• Sportvorstand Pfannenstiel bleibt gelassen: „Sehe die Situation nicht so unruhig“
• Leverkusen-Trainer Bosz trotz 3:0 unzufrieden: „Haben nicht gut gespielt“
• Werder-Geschäftsführer Baumann stärkt Kohfeldt den Rücken: „Ist ein sehr guter Trainer für Bremen und wird es auch bleiben“
• Sky Experte Bruchhagen zu Funkel: „Die Diskussion ist müßig“

Unterföhring, 26. Januar 2019 -
Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 19. Spieltages der Fußball-Bundesliga, SV Werder Bremen vs. TSG 1899 Hoffenheim (0:3) sowie Bayer 04 Leverkusen vs. Fortuna Düsseldorf (3:0) bei Sky.

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf) ...
... zur Situation:
„Ich bin ja nicht blauäugig. Ich weiß ja, wie es im Fußballgeschäft weitergeht, wenn wir weitere Spiele verlieren. Es gab und gibt kein Ultimatum, das steht fest. Ich habe es eindeutig gesagt, Lutz Pfannenstiel hat es auch nochmal gesagt. Das ist eine Empfindung von einigen Journalisten, das finde ich nicht seriös. Dass wir in den nächsten Wochen punkten müssen, ist überhaupt keine Frage. Wir sind eine geile Truppe. Mir ist es eigentlich völlig egal, was die Leute, die nicht direkt mit mir zusammenarbeiten, sagen. Ich kann es eh nicht ändern. Wenn das ein oder andere bemängelt oder kritisiert wird, damit muss und kann ich auch leben.“
... zum Spiel: „Ich muss meine Mannschaft loben. Sie hat den Leverkusenern über 90 Minuten einen großen Fight geliefert. Wir hatten einige gute Möglichkeiten und hätten in Führung gehen können. Bei uns will der Ball im Moment einfach nicht ins Tor. Das ist unser Problem und dann bekommen wir zu leichte Tore, die uns zurückwerfen. Die Moral der Mannschaft war ausgezeichnet. Auch die Fans, wie sie die Mannschaft angefeuert und Mut zugesprochen haben, waren fantastisch. Wir sind in einer schwierigen Situation, aber dieses Spiel gibt mir Mut.“
... zum Kader: „Natürlich stoßen wir an Grenzen. Wir haben Unterschiedsspieler verloren, zwei Spieler, die an 30 Toren beteiligt waren. Trotzdem versuchen die Jungs, das Bestmögliche herauszuholen. Wir haben es gegen Bremen und heute gut gemacht, aber haben null Punkte. Das steht unter dem Strich. Die Leistung der Mannschaft stimmt mich wirklich optimistisch. Die anderen drei, vier Mannschaften sind noch nicht so weit weg. Wir werden in den nächsten Wochen auch wieder Spiele gewinnen, da bin ich mir nach dem heutigen Auftritt sehr, sehr sicher.“
... zur Torwartposition: „Ich habe keine Probleme im Tor. Es ist nicht so einfach für einen jungen Torwart. Es ist für uns sehr bitter, dass wir solche Tore bekommen. Ich werde junge Leute, die gut trainieren und in der Mannschaft gut ankommen, nicht fallenlassen. Der Junge wird seinen Weg gehen und wir werden schauen, wie es nächste Woche aussehen wird. Zack Steffen ist wieder im Training ab Montag.“
... zur Situation (vor dem Spiel): „Lutz strahlt Ruhe aus. Für mich ist entscheidend, wie wir mit der Mannschaft in den letzten Wochen, Monaten und auch Jahren zusammengearbeitet haben. Wir hatten immer schon Situationen, die etwas kritischer waren. Das ist auch jetzt der Fall, wir können damit umgehen.“

