• Dortmund-Trainer Favre nach 2:1 zufrieden: „Sehr wichtig für die Meisterschaft“
  • Hofmann über nicht gegebenen Elfmeter erzürnt: „Es ist Wahnsinn!“
  • BVB-Sportdirektor Zorc zur Fan-Problematik: „Halte nichts von Law-and-Order-Mentalität“
  • Sky Experte Matthäus über Fans: „War für 30.000 der Judas“

    Unterföhring, 7. März 2020
    - Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 25. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund (1:2) bei Sky.

    Mats Hummels (Borussia Dortmund) ...
    ... zur Einstellung:
    „Wir haben das System gar nicht so groß umgestellt. Wir haben eine andere Herangehensweise, das war heute ein Fight, den wir angenommen haben. Wir sind in die Zweikämpfe gegangen und haben uns nichts gefallen lassen. Das hätte vor ein paar Wochen noch anders ausgesehen. Das ist ein Spirit, den wir im Training nach und nach reinbekommen, zu dem Emre und Erling ganz große Teile beitragen mit ihrer Art und ihrer Art, Fußball zu spielen. Emre vor allem auch, verbal voranzugehen. Es tut uns sehr gut, von dieser Sorte noch zwei bekommen zu haben. Jetzt haben wir die richtige Balance aus Künstlern und Arbeitern oder Leuten, die beides können."
    ... zum System: „Es hat Vor- und Nachteile im Aufbauspiel. Aus einer zentralen Position kann ich das ganze Feld besser erreichen. Das Stilmittel des Andribbelns geht ein bisschen ab, das ich immer gern gemacht habe. In der zentralen Rolle ist es nicht hilfreich für die Mannschaft. Der ganze Rest funktioniert gut, weil wir auf den anderen Positionen ballsicherer geworden sind. Ich bin ein Kämpfer, Zeit meines Lebens definiere ich mich über Verteidigen und Zweikampfstärke.“
    ... zum Titelkampf: „Wir müssen die nächsten drei Spiele gewinnen. In Paris können wir auch gerne 7:6 verlieren, wenn wir dann weiterkommen. Wir müssen weiterkommen und wollen unsere beiden Spiele gewinnen, um dann im Heimspiel im April anzugreifen. Man muss es nicht ganz oft sagen, aber Bayern spielt gerade einen sehr starken Fußball. Da müssen wir bis dahin alle Punkte holen und dann auf dem absoluten Maximum sein.“
    ... zu Haaland: „Er hat wie immer alles gegeben für die Mannschaft. Er will mit viel Einsatz ein Tor verhindern. Das Tor hat mir auch nicht ganz so gefallen, dass man so ein Tor schießt, weil sie dachten, der Schiedsrichter würde abpfeifen. Das ist natürlich nicht passiert, ärgert einen ein bisschen, wenn beim Tor bisschen ein Gschmäckle dabei ist. Wir haben nichts Unsportliches getan, aber es sah bei drei bis vier Positionen der Gladbacher so aus, als würden sie mit einer Spielunterbrechung rechnen.“

    Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) ...
    ... zum Spiel:
    „Es war sehr wichtig für die Meisterschaft. Es war sehr schwer, aber verdient. Sie sind sehr gut und gefährlich, spielen sehr effizient. Wir haben das Spiel ziemlich gut kontrolliert. Die erste Halbzeit war nicht top. Wir bekommen das 1:1 unerwartet nach der Ecke, es war ein kleiner Fehler von uns. Nach dem 1:1 haben wir mit Paff und Tempo nach vorne gespielt mit viel Ballbesitz viele Torchancen kreiert, das war sehr gut. Wir hatten viel Ballbesitz in der Hälfte von Gladbach.“
    ... zum 1:1: „Er steht ganz klar im Abseits, wenn Haaland nicht zurückgeht. Er will helfen, das ist positiv. Wir sind überrascht auf dem zweiten Pfosten. Wir lernen immer.“
    ... zu Sancho (vor dem Spiel): „Er hat am Dienstag und Mittwoch nicht trainiert. Er ist heute zu mir gekommen und gesagt, dass er sich nicht danach fühlt, von Anfang an zu spielen. Er war krank. Ich kann ihn heute bringen. Haaland war erkältet und extrem müde, er hat sehr viele Spiele gemacht.“
    ... zum Spiel (vor dem Spiel): „Gladbach spielt regelmäßig 4-2-3-1, aber sie können viel ändern, sind sehr flexibel mit den Spielern, die sie haben. Sie sind auch sehr gefährlich und spielen einen guten Fußball. Wie immer, wir müssen sehr clever spielen. Wir haben ein paar Fortschritte gemacht und haben es gut gemacht, ein paar Sachen haben wir noch zu verbessern.“

    Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund) ...
    ... zu Haaland (vor dem Spiel):
    „Der ist schon besonders mit seiner ganzen Art. Ich habe selten so einen jungen Burschen gesehen, der so fokussiert ist und so viel Mentalität mitbringt, überhaupt nicht zögert, nicht viele Fragen stellt und sagt: ‚Es ist normal, dass ich die Dinger reinhaue.‘“
    ... zu den Fans (vor dem Spiel): „Es ist keine einfache Situation. Bislang haben wir in der Liga in den letzten Monaten und Jahren keine wirkliche Lösung gefunden. Es ist für mich richtig, im Dialog zu bleiben. Ich halte nichts von einer Law-and-Order-Mentalität, die führt am Ende zu nichts. Dann hast du nur irgendwelche Grenzen aufgebaut. Ich plädiere für eine sehr differenzierte Betrachtung der Dinge. Bei uns stehen die Ultras für sehr viele gute Funktionen, auch politisch. Sie machen nicht nur gute Choreos, sondern halten teilweise auch die rechte Szene vom Stadion fern. Das ist eine sehr wichtige Funktion. Wenn solche Grenzen überschritten werden, dann muss das auch sanktioniert werden. Das ist ganz klar, da müssen wir uns komplett dahinterstellen, damit nicht einzelne Menschen diffamiert werden. Das Fadenkreuz ist nicht akzeptabel und das wollen wir nicht mehr sehen. Bei Gewaltandrohungen ist eine Grenze zu ziehen.“
    ... zur Situation (vor dem Spiel): „Wir wollen auswärts auch die großen Spiele gut gestalten. Das war in der Vergangenheit nicht so. Mönchengladbach spielt eine hervorragende Saison und ist für mich die positive Überraschung in der Liga. Es ist sehr eng, Leverkusen drückt von hinten. Wenn man weiter oben dranbleiben will, dann darf man heute nicht verlieren.“

    Thorgan Hazard (Torschütze Borussia Dortmund): „Es war ein schweres Spiel, aber die drei Punkte sind wichtig für uns. Gladbach spielt sehr gut in dieser Saison und es ist immer schwer, hier zu gewinnen. Manchmal musst du viel arbeiten, es ist nicht immer ein 4:0 oder 5:0. Vielleicht hätte ich heute mein erstes Tor in meinem Leben mit dem Kopf gemacht, aber Yann hat eine super Parade gemacht. Mit Links schieße ich nicht viel. Der erste Ballkontakt war nicht gut. Erling hat es gut gemacht. Das erste Mal, dass ich hier zurückkomme, hier habe ich super Momente mit allen erlebt. Es ist ein bisschen komisch, aber das ist Fußball.“

    Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Spiel:
    „Das war ein ganz enges Spiel. Es war ein Kampfspiel und nicht das erwartete Spiel. Es gibt entscheidende Momente im Spiel, die Dortmund mit zwei Toren für sich entschieden hat. Wir haben unsere Chancen nicht gemacht, gar kein Vorwurf an die Jungs, wir haben einen großen Fight abgeliefert, trotzdem haben wir uns heute mehr gewünscht, deshalb sind wir auch schwer enttäuscht. Wir haben wahrscheinlich verdient verloren, weil wir in den entscheidenden Situationen etwas nicht richtig gemacht haben. Das war heute wieder genauso ein Spiel, sehr eng. Wir ziehen wieder mit einem Tor den Kürzeren, obwohl wir uns sicher mehr verdient hätten. Man sieht die Tore, Dortmund war bis dahin nicht in der Nähe des Sechzehners. Wir hatten eine richtig starke erste Halbzeit. Dortmund hatte außer dem Tor gar nichts, sie sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Wir haben eine Phase gehabt, wo wir zu viel gewollt haben. Das sind die Momente, die uns noch fehlen, um die ganz großen Mannschaften zu schlagen.“
    ... zum 1:2: „Auch ein Dortmunder hebt den Arm und möchte den Ball im Aus haben. Trotzdem macht man weiter.“
    ... zur Elfmetersituation: „Wir haben einen Keller, der hochqualifiziert Entscheidungen trifft. Unabhängig davon, was ich sage, werde ich mich hinten raus wieder belehren lassen dürfen. Weiter geht die wilde Fahrt, so ist das. 50 Prozent von Fußball-Deutschland sagt klarer Elfmeter, die anderen 50 Prozent sagen, es ist kein Elfmeter, da der Ball zu weit weg ist.“
    ... zu Haaland (vor dem Spiel): „Ich freue mich auf den Jungen, weil er eine positive Erscheinung ist und damals schon war. Es war ein Regal, in das wir nicht reingreifen können. Ich hätte es mal probieren können, der persönliche Kontakt war da. In dem halben Jahr bei mir ist er in Salzburg angekommen, war am Anfang verletzt und hat dann nur zwei oder drei Spiele gemacht. Da war schon zu erkennen, dass er ein Torjäger und ein guter Charakter ist.“
    ... zu Zakaria (vor dem Spiel): „Er ist ein sehr kompletter Fußballer, der noch viel Entwicklungspotenzial hat. Er hat eine unglaubliche Dynamik, Spielverständnis und ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung.“
    ... zu Dortmund (vor dem Spiel): „Dortmund hat sich in der Winterpause sehr klug verstärkt, aber trotzdem spielen wir Elf gegen Elf und wir wollen das Spiel gewinnen. Dortmund hat sich in den letzten Jahren immer mehr über Ballbesitz definiert. Nach der Umstellung auf 3-4-3 spielen sie ein sehr gutes Gegenpressing, es wird ein spannendes Spiel, mit vielen guten Fußballern auf dem Platz.

    Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zu Dortmund (vor dem Spiel):
    „Sie machen seit Jahren herausragende Transfers. Mit Can und Haaland haben sie zwei Topspieler geholt, um in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen. Die Dortmunder Spieler sind etwas mehr erfahren, weil sie seit Jahren schon in diesen Regionen spielen. Die große Qualität bei solchen Spielern ist, dass sie in solchen Drucksituationen ihre Leistung bringen können.“
    ... zur Fan-Situation (vor dem Spiel): „Wir haben weit vor dem Spiel schon mit Aki und Michael mit dem Schiedsrichter gesprochen. Wir gehen davon aus, dass wir heute ein schönes Fußballspiel erleben werden.“
    ... zu den letzten Duellen (vor dem Spiel): „In der Hinserie in Dortmund haben wir sehr gut gespielt, da hat noch dieser kleine Tick gefehlt. Wir haben auch ein gewisses Selbstvertrauen und wenn wir das auf den Platz bringen, dann können wir gewinnen.“

    Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zur Elfmetersituation:
    „Es ist Wahnsinn. Ich habe den Schiri gefragt, er sagte, dass er ‚Check completed‘ ins Ohr geflüstert bekommen hat. Das heißt, die im Kölner Keller haben gesagt, auf gar keinen Fall Elfmeter. Da wünsche ich mir, dass der Schiedsrichter auf dem Feld das entscheiden kann. Ich verstehe nicht, warum man in so einem Spiel die Entscheidung nicht auf dem Platz gibt. Unerklärlich für mich. Borussen-Duell, 18:30 Uhr, geiles Spiel, Flutlicht, ganz Deutschland guckt zu, da weiß jeder, was für eine Brisanz drin ist. Da wünsche ich mir, dass der Schiri da rausgeht und sich das Ding ansieht. Der Ball muss nicht im Spiel sein, um Elfmeter zu pfeifen. Ich verstehe es nicht. Er hat gemeint, es hätte nicht ausgereicht. Was sie gecheckt haben, das haben sie nicht gecheckt.“

