• Nagelsmann bejubelt „außergewöhnliche Leistung“ seiner Mannschaft
• Wagner erkennt starke Leipziger Leistung an: „Da können wir nicht mithalten“
• Schneider sieht keine Parallelen zur Schalker Vorsaison: „Ganz anderer Ansatz“
• Sky Experte Matthäus: „Leipzig hat perfekt gespielt“

Unterföhring, 22. Februar 2020 -
Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 23. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Schalke 04 und RB Leipzig (0:5) bei Sky.

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) ...
... zum Spiel:
„Ich hab den Jungs schon gesagt, dass das eine außergewöhnliche Leistung war, weil wir Mittwoch erst auswärts gespielt haben bei einem guten Gegner, das wir auch sehr gut bestritten haben. Dann musst du zu Schalke, eine Mannschaft, die derzeit vielleicht nicht so in Form ist, die aber aggressiv ist, dazu in einem sehr lauten Stadion. Wir hatten in der ersten Halbzeit eine Schwächephase von zehn, zwölf Minuten nach dem Führungstor, wo wir nicht so gut drin waren. Danach war es sehr gut, auch in der zweiten Halbzeit. Wir haben super verteidigt, wir haben im Spiel glaube ich drei Torschüsse zugelassen, nichts wirklich Gefährliches. Das war schon eine sehr starke Leistung von uns.“
... zum System: „Grundsätzlich sind wir davon ausgegangen, dass Schalke pendelt zwischen einer Dreierkette und einer Raute, was sie auch gemacht haben. Im Prinzip haben sie dann die ganze erste Halbzeit mit Dreierkette gespielt, da wollten wir die drei zentralen Mittelfeldspieler gut in Manndeckung nehmen. Wir haben gewusst, dass wir immer wieder Verlagerungsräume kriegen, wenn wir den Ball gewinnen. Das hat man auch gesehen.“
… zum Interesse anderer Klubs an den Leipziger Spielern: „Da können wir noch nicht ganz mithalten mit den Big Playern in Europa. Aber das ist das Geschäft, da müssen wir weiter gut mit klarkommen, weiter gut scouten, gute Entscheidungen treffen, aber vielleicht nicht mitmachen bei den ganz verrückten Sachen. Hier wurden viele gute Entscheidungen schon getroffen, lange bevor ich im Amt war. Es wird aber immer passieren, dass ein sehr guter Spieler geht.“
… zur chaotischen Rückreise aus London: „Wenn die Grenzkontrollen bei dem kleinsten Londoner Flughafen schon zweieinhalb Stunden dauern, dann ist das schwer zu kalkulieren. Ich war schon sauer, weil jeder seine Schuhe ausziehen musste bei einem Charterflug. Das ist nicht optimal, wenn man ein Bundesligaspiel bestreiten muss. Wir müssen es anders machen, das haben wir besprochen.“
... zum angeblichen Interesse von Liverpool an Timo Werner (vor dem Spiel): „Es interessiert mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht, das wird vielleicht im Sommer akut für mich. Manchmal fehlt ihm gerade das Fortune, aber das kommt auch wieder. Für uns ist er weiter ein ganz wichtiger Spieler.“

Marcel Sabitzer (Kapitän und Torschütze RB Leipzig) …
… zum Spiel:
„Wir haben heute nicht so ein einfaches Spiel erwartet. Wir sind spät nach Hause gekommen, waren etwas müde. Wir haben versucht, alles rauszuhauen, das haben wir ab der ersten Minute gut gemacht. Wir haben viele Räume vorgefunden, mit denen wir etwas anfangen konnten. Es geht auch in der Höhe in Ordnung. Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen, nach so einer harten Woche.“
… zu seinen wechselnden Positionen: „Darüber mache ich mir wenig Gedanken. Wo der Trainer mich aufstellt, was er von mir erwartet, das versuche ich umzusetzen.“
… zu seinem Tor: „Man hat ja schon so ein Gefühl, wenn der Ball den Fuß verlässt. Ich habe direkt gemerkt, dass er gefährlich werden kann, dass er so reinfliegt, ist natürlich toll.“
… zur Leistung trotz wenig Rotation von Nagelsmann: „Das spricht von Mentalität, von Charakter, von Leidenschaft. Wir haben die letzten vier Spiele zu Null gespielt, das zeichnet uns auch aus, obwohl wir schon länger in der Abwehr Ausfälle haben. Wenn wir so weitermachen, sind wir schwer zu stoppen, aber wir müssen immer 100 Prozent bringen.“

