• SG-Trainer Machulla stapelt im Meisterkampf trotzdem tief: "Das ist ein Umbruch"
• Melsungen-Coach Grimm: "Ich rede gerne Tacheles: eine sehr enttäuschende Leistung"

Leipzig, 25. August 2019 –
Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Topspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga zwischen dem SC DHfK Leipzig und den Füchsen Berlin (24:23) sowie zur Partie zwischen der MT Melsungen und der SG Flensburg-Handewitt (19:24).

Maik Machulla (Trainer SG Flensburg-Handewitt) ...
... zum Spiel:
"Es war schon sehr heiß, wir mussten viel wechseln. Deswegen haben wir die letzten fünf Minuten gar nichts mehr in den Angriff investiert. Aber ich liebe diese Mannschaft einfach. Das ist fantastisch, was sie machen. Sie geben Gas und haben Spaß miteinander. Dass wir das erste Spiel hier so spielen, das macht mich sehr stolz."
... zur neuen Situation ohne Tobias Karlsson: "Ich traue meinen Jungs ganz viel zu. Wir haben auch viel investiert in der Vorbereitung. Aber natürlich muss man gucken, wenn so ein Spieler wegfällt, wie es unter Wettbewerbsbedingungen läuft. Das haben wir heute sehr, sehr gut gemacht. Wir sind lange nicht fertig mit unserer Entwicklung. Wir sind gut gestartet, das gibt uns Rückenwind."
... zum Titelkampf: "Wir haben auch noch die Champions League zu spielen, wir haben eine lange Saison und viele junge Spieler. Wir gehen unseren Weg und wir glauben daran, jedes Spiel das Beste zu investieren und dann gucken wir, was dabei rauskommt. Die anderen sind sehr, sehr gut und breit aufgestellt. Ich vergesse nicht, dass wir Lauge und Tobias (Karlsson) abgegeben haben und dass wir innerhalb von zwei Jahren elf Spieler getauscht haben, das ist ein Umbruch. Das ist eine Aufgabe, die Zeit braucht. Die Zeit bekommen die Jungs, aber wenn man so spielt wie heute, hat man wenig Argumente."

Goran Sogard Johannessen (SG Flensburg-Handewitt)
... zum Spiel:
"Das haben wir so nicht erwartet. Aber wir vertrauen in unser Spiel. Wir wissen, dass Lauge und Tobias (Karlsson) nicht mehr dabei sind. Deswegen müssen wir mehr als Team spielen und das machen wir richtig gut."
... zur Kompensation des Weggangs von Rasmus Lauge Schmidt: "Magnus (Rod) hat überragend gespielt letzte Saison und wir wissen, was er kann. Jim (Gottfridsson) ist in meinen Augen der beste Zusteller in der Liga und jetzt wo Lauge weg ist, haben wir viel mehr Möglichkeiten, die Sachen zu machen. Das hat man heute gesehen."
... zum Titelkampf: "Wir wissen, dass wir alle Mannschaften schlagen können. Aber wir haben auch die Champions League, es sind viele Spiele. Wir haben nur 15 Spieler. Ich muss sagen, dass Kiel mehr Geld und Spieler hat. Aber wir wissen, dass wir mit einer Leistung wie heute alle schlagen können."

Heiko Grimm (Trainer MT Melsungen) ...
... zum Spiel:
"Lachen kann ich nur, weil ich grundsätzlich ein freundlicher Mensch bin. Das war heute sehr enttäuschend. Wir hatten uns viel mehr vorgenommen. Wir müssen über die Angriffsleistung sprechen, da hatten wir individuell keinen guten Tag. Es ist noch nicht so, dass wir eine Startformation haben. Am Anfang sah das ein bisschen besser aus. Julius Kühn hat uns da die ersten 20 Minuten ein bisschen geholfen. In der zweiten Halbzeit versucht man von der Bank Optionen zu ziehen, die aber nicht stechen. Dann ist man ein Stück weit machtlos. Ich rede gerne Tacheles. Das kann ich nicht schönreden, dass das hier eine sehr enttäuschende Leistung war. Wir hatten in der Abwehr zum Schluss mal eine Zeitstrafe, aber das war mir auch da zu wenig an Emotionen. Das werde ich alles ansprechen. Das ist nun einmal Fakt."

