• Rummenigge „vorsichtig optimistisch, dass Manuel zeitnah Angebot annimmt“
  • Bayerns Müller überzeugt: Fußballer „strenger unter Beobachtung als Rest-Deutschland“
  • Schröder stolz auf seine Mainzer: „Eine Mentalitätsleistung und ein verdienter Punkt“
  • Sky Experte Bruchhagen voll des Lobes: „Verantwortung der Spieler in hohem Maße da“

    Unterföhring, 17. Mai 2020
    - Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 26. Spieltages der Fußball-Bundesliga, 1. FC Köln vs. 1. FSV Mainz 05 (2:2) sowie 1. FC Union Berlin vs. FC Bayern München (0:2) bei Sky.

    Hansi Flick (Trainer FC Bayern München) ...

    ... zum Spiel:
    „Es war ein Arbeitssieg, aber am Ende ein verdienter Sieg. Wir haben etwas schwer reingefunden ins Spiel. Aber ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Sie haben konzentriert die 90 Minuten runtergespielt. Ich war am Ende mit dem Ergebnis zufrieden.“

    ... zur aktuellen Situation (vor dem Spiel): „Es ist für uns alle ein besonderer Spieltag. Wir haben uns gut vorbereitet und haben alle vorgegebenen Maßnahmen durchgeführt. Die Mannschaft hat seit dem Beginn der Krise sehr professionell gearbeitet.“

    Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern München) ...

    ... über die Veränderungen (vor dem Spiel):
    „Ich war in meinem ganzen Leben noch nie im Stadion An der Alten Försterei. Es ist für uns ein Debüt, leider ohne Zuschauer, weil die Stimmung sonst immer sehr großartig ist. Es ist in dieser aktuellen Situation leider alternativlos. Wir müssen uns bei der Politik bedanken, weil sie zum einen hervorragenden Job in der Coronakrise geleistet haben. Damit haben sie uns die Möglichkeit gegeben, dass wir den Bundesliga-Restart konzeptionell in Anspruch nehmen konnten. Ich denke, dass der gestrige Tag gezeigt hat, dass die DFL sehr gut gearbeitet hat, sowohl organisatorisch, als auch medizinisch. Markus Söder hat auch von einer bestandenen Bewährungsprobe gesprochen. Wir dürfen nun aber nicht nachlassen und müssen in Zukunft weiterhin seriös mit den politischen Vorgaben umgehen.“

    ... zum Kontakt zu anderen Mannschaften in Europa (vor dem Spiel): „Es waren alle neugierig. Nicht nur wir in der Bundesliga, sondern auch die Kollegen in Italien, Spanien und England. Alle haben nach Deutschland geschaut und 200 unterschiedliche Länder haben die Bundesliga verfolgt. Alle haben darauf geachtet, mit welchem Konzept die Bundesliga gearbeitet hat. Ich habe noch nie so viele Nachrichten und Anrufe nach einem Spiel erhalten, wie gestern nach dem Spieltag. Alle waren glücklich, dass es in Deutschland so gut funktioniert hat. Dies lässt jeden Verband hoffen, dass sie den Spielbetrieb ebenfalls wiederaufnehmen können.“

    ... über die Aussagen von DFB-Präsident Keller im Spiegel-Interview (vor dem Spiel): „Ich bin über die populistische Wortwahl von Fritz Keller irritiert. So kenne ich ihn nicht, weil er ein Mann ist, der sehr genau überlegt, was er sagt. Ich denke, wenn wir eine Krise in den letzten Jahren im deutschen Fußball hatten, dann war sie beim DFB zu suchen. Vielleicht sollte man sich beim DFB mal einen Besen kaufen, um vor der eigenen Türe zu fegen. Das wäre auch mal angebracht, weil mir schon vieles einfällt, was mir beim DFB in den letzten Jahren nicht gefallen hat. Ich würde mich auch freuen, wenn der DFB seine Hausaufgaben machen würde, denn bis heute steht noch nicht fest, wann die Frauen-Bundesliga oder die 3. Liga ihren Spielbetrieb wiederaufnehmen kann. Nach dem geglückten Start der Bundesliga ist es nun auch wichtig, dass die anderen Ligen uns folgen. Das wäre ein Job, den ich mir vom DFB wünschen würde. Ich weiß auch, dass es Profis gab, die nicht sehr vorbildlich mit ihrer Situation umgegangen sind. Aber dies war nur die Ausnahme und nicht die Normalität. Ich möchte daran erinnern, dass unsere beiden Spieler Joshua Kimmich und Leon Goretzka in der Coronakrise einen Solidaritätsfond gegründet haben. Also gibt es auch gute Beispiele und nicht nur negative. Es wäre also schön, wenn der DFB sich nicht nur an die negativen Beispiele erinnern würde, sondern auch an die positiven.“

