• Köln besiegt auch Schalke: „Wir haben eine Gier entwickelt“
  • Schalke kriecht auf dem Zahnfleisch - Wagner: „Wir müssen beißen“
  • Erneuter Patzer von Alexander Nübel: „Alex ist einer von uns“
  • Sky Experte Matthäus rät Wagner zu Torwarttausch: „Tut Nübel keinen Gefallen“

    Unterföhring, 29. Februar 2020
    - Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 24. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 (3:0) bei Sky.

    Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln) ...
    … zum Plakat gegen Dietmar Hopp:
    „Für uns war es schade, weil wir sehr heiß aus der Kabine gegangen sind und auf das Sportliche bezogen wurde uns dadurch etwas der Elan genommen. Wir hatten dann ein paar Schwierigkeiten, ins Spiel reinzufinden in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit. Vom Sportlichen gelöst sind das Dinge, die gehören einfach nicht in unseren Sport. Es ist ganz wichtig, dass wir da keine Plattform bieten für verschiedene Dinge, die einfach nichts mit unserem Fußball zu tun haben.“
    ... zur Form (vor dem Spiel): „Wir haben eine ganze Menge unternommen in den letzten Wochen und ganz gute Ergebnisse erzielt, was die Spielweise betrifft und das hat sich dann auch in Punkten niedergeschlagen. Wir haben etwas Anlaufzeit gebraucht, haben nach zwei, drei Wochen erste Erfolge gehabt. Die Mannschaft war total bereit. Es war schön, dass ich so empfangen wurde von der Mannschaft und die Mannschaft signalisiert hat, Trainer zeig uns den Weg und wir gehen ihn mit. Vom ersten Moment war es ein tolles Miteinander, und sie ist absolut lernwillig, weil sie mitmacht, ohne es zu hinterfragen.“
    … zur Vereinbarung bezüglich Mark Uth (vor dem Spiel): „Es gibt Abmachungen und Vereinbarungen, die man einhalten sollte. Uns war klar, wenn wir Mark Uth holen, dann haben wir den Spieler 16 Spiele und in einem Spiel müssen wir auf ihn verzichten. Deshalb haben wir den Gedanken gar nicht weiter verfolgt.“

    Florian Kainz (1. FC Köln) …
    … zu den Gründen für den Aufschwung:
    „Dass wir alle gemeinsam verteidigen, dass wir gemeinsam arbeiten, dass wir kämpfen, dass wir Leidenschaft zeigen und die Konterchancen zur Zeit gut ausspielen. Das macht es derzeit aus, dass es so gut läuft.“
    … zur Frage, welche Rolle der Kopf spielt: „Natürlich spielt der Kopf eine Rolle, aber wir haben gerade zu Hause zuletzt gute Leistungen gezeigt, viele Punkte geholt, eigentlich nur einmal schlecht gespielt gegen Bayern. Mit den Fans im Rücken können wir immer wieder Positives schaffen.“
    … zum 3:0: „Ich glaube nicht, dass ich das Tor bekomme. Letzte Woche war es so ähnlich, da habe ich es bekommen. Aber es ist ja im Endeffekt egal. Es war wichtig, dass wir nach dem guten Sieg letzte Woche das Spiel heute wieder so gut angegangen sind und das bestätigt haben.“
    … zu Alexander Nübel: „Natürlich tut es mir leid für ihn, aber wir haben das Tor gemacht in dem Fall und für uns war es wichtig, dass wir das Tor gemacht haben. Weil bei einem2:0 kann immer noch etwas passieren zum Schluss. Tut mir leid für ihn, aber freut mich für uns.“

    Bastian Oczipka (FC Schalke 04) …
    … zum Spiel:
    „Die Kölner waren die ersten zehn, 15 Minuten stärker, hatten da einige Chancen gehabt und machen da das Tor. Und es tut uns momentan einfach nicht gut, wenn wir ein frühes Gegentor kriegen. Dann waren wir phasenweise gar nicht schlecht im Spiel, gerade in der zweiten Halbzeit, wollten uns nochmal berappeln, aber im Endeffekt war der letzte Pass, der zur Torchance führte, einfach zu wenig.“
    … zu den Gründen für die Krise: „Es gibt viele Faktoren, die da eine Rolle spielen. Gestern auch wieder zwei Hiobsbotschaften, wenn Suat Serdar und Omar Mascarell ausfallen. In der Hinrunde haben wir es besser hinbekommen, die Ausfälle zu verkraften. Aber momentan kriegen wir es einfach nicht hin. Es ist einfach zu wenig.“
    … zu den kommenden Spielen: „Es bringt jetzt nichts zu meckern oder Trübsal zu blasen. Wir wissen, dass es derzeit eine schwierige Phase ist, das ist uns allen bewusst. Aber der einzige Weg ist, dass man sich über das Training das Selbstvertrauen, die Härte zurückholt. Da müssen wir das wieder auf den Platz kriegen.“
    … zu Alexander Nübel: „Es ist natürlich klar, dass das jetzt aufgebauscht wird. Das ist uns bewusst. Aber ich will jetzt keinen Einzelnen an den Pranger stellen, wir verlieren zusammen, wir gewinnen zusammen, dabei belassen wir es.“

