• Hertha-Coach Covic blieb positiv: "Wichtig ist, dass wir in der Tabelle weiter vor Union sind"
  • Schiedsrichter Aytekin über Fan-Ausschreitungen: "Hat mit Fußball nichts zu tun"
  • Torschütze Polter zu den Leuchtraketen: "Natürlich hat man Angst um die Familie"
  • Sky Experte Matthäus zum Elfmeter: "Es war keine klare Fehlentscheidung"

    Unterföhring, 02. November
    - Unterföhring, 28. September 2019 - Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 10. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen Union Berlin und Hertha BSC (1:0) bei Sky.

    Urs Fischer (Trainer Union Berlin) ...
    ... zum Spiel:
    "Am Schluss gab es Teamwork und Solidarität auf dem Feld. Alle haben das gleiche im Kopf gehabt und unseren Plan sehr gut umgesetzt. Das haben die Jungs sehr toll gemacht. Wir haben in der ersten Hälfte gut Fußball gespielt, das hat mir außerordentlich gut gefallen. Schlussendlich ist es ein hochverdienter Sieg. Die Jungs von der Bank sind bereit. Wir konnten uns auf unsere Bank verlassen, da kommt nochmal extra Energie auf das Feld. Das freut mich natürlich für Polti."
    ... zu den Leuchtraketen: "Ich habe es gesehen und habe versucht, ihr auszuweichen. Aber alle behielten die Ruhe. Alles fand in einem ruhigen Austausch statt. Der Schiedsrichter hat seinen Teil dazu beigetragen, dass es ohne Zwischenfälle ablief."

    Ante Covic (Trainer Hertha BSC) ...
    ... zum Spiel:
    "Wir hatten am Anfang aufgrund der Formation kein gutes Anlaufverhalten. In der zweiten Halbzeit haben wir nachjustiert und wir waren etwas aktiver. Jeder, der schon mal Derbies gespielt hat, weiß, dass häufig Details und auch ein Stück weit der Kopf der Spieler entscheiden. Wir sind heute nicht an unsere Grenzen gegangen, was unser fußballerisches Vermögen betrifft. Ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen, weil ich weiß, dass sie gerne ihr Herz auf dem Platz lassen würden. Im Sport ist es so, Mund abputzen, es geht weiter. Wichtig ist, dass wir in der Tabelle weiter vor Union sind."
    ... zu den Fan-Ausschreitungen: "Ich verstehe natürlich die Emotionen, die in diesem Derby vorhanden sind. Aber es geht manchmal über die Grenzen hinaus, das darf nicht sein. Der Sport muss nach wie vor im Vordergrund bleiben."
    ... zum Elfmeter: "Das ist schwierig zu bewerten. Ich finde es nur schade, dass das Stadtderby auf diese Art und Weise entschieden wird. Elfmeter gehören auch zum Spiel, nachdem er sich die Szene mehrmals angesehen hat, war er sich relativ sicher. Ist so, sehr bitter für uns, sehr bitterer Abend heute."

    Maximilian Mittelstädt (Hertha BSC) ...
    ... zu den Ausschreitungen:
    "Ich hatte keine Angst, aber es ist etwas anderes, als man es sonst gewohnt ist. Es ist immer gefährlich, wenn Raketen oder Feuerwerkskörper auf den Platz fliegen. Das hat mit Fußball nichts zu tun. In so einem Stadtderby, da sind die Fans sehr emotional drauf. Ich kann es verstehen, dass sie enttäuscht sind, wir als Mannschaft sind auch enttäuscht. Wir müssen es nächstes Mal besser machen."
    ... zum Spiel: "Union hat uns früh unter Druck gesetzt. Wir haben es nicht geschafft, den Fußball zu spielen, den wir gewohnt sind. Es war ein Hexenkessel, aber das darf keine Ausrede sein. Ich hatte im Spiel auch nie das Gefühl, dass es gefährlich werden könnte und wir einen Gegentreffer kassieren. Von daher ist es umso ärgerlicher, dass wir so einen blöden Elfmeter gegen uns bekommen und das Spiel verlieren."

    Christian Gentner (Union Berlin) ...
    ... zum Elfmeter:
    "Nachdem er gepfiffen war, war es für mich auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Der Gegner ist mit einer großen Dynamik und mit einem großen Risiko reingegangen, wenn er so grätscht. Er trifft mich am linken Bein voll, das spüre ich auch sofort. Keine clevere Aktion des Abwehrspielers."
    ... zum Spiel: "Der Gegner hat abwartend gespielt und wollte uns locken. Das haben wir gut gemacht und haben uns nicht locken lassen. Wir hätten in der ersten Hälfte noch zielstrebiger sein können, haben die Riesen-Chance nach wenigen Minuten mit dem Kopfball an den Pfosten. Wir waren die bessere und dominantere Mannschaft und daher auch der verdiente Derbysieger."
    ... zu den Ausschreitungen: "Irgendwo konnte man es schon vor dem Spiel erwarten. Jeder Satz, den wir darüber verlieren, ist zu viel Aufmerksamkeit dafür. Wir sind als Spieler die einzigen, die vielleicht eingreifen können und auf die die Jungs hören. Wir wollten vermitteln, dass wir diesen besonderen Sieg feiern wollen. Wir sind froh. Uns würden die sowieso nicht attackieren. Wie ich die Union-Familie kennengelernt habe, geht alles in eine Richtung, also war gar keine Angst dabei."