    Lars Stindl (Kapitän Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Spiel:
    „Es war ein sehr intensives Spiel, bis zum 1:1 haben wir ein echt gutes Spiel hingelegt. Waren dann ein bisschen zufrieden und sie machen dann verdient auch das zweite Tor. Wir waren zu passiv und haben uns zu tief hinten reindrücken lassen. Wir kommen dann zurück und haben sogar eine Großchance. Einen Punkt hätten wir heute verdient gehabt.“
    ... zum 1:2: „Meine erste Wahrnehmung war auch ein Foulspiel, da haben wir uns ein bisschen irritieren lassen. Dann bekommt man aus so einer Situation das Gegentor. Das ist brutal ärgerlich.“
    ... zur Elfmetersituation: „Er läuft zum Torwart durch und wird am Oberschenkel getroffen. Es war eine fragwürdige Situation, da hätten wir den Elfmeter gerne genommen. Es ist schön, selbst zu treffen, wir haben uns belohnt für die gute Phase, natürlich hätten wir gerne den Punkt mitgenommen. Wir sind ambitioniert, haben hohe Ziele und wollen den maximalen Erfolg. Wir werden in den letzten Spielen alles dafür tun, um den besten Platz zu gewinnen.“

    Thomas „Tower“ Weinmann (Fanbeauftragter Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zur Fan-Situation (vor dem Spiel):
    „Wir haben viele Gespräche geführt. Die Stimmung war von ganz schlecht bis jetzt geht es wieder einigermaßen. Wir müssen versuchen, alle wieder zusammenzukriegen und zu ergründen, warum alles aus dem Ruder gelaufen ist. Das ist viel Dialog. Max ist in die Rolle reingerutscht, weil er zum Zaun gegangen ist, weil ihm der Sport wichtig ist. Normalerweise hat er mit den Themen nichts zu tun und hält sich da auch raus. Wir reden von einer Ultra-Gruppierung, die eine ganz andere Auffassung vom Fußball hat, die wir akzeptieren und die wir auch toll finden. Sie sind die Zündkerze des Motors der Nordkurve. Sie müssen auch verstehen, dass die Nordkurve kein rechtsfreier Raum ist. Bestimmte Dinge gehen einfach nicht, die Fadenkreuz-Geschichte war natürlich ein Ding zu viel. Wenn es persönlich wird, Beleidigungen und Hetze ist, dann können wir das als Klub und die Fans nicht akzeptieren. Die Fans sind größer als die Ultras. Ich befürchte keine Eskalation, das sind keine dummen Menschen.“
    ... zu den Kontrollen (vor dem Spiel): „Wir haben das früher etwas laxer gemacht, indem man viel Vertrauen reingesetzt hat. Das Vertrauen ist ein bisschen verspielt, wir hoffen, dass sie eine gewisse Art von Selbsterkenntnis haben. Kollektivstrafen sind das aktuelle Thema, wobei es kurios ist. der DFB hat den Kollektivstrafen vor zwei Jahren zugestimmt. Nach zwei Jahren wird es aufgehoben, eigentlich hätte es schon vor zwei Jahren hochkommen müssen. Alle Fans haben ein Problem damit, dass der Fußball immer kommerzieller wird, dass man nicht mehr als Fan so viel Einfluss hat. Der DFB präsentiert sich da nicht sonderlich gut.“

    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    ... zum Spiel:
    „Es wurde um jeden Ball gefightet. Es gab nicht den Spielfluss, den wir erwartet haben. Die Mannschaften haben sich gegenseitig neutralisiert. Der Schiedsrichter hat auch zur Hektik beigetragen. Es waren Entscheidungen, die nicht einfach zu treffen waren. Die Dortmunder haben am Ende verdient gewonnen. Sie haben auch in der Abwehr sehr gut gearbeitet.“
    ... zur Fan-Situation (vor dem Spiel): „Man muss einiges aushalten. Es ist schlecht, wenn es mehr Thema als der Fußball ist. Wir haben früher auch viel aushalten müssen. Wenn ich mit Bayern nach Gladbach gekommen bin, war ich für 30.000 Fans der Judas. Die Familie und du bist beleidigt worden mit Wörtern, die man nicht im normalen Sprachgebrauch verwendet. Der Dialog ist das Wichtigste. Bei gewissen Dingen muss man Initiative ergreifen. Ich habe es gehört, es war nicht schön, habe mich aber darauf konzentriert, Fußball zu spielen.“
    ... zu Haaland (vor dem Spiel): „Die Augen sind auf Haaland gerichtet. Er hat eine sensationelle Saison in Dortmund gespielt. Er ist eine Bereicherung für die Bundesliga.“

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