Julius Kühn (MT Melsungen) vor dem Spiel ...
... zu seinem Fitnesszustand:
"Körperlich geht es mir sehr gut. Ich weiß aber auch, dass man sich eine gewisse Zeit geben muss und man es nicht überpacen darf. Das Wichtigste ist, wieder das Gefühl für den Ball zu bekommen und dass man bei den Spielen unter Strom steht, aber nicht zu viel von sich selbst von Anfang an erwarten darf. Ich bin da Realist und schaue mal, wasda gleich passiert."



Kai Häfner (MT Melsungen) vor dem Spiel ...
... zu den Saisonzielen:
"Wir wollen erfolgreich sein und den nächsten Schritt machen. Wir glauben, dass wir noch Potenzial haben und noch viel in uns steckt. Das wollen wir diese Saison zeigen. Wo es uns am Ende hinführt, werden wir sehen. Wer die Top Vier kennt, der weiß auch, dass es nicht einfach wird, die da oben mal eben zu verdrängen. Wir wollen da näher heranrücken und vielleicht gelingt uns ja der eine oder andere Coup."

Velimir Petkovic (Trainer Füchse Berlin) vor dem Spiel ...
... zur Torhütersituation und über das Fehlen von Silvio Heinevetter:
"Das ist für viele eine Überraschung. Das war schon eine Frage, wie ich mit drei Torhütern klarkomme. Jeder hat in der Vorbereitung seine Chance bekommen, jeder hatte die Möglichkeit, sich zu empfehlen. Ich war mit allen drei Leistungen zufrieden. Aber gestern hat Heinevetter sich krankgemeldet. Damit hatte sich die Entscheidung für heute erledigt. Er hat so etwas wie eine Grippe. Er ist zu Hause. Es war eine Option, dass er heute nachreist, aber wir haben Kontakt gehabt und es ist eher schlechter geworden. Ich will jetzt nicht spekulieren. Wir haben drei Toptorhüter: Mit Milosavljev haben wir einen Topmann bekommen, Heine ist zehn Jahre die Nummer eins bei uns gewesen, Ziemer ist ein erfahrener Mann und anerkannter Torhüter in der Bundesliga. Ich freue mich, dass ich alle drei habe.
"

Bob Hanning (Geschäftsführer Füchse Berlin) in der Halbzeitpause ...
... zu Milosavljev und zur Torhütersituation:
"Er ist sicherlich bisher im Spiel der Rückhalt, aber auch gestützt auf eine gute Abwehrleistung. Er hat das gut gemacht, der wird aber auch noch besser. Er braucht noch ein Jahr, um sich an die Liga zu gewöhnen, aber da haben wir eine sehr gute Entscheidung getroffen. Silvio Heinevetter ist wirklich krank, es dauert nur ein paar Tage, damit ist die Geschichte erzählt. Stellen Sie sich mal vor, wir hätten Milosavljev nicht geholt und hätten heute nur einen Torhüter beim Spiel. Was würden Sie mir dann erzählen? Warum ich keinen dritten Torhüter geholt habe. Die unterhalten sich normal, die arbeiten normal miteinander und gehen mit der Situation professionell um. Wir haben jetzt auch mal eine Konkurrenzsituation im Tor. Das macht mich nicht unglücklicher, da ich glaube, dass uns das eine sehr gute und konstante Torhüterleistung über die Saison bringen wird."
... zu Heinevetters Umgang mit der Situation: "Wenn er das schlecht findet, findet er das schlecht. Er hat zwei Optionen: Entweder nimmt er die Situation an oder nicht. Wenn er sie nicht annimmt, wird er zu mir kommen und mir das sagen. Alles andere ist mir als Arbeitgeber egal."