Timo Werner (Torschütze RB Leipzig) …
… zum Ende seiner Durststrecke:
„Die war da, die war in der Vorrunde auch schon da. Wir haben uns als Team herausgekämpft, ich mich aber auch. In Tottenham war es ein kleiner Anfang, heute mit dem 5:0 als Spitze nochmal.“
… zur Frage, wohin die Leistungen Leipzig noch führen: „Hoffentlich weiter nach oben. Wir haben viel vor, haben uns in der Bundesliga in eine gute Position gebracht, mit dem Hinspiel in Tottenham haben wir uns einen Gefallen getan. Wir spielen wieder guten Fußball, das haben wir heute über 90 Minuten gezeigt.“
… zu seinem Tor: „Nachdem es gegen Bayern nicht geklappt habe und ich da kläglich versagt habe und es auch insgesamt nicht lief zuletzt, da musste der einfach rein, damit ich meinen Seelenfrieden habe.“
… zu Liverpool: „Letztes Jahr, bis ich meinen Vertrag verlängert habe, war es immer Bayern München, jetzt ist durch die Medien und durch unser Spiel in England Liverpool hochgekommen. Wir haben dort mit den besten Trainer der Welt mit Jürgen Klopp, der deutsch ist. Es sprechen viele Sachen dafür, dass ich mit meiner Spielweise da vielleicht gut hinpassen würde. Aber ich mache mir da keine Gedanken drüber, weil wir so viel gerade mit Leipzig zu tun haben. Man sieht ja, wir haben gegen Tottenham gewonnen, aber wir haben auch noch ein Rückspiel. Es ist schwer, sich da dann Gedanken zu machen, wo spielt man nächstes Jahr, wenn man hier und jetzt Gas geben will.“
… zur Frage, ob es ausgeschlossen ist, dass er nächste Saison in Leipzig spielt: „Ausgeschlossen ist nichts. Wir haben im Sommer noch die EM, da will ich mich drauf fokussieren, was darüber hinaus geht, darüber muss man sich nach der Saison Gedanken machen. Anfragen kommen rein, da muss man auch nicht lügen, dass es so ist.“

David Wagner (Trainer FC Schalke 04) ...
... zum Spiel:
„Unzufriedenheit, Enttäuschung, das ist klar. Wir hatten heute zu viele Spieler, die nicht ihre Form hatten und dementsprechend kannst du gegen eine Mannschaft, die auf Champions-League-Niveau spielt, auch zu Hause, nicht mithalten. Von daher ist es eine verdiente Niederlage.“
... zum frühen Gegentor: „Das macht natürlich viel mit der Psyche, wenn du nach einer Minute so ein Tor bekommst. Du versuchst dich dann reinzubeißen und bekommst dann in der zweiten Halbzeit das zweite und das dritte. Das macht was mit dir und insbesondere, wenn du eine junge Mannschaft bist. Das ist die Erklärung dafür.“
... zur Leistung von Alexander Nübel: „In die Einzelkritik zu gehen verbietet sich heute. Es waren zu viele Spieler, die heute nicht in Form waren. Das ist nicht schön, aber das müssen wir akzeptieren. Wir müssen arbeiten, um die Spieler wieder in Form zu bringen.“
… zur Frage, wie schwer die Phase für ihn ist: „Für mich persönlich ist das keine schwere Geschichte. Das gehört als Trainer dazu, mit Phasen, in denen es nicht läuft, umzugehen und die Jungs wieder in Form zu bringen. Das ist Part of the Game, daher ist das für mich kein großes Thema.“

