann man keinen Vorwurf machen, die können es nicht sehen, die waren in der Aktion eingebunden. Aber wir haben drei Offizielle da sitzen, das war ein klarer Wechselfehler, das haben die Rhein-Neckar Löwen auch zugegeben. Das kurz vor Schluss, ... Dann hätte der Fehlwurf auch nicht gezählt, weil das kurz vorher war, dann weiß man nicht, was gewesen wäre. Wir wollen nicht über die Schiris oder das Kampfgericht sprechen. Wir haben selber zu viele Fehler gemacht. Trotzdem glaube ich einfach, dass wir in den Phasen ein paar Situationen hatten, wo wir einfach benachteiligt wurden. Das ist für mich spielentscheidend, egal was vorher war."


    Andy Schmid (bester Werfer Rhein-Neckar Löwen) ...
    ... zum Spiel:
    "Das Problem war, dass wir zwei, drei spielentscheidende Situationen hatten, aber dann wird es eng, wenn der Torhüter drei hundertprozentige hält. Dann geht es schnell in die andere Richtung, wir bekommen Zeitstrafen, das Publikum kommt, es wird hektisch. Aber am Ende haben wir verdient gewonnen. In der ersten Halbzeit haben wir zu statisch gespielt. Wenn man statisch spielt, hängt das meistens mit dem Rückraum-Mitte zusammen. Deswegen war das mehrheitlich meine Schuld, dass wir nicht richtig in die Gänge kommen."

    ... zum Champions-League-Achtelfinale gegen Nantes: "Wir haben schon ein paarmal gegen sie gespielt. Das ist ein 50:50-Duell. Wir müssen zu Hause vorlegen, ein paar Tore Vorsprung wären schön. Da ist unsere letzte Chance für etwas Großes diese Saison. Deswegen werden wir alles mobilisieren am Mittwoch und dann wollen wir den Grundstein legen fürs Viertelfinale."


    Jannik Kohlbacher (bester Werfer Rhein-Neckar Löwen) ...
    ... zum Spiel:
    "Am Ende haben wir verdient gewonnen. Dennoch hat uns Lemgo einiges abverlangt. Wir bekommen gerade am Ende den einen oder anderen Gegenstoß zu viel, machen es dann aber clever und gewinnen verdient."

    ... zum Champions-League-Achtelfinale gegen Nantes: "Wir haben diese Saison schon einige gute Spiele gezeigt, auch auswärts. Es kommt wie immer auf uns an, wenn wir unser Spiel machen, weniger Fehler machen, dann sind wir mit Sicherheit in der Lage, die Spiele gegen Nantes siegreich zu gestalten."


    Tim Suton (bester Werfer TBV Lemgo Lippe) ...
    ... zum Spiel:
    "Es fällt mir schwer zu sagen, was gefehlt hat. Wir machen vielleicht zwei, drei Fehler im Tempospiel, das war es dann aber auch. Es ist natürlich schwer, Kohlbacher über das ganze Spiel zu verteidigen. Es sind natürlich auch ein paar Szenen, wo vielleicht auf der anderen Seite bei Theuerkauf ein Stürmerfoul gepfiffen wird. Es ist schwer, das zu verteidigen Ich glaube nicht, dass uns da die Kraft gefehlt hat. Insgesamt war es eine gute Abwehrleistung."

    ... zu der Aufmerksamkeit um seine Person (vor dem Spiel): "Natürlich freut es einen, wenn man viel positives aus den Medien mitbekommt, aber man muss auch damit umgehen können, wenn es mal eine Weile schlechter ist. Man darf das nicht zu viel an sich heranlassen."

    ... zu Andy Schmid (vor dem Spiel): "Er spielt auf einem ganz eigenen Niveau. Er ist nicht zu unrecht fünf Jahre am Stück bester Spieler der Bundesliga geworden. Da ist es schwer, das nachzumachen. Ich bin nicht der gleiche Spielertyp. Aber ich glaube ich habe auch meine Sachen, die auch ganz gut sind."


