• Favre über Handelfmeter erzürnt: „Der größte Skandal seit Jahren. Der Fußball ist lächerlich“
  • Schiedsrichter Zwayer verteidigt die Entscheidung: „Eindeutig ein strafbares Handspiel“
  • Schalke-Trainer Stevens nach 4:2 glücklich: „Sind über uns hinausgewachsen“
  • Sky Schiedsrichter-Experte Merk stimmt Favre zu: “Nie und nimmer ein Elfmeter“

    Unterföhring, 27. April 2019 -
    Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 31. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.


    Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) ...
    ... zum Handelfmeter durch Videobeweis:
    „Das ist der größte Skandal im Fußball seit Jahren. Das ist so lächerlich, der Fußball ist peu á peu so lächerlich. Das ist eine große Schande für den Fußball. Niemand weiß, wer diese Regel erfunden hat. Sie haben keine Ahnung von Fußball. Ich war 15 Jahre Spieler, seit langem trainiere ich, das hat nichts mit Fußball zu tun. Du musst nur auf den Arm schießen und es ist ein Elfmeter. Du brauchst deine Arme für das Gleichgewicht.“

    ... zum Revierderby: „Das habe ich noch nie erlebt. Das ist sehr schwer zu verdauen. Vor allem die Art und Weise, wie es passiert ist. Wir machen ein super Tor und fangen gut an. Plötzlich ist kein Spiel mehr und wir müssen verifizieren, was vorher passiert ist. Sancho war nicht auf seiner Position, er hat etwas an den Kopf bekommen. Der Fußball macht sich lächerlich. Heute haben viele Sachen gefehlt. Die Roten Karten müssen wir vermeiden. Das war aber heute keine gute Leistung von den Schiedsrichtern.

    … auf die Frage, ob die Meisterschaft entschieden ist: „Ja, klar.“


    Felix Zwayer (Schiedsrichter) zum Handelfmeter: „Weil der Arm auf Schulterhöhe waagrecht abgespreizt ist. Das ist eine Vergrößerung der Körperfläche. Damit wird der Ball abgeblockt. Insofern ist das nach aktueller Auslegung ein strafbares Handspiel. International und in Deutschland besteht diese Auslegung seit Saisonbeginn. Es soll immer so gehandhabt werden. Fehler passieren auch uns Schiedsrichtern. Aber in dem Fall ist es sehr eindeutig nach Ansicht der Fernsehbilder. Der Arm ist abgespreizt, die Auslegung sagt eindeutig, dass es die unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche und somit ein strafbares Handspiel ist.“


    Huub Stevens (Trainer FC Schalke 04) ...
    ... zum Sieg im Revierderby:
    „Man muss es vor so einer Kulisse genießen. Ein Derby hat immer seine eigenen Gesetze. Wir sind heute über uns hinausgewachsen. Ein großes Kompliment an die Mannschaft für die taktische Ausführung. Es war wichtig, weil wir die drei Punkte brauchten. Wenn wir sie hier holen, macht es das natürlich umso schöner. Das macht die Saison aber nicht gut. Dass Schalke so weit unten reinrutscht, das darf uns nicht passieren. Wir hatten ein gutes Kollektiv und im Ballbesitz gefährlich nach vorne gespielt. Wir haben noch drei Spiele, da sind zwei Heimspiele dabei. Wenn du eine Leistung wie heute gebracht hast, dann musst du das auch in den nächsten Spielen bringen.“


    Marco Reus (Kapitän Borussia Dortmund) ...
    … zum Platzverweis:
    „In erster Linie brauchen wir nicht darüber reden, dass es eine Rote Karte war. Ich komme einen Schritt zu spät. Wer mich kennt, weiß, dass ich niemals den Gegner verletzen möchte. Ich wollte zum Ball gehen, er macht einen Zwischenschritt und ich treffe ihn an der Achillessehne.“

    … zur Meisterschaft: „Solange wir natürlich unsere Spiele nicht gewinnen, ist es theoretisch schwierig, die Bayern einzuholen. Wenn es morgen weiter ein Punkt ist, ist es weiter offen. Aber das ist rein hypothetisch.“


    Sebastian Kehl (Leiter Lizenzspielerabteilung Borussia Dortmund) ...
    … zur Derby-Niederlage:
    „Es hat erstmal ein paar Minuten gebraucht, um es sacken zu lassen. Die strittigen Szenen waren gefühlt der Knackpunkt. Der Handelfmeter, da bin ich nicht so wirklich ganz schlüssig. Die beiden Roten Karten kann man geben, da haben wir uns nicht clever angestellt.“

    … zur Meisterschaft: „Wir wussten, dass wir es aus eigener Hand nicht mehr schaffen können. Wussten aber auch, dass wir alle Spiele gewinnen müssen, um die Wahrscheinlichkeit hochzuhalten. Jetzt wird uns die Niederlage erstmal sehr beschäftigen. Warten wir mal ab. Ich persönlich möchte den Glauben noch nicht aufgeben, auch wenn es sich jetzt im Moment ein bisschen anders anfühlt.“


    Daniel Caligiuri (Doppelpack-Torschütze FC Schalke 04): „Ein Derby zu gewinnen mit 4:2 in Dortmund, das gibt es nicht alle Tage. Von Anfang an wusste jeder Bescheid, was auf uns zukommt. Dass jeder hochfokussiert sein muss. Das haben wir im ganzen Spiel bewiesen, dass wir es können. Ein, zwei Bier, vielleicht auch drei gönnen wir uns heute schon.“


