• Reichmann enttäuscht „Haben zu viele Chancen liegen gelassen“
• Sky Experte Stefan Kretzschmar „Es war kein Spitzenspiel“

Magdeburg, 22. Dezember 2019 –
Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zur Partie der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga zwischen SC Magdeburg und der MT Melsungen (26:25).

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg) ...
... zum Spiel:
„Mir ist es egal, ob es ein Spiel von hoher Qualität war, oder auch nicht. Ich weiß, dass wir besser spielen können. Allerdings schaffen wir es nicht, aber Handball ist ein Ergebnissport und wir haben dieses Spiel gewonnen. So etwas macht das Trainerherz glücklich und wir wollten den Sieg ein wenig mehr als Melsungen. Wir haben mehr Kämpfermentalität an den Tag gebracht. Das macht mich sehr glücklich, denn ich möchte ein Team trainieren, dass mental stark ist und um jeden Zentimeter kämpft.“
... über Alfred Gislason und seine Person (vor dem Spiel): „Ich habe damit gerechnet, dass Alfred Gislason schon viel früher in die Bundesliga zurückkehrt. Aber ich denke, wir werden nicht mehr lange auf ihn warten müssen. Er hat von mir Verbote für unsere Heimspiele bekommen. Natürlich ist er gern bei uns gesehen, aber immer dann, wenn er in unserer Halle war, haben wir die Partie verloren. Der Vergleich, zwischen Alfred Gislason und mir, der gefällt mir nicht. Er hat mehr Titel gesammelt und da hätte ich bei mir lieber auch mehr stehen. Wir gehen dennoch unseren Weg, wollen uns alle verbessern und dazu zähle ich auch mich. Ich versuche mich in meiner Art zu verbessern, denn ich erkenne mich teilweise nicht wieder. Aber irgendwie bin ich es doch, weil ich sehr authentisch bin. Aber wenn es meiner Mannschaft schadet, dann darf es so nicht passieren. Wenn ich von meiner Mannschaft eine Verbesserung erwarte, dann muss ich bei mir anfangen.“

Dirk Roswandowicz (Präsident SC Magdeburg) ...
... über die aktuelle Situation (in der Halbzeitpause):
„Gefühlt haben wir bereits zu viele Minuspunkte. Allerdings hat mir ein Fan mitgeteilt, dass wir nur zwei Minuspunkte mehr verbuchen, als in der vorherigen Saison. Das schöne für alle Handball-Fans ist, dass diese Saison in der Summe viel spannender ist. Alle Top-Mannschaften haben bereits viele Spiele verloren. Wir sind im Großen und Ganzen mit der Entwicklung insgesamt zufrieden. Nicht nur mit der des Trainers, sondern auch mit der des gesamten Teams. Wenn wir führen und der Schiedsrichter dann eine falsche Entscheidung trifft, oder der Gegner unfair agiert, dann haben wir das beste Publikum in ganz Deutschland. Allerdings sind auch viele Fans in der Halle, die mehr erwarten und die alten Erfolge in Erinnerung rufen. Die muss man auch erst einmal überzeugen und da reicht es manchmal nicht, nur mit einem Tor Unterschied gegen Teams wie den THW Kiel zu gewinnen. Das ist für einen jungen Spieler manchmal eine große Hürde.“

Tobias Reichmann (MT Melsungen) ...
... zum Spiel:
„Wir haben auf beiden Seiten einen harten Kampf gesehen und uns nichts geschenkt. Ich finde, es war für die Zuschauer ein sehr schönes Handball-Spiel. Am Ende hat Magdeburg mit etwas mehr Glück diese Partie gewonnen. Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen und es haben zu viele Kleinigkeiten auf unserer Seite gefehlt. Wir wollten uns in allen Mannschaftsteilen besser zeigen, haben dennoch den einen oder anderen Fehler zu viel begangen.“

Julius Kühn (MT Melsungen) ...
... zum Spiel:
„Eigentlich möchte ich nicht viel über Schiedsrichterleistungen sagen. Aber ich finde, dass es viele Entscheidungen in der hitzigen Endphase gegeben hat, die dieses Spiel entschieden haben. Natürlich standen wir uns auch selber im Weg, aber mit ein bisschen mehr Glück auf unserer Seite, hätten wir dieses Spiel für uns entscheiden können.“
... über die Vorfreude auf die EM (vor dem Spiel): „Die Vorfreude ist natürlich sehr groß. Für mich persönlich ist es sehr schön, dass dieses harte Jahr mit sehr viel Arbeit mit der EM belohnt wird. Aber es ist nicht damit zu Ende, dass es zur EM geht, denn wir haben große Ziele. Wir haben es alle miteinander kommuniziert, dass wir das Halbfinale erreichen wollen. Wir besitzen eine schlagfertige Truppe und brauchen uns vor keinem Gegner verstecken.“

Axel Geerken (Geschäftsführer MT Melsungen) ...
... über die aktuelle Situation (vor dem Spiel):
„Wir haben in der Bundesliga ein paar Punkte zu wenig erzielen können. Wir müssen die großen Schwankungen aus unserem Spiel herausbekommen. Es hat mit der Verantwortung eines jeden einzelnen Spielers zu tun und mit der des Trainers. Aber auch bei uns in der Führung. Wir können es nur mit vielen Gesprächen unterstützen und mit Erklärungen, wie es funktionieren muss. Das haben wir bereits öfter angesprochen und irgendwann muss es auch umgesetzt werden. Heiko Grimm macht einen guten Job, aber ein Trainer wird an Punkten gemessen und daran, wie sich eine Mannschaft präsentiert.“

Sky Experte Stefan Kretzschmar ...
... zum Spiel:
„Es ist schwer ein Fazit nach diesem Spiel zu ziehen, denn es war ein komisches Spiel. Es war kein Spitzenspiel. Melsungen hat zwar gut verteidigt, bei dem Magdeburg wenige Lösungen finden konnte, aber kleinigkeiten haben dieses Spiel entschieden. Magdeburg hatte mehr Kampfkraft und mehr Wille. Sie wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, aber es war nicht einfach. Magdeburg ist die Mannschaft der letzten zehn Minuten.“
... über Alfred Gislason und Bennet Wiegert (vor dem Spiel): „Als Spieler habe ich Alfred Gislason gehasst, weil er ein brutaler Trainer war und mich besonders mit den Trainingsumfängen in der Vorbereitung genervt hat. Er fehlt mir in der Bundesliga, aber ich glaube, er wird nicht mehr lange fehlen, denn er wird schon ziemlich unruhig. Bennet Wiegert ist ähnlich wie Alfred Gislason, denn er lebt und liebt den Handballsport. Emotionen gehören zum Sport dazu, aber mir ist es bei Bennet Wiegert ein wenig zu viel. Aber das bekommt er vielleicht selber nicht so mit, denn er befindet sich im Spiel und wir betrachten es eher von außen.“
... über Melsungen (vor dem Spiel): „Mir fehlt eine konstante Mentalität. Sie besitzen einen guten Kader mit sehr starken Spielern und auch Nationalspieler sind vertreten. Aber die Identifikation mit dem Verein, der Mannschaft und dem Umfeld, die fehlt mir persönlich. Dadurch entstehen schlechte Auftritte, die nicht nur für Zuschauer, sondern auch für den Verein, sehr enttäuschend sind. Das ist das, woran die Führung arbeiten muss.“


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Daniel Mayr (Mayr@liquimoly-hbl.de)
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