Hennef/Düren, 02. Oktober Nicht jede Antwort braucht viele Worte. Ein kurzes „Ja“ und ein strahlendes Lachen - das ist die überzeugende Reaktion von Enis und seinem Freund auf die Frage, ob ihnen der Tag Spaß bereite. Die beiden Jungs gehören zu den 60 Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen der „Interkulturellen Woche Düren“ am Integrations-Soccer-Camp des 1. FC Düren teilnehmen. Der Verein hat diesen besonderen Tag mit Trainingseinheiten, Einlagespiel und gemeinsamen Mittagessen zum zweiten Mal mit Unterstützung des städtischen Integrationsrates auf die Beine gestellt, um jungen Menschen mit Migrationshintergrund, darunter viele Geflüchtete, Abwechslung zu verschaffen und Teilhabe zu ermöglichen.

Das Konzept kommt an und überzeugt. Daher haben die DFB-Stiftung Egidius Braun und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration das Projekt in Düren im Rahmen der Flüchtlingsinitiative „2:0 für ein Willkommen“ mit 2.300 Euro unterstützt. Daran, dass dieses Geld gut angelegt ist, lässt Mario Kuckertz, Geschäftsführer des 1. FC Düren, keinen Zweifel. „Diese Initiativen braucht es, um die Menschen zusammenzubringen“, sagt er. Für die Trainingseinheiten habe man dank der Unterstützung unter anderem eine passende Bewirtung, Bälle und T-Shirts finanzieren können. Letztere sind sogar mehr als ein netter Trainingsdress. Die Shirts tragen eine Botschaft: „Wir spielen bunt“, lautet der Aufdruck. Genau darum gehe es, meint Türkan Mark. Sie gehört zum Integrationsrat der Stadt Düren. „Es muss selbstverständlich werden, dass unsere Gesellschaft vielfältig, also bunt, ist“, sagt sie. Susanne Hempel hält den Fußball für den richtigen Botschafter dieser Kunde. „Ich habe in der Vergangenheit gemerkt, was der Fußball alles bewegen kann“, unterstreicht die Integrationsbotschafterin des rund 500 Mitglieder zählenden Vereins. „Die Grenzen zwischen arm und reich oder unterschiedlichen Kulturen sind auf dem Platz einfach weg“, so Hempel. Daher investiert sie einen Teil ihrer Freizeit in die Integrationsarbeit des 1. FC. Auch Antje Iven engagiert sich auf diese Weise. „Die beiden stemmen die meiste Arbeit bei der Organisation des Integrations-Soccer-Camps“, betont Kuckertz. In seinem Klub sei es aber auch kein Problem, weitere Mitstreiter zu finden. Man sei sich der Verantwortung für die Gesellschaft bewusst.

Camp hilft Berührungsängste abzubauen

Um abwechslungsreiche Einheiten zu ermöglichen und dem unterschiedlichen Alter der kleinen Fußballer gerecht zu werden, sind sechs Trainer im Einsatz. Bernd Zimmermann ist einer von ihnen. Ihm mache die Arbeit mit den Kindern einfach Spaß. Probleme in der Kommunikation gebe es beim Fußball nicht. Es braucht an diesem Tag also nicht allzu viel, um den jungen Teilnehmern, die in Flüchtlingsunterkünften und einem Kinderheim der Stadt leben, zu zeigen, dass sie dazu gehören, ein Teil der Gesellschaft sind - genau wie ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Exakt dieser Teilhabe hat sich die Flüchtlingsinitiative „2:0 für ein Willkommen“ verschrieben. Man will geflüchteten Menschen mit unterschiedlichsten Aktionen den Zugang in die Gesellschaft, vor allem zu Bildungs- und Berufsangeboten, erleichtern.

Das Camp in Düren hilft dabei, Berührungsängste abzubauen, Kontakte zu knüpfen und es werden auch ganz banale Hindernisse beiseitegeschoben. Die Verantwortlichen des Klubs haben in den Wochen zuvor Sportequipment gesammelt und können nun bei Bedarf mit Fußballschuhen, Trainingsklamotten oder Torwarthandschuhen aushelfen. „Diese Dinge dürfen sie natürlich behalten“, sagt Kuckertz.

Gelebte Vereinsphilosophie

Ohnehin beschränke sich das Engagement nicht auf diesen einen Tag. Andere Geflüchtete unterstütze man beispielsweise, indem man sie zum Mannschaftstraining abhole oder sich um die Vermittlung von Ausbildungsplätzen bemühe.

Der 2017 neu gegründete 1. FC Düren, der die Kräfte der beiden Traditionsvereine FC 08 Düren-Niederau und SG GFC Düren 99 bündelt, wolle ja auch mit seinem Jugendleistungszentrum und dem Breitensportbereich jedem Dürener eine Heimat bieten, betont Kuckertz. Das sei die Philosophie des Vereins. Eine Aktion wie das Integrationscamp passt damit perfekt zur grundsätzlichen Zielsetzung. Dass man auf diesem Weg schon einiges erreicht hat, beweist nicht zuletzt das strahlende Lachen der jungen Teilnehmer des Integrationscamps.


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