    ... zu einer möglichen Gehaltsobergrenze (vor dem Spiel): „Die Gehaltsobergrenze ist eine interessante Diskussion. Ich war mit dem damaligen UEFA Präsidenten Michel Platini in Brüssel. Er hatte die Idee, eine Gehaltsobergrenze nach amerikanischem Vorbild in Europa einzuführen. Leider hat er sich immer eine blutige Nase eingeholt, obwohl alle großen Clubs in Europa diese Aktion unterstützt haben. Man hat uns allerdings von Anfang an mitgeteilt, dass dies nicht in Einklang mit den Wettbewerbsgesetzen in Europa gesetzt werden kann. Ob dies aktuell möglich ist, ist schwer zu bewerten.“

    ... über die Personalie Manuel Neuer (vor dem Spiel): „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass Manuel zeitnah das Angebot des FC Bayern annimmt. Manuel Neuer weiß, was er am FC Bayern hat und der FC Bayern weiß, was er an Manuel Neuer hat. Wir sind beide zufrieden und deshalb ist es auch eine Ehe, die in Zukunft Bestand haben wird.“

    Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern München) ...

    ... zum Spiel:
    „Natürlich sind bei einem Spiel ohne Zuschauer die Minuten immer sehr lang. Bis das Spiel dann abgepfiffen wird, das fühlt sich ein bisschen länger an. Wir waren natürlich froh, dass wir das Spiel dominiert haben und die drei Punkte verdient mit nach Hause nehmen.“

    ... zur Einstellung auf das Spiel: „Hier kennen wir eigentlich eine andere Atmosphäre in der Alten Försterei. Es kommt dann wirklich nur auf uns an. Es ist dann immer eine Frage der Motivation, der Einstellung und dem Bewusstsein dafür, was für ein Spiel hier heute stattfindet. Wir waren von Anfang an wach, haben uns spielerisch nicht von der allerbesten Seite gezeigt, aber das können wir ja noch ausbauen.“

    ... zur Vertragsverlängerung: „Ich denke, dass Karl-Heinz Rummenigge im Bild und im Moment gibt es nichts zu verkünden und dabei bleibe ich auch. Es gibt da kein Ultimatum. Ich glaube, dass der FC Bayern jetzt sowieso schon viel gemacht hat. Ich denke, dass es jetzt nicht von Nöten ist, dass man so eine Entscheidung treffen muss.“

    ... zum Gehaltsverzicht: „Es wurde ja schon berichtet, dass die Mannschaft sich darüber offen geäußert hat.“

    ... zum Meisterschaftskampf: „Wir haben jetzt eine neue Situation, damit muss man erst einmal klarkommen. Wir haben jetzt einen von neun Spieltagen hinter uns, da kann noch einiges passieren. Man darf keine Mannschaften, gerade, wenn sie so stark sind wie Leipzig, abschreiben.“

    Thomas Müller (Torschütze und Kapitän FC Bayern München) ...

    ... zum Spiel:
    „Wir sind hier ganz klar mit dem Ziel angereist, die drei Punkte mitzunehmen. Das haben wir geschafft. An der einen oder anderen Stelle haben wir sicherlich noch Luft nach oben. Mit dem 1:0 hatten wir etwas mehr Sicherheit und vor der Halbzeit hätten wir eigentlich noch nachlegen müssen.“

    ... zur besonderen Situation: „Es war natürlich ein bisschen Kribbeln da, weil es endlich wieder losgeht. Ein bisschen, wie beim ersten Bundesliga-Spieltag im August. Aber wirklich nervös, dass irgendetwas schiefgeht, war ich nicht. Wir waren ja aufgeklärt, was hier ablaufen wird, wie die Gegebenheiten sein werden. Sowohl Union, wie auch wir haben das super angenommen. Natürlich hat das etwas von ‚alte Herren 19.00 Uhr bei Flutlicht‘-Atmosphäre. Vielleicht war das dann heute für uns auch ein kleiner Vorteil, weil natürlich gerade hier an der Alten Försterei die Stimmung schon das Zünglein an der Waage sein kann.“

    ... zu den Einhaltungen der Vorkehrungen: „Wir versuchen das bestmöglich zu vermeiden, die Geschichten, die wir nicht machen sollen. Ich denke, wir sind jetzt strenger unter Beobachtung als Rest-Deutschland.“

    Markus Hoffmann (Co-Trainer 1. FC Union Berlin) zum Spiel: „Wir haben uns den Bayern aufdrängen können, dass sie auch lange Bälle gespielt haben, haben sie in viele Zweikämpfe verwickelt und immer wieder ihren Rhythmus gebrochen. Es war vielleicht nicht immer schön, aber es war wichtig für unser Spiel und wir hatten auch unsere Chancen.“

    Neven Subotic (1. FC Union Berlin) ...

