• Dortmund-Trainer Favre nach 2:2 gegen Bremen: „Unsere Leistung war ok“
  • BVB-Kapitän Reus sieht verstärkten Druck: „Wir sind in einer Schuld, die Spiele zu gewinnen“
  • Werder-Trainer Kohfeldt glücklich: „Punkt, den du nicht einkalkulieren kannst“
  • Sky Experte Matthäus: „Dortmund hat zwei Punkte verloren“

    Unterföhring, 28. September 2019 -
    Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 6. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und SV Werder Bremen (2:2) bei Sky.

    Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben ziemlich gut gespielt, ein paar Torchancen gehabt. Wir hätten 3:2 oder 4:2 gewinnen können. Unsere Leistung war ok. Wir haben das Spiel nicht kontrolliert, das müssen wir noch mehr machen. Wir haben manchmal überhastet gespielt und probiert, zu dribbeln. Da hatten wir zu viele Ballverluste für Nichts. Wir werden immer ins Risiko gehen, wir spielen sehr offensiv und fast ein 4-2-4. Manchmal müssen wir aber die Balance finden und mehr den Ball halten. Ich hätte gern noch mehr Ballbesitz. Wir müssen verteidigen und fertig. Wir haben es nicht schlecht gemacht, hätten es aber besser machen können. Wir sind enttäuscht, das ist klar.“
    ... zur aktuellen Situation (vor dem Spiel): „Wir haben das Spiel in Frankfurt dominiert und gute Chancen kreiert. Natürlich sind alle enttäuscht, aber es geht weiter, fertig. Ich sage seit langem, dass wir an ein paar Sachen arbeiten müssen. Viele kleine Details, die den Unterschied machen können. Die Leistungen sind ok.“
    ... zur Aufstellung (vor dem Spiel): „Es war geplant, zu rotieren. Das ist kein Problem für die Mannschaft. Wir wollen rotieren, weil wir sehr gute Spieler haben, die bisher noch nicht viel gespielt haben. Die englischen Wochen beginnen, dann geht es weiter mit den Länderspielen, das ist viel.“

    Roman Bürki (Torhüter Borussia Dortmund) …
    ... zum Spiel:
    „Wir spielen nicht wie Männer. Dass wir bei Situationen, wo es wirklich darauf ankommt, da hin gehen, wo es wehtut. Bei Standards, da müssen wir das konsequenter machen, offensiv wie defensiv. Das gelingt uns im Moment nicht. Das ist alles schön anzuschauen, wir spielen einen super Fußball, aber der Killerinstinkt vorne fehlt. Das hätte uns heute vielleicht den Sieg gebracht. Wir haben eine gute Mischung, aber ich würde mir wünschen, dass wir noch einen Ticken zulegen, was die Aggressivität angeht. Ich bin da zu weit entfernt von der Mannschaft, da bin ich leider ein bisschen im Sechzehner gefangen."
    ... zu den nächsten Spielen: „Wir haben sehr wichtige Spiele in der Champions League und auswärts in Freiburg. Nicht viel Zeit zum Erholen und zum Trainieren. Diese Zeit müssen wir intensiv nutzen, um schleunigst wieder Punkte zu holen.“

    Marco Reus (Kapitän Borussia Dortmund) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben es heute nicht zu Ende gebracht. Wir haben das Spiel ganz gut unter Kontrolle gehabt. Dann bekommen wir durch eine dumme Standardsituation das 2:2. Am Ende hat uns die nötige Power gefehlt. In der zweiten Halbzeit war es zu wenig, wir müssen konsequenter auf das dritte Tor gehen, dann haben wir schneller Ruhe. Das war in der zweiten Halbzeit kein gutes Spiel von uns. Dieses Spiel ist so facettenreich, da kann man nicht sagen, wir halten zwei Minuten den Ball und bekommen unsere Torchance. Natürlich können wir mutiger und aggressiver nach vorne spielen zuhause"
    ... zur Situation: Ich mache mir in dem Fall sorgen, weil wir die Spiele nicht gewinnen. Das hat oberste Priorität. Am Anfang der Saison ist es wichtig, gut zu starten und den Anschluss nicht zu verlieren. Jetzt haben wir schon einen Rückstand, wir sind in einer Schuld, die Spiele zu gewinnen. Wir müssen trotzdem die Ruhe bewahren und uns auf uns konzentrieren. So wie wir das die ganze Zeit gemacht haben, von außen ist es egal, was da passiert."

    Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund) ...
    ... zum Einsatz von Götze (vor dem Spiel):
    „In den ersten Spielen hat in der Spitze Paco überragend gespielt und Tore am Fließband geschossen, Marco dahinter auch. Insofern gab es keine Notwendigkeit, zu wechseln. Jetzt ist es so, dass die englischen Wochen an Fahrt aufnehmen. Es geht für uns darum, dieses Spiel zu gewinnen, um oben dran zu bleiben. Das ist auch unser Auftrag. Wir haben natürlich ein bisschen Druck, da muss man nur auf die Tabelle schauen. Am Ende müssen die Punkte in Dortmund bleiben.“
    ... zur Vertragssituation von Götze (vor dem Spiel): „Wir haben schon erste Gespräche geführt. Wir sind aber noch nicht so weit, dass beide Seiten sagen, ja, das ist es jetzt.“
    ... zur Diskussion um Reus (vor dem Spiel): „Marco hat emotional reagiert und das ist normal. Dass man auch mal seinen Ärger Luft machen kann, auch aus der Enttäuschung heraus. Was danach daraus gemacht wurde, da haben wir als Klub die Verpflichtung, sich vor unseren Kapitän zu stellen. Wenn wir das Gefühl haben, die Kritik geht einfach zu weit und sie richtet sich nur gegen einen Spieler, das mag ich nicht. Wir sind Profis, auch wenn wir nicht gewinnen, musst du Kritik aushalten. Nur wenn es zu sehr auf einen Spieler geht, dann müssen wir auch das Recht haben, unsere Meinung kundzutun. Der Unterschied waren letztes Jahr zwei Punkte, wir haben mit Marco Reus als Kapitän und der Mentalitätsdebatte 76 Punkte geholt. Das ist Kritik und eine Diskussion auf sehr hohem Niveau.“

    Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen) ...
    ... zum Spiel:
    „Sie haben in der zweiten Halbzeit ein Topspiel gemacht. Mal sehen, wo es sie heute hintreibt, da kann man auch ein paar Geschenke verteilen. Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden. Du gehst früh in Führung durch einen Konter und bist dann häufig dazu verleitet, nur noch auf Konter zu spielen. Dann machst du bisschen weniger defensiv und wir haben so eine gefühlte Sicherheit gehabt. Das zweite Tor von Dortmund war genauso, wie sie es wollen. Mit Ball waren wir in der ersten Hälfte nicht so mutig, wie ich es mir vorgestellt habe. Ballzirkulation ist möglich gegen Dortmund, muss man sich aber trauen. Es ist aber auch nicht einfach hier.“
    ... zur Zukunft: „Der Punkt ist super viel wert. Ein Punkt, den du nicht einkalkulieren kannst. Wir haben aus den letzten vier Spielen sieben Punkte geholt. Da waren Leipzig und Dortmund dabei, das ist schon echt in Ordnung für die Phase, in der wir waren. Wenn wir unseren Fußball weiterspielen, dann werden wir zwar auch wieder verlieren, aber auch punkten.“
    ... zum Verletzungspech (vor dem Spiel): „Die Situation ist in den letzten Wochen prekär gewesen. Die Jungs kommen nach und nach wieder, wir haben in dieser Phase mit den vielen Verletzten trotzdem gepunktet. Jetzt ist die Breite noch mehr da als vorher, das gibt mir viel Hoffnung.“
    ... zum Spiel (vor dem Spiel): „Wir trauen uns viel zu. Wir wissen, dass wir auf eine der stärksten Mannschaften Deutschlands treffen, aber wir haben so eine Mentalität, dass wir hier hinfahren und sagen, dass wir gewinnen wollen. Dass es schwer wird, wissen wir. Wenn man den Ball hat, muss man die Ruhe bewahren. Du musst brutal aufpassen, was ihre Geschwindigkeit angeht.“

    Nuri Sahin (SV Werder Bremen) …
    ... zum Spiel:
    „Die erste Halbzeit geht klar an die Borussia, weil wir nach dem 1:0 aufgehört haben, nach vorne zu spielen. Wir haben den Mut verloren, aber wir haben das in der zweiten Halbzeit gut gemacht und nehmen verdient einen Punkt mit. Das 1:0 hat uns extrem in die Karten gespielt, wir kassieren aber das 1:1 sehr früh. Sie haben uns dann schon mit ihrer Qualität reingedrückt. Borussia hat eine herausragende Mannschaft mit einem herausragenden Trainer. Es tut mir leid, dass wir ihnen heute zwei Punkte weggenommen haben, aber ich bin mir sicher, dass Borussia eine sehr gute Saison spielen wird.“
    ... zum Verletzungspech: „Man rückt noch enger zusammen, wenn man versucht, das beste herauszuholen. Wenn die Jungs zurückkommen, dann haben wir mehr Optionen und können die Kräfte einteilen. Wir hatten diese Woche ein extrem hohes Niveau im Training, die beste Woche, seitdem die Vorbereitung angefangen hat, weil die Verletzten zurückgekommen sind. Elf gegen elf, da lief der Ball und da musstest du als A-Mannschaft auch mal der B-Mannschaft hinterherlaufen.“

    Marco Bode (Aufsichtsratsvorsitzender und Geschäftsführer SV Werder Bremen) vor dem Spiel: „Wir müssen nah an die 100 Prozent rankommen, um hier eine Chance zu haben. Sie lagen vielleicht ein wenig hinter den Erwartungen zurück, was die Punkte angeht. In letzter Zeit haben wir gegen Dortmund ganz gut ausgesehen, deswegen bin ich auch nicht super pessimistisch. Sie haben eine unglaubliche Qualität in der Offensive. Wir müssen trotzdem versuchen, auch ein Spiel nach vorne zu finden. Ich gehe davon aus, dass wir auch versuchen, nach vorne zu spielen.“

    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    ... zum Spiel:
    „Heute haben sie zwei Gesichter gezeigt, sie sind zurückgekommen nach Rückstand und haben den Vorsprung nicht verteidigt. Haben nicht mit dem unbedingten Willen mit der unbedingten Cleverness auf das dritte Tor gespielt. Bremen war angeschlagen, aber dann haben sie aufgrund der zweiten Hälfte den Punkt verdient. Dortmund hat zwei Punkte verloren, die sie nicht unbedingt verlieren hätten müssen. Sie spielen nicht zielstrebig in den Strafraum hinein.“
    ... zum BVB (vor dem Spiel): „Die Mannschaft ist gut zusammengestellt, auch in der Breite. Sie müssen die Spiele bis zum Ende durchspielen, nicht so wie zuletzt in Frankfurt, das hat ihnen wieder zwei Punkte gekostet. Das müssen sie vermeiden. Gerade zuhause sind die Dortmunder sowieso eine Macht.“
    ... zu Götze (vor dem Spiel): „Mario lässt sich nicht hängen, das zeigt, dass er einen guten Charakter hat und akzeptiert, was der Trainer entscheidet.“

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