    Jonas Hector (Kapitän 1. FC Köln) …
    … zur Frage, ob der Klassenerhalt geschafft ist:
    „Nee auf keinen Fall. Wir waren ja selbst schon in der Situation vor der Winterpause, dass wir mit drei Spielen ganz schnell einen Trend geschafft haben. Und genau das kann den anderen Mannschaften auch passieren. Deshalb müssen wir vorsichtig sein, müssen unsere Punkte einfahren und dann steht dem Ganzen nichts im Wege.“
    … zu den Gründen für die Form: „Wir haben eine gute Kompaktheit, aus der wir anlaufen, haben heute fast gar nichts zugelassen. Aus dieser Kompaktheit kontern wir gut. Und momentan haben wir auch das Spielglück, dass die Dinger reinfallen, egal wie. In Berlin war es ein abgefälschter Schuss, heute war es das Eigentor, was etwas komisch war. Aber das nimmst du dann gerne mit.“
    … zu Jhon Cordoba: „Man muss sich ja nur mal ein Spiel von uns über 90 Minuten angucken, was er da vorne mit den Verteidigern macht. Das macht es uns natürlich auch einfacher. Wir haben eine Anspielstation vorne, die immer geht, der immer was macht. Das hilft uns enorm weiter, dass wir da vorne so einen Anker drin haben.“
    … zum Plakat gegen Dietmar Hopp: „Im Vorhinein habe ich wirklich gar nichts mitbekommen, das wurde uns auch nicht kommuniziert. Klar hat man das in Hoffenheim mitbekommen, es ist natürlich schade, dass so etwas im Fußballstadion passiert, generell Anfeindungen oder so etwas. Ich finde, die Fans unterstützen uns in den letzten Wochen enorm, auf ihre Weise. Und so sollte es eigentlich weitergehen, dass sie uns unterstützen. Ich stehe auf dem Platz, wir konzentrieren uns auf das Spiel. Das ist eigentlich eine Sache, die uns nicht zu interessieren hat. Wenn Spiele nicht angepfiffen werden wegen solchen Sachen, dann ist das extrem schade. Gerade weil wir zur Halbzeit 2:0 führen. In Hoffenheim war es dasselbe, die Bayern führen 6:0 in Hoffenheim. Und dann droht dem Spiel der Abbruch. Das muss einfach nicht sein.“
    … zur Frage, ob er überlegt habe, nach dem Spiel nicht in die Kurve zu gehen: „Das ist ja das Schwere an der Sache. Da stehen 20.000 Leute auf der Tribüne, wenn dann von den 20.000 20 ein Plakat hochheben, warum sollte man die anderen bestrafen, die uns über 90 Minuten extrem unterstützt haben. Da liegt es an der Aufarbeitung. Ob das unsere Abteilung ist, die sich mit den Mitgliedern zusammensetzen, vielleicht auch mit den Fanclubs und das Thema einfach mal durchdiskutieren.“