    Suat Serdar (FC Schalke 04): „Die zweite Rote Karte war auf jeden Fall berechtigt. Jeder, der es gesehen hat, weiß, dass es eine Rote Karte war. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, wir haben noch etwas gut zu machen. Es war keine erfolgreiche Saison. Wir wollen den Fans zeigen, dass wir Fußball spielen können. Für mich war es etwas ganz Besonderes, das zweite Derby, das erste Mal gewonnen. Kompliment an die Fans für die tolle Unterstützung.“


    Kenan Karaman (Torschütze Fortuna Düsseldorf): „Ich habe den Raum da gesehen und bin dann einfach losmarschiert. Ich dachte, ich muss heute mal einen raushauen. Dass es am Ende dann so gut geklappt, hätte ich mir auch nicht gedacht.“


    Max Kruse (Kapitän SV Werder Bremen): „Mit nächster Woche oder anderem Scheiß beschäftige ich mich jetzt nicht. Wir haben heute vier Tore bekommen. Bei allem Respekt, sie spielen eine sehr gute Runde. Wir haben das in den letzten Monaten auch geschafft, uns konstant zu entwickeln. Das war ein Spiel, das du gewinnen musst, wenn du oben dranbleiben willst. Jetzt versuchen wir, die Woche aufzuarbeiten und gegen Dortmund die Punkte zu holen, die wir heute nicht geholt haben.“


    Nuri Sahin (SV Werder Bremen): „Das ist das typische Spiel in einer englischen Woche. Düsseldorf hat sehr offensiv aufgestellt. Wir mussten die ersten Minuten überstehen, das haben wir nicht hinbekommen. Dann wird es schwer.“


    Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): „Zum Schluss haben wir mit zehn Mann den Matchball gehabt. Wir haben einen guten Teamgeist, eine Mannschaft mit ehrlichen Charakteren, darauf kann man stolz sein.“


    Fredi Bobic (Vorstand Sport Eintracht Frankfurt): „Man kann nicht sagen, die Jungs wollten nicht. Sie haben heute die falschen Mittel gewählt, dieses Spiel zu gewinnen. Das hätten sie am Ende des Tages auch nicht verdient gehabt.“


    Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): „Ich habe mich körperlich richtig gut gefühlt. Das Problem war, dass wir oft hinten nach gelaufen sind. Die Bälle einfach verloren haben und wenig Höhe ins Spiel gebracht haben. Wir sind viel umsonst gelaufen.“


    Marcel Sabitzer (RB Leipzig): „Ich hatte drei Erfolgserlebnisse. Eines schöner als das andere. Die Geburt meiner Tochter ist natürlich das Sahnehäubchen. Ich bin überglücklich, dass es so kam in dieser Woche. Mit heute haben wir es abgerundet mit der Champions League, fix dritter Platz, top.“


    Mike Frantz (SC Freiburg): „Man hat gesehen, dass Leipzig nächstes Jahr in der Champions League spielt und fast doppelt so viele Punkte hat wie wir. Wir haben wenig zugelassen, du kannst aber nicht alles verteidigen. Wir hatten selbst die besseren Chancen. Es ist sehr ärgerlich und tut auch enorm weh.“


    Thomas Doll (Trainer Hannover 96): „Es fühlt sich gut an. Es ist lange her, dementsprechend ist man auch ein bisschen erlöst. In den nächsten Stunden wird es kommen, dass es sich festsetzt. Die Anspannung ist sehr groß gewesen.“


    Hendrik Weydandt (Siegtorschütze Hannover 96): „Wir brauchen uns nicht darüber zu streiten, dass es nächste Woche ein sehr ekliges Spiel wird. Der Zeitpunkt, dass jetzt die Bayern kommen, ist umso ungünstiger. Danach kommen Freiburg und Düsseldorf, da sind mindestens sechs Punkte drin. Stuttgart und Nürnberg fangen langsam an zu zittern, wenn wir so weitermachen.“


    Florian Müller (Torwart 1. FSV Mainz 05): „Ich versuche, den Ball vor dem Aus zu retten. Wir behindern uns gegenseitig ein bisschen. Eine unnötige Aktion, mein Fehler.“


    Sky Experte Dietmar Hamann ...
    … zum Handelfmeter:
    „Der DFB macht sich lächerlich. Das ist nie im Leben ein Elfmeter. Wenn sowas keine klare Fehlentscheidung ist, dann fehlt mir das Verständnis. Das hat heute das Spiel gedreht.“

    ... zum Revierderby: „Schalke war unheimlich aggressiv und hat Dortmund wenig Platz gelassen. Der Spielverlauf mit dem Elfmeter hat ihnen geholfen. Das war heute eine andere Schalker Mannschaft, als wir sie in den ersten 30 Spielen gesehen haben.“

    … zu Hannover 96: „Es ist erschreckend, dass du nach 31 Spielen und 18 Punkten noch die Chance hast, die Relegation zu erreichen. Ich würde es nicht ausschließen.“


    Sky Experte Reiner Calmund ...
    ... zum Revierderby:
    „Das ist der Derby-Effekt. Der Derby-Effekt bleibt ewig bestehen. Der Sieg war in dieser Form absolut verdient. Sie hatten Glück beim Elfmeter, sie haben sich diese Aktion aber auch durch das Kollektiv und geschlossene Mannschaft verdient. Ich glaube, das ist der Klassenerhalt für Schalke.“


    Sky Schiedsrichter-Experte Markus Merk ...
    ... zum Schalke-Elfmeter:
    „Ich kann Lucien Favre verstehen. Ich mache mir Sorgen über den Fußball. Für mich ist es eine fußball-typische Aktion. Weigl kann mit dem Ball überhaupt nicht rechnen. Wenn wir diese Aktionen bestrafen, müssen wir darauf übergehen, dass jedes Handspiel strafbar ist. Das ist fußball-zerstörend. Nie und nimmer ein Elfmeter.“


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