Köln, 15. Januar - Die wichtigste Handball-Liga Norwegens findet nicht in Norwegen statt. Sie hat keinen einzigen norwegischen Klub und ist in keiner norwegischen Stadt beheimatet. Denn es ist die LIQUI MOLY HBL! Als Norwegens Nationaltrainer Christian Berge Ende Dezember 2019 seinen erweiterten Kader für die EM 2020 bekannt gab, da standen 12 (!) HBL-Profis aus sechs (!) deutschen Vereinen im Aufgebot des Vize-Weltmeisters von 2017 und 2019. Zehn davon gehören immer noch zum Team, das zum Start der Hauptrunde inzwischen als Top-Favorit auf den Titel gilt.

Der EM-Triumph wäre der erste internationale Titel für Norwegen – und für Christian O' Sullivan (28) wäre es die Krönung seiner Laufbahn.

Denn der Rückraum-Stratege des SC Magdeburg ist der heimliche Star Norwegens. „Meine größte Stärke ist es, meine Mitspieler besser zu machen“, sagt der Mann, der 2016 von IFK Kristianstad (Schweden) zum SC Magdeburg kam. Ein Jahr später war er bereits SCM-Kapitän. Bemerkenswert. Weil O'Sullivan eher ein Leisetreter ist, kein Lautsprecher. So hatte er beispielsweise darum gebeten, sich erst etwas später ausführlich in Magdeburg vorzustellen. Er wollte erst brauchbares Deutsch lernen. Man gab ihm diese Zeit.

Zeit.

Das ist die Maßeinheit, in der O'Sullivan Handball denkt und arbeitet.

Er ist der Tempomacher.

Größter Star der Norweger mag Sander Sagosen – der in der kommenden Saison von Paris St. Germain zum THW Kiel wechselt – sein. Aber Taktgeber und Konstante der Mannschaft ist O'Sullivan. Sein Vater hatte bereits 60 Länderspiele für England bestritten. Daher waren die Engländer – im Handball bestenfalls zweitklassig und noch schwächer als im Fußball bei Elfmetern – sehr erpicht darauf, Christian O'Sullivan für sich zu gewinnen. Er sollte 2012 bei den Olympischen Spielen in London die englische Mannschaft anführen. Aber O'Sullivan lehnte ab: „Ich bin in Norwegen aufgewachsen und fühle mich als Norweger.“

In Norwegens Hauptstadt Oslo verbrachte er seine Jugend, fand den Zugang zum Handball – und lernte seine erste große Liebe kennen: das Meer! Und so war der Wechsel zum SC Magdeburg nur deshalb etwas schwer, „weil ich erstmals nicht direkt am Meer lebe“. Als Trost bezog er eine Wohnung in der Nähe der Elbe. Die fließt immerhin ins Meer.

Obwohl O'Sullivan nicht für England spielen wollte, hängt er an England und vor allem am englischen Fußball. So ist er zum Beispiel großer Fan der Tottenham Hotspurs.

Deren Titelchancen national und international sind aktuell deutlich schlechter als die von Norwegen und dem SC Magdeburg. O'Sullivan schont sich nicht, um seinen Teil zur Verwirklichung der Titelträume beizutragen. Vor der WM im Vorjahr warf er drei Tage nach einer schweren Knie-OP die Krücken weg, quälte sich verbissen durch das Aufbau-Training. Ein Fall von „leading by example“ - Führung durch beispielhaftes Verhalten. Diese Charakterstärke macht Tempomacher O'Sullivan zu einem vorbildlichen Anführer und Teamplayer.

Er ist ein Mann ohne Allüren, ohne Star-Ego und ohne das geringste öffentliche Mitteilungsbedürfnis. Bodenständigkeit ist ihm wichtiger. Und so verbringt er jedes Jahr im Sommer einen Urlaub mit seinen Jugendfreunden aus Oslo.

Da ist er dann auch nur, was ihn in der LIQUI MOLY HBL und für Norwegen so unverzichtbar und angenehm im Umgang macht: ein Teamplayer.


Christian O´Sullivan im Steckbrief

Aktueller Verein: SC Magdeburg
Alter: 28
Position: Rückraum links, Rückraum Mitte
Länderspiele: 166
Größe: 1,90 Meter
Wurfhand: rechts

Bisherige Vereine:
Bäkkelagets SK/Norwegen (2009 - 2014)
IFK Kristianstad (2014 - 2016)
SC Magdeburg (seit 2016)

Erfolge:
Schwedischer Meister 2016
Vize-Weltmeister 2017 und 2019


Christian O´Sullivan in den Sozialen Medien

Instagram:
@christianosullivan24
https://www.instagram.com/christianosullivan24/?hl=de

SC Magdeburg bei Instagram
@scmagdeburg
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Zum Spielerprofil:
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Zum Profil des SC Magdeburg:
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