• Eurosport Experte Sammer: „Ich würde Pal Dardai in Berlin nicht infrage stellen“
  • Nagelsmann erklärt Hoffenheim-Hoch: „Wir haben ein ganz gutes Gleichgewicht zwischen Ballbesitz und aggressivem Verteidigen“
  • Sammer zum Hoffenheimer Spielstil: „Ihre Idee vom Fußball ist fast spektakulär“

    München, 14. April 2019 –
    Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie die wichtigsten Stimmen aus dem Vorlauf der Partie TSG 1899 Hoffenheim gegen Hertha BSC – das Sonntagsspiel am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga live im Eurosport Player.

    Pal Dardai (Trainer Hertha BSC) im Interview mit Eurosport:
    … über seine eigene Zukunft:
    „Das ist nicht meine Existenz. Ich habe genug Fußball gespielt. Ich bin ein Rentner, weil mein Fuß kaputt ist, aber ich würde nicht verhungern. Das macht Spaß, wir haben eine Philosophie gewählt auch aus der Not heraus. Das muss man akzeptieren und respektieren. Ich habe immer gesagt: Wenn ich derjenige bin, der die Entwicklung stoppt oder blockiert, dann müssen sie es nur sagen. Wir haben eine gute Kommunikation mit dem Manager und dem Präsidenten und dann werden wir sehen, in welche Richtung die Reise geht.“

    … über den Weg von Hertha BSC: „Ich habe nicht umsonst gesagt, dass Hertha ein Ausbildungsverein ist. Für das, was wir hier machen, ist das ein großer Job. Aber die Erwartung ist riesig. Mit jungen Spielern muss man gut umgehen können und wenn sie Fehler machen, dann muss man Geduld haben.“

    … über die Verletztensituation bei Hertha BSC: „Ich bin kein Trainer, der anfängt zu heulen, weil so viele Spieler fehlen. Das bringt nichts. Aktuell ist die Mannschaft ein bisschen unsicher geworden. Dann kommt noch dazu, dass Niklas Stark gestern das Training wegen Krankheit abbrechen musste. Das bedeutet, dass man improvisieren muss. Natürlich muss keiner erwarten, dass wir heute einen schönen Fußball spielen. Es wird mehr gebunkert werden und gekontert.“


    Julian Nagelsmann (Trainer TSG 1899 Hoffenheim) im Interview mit Eurosport:
    … über die Gründe, für die guten Ergebnisse zuletzt:
    „Erst einmal muss man das Thema Spielglück thematisieren. Das ist schon ein Unterschied zu den Wochen zuvor. Da haben wir viel mehr Chancen für ein Tor gebraucht. Aktuell sind wir die konterstärkste Mannschaft der Liga. Wir haben grad ein ganz gutes Gleichgewicht zwischen Ballbesitz und aggressivem Verteidigen. Da kommt einiges aktuell zusammen, warum es gut läuft.“

    … über den Matchplan gegen Hertha BSC: „Idealerweise mit der ersten Chance das Tor machen, dann müssen sie ein bisschen rauskommen. Wir haben schon häufiger gegen Hertha gespielt und häufig standen sie tief gegen uns. Trotzdem ist es natürlich schwer, wenn der Gegner so tief steht.“

    … über die Leistungen von Ishak Belfodil: „Er hat einfach viele Aktionen bei Konter, die er selbst einleitet. Es ist ganz normal, wenn du ins Eins gegen Eins gehst, dass du auch mal hängen bleibst. Diesen Moment zu nutzen, dann ins Gegenpressing zu gehen, den Rückkonter zu verhindern, weil da die ganze Mannschaft in der Vorwärtsbewegung ist, ist sehr wichtig. Denn dann kann es ganz schnell gefährlich werden. Da hat er sich stark verbessert.“


    Eurosport Experte Matthias Sammer:
    … über die gestrige Leistung von Borussia Dortmund:
    „Sie haben erst einmal eine gute Reaktion gezeigt, wenn man fünf Tore in München bekommt – eine schallende Ohrfeige. Dann haben sie das 35, 40 Minuten in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht und damit Moral und Charakter bewiesen. Sie haben das Spiel beherrscht, aber in der zweiten Halbzeit haben sie ihre Chancen nicht gemacht. Dazu kommt, das war davor schon manchmal der Fall, dass sie deutlich das Spiel beherrscht und geführt haben und am Ende noch unter Druck geraten sind. Das müssen sie lernen.“