Lutz Pfannenstiel (Vorstand Sport Fortuna Düsseldorf) ...
... zur Situation (vor dem Spiel):
„Es gibt kein Ultimatum. Mich überrascht das, wo dieses Zwei-Spiele-Ultimatum herkommen soll. Wir stehen momentan nicht gut in der Tabelle, haben letzte Woche ein wichtiges Spiel verloren. Dieses Ultimatum ist von außen hereingetragen worden und kommt auf keinen Fall von vereinsinterner Seite. Wir haben Ruhe in der Mannschaft und in der Kabine. Ich sehe die Situation nicht so unruhig, wie sie diese Woche aufgekocht worden ist. Wir müssen am Ende auf die Tabelle schauen und unsere Punkte holen. Der Tabellenstand kann nicht unbedingt das einzige Kriterium sein. Wenn die Leistungsfähigkeit vom Trainerteam und der Mannschaft umgesetzt wird, dann stellt sich diese Frage nicht. Wir sind intern sehr geschlossen, haben einen guten Austausch. Es wurde sehr viel Unruhe von außen hereingetragen. Sachen, die wir uns auch nicht erklären können, von wo die herkommen. Wir haben eigentlich kein Problem damit. Friedhelm hat ganz klar angesprochen, dass er der Sache relativ entspannt ins Auge schaut.“
... zum Tabellenplatz (vor dem Spiel): „Der 18. Platz ist natürlich nicht das Ideale, das wir uns gewünscht haben. Dass Paderborn gestern diese Punkte holt, hatte niemand auf der Rechnung. Wir haben heute erst das zweite Spiel der Rückrunde und müssen Ruhe bewahren. Wenn wir es nicht schaffen, Paderborn hinter uns zu halten, haben wir es auch nicht verdient, in der Bundesliga zu bleiben. Wir werden auf alle Fälle noch einmal versuchen, in dieser Woche was auf dem Transfermarkt zu machen. Wir haben nicht das ganz große Budget zur Verfügung, trotzdem haben wir die Möglichkeit, noch etwas zu machen. Wir wollen uns noch auf einer Position verstärken und diese Möglichkeit ausschöpfen, dem Trainer noch mehr Material zu geben.“
... zur Zusammenarbeit mit Funkel (vor dem Spiel): „Der Trainer stellt schlussendlich die Mannschaft auf. Da gibt es einen Ehrenkodex zwischen Trainer und Sportdirektor, dass man sich nicht unmittelbar in die Aufstellung einmischt und dem Trainerteam das Vertrauen gibt. Genauso ist das bei uns.“
... zum Spiel in Leverkusen (vor dem Spiel): „Wir sind krasser Außenseiter. Leverkusen ist eine Mannschaft, die an einem guten Tag jede Mannschaft schlagen kann. Wir haben hart gearbeitet und gegen Bremen positive Sachen ziehen können. Genauso werden wir heute in das Spiel gehen, mit der klaren Einstellung, hier etwas holen zu wollen.“

Peter Bosz (Trainer Bayer 04 Leverkusen) ...
... zum Spiel:
„Wir haben heute nicht gut gespielt, total nicht gut. Am Ende gewinnen wir 3:0 und da muss man sehr zufrieden sein. Aber bei 1:0 war ich lange unruhig auf der Bank. Wenn man so viele Torchancen verpasst, ist es immer so, dass auf der anderen Seite der Ball reingehen kann.“
... zu den Kritikpunkten: „Wie wir im Ballbesitz gespielt haben, das Tempo war viel zu niedrig. Die Räume haben wir nicht genützt. Auch gegen den Ball haben wir nicht gut gespielt. Wir haben zu viele Torschüsse für Düsseldorf zugelassen, das darf nicht passieren. Damit war ich nicht zufrieden, weil wir es viel besser können. Die Räume waren da und wir haben die Spieler, die in diesen Räumen sehr gefährlich sein können. Das war zu wenig heute. Wir brauchen nicht negativ sein, aber vielleicht kritisch.“
... zur Torgefahr (vor dem Spiel): „Diese Chancenverwertung haben wir nicht richtig dargestellt. Wir waren zuhause oft die überlegene Mannschaft, haben aber leider nicht immer getroffen.“

