• Torschütze Uth enttäuscht: „Fand nicht, dass Gladbach die viel bessere Mannschaft war“
  • Schiedsrichter Aytekin zum Geisterspiel: „Irgendwie hat das nichts mit Fußball zu tun“
  • Für FC-Geschäftsführer war Geisterspiel „erwartet skurril“
  • Sky Experte Funkel resümiert: „Unterm Strich ist es ein verdienter Sieg für Mönchengladbach“

    Unterföhring, 11. März 2020
    - Die wichtigsten Stimmen zum Nachholspiel des 21. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach vs. 1. FC Köln (2:1) bei Sky.

    Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Geisterspiel:
    „Heute haben wir uns mal wieder belohnt, weil wir uns reingeschmissen haben, weil wir mit den letzten Kräften versucht haben, zu verteidigen. Deswegen fühlt sich das vielleicht sogar noch ein bisschen besser an heute. Wir haben gewonnen und wir freuen uns darüber, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es ohne Fans nicht der Fußball ist, den wir uns alle wünschen. Wir haben uns alle heute sehr professionell verhalten und trotzdem wissen wir jetzt alle noch mehr, wie wichtig die Fans für diesen Sport sind.“
    ... zum Feiern mit den Fans, vor der Nordkurve: „Die Nordkurve hochzugehen und zu wissen da sind die Fans, die draußen mitgelitten haben, die du auch teilweise gehört hast, während des Spiels. Bei allem, was heute nicht schön war, war das heute ein sehr emotionaler Moment.“
    ... zur Frage, ob die Bundesligasaison abgebrochen werden sollte: „Ich finde, wir sollten uns nicht mehr Bausteine in den Weg legen, als notwendig. Solange es möglich ist, einen so wichtigen Wettbewerb zu spielen, sollten wir den auch spielen und nicht zu den Diskussionen, die schon da sind, eine weitere aufmachen. Wenn es passiert, dass es nicht mehr umzusetzen ist, kann man darüber reden.“
    ... zum Geisterspiel aufgrund des Coronavirus (vor dem Spiel): „Die Situation heute ist außergewöhnlich. Sie ist sehr speziell, weil natürlich das fehlt, was Fußball eigentlich ausmacht. Nämlich die Fans. Es ist, wie es ist. Das braucht kein Mensch. Aber wir alle kennen die Situation und das hat etwas mit Solidarität zu tun und mit Entscheidungen für die Gesundheit. Wir müssen das einfach darauf hoffen, dass sich die Dinge schnell so entwickeln, dass wir unsere Fans bald wieder im Stadion haben.“
    ... zur Frage, ob es trotzdem eine Fanbegegnung gab (vor dem Spiel): „Wir sind extra eine andere Route gefahren und sind dann von den Fans noch einmal auf das Derby eingestellt worden. Das war eine angenehme Abwechslung heute, weil man natürlich auch als Trainer viel versucht, um Spannung zu erzeugen. Deswegen nochmal danke an die Fans.“

    Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zu den Fans, die vor dem Stadion die Mannschaft feierten:
    „In allererster Linie schön. Es war beachtenswert, dass sich so viele Menschen hinter die Nordkurve stellen und mit uns feiern. Das ist dann schon ein Gefühl, wo man wirklich Gänsehaut bekommt. Dann weiß man, wofür man auf dem Rasen ein Spiel gespielt hat, dass nicht so viel Spaß gemacht hat, ohne Zuschauer. Es hat sich angefühlt wie eine Meisterfeier. Es waren auf jeden Fall sehr viele da und es war ein sehr schöner Moment. Ich finde das alles andere als selbstverständlich. Wir sind sehr froh, solche Fans zu haben.“
    ... zum Spiel: „Es ist schon etwas anderes, es fehlt etwas. Es fühlt sich an, wie ein Trainingsspiel. Auf dem Feld hat es sich sogar ein bisschen anstrengender angefühlt, als ein normales spiel, weil man gefühlt im Trainingsmodus ist. Deswegen ist das entscheidende, dass man die Situation schnell annimmt und das haben wir heute sehr gut gemacht. Am Ende haben wir es doch überstanden, mit Willen und etwas Glück, der Sieg geht unterm Strich mehr als in Ordnung.“
    ... zum Umgang mit dem Coronavirus: „Ich habe das Gefühl, dass es etwas dramatisiert wird. Man soll es nicht unterschätzen, aber ich glaube, dass Angst und Panik immer ein schlechter Ratgeber sind. “