Jochen Schneider (Sportvorstand FC Schalke 04) ...
... zum Spiel:
„Es war sehr bitter für uns, es hat schon in der ersten Minute sehr bitter begonnen und das hat sich dann durchgezogen. Wir sind heute auf einen sehr starken Gegner getroffen, der in allen Belangen überlegen war und hochverdient gewonnen hat. Wir haben derzeit ein paar Probleme mit Spielern, die nicht in ihrem Rhythmus sind wegen Verletzungen. Es fehlt ein bisschen die Form, da war das heute der denkbar schlechteste Gegner.“
... zum Vergleich mit der Phase in der Vorsaison: „Überhaupt nicht, das ist ein ganz anderer Ansatz. Es ist eine Phase, die jede Mannschaft in einer Saison erlebt, da gibt es gute Gründe für. Wichtig ist jetzt, Ruhe zu bewahren, Geduld walten zu lassen, es richtig einzuordnen und mit den Jungs zu arbeiten, dann werden wir auch wieder bessere Spiele machen.“
… zu Alexander Nübel: „Alex hat so viele Spiele für uns gewonnen, dann sei es ihm mal gestattet, dass er auch Fehler macht. Alex ist einer von uns, es gab auch Pfiffe, aber wie die Schalker Fans insgesamt reagiert haben, war grandios und zeigt, welchen Zusammenhalt wir hier haben.“

Weston McKennie (FC Schalke 04) ...
... zum Spiel:
„Es ist wie es ist. Die Leute haben gesehen, wie das Spiel ausgegangen ist. Es ist schwer, wenn man ein frühes Tor bekommt, für das Selbstbewusstsein. Wir hatten Zeit, zurückzukommen, haben es aber nicht getan. Sie haben uns ausgespielt, sie sind sehr stark. Wir müssen weiter arbeiten. Wir haben eine geile Hinrunde gespielt, wir verlieren zusammen, wir gewinnen zusammen. Für uns ist es sehr wichtig, dass die Fans immer noch hinter uns sind, auch wenn wir die letzten vier Spiele nicht gewonnen haben. Auch nach solchen Spielen müssen wir den Kopf hochhalten.“
... zu seiner Auswechslung: „Ich war überrascht, aber ich respektiere die Entscheidung des Trainers. Der Spieler muss rauskommen und manchmal macht es die Mannschaft dann besser. Ich werde die Woche wieder trainieren und versuchen, es besser zu machen.“

Daniel Caligiuri (FC Schalke 04, vor dem Spiel) ...
... zum Gesundheitszustand und ob er zum Derby wieder fit ist:
„Mir geht es soweit sehr gut, es ist ein guter Heilungsprozess. Man muss von Tag zu Tag abwarten, wie ich mich steigern kann. Ich schließe es nicht aus, ich habe ein gutes Heilfleisch. Als Fußballer hat man Ziele, aber man muss vorsichtig sein.“
... zu den laufenden Vertragsgesprächen: „Wir sind im Austausch. Ich will erstmal schauen, dass ich gesund werde und zurück auf dem Platz bin. Dann sehen wir in den nächsten Wochen weiter. Die Verhandlungen gehen nicht von heute auf morgen, jetzt mache ich mir keinen Kopf darüber.“

Sky Experte Lothar Matthäus ...
... zur Reaktion der Schalker Fans nach der Niederlage:
„Es ist der Zusammenhalt auf Schalke, das ist das Wichtigste. Der Applaus der Schalker Fans, das ist fantastisch, das ist Gänsehaut für mich. Die Spieler haben malocht, aber sie haben heute ihren Meister gefunden. Leipzig hat ein Top-Spiel gemacht. Die Schalker Fans bekommen eine Eins mit Sternchen von mir.“
… zum Spiel: „Schalke hat vielleicht alles gegeben, was heute möglich ist, aber sie haben heute gegen eine perfekt spielende Leipziger Mannschaft 0:5 verloren. Was ich bei Leipzig häufig kritisiert habe, dass sie nicht über 90 Minuten die Leistung zeigen, heute haben sie es gezeigt. Die Mannschaftsteile greifen ineinander, die Bereitschaft, für jeden alles zu geben, das ist noch ein Schritt mehr als in der Vorrunde.“
... zur Leistung von Marcel Sabitzer: „Marcel Sabitzer hat heute ein Riesenspiel gemacht, er hat den Grundstein gelegt zum 5:0. Er kann auf mehreren Positionen spielen, in der ersten Halbzeit vorne rechts, nachdem Laimer rausgegangen ist, hat er auf der Sechs gespielt. Er ist in hervorragender Form. Er ist ein Mannschaftsspieler, das zeichnet ihn aus, deshalb ist er auch so ein guter Kapitän.“


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