    Oliver Roggisch (Sportlicher Leiter Rhein-Neckar Löwen)
    ... zum Spagat zwischen Bundesliga und Champions League (vor dem Spiel):
    "Das sind wir mittlerweile gewöhnt. Die letzten Jahre waren wir zweigleisig unterwegs. Das ist von daher keine große Belastung. Natürlich spielt es in der Vorbereitung eine Rolle, man braucht deutlich mehr Video als sonst. Von daher war es eine anstrengende Woche für uns, aber jetzt sind wir topfit."


    Wolfgang Schwenke (ehemaliger Nationalspieler und Geschäftsführer Holstein Kiel) ...
    ... zum Lehrgang für die Verlängerung seiner A-Lizenz:
    "Warum soll ich die Lizenz verfallen lassen? Alle schütteln immer mit dem Kopf und sagen, wofür braucht der die denn noch, der ist doch Fußballer. Und ich kann mir auch nicht so wirklich vorstellen, dass ich vielleicht mal irgendwann bei den Rhein-Rhein-Neckar Löwen auf der Bank sitze. Ich bin happy in meinem Job, aber man soll im Leben ja nie etwas ausschließen. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, 2008/2009 von Altenholz zu den Rhein-Neckar Löwen zu gehen als Trainer. Aber ich fühle mich in Kiel bei den Fußballern sehr wohl. Von daher wird das auch so bleiben."

    ... zu seiner Tätigkeit beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel: "Damals war die Option, als Handball-Trainer nach Magdeburg zu gehen, Aber dann kam der Fußball auf mich zu in Kiel. Ich bin ein norddeutsches Kind. Ich bin da nie weggekommen. So war das für mich klar. Die Aufgabe war, den Verein zu professionalisieren, das habe ich angefangen."

    ... zu einem möglichen Engagement beim THW Kiel: "Es gab eine Offerte, aber für mich gab es nicht die Option entweder oder. Das war für mich ausgeschlossen. Ich habe so viel Gummistiefel beim Fußball angehabt. Wir kamen aus der vierten Liga und es war alles nicht so einfach. Die Zweite Liga war damals das Ziel, und ein Stadion bauen. Das werden wir auch bald machen. Ich muss das machen, was für mich auch Spaß macht. Ich habe riesigen Spaß beim Fußball. Dann wird es die Zukunft zeigen, ob es da vielleicht mal Parallelen gibt, vielleicht auch andere Ideen der Vermarktung. Vielleicht gibt es auch Dinge, die man zusammen machen kann." // "Der THW muss einfach in ruhige Bahnen kommen und sich ein bisschen konsolidieren. Dann können diese beiden Vereine, Holstein Kiel und THW Kiel, auch gut nebeneinander bestehen."

    ... zu den Chancen der Rhein-Neckar Löwen auf Rang zwei: "Ich sehe das sehr skeptisch. Sicherlich hat der THW auch ein paar Schwächen gezeigt und gegen Magdeburg verloren, das war nicht eingeplant. Aber da sie noch zu Hause spielen gegen Flensburg: vielleicht ist der THW, der denen mal zwei Minuspunkte gibt. Ich glaube, dass Kiel Zweiter wird und nicht die Löwen. Noch eine Saison ohne Champions League wäre für den THW aus finanzieller Sicht schwierig. Wenn du eine Champions-League-Mannschaft hast, musst du auch Champions League spielen. Wie die Karten momentan liegen, ist es der Mannschaft zu gönnen und ich glaube, sie werden sich durchsetzen."


    Thomas Knorr (ehemaliger Nationalspieler und Trainer HSG Ostsee Neustadt/Grömitz) ...
    ... zum Trainer-Lehrgang:
    "Flo (Kehrmann, Anm. der Red.) war super in der Kommunikation und hat uns alles gezeigt, was im Verein so vor sich geht und wie er mit den Jungs trainiert und sie vorbereitet."

    ... zum Saisonverlauf mit der HSG Ostsee Neustadt/Görlitz: "Wir sind vor fünf Jahren mit einem netten Projekt in der sechsten Liga gestartet. Als Aufsteiger ist es in der dritten Liga sehr schwierig. Es ist sehr ausgeglichen, du kannst gegen jeden gewinnen und verlieren. Wir haben viele Punkte in Spielen liegen gelassen, in denen was möglich war. Wir stecken unten drin, aber wir hören nicht auf, wir geben Gas und versuchen nicht abzusteigen."