    Alessandro Schöpf (FC Schalke 04) …
    … zum Spiel:
    „Es ist schwer zu erklären. Ich glaube, dass wir schwer ins Spiel gefunden haben, am Anfang auch die nötige Aggressivität haben vermissen lassen. Dann kassieren wir das Standard-Gegentor und dann wird es in so einem Spiel natürlich nicht einfacher für uns. Der Gegner hat es gut gemacht, defensiv gut gestanden und immer wieder Konter gesetzt nach vorne. So ist das 2:0 entstanden und wenn du hier zur Halbzeit 0:2 hinten bist, dann wird es natürlich schwer.“
    … zu den aktuellen Defiziten: „Wir tun uns momentan schon sehr schwer mit Torchancen herausarbeiten, im letzten Drittel fehlt uns etwas die Genauigkeit, die letzte Konsequenz, die Zielstrebigkeit. Das fehlt uns momentan einfach. Das müssen wir uns wieder erarbeiten, aber da hilft alles Lamentieren auch nichts. Wir müssen weiter hart im Training arbeiten und dann wird es auch wieder besser werden.
    … zu Alexander Nübel: „Ich finde es sehr schade und traurig, wie die Fans reagieren. Alex ist auch nur ein Mensch, er macht auch Fehler, deswegen stehen wir zu Alex, wir wissen, was wir an ihm haben. Vor einigen Monaten haben die Fans ihn gefeiert, da hat er uns einige Punkte gerettet, hat überragend gehalten. Jeder Mensch hat mal eine Schwächephase und ein Formtief, das ist ganz normal, da müssen wir als Mannschaft zusammenstehen, zusammenhalten. Alex ist einer von uns, deswegen kann ich nicht verstehen, dass die Fans so reagieren. Sie haben ganz klar gefordert Nübel raus, ich kann das nicht nachvollziehen. Alex hat alles für den Verein gegeben, jetzt wechselt er den Verein, das ist völlig legitim und deswegen kann ich das nicht verstehen.“

    David Wagner (Trainer FC Schalke 04) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben das Spiel verloren aufgrund dreier Tore, die wir sehr einfach weggegeben haben. Standardtor, Kontertor, bei dem wir eigentlich eine gute Abschlussmöglichkeit hatten, und Torwartfehler. Die Jungs haben es probiert, aber die Schwierigkeiten, die wir haben, sind ja nicht von der Hand zu weisen.“
    ... zur aktuellen Phase: „Wir verlieren gestern im Abschlusstraining Suart Serdar mit einem angebrochenen Zeh, Omar Mascarell mit einer Adduktorenverletzung, durch die er den Rest der Saison ausfallen wird und dann Ozan Kabak nach zehn Minuten. So etwas geht an der Mannschaft nicht spurlos vorüber. Wir haben schon genug angeschlagene Spieler, und das ist dann auch die Erklärung. Der Ansatz ist der, dass wir beißen, so gut wir können und schauen, dass unsere Angeschlagenen zurückkommen. Wir müssen uns in jedes Spiel beißen, was sehr schwer ist, weil Automatismen überhaupt nicht mehr vorhanden sind. Aber das gilt es zu akzeptieren, die einzigen, die das ändern können, sind wir.“
    ... zu Alexander Nübel: „Wir werden dieses Spiel sacken lassen, besprechen und dann werden wir weitersehen. Das ist nichts, was heute entschieden wird. Natürlich versuche ich, ihn aufzubauen. Er ist Teil unserer Gruppe. Wenn wir über Bayern nachdenken, denken wir auch über die Aufstellung nach.“

