Pevnov enttäuscht: "Ich habe heute eigentlich alles bei uns vermisst"
Sky Experte Stefan Kretzschmar kritisch: "So ein Auftritt ist bei einem Heimspiel natürlich ein Armutszeugnis"


Hannover, 31. März (pps) -
Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Spiel der DKB Handball-Bundesliga zwischen dem TSV Hannover-Burgdorf und der HSG Wetzlar (23:25).


Iker Romero (Co-Trainer TSV Hannover-Burgdorf) ...
... über die Niederlage im Hinspiel (vor dem Spiel):
"Im Hinspiel waren wir in keiner guten Phase. Zu dem Zeitpunkt hatten wir fünf Spiele in Folge verloren. Aktuell sind wir in einer besseren Phase, mit mehr Selbstvertrauen durch den Sieg im EHF Pokal. Wir haben weniger verletzte Spieler und daher denke ich, dass es dieses Mal besser laufen wird."
... über Kai Häfner und Timo Kastening, die erstmals nicht von Beginn an spielen (vor dem Spiel): "Wir haben die letzten Monate viele Begegnungen absolviert und die beiden viele Spielminuten gehabt. Wir besitzen einen großen Kader und alle haben ihre Qualitäten. Aber natürlich werden die beiden heute auch zum Einsatz kommen."


Sven-Sören Christophersen (Sportlicher Leiter TSV Hannover-Burgdorf) ...
... über die rosafarbenen Sondertrikots für das REWE Final Four
(in der Halbzeitpause): "Wir haben uns entschieden, neue Wege zu gehen und werden in Sondertrikots spielen. Wir sind klarer Außenseiter und wenn wir so spielen wie heute, brauchen wir Dinge, die anders sind als sonst. Ich glaube, dass wir mit den Trikots für ein wenig Irritation sorgen werden. Dazu gibt es auch Studien. Zum Beispiel haben Haiforscher herausgefunden, dass gewisse Neopren-Anzüge in einem speziellen Design für Desinteresse sorgen. Ich hoffe, wir brauchen diese Hilfe nicht unbedingt, aber es wird interessant sein, mal in einer anderen Farbe anzutreten. Wir freuen uns, dass unser Ausstatter diesen Weg mitgegangen ist."


Evgeni Pevnov (TSV Hannover-Burgdorf) ...
... zum Spiel:
"Ich habe heute eigentlich alles bei uns vermisst. Wir haben in der Abwehr den Ball nicht richtig an uns reißen können und im Angriff viele technische Fehler gemacht. Die Kombination zwischen Abwehr und Torhüter war ebenfalls nicht besonders gut. Es hat nicht alles gepasst. Es gibt Situationen, da muss man als Trainer jemanden rund machen und es gibt Situationen, da sollte man die Mannschaft von alleine kommen lassen. Der Trainer hat sich so entschieden und sich ein wenig zurückgehalten. Wer ihn kennt, weiß auch, dass er gerade mit seinem spanischen Temperament auch ausrasten kann. Ich denke es war richtig so, denn wir konnten in der zweiten Halbzeit wieder ein wenig das Heft in die Hand nehmen - aber da war der Abstand schon viel zu groß."


Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf) ...
... zur Verbindung zu Maximilian Holst
(vor dem Spiel): "Es ist so, wie es nun einmal ist in der Handball-Szene. Man trifft sich vor den Spielen. Durch die vielen Spiele hat man nicht die Möglichkeit, sich einmal im Monat zu sehen. Aber es ist schon häufig so, dass man mal telefoniert, insbesondere vor den Spielen. Und dann redet man auch miteinander."
... über seinen Ex-Trainer Kai Wandschneider (vor dem Spiel): "Er ist natürlich ein Taktikfuchs und damals, als ich zu ihm gekommen bin, war schon einiges neu für mich. Wie es heute ist, weiß ich natürlich nicht, denn es ist bereits neun Jahre her, dass ich unter ihm gespielt habe. Da verändert sich im Handball natürlich einiges. Aber man sieht die klare Handschrift bei Wetzlar - es steckt dort ein klares taktisches System dahinter und darauf wird der Trainer auch großen Einfluss haben. Die letzten Duelle waren immer sehr ausgeglichen und zu Hause haben wir normalerweise immer die Punkte geholt. Und so soll es auch bleiben."


Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar) ...
... zum Spiel:
"Ich bin nicht über die Spielweise unserer Mannschaft überrascht, denn wir haben es heute geschafft, gut zu wechseln, ohne Einbrüche. Tibor Ivanisevic ist für mich heute der Matchwinner - er war über ein halbes Jahr verletzt ausgefallen. Er hat uns den Rückhalt in der zweiten Halbzeit im Tor gegeben. Es war ein Abnutzungskampf, aber ich bin total stolz auf meine Mannschaft. Begeistert bin ich die ganze Saison über von meinen Jungs, denn sie haben ein großes Herz und einen starken Zusammenhalt. Sie sind jung und werden in den nächsten Jahren wachsen. Ich habe über die vielen Jahre gelernt - egal ob Sieg oder Niederlage - alles mit einem gewissen Leichtmut zu registrieren und mich nach innen zu freuen."
... über Fabian Böhm (vor dem Spiel): "Fabian war uns von Berlin ausgeliehen und hat die Rückrunde bei uns gespielt. Man hat damals schon gesehen, dass er einen sehr guten Wurf hat. So vorhersehbar sind solch e Karrieren nie, denn er hat einen sensationellen Weg über verschiedene Stationen genommen. Er ist aktuell auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft."


Maximilian Holst (HSG Wetzlar) ...
... zum Spiel:
"Es war für uns eine ungewohnte Anwurfzeit, weil wir in dieser Saison nicht so oft das Top-Spiel waren. Aber für uns hat es sich ausgezahlt. Wir haben ein ganz ordentliches Spiel gemacht, mit Höhen und Tiefen. Aber Hannover war heute nicht am Maximum, das war für uns ganz gut und deshalb konnten wir den Auswärtssieg mitnehmen. Hannover ist die gesamte Zeit hinterhergelaufen und wir haben den Abstand immer halbwegs im erträglichen Bereich gehalten und souverän bis zum Ende gespielt."
... über die Verbindung zu Fabian Böhm (vor dem Spiel): "Wir haben schon einen langen gemeinsamen Weg hinter uns und sind uns auch in der Jugend schon oft über den Weg gelaufen. Er hat in Magdeburg gespielt und ich in Dormagen und da haben wir öfter um die Jugend-Meisterschaft gespielt. Wir sind immer gegeneinander angetreten und einmal hat es auch ein Jahr in Dormagen geklappt, dass wir zusammen gespielt haben."


Sky Experte Stefan Kretzschmar ...
... zum Spiel:
"Ich bin von der HSG Wetzlar überrascht, wie häufig in den letzten Jahren. Und was Hannover heute in der ersten Halbzeit gedeckt hat, war natürlich schwach. Spielerisch und taktisch war Wetzlar heute überlegen. Die erste Halbzeit bei Hannover war eine Katastrophe, vor allem im Abwehrbereich. Man könnte auch durch die Bank durchgehen bei Hannover, denn das, was im EHF Pokal so großartig funktioniert hat, hat heute absolut nicht geklappt. Wie auch immer das innerhalb von drei Tagen so gegensätzlich sein kann. Was mich aber am meisten überrascht hat war, dass Wetzlar eine höhere Bereitschaft besaß, zu gewinnen. So ein Auftritt ist bei einem Heimspiel natürlich ein Armutszeugnis."
... über Hannover beim REWE Final Four: "Es ist Hamburg und da gelten andere Regeln. Offensichtlich kann Hannover sich im Pokal anders steigern und anders motivieren. Sie haben Mittwoch ein perfektes Spiel im Europa Pokal gemacht und da hat al les funktioniert. Heute hat gar nichts gepasst, also müsste die logische Schlussfolgerung sein, dass sie in Hamburg wieder gut aufspielen."
... zum Erfolg von Hannover im EHF Pokal (vor dem Spiel): "In jedem Fall gibt es Selbstvertrauen, denn wenn man das Spiel des Jahres erfolgreich gestaltet, dann gibt es Auftrieb. Sie hatten in dieser Saison aufgrund von Verletzungen viele Zweifel, aber sie haben auch nicht immer am Optimum gespielt. Jetzt nach der WM-Pause merkt man, dass sie sich so langsam wiederfinden und die Leistung abrufen, die wir alle erwartet haben. Sie sind noch im Final Four des Pokals und es gibt noch einige Highlights, die Hannover setzen kann. Die Tabelle ist Schwachsinn und ist für Hannover viel zu wenig. Der Kader gibt viel mehr her und sie hätten die Ambitionen haben müssen, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Sie hängen hinter ihren Erwartungen in der Liga zurück."



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Daniel Mayr (mayr@dkb-handball-bundesliga-de)
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