    ... zu seinem Abschied von der Trainerbank nach dem Saisonende: "Es ist immer blöd, wenn man vielleicht als Absteiger aufhört. Aber ich hab das vor der Saison schon entschieden, weil mein Sohn jetzt im Ausland Handball spielt und wir wollen ihn auch mal besuchen. Nach 30, 35 Jahren im Handballbereich ist es auch mal ganz gut, dass man die Zeit anders planen kann."

    ... zu seinem Sohn Juri, der beim FC Barcelona spielt: "Er lebt da seinen Traum. Sie kamen schon vor zwei Jahren auf uns zu, sie hätten ihn da schon gerne gehabt. Da haben wir nein gesagt und dass er noch sein Abitur bei uns in Deutschland macht. Jetzt ist er im Sommer runter gegangen und lebt dort seinen Traum. Sie machen es sehr gut da unten, er spielt vornehmlich in der zweiten, durfte aber auch schon sechs Mal bei den ersten dabei sein und spielen, durfte auch Verantwortung übernehmen. Es läuft wirklich gut. Er spielt da mit seinen absoluten Idolen. Bei seinem ersten Spiel durfte er sich mit Palmersson einwerfen, das war das Größte für ihn."

    ... zum Austausch mit Barcelonas Trainer Xavier Pascual Fuertes: "Wie ich es verstanden habe, ist er sehr zufrieden mit ihm (Juri Knorr, Anm. der Red) und plant scheinbar mit ihm. Da haben wir demnächst noch einmal ein Gespräch, wie es in der näheren Zukunft weitergeht."


    Sky Experte Stefan Kretzschmar ...
    ... zu den Chancen der Rhein-Neckar Löwen im Champions-League-Achtelfinale:
    "Nantes ist schlecht gestartet in die Champions League. Aber sie haben sich gesteigert, es ist eine abgezockte Truppe. Das ist eine Herausforderung, dadurch dass das Rückspiel in Nantes ist. Ein 50:50-Duell wäre momentan optimistisch mit der Ausgangslage."

    ... zur den Rhein-Neckar Löwen (vor dem Spiel): "Manchmal ist es mir zu viel Kritik an den Spitzenmannschaften hinter Flensburg, auch weil Flensburg so eine überragende Saison spielt. Der Vergleich mit Flensburg wird immer gemacht und dann wird gesagt: enttäuschende Saison. Wenn wir ehrlich sind, die Löwen haben viele Schwankungen, manchmal auch innerhalb eines Spiels. Aber ich sehe das noch nicht als eine enttäuschende Saison. Warten wir mal die Achtelfinale-Spiele in der Champions League. Die werden wichtig sein. Noch ist Platz zwei drin, auch wenn das Programm natürlich schwer ist."

    ... zu Wolfgang Schwenke: "Man unterhält sich viel mit den Leuten im Umfeld des THW. Da genießt er Hochachtung. Es gibt viele, die sagen, so einen bräuchte man beim THW. Jemanden, der volksnah ist, der überall allgegenwärtig ist in der Stadt. Er genießt da einen sehr guten Namen und hat sich einiges aufgebaut in einem Sport, der mit uns überhaupt nichts zu tun hat. Hut ab vor der Karriere und dem Weg, den er gegangen ist. Welcher Handballer hat den Schritt schon gemacht, im Fußball Fuß zu fassen? Dann macht man den Schritt glaube ich nicht zurück. Das ist sehr lukrativ. Es wäre ein Schritt zurück, auch wenn er emotional mit dem THW verbunden ist. Das macht man nicht einfach so."

    ... zu Tim Suton: "Er hat ein gutes Eins gegen Eins. Er macht seinen Weg hier. Er hat sicherlich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt, aber er hat sich für Lemgo entschieden. Glückwunsch an Lemgo, so einen Spieler halten zu können. Er bräuchte noch ein bisschen Spielwitz, ein bisschen mehr Übersicht und Cleverness, aber das bringt das Alter."


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    O-Ton-Service HBL/ig
    Daniel Mayr (mayr@dkb-handball-bundesliga-de)
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