• Titelverteidiger Borna Coric durch Verletzung gestoppt

    Halle Westfalen, 21. Juni 2019
    - Roger Federer zog zum 15. Mal hintereinander ins Halbfinale der 27. NOVENTI OPEN ein, Alexander Zverevs Traum vom ersten Pokalgewinn platzte in einem Tiebreak-Thriller - und Titelverteidiger Borna Coric wurde durch Verletzungspech gestoppt: Der Viertelfinal-Tag bei Deutschlands größtem Tennisevent in HalleWestfalen bot Spannung, Dramatik und Turbulenzen am laufenden Band. Rekordchampion Federer allerdings war nach einem neuerlich erfolgreichen Kraftakt der stabile Faktor, er siegte auch im neunten Vergleich mit dem Spanier Roberto Bautista Agut (ATP 20) und blieb mit dem 6:3, 4:6, 6:4-Erfolg auf dem Centre Court weiter auf Kurs zum zehnten Titel. "Es war eine enge Sache. Am Ende waren es, typisch für Rasen, einige wenige Punkte, die es entschieden haben", sagte Federer.

    Gegner des 37-jährigen Schweizer Weltstars ist am Samstag der Franzose Pierre-Hugues Herbert (ATP 43), der von der verletzungsbedingten Aufgabe von Titelverteidiger Borna Coric (ATP 14) profitierte. Der 22-jährige Kroate, der im letzten Jahr einen Sensationscoup im Endspiel gegen Federer gelandet hatte, konnte wegen einer Rippenverletzung nach dem ersten, mit 5:7 verlorenen Satz nicht mehr weiterspielen. Coric hatte sich die Verletzung beim epischen Drei-Stunden-Kampf gegen den Portugiesen Joao Sousa am Mittwoch zugezogen. Herbert, auch einer der stärksten Doppelspieler der Welt, hatte in diesem Jahr als bisher beste Resultate den Finaleinzug in Montpellier und den Halbfinalvorstoß in Budapest in seiner Bilanz stehen. Federer und Herbert spielten bisher noch nie gegeneinander. Das Duell ist als zweite Partie im GERRY WEBER STADION nicht vor 15.30 Uhr angesetzt. "Ich bin glücklich, endlich einmal gegen Roger antreten zu können", sagte Herbert. Federer bezeichnete den Franzose n als "Supertyp", der sich im Einzel und Doppel in der Weltspitze etabliert habe: "Das wird wieder eine schwere Aufgabe, keine Frage."

    ATP-Weltmeister Alexander Zverev verpasste den dritten Einzug ins Halbfinale der Rasen-Festspiele in einem weiteren Tennis-Thriller auf dem Centre Court, schwarz auf weiß lautete das Ergebnis gegen David Goffin (ATP 33) 6:3, 1:6 und 6:7 (3:7). Der 22-jährige Hamburger vergab dabei eine 1:0-Satzführung genauso wie einen Breakvorsprung im dritten, entscheidenden Durchgang. Erneut hatte Zverev Schwierigkeiten mit seinem Aufschlag, besonders im dritten Satz. Insgesamt servierte er neun Doppelfehler. Goffin, der flinke belgische Flitzer, nahm Zverev zum 4:4 den Aufschlag ab, er wirkte auf der Zielgeraden der Partie zupackender, entschlossener, auch nervlich gefestigter: "Es ist ein großer Moment für mich, dieser Sieg. Sascha ist schließlich schon einer der absoluten Topspieler im Welttennis."

    Richtig spannend wurde es in der letzten Viertelstunde der Partie. Zverev wehrte beim Stand von 4:5 zwei Matchbälle ab, glich noch einmal zum 5:5 aus. Dann musste der Tiebreak die Entscheidung bringen - und die Entscheidung fiel zugunsten von Goffin aus, der sich mit dem Punkt zum 4:3 das erste Mini-Break holte und dann auch keinen weiteren Punktgewinn von Zverev mehr zuließ. Nach zwei Stunden und 18 Minuten waren so die Hoffnungen Zverevs auf den ersten Titelcoup in HalleWestfalen geplatzt. "Ich habe hier aber drei gute Matches gehabt. David hat heute einfach wahnsinnig gut gespielt, das muss man dann auch akzeptieren", sagte Zverev. "Ich fühle mich gut mit Blick auf Wimbledon."

    Goffins Gegner in der ersten Partie auf dem Centre Court um 13 Uhr ist der Italiener Matteo Berrettini, der seinen Siegeslauf auf den Tennis-Grüns fortsetzte und zum zweiten Mal binnen gut einer Woche den Weltranglisten-Neunten Karen Khachanov schlug. Berrettini war von Beginn an hellwach in dieser Partie, ging im ersten Satz sofort 4:0 in Führung, ehe Khachanov auch nur ansatzweise auf Touren kam. Berrettini verteidigte den Vorsprung und der neue italienische Shootingstar bewies dann auch Zähigkeit und Widerstandskraft, als Khachanov im zweiten Satz seine Klasse zeigte. "Im zweiten Satz war es ein Spiel auf Augenhöhe, aber ich habe noch einmal alles gegeben, was ich hatte. Ich wollte diesen Sieg unbedingt", sagte Berrettini. Nach dem Stuttgart-Pokalgewinn nun also der Vorstoß in die Runde der letzten Vier in HalleWestfalen für den Italiener, der sich selbst ein wenig überrollt fühlt von den Erfolgen: "Ich frage mich selbst gerade, ob es ein Traum ist."

    Zu einem Halbfinal-Knüller kommt es in der Doppelkonkurrenz, wenn das deutsch-japanische Duo Jan-Lennard Struff/Ben McLachlan (ATP Doppel 35/41) die Sieger der beiden letzten Jahre, Lukasz Kubot/Marcelo Melo (ATP Doppel 2/4), fordert. Die Partie beginnt nicht vor 17.30 Uhr.

    NOVENTI OPEN
    Sascha Detlefsen
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