    Breel Embolo (Torschützer Borussia Mönchengladbach) zum Spiel: „Es war ein perfekter Tag für uns alle, trotz der komischen Stimmung, war es ein Derby. Es war von Anfang an intensiv, nach dem ersten Tor hatten wir die Spielkontrolle und sind auch wieder gut aus der Halbzeit gekommen und machen dann verdient das 2:0. Dann hatten wir diese komischen zehn Minuten, die wir in letzter Zeit häufiger haben und uns auf deutsch gesagt, selbst ‚in die Scheiße reiten’. Trotzdem war das eine gute, kämpferische Leistung und genau die zwei Sachen braucht man, wenn man ein Derbysieg holen will. Wir wussten, dass wir heute brennen müssen.“

    Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Geisterspiel aufgrund des Coronavirus (vor dem Spiel):
    „Das Gute ist, dass es beide Mannschaften betrifft. Wir müssen die Situation heute annehmen, wie sie ist. Jeder Fußballer weiß, dass der Sport extrem von den Fans und von der Stimmung lebt.“
    ... zur Corona-Thematik in der Mannschaft (vor dem Spiel): „Man hat generell das Gefühl, dass jede halbe Stunde eine neue Nachricht kommt. Wir versuchen, das aktuell von uns etwas fernzuhalten, wir wollen uns heute nur auf das Spiel konzentrieren. Unser Mannschaftsarzt hat uns da vor einer Woche schon aufgeklärt und mit uns gesprochen, aber er hat uns auch gesagt, dass wir uns nicht verrückt machen sollen und Dinge, wie Hände desinfizieren und Händewaschen, was sowieso schon zu unserem Alltag gehört, einhalten. Wir müssen uns auch vor der normalen Grippe schützen als Sportler, damit wir fit bleiben.“

    Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln) ...
    ... zum Spiel:
    „Eine Niederlage ist immer schlecht und nicht erfreulich. Ich glaube, dass wir hier mit einem sehr starken Gegner oft auf Augenhöhe waren. Unterm Strich hätte man einen Punkt verdient gehabt. Aber es zählt nun mal das Ergebnis und da haben wir ein Tor weniger geschossen. Wir haben eine gute Leistung gebracht.“
    ... zum ersten Geisterspiel in der Bundesliga: „Es war ungewohnt irgendwie. Alle waren von außen etwas gereizter als sonst, weil du mehr hörst, was die gegnerische Bank und was die Schiedsrichter auch untereinander kommunizieren. Aber wir haben uns alle gut im Griff gehabt, vor allem bei so einem brisanten Derby haben das alle Beteiligten gut über die Bühne gebracht.“
    ... zur Überlegung, den Bundesligabetrieb abzubrechen: „Mich nervt das Thema kolossal. Das sollen die Leute entscheiden und hoffentlich konsequent entscheiden. Ich versuche mich, auf die Arbeit mit meiner Mannschaft zu konzentrieren, sonst verliere ich zu viel Energie an der falschen Stelle.“
    ... zum Geisterspiel aufgrund des Coronavirus (vor dem Spiel): „Es ist eine ungewohnte Situation. Es ist schade, dass die Zuschauer nicht dabei sein können, aber es bringt ja auch nichts zu lamentieren, sondern die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Das ist für uns die Herausforderung.“
    ... zum Umgang mit der Situation (vor dem Spiel): „Ich versuche grundsätzlich die Motivation meiner Spieler von innen heraus zu erwecken, dass sie nicht groß von außen motiviert werden müssen. Das ist das eine, aber natürlich haben wir das auch zum Thema gemacht, weil es eine besondere Situation ist. Deswegen haben wir gestern auch in unserem Stadion trainiert, weil allein schon die Geräuschkulisse eine andere ist, wenn sie nicht da ist. Du hörst auf einmal jedes einzelne Wort der Spieler, ich kann über das ganze Spielfeld hinweg coachen. Es ist alles ein bisschen anders, irgendwie ein wenig eigenartig.“
    ... zu Jhon Cordoba (vor dem Spiel): „Er hat sich gut in Form gebracht. Er ist schon ein Spieler, der ein Spiel prägen und auch mitentscheiden kann. Es wäre schön, wenn es ihm heute auch wieder gelingt.“