Lars Bender (Torschütze Bayer 04 Leverkusen) ...
... ob die Situation super ist:
„Nein, gar nicht. Wir haben heute kein gutes Spiel gezeigt, klar können wir uns über die drei Punkte freuen. Wir haben uns ein besseres Spiel erwartet. Wenn man so viele Chancen liegenlässt, kann das Spiel auch eine andere Wendung nehmen. Da müssen wir uns definitiv verbessern. Wir wollen oben mitspielen und in die Champions League, da müssen wir anders auftreten. Wir haben auch drei Tore gemacht und keines kassiert, aber es war nicht das Spiel, das wir uns vorgestellt haben. Wir wollten viel besseren Ballbesitz, besser und aggressiver gegen den Ball arbeiten und dominanter auftreten.“
... zur Chancenverwertung: „Wir üben das, es war ein Schwerpunkt in der Vorbereitung, scheinbar trägt es noch nicht so die Früchte. Wir werden uns darauf fokussieren, die Dinger entschlossen und konsequenter zu machen. Die werden wir brauchen in dieser Saison.“
... zum eigenen Tor: „Ich weiß nicht, ob es noch Ärger gibt, dass ich da hinten aufgetaucht bin. Ich sollte eigentlich auf die Eins laufen, aber es hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir gewonnen haben.“
... zur Kritik: „Es ist keine wirkliche Kritik. Es geht darum, nicht nachzulassen und zu wissen, dass heute nicht alles gut war. Auch wenn man so ein Spiel 3:0 gewinnt. Wenn wir unseren Ansprüchen gerecht werden wollen, dann müssen wir noch ein bisschen drauflegen. Da warten noch Gegner, die uns das Leben deutlich schwerer machen werden und da werden wir mit solchen Chancen, wenn wir die liegenlassen, Probleme kriegen.“


Kai Havertz (Torschütze Bayer 04 Leverkusen) ...
... zum Spiel:
„Ich fühle mich immer gut, wenn wir gewinnen und ich auch ein Tor mache. Wir waren in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so aggressiv. Da müssen wir uns schon an der eigenen Nase packen. Wir haben das ein oder andere Mal Glück, dass wir kein Gegentor kassieren. Nichtsdestotrotz müssen wir nicht alles schlechtreden, hatten auch gute Aktionen und Chancen. Vielleicht ist das 3:0 ist ein bisschen zu hoch, aber wir sind zufrieden mit dem Sieg.“
... zur Situation: „Egal ob daheim oder auswärts, drei Punkte tun immer gut. Das Spiel heute tut uns persönlich auch sehr gut, weil wir zu Null gespielt haben. Darauf lässt sich aufbauen. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Wir versuchen, in jedem Spiel alles zu geben. Klar haben wir Ambitionen, aber es ist noch zu früh, um große Anforderungen zu stellen.“


Frank Baumann (Geschäftsführer Sport SV Werder Bremen) ...
... zu möglichen Verstärkungen:
„Ich glaube schon, dass wir noch einen Spieler verpflichten werden. Aber das hängt von vielen Faktoren ab. Wir haben immer gesagt, dass wir eher für den Offensivbereich noch was holen wollen. Da sind wir dabei, ob sich dann etwas Passendes realisieren lässt, das werden die nächsten Tage zeigen.“
... zur Trainerfrage: „Florian arbeitet sehr, sehr gut mit der Mannschaft. An der taktischen Ausrichtung, der Einstellung und der Motivation lag es definitiv nicht. Florian ist ein sehr guter Trainer für Werder Bremen und wird es auch bleiben.“


Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen): „Es ist jetzt wichtig, dass wir ruhig bleiben. Wir haben einen Sieg und eine Niederlage. Gegen den direkten Konkurrenten gewonnen und gegen einen Europacupkandidaten verloren. Das darf uns jetzt nicht umwerfen. Wir müssen weiter an uns arbeiten und dann die Punkte holen.“