    Deniz Aytekin (Schiedsrichter) ...
    ... zu den Leuchtraketen:
    "Das Wichtigste ist, dass keiner verletzt wurde. Das hat mit Fußball nichts zu tun. Es ist einfach traurig, wenn sowas passiert. Die oberste Priorität war, das Spiel nach Hause zu bringen. Wir waren auch in Kontakt mit der Polizei, wir hatten die Verantwortung für das ganze Spiel und mit Abstimmung der Polizei haben wir es zu Ende gebracht. Es ging mir um die Sicherheit der Spieler und der Verantwortlichen, weil auch eine Rakete Richtung Union-Trainerbank kam. Wir wollten eine Lösung finden, das habe ich dann auch nochmal kommuniziert."
    ... zum Elfmeter: "Es ist eine sehr richtige Entscheidung. Ich habe es genauso wahrgenommen auf dem Platz, wie ich es dann bestätigt bekommen habe. Ich wollte es mir nochmal angucken. Der Spieler springt in einem sehr hohen Tempo unkontrolliert in den Zweikampf, der Ball ist im Spiel und dann ist es ein Strafstoß."

    Sebastian Polter (Torschütze Union Berlin) ...
    ... zur Situation:
    "Ich bin nicht so einer, der auf sich selbst schaut. Mein Herz ist auf der linken Seite und darüber ist das Union-Wappen. Man muss mit Stolz auf den Platz gehen, egal, wie viele Minuten man spielt, ob man erstmal auf der Bank sitzt oder nicht. Wir müssen das Kompliment an die Mannschaft und an den Verein geben, der sich den Sieg einfach verdient hat. Dass ich den Ball reinmachen durfte für den Verein, macht mich stolz. Der große Sieger ist der Verein. Der Ball war nicht mal gut geschossen, geht aber trotzdem rein, Gott sei Dank. Ich weiß vor dem Spiel, wohin ich schieße. Ich wollte oben links hin schießen, zum Glück geht er rein. Jedes Bundesligator ist etwas Schönes. Wichtig ist, Hertha BSC geschlagen zu haben und die Nummer eins in Berlin zu sein, das ist etwas Wunderschönes."
    ... zu den Ausschreitungen: "In erster Linie ist es ein Stadtderby, da gehören Emotionen dazu von Fanseite. Unsere Fans haben sich das ganze Spiel sehr fair verhalten. Natürlich wurde Pyro gezündet, das kann man diskutieren. Die Leuchtraketen von Hertha-Seite sind nicht schön. Sie können gerne zünden und es im Block behalten, alles gut. Dass unsere vermummten Fans von uns Spielern zurückgehalten werden, ist klar. Wir wollen wenig Schaden für unseren Verein anrichten. Wir sind immer komplett eine unit, da sind wir als Spieler in der Pflicht, die Fans abzuhalten, irgendwelche Dummheiten zu machen. Natürlich hat man Angst um die Familie, wenn man weiß, da wo die Leuchtrakete hingegangen sind, da sitzen unsere Familien irgendwo im Block. Das kann in Richtung eigener Kinder gehen, das wünscht man niemandem, egal welcher Fan das ist."

    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    ... zum Spiel:
    "Hertha hat in der zweiten Halbzeit besser gespielt. Ich habe sie in dieser Saison aber schon wesentlich stärker gesehen. Da müssen sie wieder hinkommen. Union hat mit Herz gespielt, sind kompakt gestanden, sind früh und gut angelaufen. Deswegen ist dieser Sieg auch nicht unverdient."
    ... zum Elfmeter: "Wenn er gepfiffen hat und der Videoassistent greift ein, dann war es keine hundertprozentige Entscheidung. Wenn er es nicht gepfiffen hätte, hätte sich wahrscheinlich auch keiner beschwert. Schade, dass so ein emotionales Spiel mit so einer Entscheidung entschieden wird. Es war aber keine klare Fehlentscheidung."
    ... zu Schiedsrichter Aytekin: "Wichtig ist, dass so ein erfahrener Schiedsrichter auf dem Platz stand. Der es mit seiner Präsenz, seiner Körpergröße und Erfahrung über die Bühne gebracht hat. Alle, die für die Sicherheit verantwortlich waren, haben einen tollen Job gemacht."

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