    … über die Zukunft von Pal Dardai: „Ich würde Pal Dardai in Berlin nicht infrage stellen: Fachlich, aber auch vom Persönlichkeitsprofil und der Identität zum Klub – das ist schon außergewöhnlich. Ich weiß, dass kann am Ende Michael Preetz am besten beurteilen. Sie haben jetzt ein paar Spiele verloren, es ist die Summe der Kleinigkeiten, die in der ersten Halbserie gut waren, die jetzt weniger gut sind. Sie sind noch nicht weiter, aber behaltet die Ruhe. Es bringt nichts, wie es in der Bundesliga jetzt der Fall ist, dass ausgetauscht wird. Das ist nicht immer vorteilhaft.“

    ... über die letzten Leistungen von Hertha BSC: „Sie haben immer wieder Situationen, wo das Pendel sich eigentlich zu ihren Gunsten neigen hätte können. Mir fehlt insgesamt Reife. Vielleicht ist Niklas Stark da ein gutes Beispiel für die ganze Mannschaft, der eine gute Entwicklung nimmt, aber noch nicht ganz stabil ist. Wenn es dann mal nicht läuft, verlierst du mal, aber es ist nie desolat in meinen Augen und dementsprechend sollte man ruhig bleiben.“

    … über TSG 1899 Hoffenheim: „Ich finde, es ist eine gute Mannschaft, aber sie braucht noch Zeit für die Entwicklung. Sie brauchen ein gewisses Maß an Training, an Vorbereitung. Das haben sie jetzt wieder. Wenn man alle zwei, drei Tage spielt, kann man kaum Elemente einbringen, die sie aber bräuchte. Diese Kombination jetzt hat eine wunderbare Situation zwischen Ballbesitzfußball, als auch auf Konter zu spielen, geschaffen und das ist phantastisch anzuschauen. Aber das braucht eben Arbeit.“

    … über beide Vereine: „Ich glaube, es wird ein gutes Spiel, weil die Hoffenheimer in einer wunderbaren Verfassung sind. Ihre Idee vom Fußball ist fast spektakulär. Sie haben die Defensive besser in den Griff bekommen, deshalb stimmen die Ergebnisse und sie widerlegen alles, dass ein Trainer, der am Ende der Saison geht, irgendwie die Mannschaft nicht mehr erreicht. Das ist alles Blödsinn. Es wirkt sehr stark, sehr homogen. Hertha fehlen viele Kleinigkeiten in meinen Augen, insgesamt nimmt der Klub aber eine gute Entwicklung. Hertha muss begreifen, dass sie ihr Spiel stabiler aufstellen müssen.“

    … über die Gründe, warum Ishak Belfodil aufblüht: „Julian Nagelsmann hat Rhythmus geschaffen, Sicherheit gegeben, ihn nicht infrage gestellt, weil in Bremen hat er nicht regelmäßig gespielt. Aber es ist nicht nur er. Es haben sich alle stabilisiert und verbessert.“

    … über die Fußball-Jugend: „Das ist doch eine erstaunliche Erkenntnisse der heutigen Zeit, was die Jugend betrifft im Vergleich zur Vergangenheit. Es gibt die neuen Medien, die Spieler präsentieren sich. Sie sind unglaublich gut betreut durch ihre Agenturen, sie stellen sich dar. Jetzt kommt aber die entscheidende Frage: Ist das Bild, was ich von den Spielern habe, ihr eigenes oder ist es ein künstliches? Ich glaube, dass die große Stärke immer daran liegt, diese Authentizität zu wahren. Ich glaube, dass im Fußball viel zu viele Kunstbilder dargestellt werden. Das gab es in der Vergangenheit nicht. Ich glaube, dass die Jungen in der heutigen Zeit und dass ist die Schuld der Gesellschaft von Dingen beeinflusst werden, die sie eher instabiler erscheinen lassen, aber eigentlich sind sie gefühlt Helden. In Wirklichkeit sind sie aber eher so klein mit Hut.“


    Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
    Eurosport Presse
    presse@discovery.com