    Horst Heldt (Geschäftsführer Sport 1. FC Köln) ...
    ... zum Spiel:
    „Ich glaube, das war heute ein wichtiger Sieg, weil nicht alle gepunktet haben. Von daher haben wir wieder eine gute Partie gemacht, denke auch verdient gewonnen, weil wir gerade in der ersten Halbzeit gut verteidigt haben, aber auch aggressiv nach vorne gespielt haben. Eine Standardsituation hat zum Tor geführt, dann einen blitzsauberen Konter gemacht, das gehört zum Spiel dazu, ist eine Stärke von uns und da sollten wir auch nicht nachlassen. In der zweiten Halbzeit haben wir noch einen Schuss zugelassen und eine Situation Eins-gegen-Eins, aber Timo ist auch extrem gut drauf. Wir haben zum wiederholten Male zu Null gespielt. Was auch einfach toll ist, ist die Gier, die wir auf dem Platz entwickelt haben. Jeden Zweikampf gewinnen zu wollen und am Ende auch versuchen zu wollen, attraktiven Fußball zu spielen.“
    ... zu den Europapokal-Gesängen: „Ich weiß, wie es ist, aber ich glaube, da haben wir noch eine Menge Arbeit.“
    … zum Plakat gegen Dietmar Hopp: „Ich wusste wirklich nicht viel, außer dass es auch bei unserem Spiel heute Abend zu solch einer Protestaktion kommen kann. Ich glaube, wir haben die richtige Antwort gegeben. Es war auch schnell wieder erledigt. Man kann sich da auch nicht wirklich vorbereiten. Es ging darum, ein Zeichen zu setzen. Wir sind geschlossen dahingegangen und haben uns mit den Verantwortlichen unterhalten. Dann sind wir auch wieder zurückgegangen und dann war das Plakat auch wieder weg. Wir haben uns mit dem Fanbeauftragten unterhalten und der hat uns die Anweisung gegeben, wir sollen wieder auf unsere Plätze gehen und dann wird das Plakat abgehangen. Und so war es dann auch. Ich glaube, wir haben das gut gelöst. Wir sind mit allen Männern in die Kurve gegangen, haben uns kurz ausgetauscht und danach war auch Ruhe. Trotzdem sollten wir mehr über Fußball sprechen.“
    … zur Frage, ob der Fußball Schaden nimmt: „Der Fußball wird immer siegen, weil der Fußball vieles überlebt hat. Wir sind uns ja einig, dass keiner so etwas möchte. Darüber gibt es keine Diskussion. Aber es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Meine Erfahrung ist die, dass Kommunikation am Ende des Tages immer sinnvoll ist, weil ohne Kommunikation gibt es keine Lösung.“
    … zu den Gründen für den Aufschwung: „Was wir tatsächlich geschafft haben, ist sowohl zu Hause als auch auswärts eine Atmosphäre zu schaffen, auf und außerhalb des Platzes, dass wir eins sind, das merkt man. Jeder will seine Rolle ausfüllen und gibt alles dafür am Ende des Tages. Deswegen kommen die Ergebnisse auch zustande. Das ist kein Zufall, das ist harte Arbeit von jedem Einzelnen, angeführt von Markus Gisdol und seinem Trainerteam. Jeder zieht mit und man merkt, dass der Mannschaft das Spaß macht, dass es dem Einzelnen Spaß macht. Deshalb sind wir in der Lage, positive Ergebnisse zu erzielen.“

    Mark Uth (1. FC Köln, vor dem Spiel) ...
    ... zu Markus Gisdol:
    „Ich habe damals auch mit Freunden diskutiert und ich habe gesagt, dass dieser Fußball, den Markus Gisdol spielen lässt, gut zum FC passt. Dieses Pressen vorne, auf die zweiten Bälle gehen und dann möglichst schnell zum Tor. Das hat der FC gebraucht.“
    ... zu seiner Zeit beim FC: „Schalke war einfach eine sehr schwierige Zeit für mich, gerade im ersten Jahr hat es überhaupt nicht geklappt, mit mir, mit uns als Mannschaft. Wir haben sehr schlechten Fußball gespielt, dazu hatte ich viele Verletzungen gehabt, viel Pech damit. Der Tapetenwechsel tat gut. Für einen anderen Verein hätte ich es nicht gemacht.“
    ... zu Dietmar Hopp: „Dietmar Hopp ist einfach ein unfassbar lieber Mensch, der ganz ruhig sein Ding macht. Viele Leute wissen gar nicht, wie viel Geld er spendet, für die Medizin, für ärmere Menschen. Deswegen kann ich das nicht verstehen. Ich habe da gar kein Verständnis für.“

    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    … zu Alexander Nübel:
    Es ist eine schwere Entscheidung, aber aufgrund des wiederholten Fehlers wird auch beim Trainer ein Umdenken stattfinden. Beide sind nicht überragend, aber er tut auch Nübel keinem Gefallen, wenn er gegen Bayern spielt. Die Fans nehmen Nübel ja nicht den Fehler übel, sondern, dass er sich lieber bei Bayern auf die Bank setzt. Das beschäftigt ihn vielleicht auch etwas, dass er den Gegenwind von Manuel Neuer mitbekommen hat.“
    ... zu den Aktionen gegen Dietmar Hopp (vor dem Spiel): „Geschockt, man tut hier einem Menschen Unrecht. Die Solidarität zwischen Spielern, den richtigen Fußballfans, auch zwischen den Verantwortlichen, war eine starke Antwort, auch dass sie in den letzten zehn Minuten gar nicht mehr ans Fußballspielen gedacht haben, sondern ein Zeichen zu setzen. Und ich hoffe, dass dieses Zeichen ankommt. Ich will kein Zeichen vom DFB, von der DFL oder von den Schiedsrichtern, dass Spiele abgebrochen werden. Es kann nicht sein, dass wir uns von solchen Idioten so beeinflussen lassen, dass Spiele am Grünen Tisch entschieden werden.“

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