    ... zum Spiel ohne Fans:
    „Es ist auf jeden Fall anders. Überhaupt schon hier anzukommen mit dem Bus. Normalerweise sieht man die Fans schon Vorfeiern. Wir merken, was diesen Job so besonders macht und das sind die Fans. Aber unser Job ist es auch, Fußball zu spielen. Diesen Wettkampf haben wir alle in uns und ich hoffe, dass es für die Zuschauer zu Hause ein spannendes Spiel war. Auf dem Feld hat es sich auch wieder richtig gut angefühlt.“

    ... zur aktuellen Situation: „Wenn man sich die letzte Woche anschaut, dann ist nicht alles so rund gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Das ist auch in Ordnung. Es sind 36 Vereine, mit insgesamt hundert oder sogar tausend Spielern. Wenn dann der ein oder andere einen Fehler begeht, ist es auch menschlich. Da müssen wir tolerant sein, aber auch Kritik üben, dass alles besser wird. Fürs Erste können wir uns die Note „Okay“ geben. Wir müssen aus den Fehlern lernen, damit bestimmte Sachen nicht mehr passieren.“

    Mark Uth (Torschütze 1. FC Köln) ...

    ... zum Spiel:
    „Wenn du zuhause 2:0 führst, musst du das eigentlich über die Zeit bringen. Das Spiel stand etwas auf Messer Schneide. Zum Schluss war es ein kleines Offensivspektakel, es ging nur hin und her. Wir haben uns natürlich mehr ausgemalt, aber für einen Start nach so einer Pause, ist ein Punkt okay.“

    ... zur Frage, ob die Fans bei der 2:0-Führung den Unterschied gemacht hätten: „Wir wissen, was wir an unseren Fans haben. Die pushen einen durch das ganze Spiel, 90 Minuten lang. Gerade in Köln: Da sitzt keiner mehr, wenn du mit 2:0 führst. Aber es ist für jeden gleich. Da müssen wir uns dran gewöhnen.“

    ... zur Frage, warum er immer gegen Mainz 05 trifft: „Weiß ich auch nicht so genau. Scheint mein Lieblingsgegner zu sein. Scheint so, als muss ich immer gegen die Mainzer ein Tor machen.“

    Rouven Schröder (Vorstand Sport 1. FSV Mainz 05) ...

    ... zum Spiel:
    „Es war echt ein begeisterndes Spiel. Es ging rauf und runter. Es ging auf der Wiese wie beim Straßenfußball zu. Es ist kein Zuschauer da, man muss sich messen im Eins gegen Eins und ich glaube, beide Seiten wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Am Ende ist das 2:2 ein verdienter Punkt für beide Seiten. Da war alles drin, die Jungs haben sich wirklich verausgabt. Für das erste Spiel nach acht Wochen war das wirklich gut “

    ... zum Comeback nach dem 0:2-Rückstand: „Man hat gemerkt, die Jungs wollten das nicht auf sich sitzen lassen. Nach fünf Minuten steht es 0:1, dann sind wir aber gut im Spiel gewesen, hatten zwei Großchancen und nicht genutzt. Nach der Halbzeit haben wir gepennt, 2:0 und uns dann trotzdem wieder aufgerafft. Am Ende des Tages war das eine Mentalitätsleistung und ein verdienter Punkt.“

    Sky Experte Heribert Bruchhagen...

    ... zum ersten Spieltag in der Coronakrise:
    „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Verantwortung der Spieler in hohem Maße da ist, vor allem auch im Zweikampfverhalten und Gesamtverhalten ist man sehr fair miteinander umgegangen. Die Schiedsrichter konnten davon profitieren. Es gab keine Rudelbildung, keine Überaggressivität, keine großen Proteste – all das, was man sich wünscht. Aber das Publikum fehlt.“

    ... zum finanziellen Hilfspaket des FC Bayern (vor dem Spiel): „Es ist schön, dass es so gekommen ist, dass die großen Mannschaften der Bundesliga sich an dem Solidaritätspaket beteiligt haben. Es ist ein Zeichen in die richtige Richtung. Man wird über Solidarität intensiv nachdenken müssen, um den Wettbewerb weiterhin spannend zu halten. In meinem Sportleben hatte ich sicherlich unterschiedliche Auffassungen gegenüber Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, was die Verteilung der TV-Geldern angeht. Aber ich denke, dass nun erkannt wurde, dass die Bayern international mithalten wollen und müssen. Auf der anderen Seite wollen sie aber auch, dass der heimische Wettbewerb gestützt werden muss.“

    ... zu Hansi Flick (vor dem Spiel): „Ihm ist es gelungen, den Kontakt zur Mannschaft zu finden. Er kennt die Spieler schon sehr lange. Er ist durch seine Zeit als Co-Trainer der Nationalmannschaft eng mit allen vertraut. Die Bayern haben die richtige Entscheidung getroffen und das sieht man auch an der Leistungssteigerung von Thomas Müller. Auch die Ergebnisse sprechen dafür und die Bayern wissen schon, warum sie Hansi Flick so langfristig binden.“

    ... zum Spiel Köln vs. Mainz: „Es war eine Freude, dieses Spiel zu sehen, der Ausgang mit 2:2 ist gerecht. Bei Köln hat es einen Abbruch im Spiel gegeben. Aber das ist immer die Frage: Ist es die Qualität der Mainzer gewesen, die diesen Abbruch herbeigeführt hat oder ist es die passive Haltung der Kölner gewesen? Da traue ich mir keine klare Antwort zu. Mainz hat mich überzeugt.“

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