Michael Müller (Füchse Berlin) vor dem Spiel ...
... zu Simon Ernst:
"Er macht einen richtig guten Eindruck auf mich. Ich ziehe wirklich meinen Hut vor dem Jungen, was er die letzten Monate und Jahre geleistet und an seinem Comeback gearbeitet hat. Er ist eigentlich ein Neuzugang für die Mannschaft, aber eine Riesenverstärkung."

Niclas Pieczkowski (SC DHfK Leipzig) ...
... über seine Verletzung:
"Ungefähr ein halbes Jahr wird die Reha dauern, bis ich wieder auf dem Spielfeld stehen kann. Wenn es zum ersten Heimspiel geht, fällt es einem doch ziemlich schwer. Ansonsten habe ich das eigentlich ganz gut abgeschlossen, sodass ich mich jetzt voll auf mich konzentriere. Die OP ist zwei Wochen her, bisher ist der Heilungsverlauf gut. Klar dauert es noch unglaublich lange, aber ich bin da ganz guter Dinge."

Sky Experte Stefan Kretzschmar ...
... zu SC DHfK Leipzig:
"Ich halte den EHF-Cup nicht für unmöglich. Wir sehen glaube ich die beste Mannschaft, die Leipzig je hatte. Mit Mamic und Müller kann man eine neue Abwehrformation spielen. Man hat Variationsmöglichkeiten, mehr Klasse und mehr Abgezocktheit. Das hat Leipzig in der Vergangenheit häufig gefehlt. Man hat ein Überangebot an Rückraumspielern und der Teamspirit stimmt. Leipzig kann nach dem elften Platz im vergangenen Jahr eine positive Überraschung sein."
... zur Torhütersituation bei den Füchsen Berlin: "Es ist eine nicht ganz einfache Situation mit drei Torhütern, die alle Ambitionen haben. Heine möchte sicherlich die Olympischen Spiele spielen, hat aber schon einen Anschlussvertrag in Melsungen. Das ist nicht einfach für den Verein. Ziemer ist auch nicht nach Berlin gekommen, um seinen Vertrag auszusitzen. Milosavljev muss sich erst einmal zurecht finden in der Bundesliga. Klar war er in der Champions League überragend, aber die Liga ist noch einmal eine andere Hausnummer. Einer sitzt immer auf der Tribüne, das ist ein schwieriger Konkurrenzkampf, den man im Tor so nicht kennt und der eher Unruhe schaffen kann. Ich kenne die Hintergründe nicht, ob Heine dann vielleicht doch vorzeitig geht. Man muss das irgendwie meistern. Das ist für Petkovic auch nicht einfach. Das kann eine Mannschaft durcheinanderbringen, das kann Unruhe bringen, weil jeder so ein starker Charakter ist, vor allem auch Silvio. Da kann man nur hoffen, dass das kein Problem wird."
... über Simon Ernst: "Er macht einen guten Eindruck. Wenn er fit wird, ist er einer der besten Mittelmänner, die Deutschland hat, und ist auch wieder ein Thema - vielleicht noch nicht für die Euro, aber für die Olympischen Spiele 2020. Er ist auf einem guten Weg. Er macht einen stabilen Eindruck, geht stark ins Eins gegen Eins. Physisch scheint er stabil zu sein, das ist das Wichtigste für einen Spieler."

Sky Experte Martin Schwalb ...
... über Johannes Golla:
"Johannes Golla hat bewiesen, dass er ein ganz, ganz wichtiger Spieler für die SG werden kann. Allerdings ist er auch erst 21 Jahre alt. Er hat ein Traumspiel gegen den THW Kiel gemacht. Aber einen Tobias Karlsson zu ersetzen, erfodert nicht nur ein gutes Spiel, sondern viele Spiele und viele gute Aktionen."
... zu seinen Titelfavoriten: "Flensburg kann es wieder schaffen. Sie sind eine tolle Einheit, haben einen tollen Trainer, sie sind selbstbewusst und wissen, wie man den Titel gewinnt. Dahinter würde ich den THW und die Löwen sehen."



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