Kevin Vogt (SV Werder Bremen) ...
... zum Spiel:
„Das Ergebnis ist natürlich komplett daneben. Bis zum 1:0 waren wir die aktivere Mannschaft, besser im Spiel und giftig in den Zweikämpfen. Wir waren uns der Situation bewusst, hauen uns zwei Tore selber rein und dann ist es schwer, zurückzukommen. Es ist maximal ärgerlich, aber es ist, wie es ist. Das müssen wir so schnell wie möglich aufarbeiten und abhaken.“
... zur Situation: „Ich bin total positiv gestimmt. Ich habe das Spiel letzte Woche mitspielen dürfen und da haben wir zurecht 1:0 gewonnen. Heute sind wir bis zum 1:0 die bessere Mannschaft. Wenn ich sehe, wie viele Chancen wir uns erarbeitet haben, dann hätte ich mir auch mehr Spielglück gewünscht. Es gibt viel Positives, was die Mannschaft mitnehmen kann. Wir sind uns der Situation bewusst, ich will nichts schönreden, aber es war viel Gutes dabei.“
... zum Spiel gegen seinen Ex-Klub: „Es ist immer speziell, ich war vor ein paar Wochen mit ihnen im Trainingslager und habe eine lange Vergangenheit bei der TSG. Ich kenne die Jungs, komme mit der Mannschaft gut klar, habe das aber heute ausgeblendet. Die Jungs werden zu mir in die Kabine kommen und mit mir sprechen, da wird Alfred nicht dabei sein.“


Davy Klaassen (SV Werder Bremen) ...
... zum Eigentor:
„Es war eine ganz hektische Situation. Ich habe versucht, den Ball hochzuschießen und dann ist er ins Tor gefallen. Nach dem 0:1 und auch nach dem 0:2 war noch was drin.“
... zum Applaus der Fans: „Das zeigt, dass die Fans hinter uns stehen und wir es in der ersten Halbzeit gut gemacht haben. Wir waren bis zum Sechzehner dominant, aber der letzte Schritt hat gefehlt.“
... zur Heimschwäche: „Letztes Jahr war das unsere Stärke, dass wir hier fast nie verloren haben. Dieses Jahr ist es nicht so. Wir müssen weitermachen. Es kommen zwei wichtige Spiele für uns, darauf werden wir uns fokussieren. Wir müssen unseren Fußball verbessern. Der letzte Schritt, wirklich gefährliche Torchancen herauszuspielen, muss besser werden.
... zur Situation: „Wir haben alle Vertrauen in uns, aber das ist nicht genug. Wir müssen es auch zeigen und Ergebnisse holen. Wenn wir diesen Weg weitergehen, wird auch das kommen.“


Sky Experte Heribert Bruchhagen ...
... zur Situation um Funkel:
„Die Diskussion ist müßig. Fortuna Düsseldorf war für mich von Anfang an mit den beiden Aufsteigern der Abstiegskandidat Nummer eins. Wenn man im Ergebnis nicht so gut abschneidet, dann kommt Kritik auf. Ich kann den Düsseldorfern nur zu Geschlossenheit raten. Das ist die einzige Chance, die noch verbleibt, um den 16. Tabellenplatz zu erreichen. Selbst wenn sie absteigen, dann gibt es keinen besseren Trainer als Friedhelm Funkel, der zig Mal den Wiederaufstieg geschafft hat und die Mannschaft kennt. Dann müsste die Fortuna erst recht dafür kämpfen, dass Funkel Trainer bleibt.“
... zu Werder Bremen: „Ich hätte mir von Werder Bremen einfach mehr Kombinationslust und Druck erwartet. Werder hat keine gute Leistung geboten, das kann man nicht nur auf die Vielzahl der Verletzten schieben. Das ist nur ein Teil der Erklärung. Das Bild, das Werder abgibt, ist im Moment von wenig Präzision und ganz großer Zurückhaltung geprägt.“

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