    Horst Heldt (Geschäftsführer Sport 1. FC Köln) ...
    ... zum Geisterspiel:
    „Beide Mannschaften haben das mehr als ordentlich gemacht. Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht. Ich glaube, dass ein Unentschieden am Ende auch gerecht gewesen wäre. Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir das Derby verloren haben. Das war eine ungewöhnliche Situation für alle, wir waren nah dran zum Schluss, den Ausgleich zu machen. Es war schwierig für beide Mannschaften, sich dafür vorzubereiten, es hatte etwas von einem Freundschaftsspielcharackter, aber das hat man auf dem Spielfeld nicht gesehen. Es war erwartet skurril.“
    ... zum derzeitigen und weiteren Umgang: „Es ist auf jeden Fall mal eine klare Ansage, an die sich jeder halten soll. Da kann jeder mit arbeiten. Ein Bundesligaspiel ohne Zuschauer ist nicht schön. Es ist schon gut, dass wir am Wochenende einheitlich so agieren. Das ist für alle Beteiligten nicht einfach. Wir werden am Montag nach dem Wochenende zusammensitzen und überlegen, was das sinnvollste ist. Ich glaube, es ist vernünftig, nicht alles in der Öffentlichkeit zu besprechen.“

    Mark Uth (Torschütze 1. FC Köln) ...
    ... zum Spiel:
    „Die erste Halbzeit war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Wir haben uns ein sehr dummes Tor gefangen. Wir waren nicht konsequent genug. Ich fand nicht, dass Gladbach die viel bessere Mannschaft war.“
    ... zu seinem Tor: „Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn da ein voller Auswärtsblock gewesen wäre, der sich gefreut hätte.“
    ... zum Geisterspiel: „Es ist für uns eine komische Stimmung und Atmosphäre. Wie es in den folgenden Spielen aussieht, weiß auch keiner. Emotionen gehen verloren in so einem großen Stadion ohne Fans. Wir haben vorher gesagt, wir müssen uns gegenseitig pushen, auch vor dem Spiel. Normalerweise empfangen dich die Fans und du bekommst noch einmal das Kribbeln, dass dich auf die 100 Prozent hievt.“

    Deniz Aytekin (Schiedsrichter) ...
    ... zum Geisterspiel:
    „Es ist schwer, in Worte zu fassen. Es ist wirklich etwas ganz anderes. Irgendetwas fehlt und zwar ganz massiv. Ich kann nur hoffen, dass sich sowas langfristig nicht durchsetzt. Es ist wirklich einfach beängstigend und irgendwie hat das auch nichts mit Fußball zu tun und die Leidenschaft fehlt. Es war sehr schwierig, sich da permanent zu konzentrieren.“
    ... zur Frage, ob die Bundesliga besser pausieren sollte: „Egal wie, die Fußballfamilie muss zusammenhalten. Fußballfans müssen im Stadion sein und die Mannschaften anfeuern können, denn ohne die Fans ist es tatsächlich echt halb so viel wert.“

    Sky Experte Friedhelm Funkel ...
    ... zum Spiel:
    „Unterm Strich ist es ein verdienter Sieg für Mönchengladbach. Sie haben am Ende auch das Quäntchen Glück gehabt, dass Uth die Chance nicht verwandelt. Wir haben in der zweiten Halbzeit ein besseres Spiel gesehen, es ging schneller hin und her. Man hat gesehen, dass unter den Bedingungen auch guter Fußball gespielt werden kann. Die erste Halbzeit war etwas zäh, aber in der zweiten Halbzeit ist einiges besser geworden, mit einem verdienten Sieger Mönchengladbach.“
    ... zum Spiel (vor dem Spiel): „ich habe für beide Vereine sehr viel Sympathie, weil beide Vereine großartig geführt werden. Beide Vereine haben erfahrene Trainer und spielen erfolgreichen Fußball. Die Borussia ein Stück weit erfolgreicher, weil die Ambitionen auch höher sind. Der FC hat sich unter Markus Gisdol unfassbar entwickelt, sie haben 24 Punkte aus den letzten zehn Spielen geholt und nur gegen Bayern und Dortmund verloren. Der Trend vom 1. FC Köln ist unfassbar positiv.“

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