• Rose zufrieden: „Sollte uns Rückenwind geben“
  • Hofmann nach fatalem Fehlschuss: „Das ist schon sehr peinlich“
  • Hinteregger zu Geisterkulisse: „Fühlt sich ein bisschen wie ein Trainingsspiel an“
  • Sky Experte Lothar Matthäus warnt: „Frankfurt ist im Kampf um die letzten drei Plätze dabei“

    Unterföhring, 16. Mai 2020
    - Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 26. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach (1:3) bei Sky.

    Fredi Bobic (Sportvorstand Eintracht Frankfurt) ...

    ... zur Strahlkraft des Restarts (vor dem Spiel):
    „Heute ist ein historischer Tag in der Liga. Da guckt die ganze Sportwelt drauf. Ich hatte in den letzten Wochen auch unheimlich viele Interviews mit ausländischen Medien - aus England, Spanien, Italien oder den USA. Gerade in den USA war es ganz extrem. Da haben wir auch unheimlich viele Anrufe von amerikanischen Klubs bekommen, die wir mit Informationen versorgt haben. Nicht nur aus dem Fußball, auch Baseball, Basketball oder Eishockey. Die wollen alle wissen, wie wir das machen und wie wir das organisiert haben. Für uns als Liga ist das mit diesem Konzept eine Riesenchance. Aber gleichzeitig ist das auch für andere Sportarten ein Riesenchance, dass sollte man bei aller Kritik nicht außer Acht lassen.“

    ... zu Heiko Herrlich (vor dem Spiel): „Ich musste erstmal lachen und gleichzeitig die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Eins ist klar: Heiko hat sich entschuldigt und die richtigen Konsequenzen gezogen, indem er heute von der Trainerbank ferngeblieben ist. Ich glaube wirklich, dass er es unbewusst gemacht hat. Manchmal macht man - auch im Alltag - automatisch irgendwelche Dinge, die man nicht darf.“

    ... zum Saisonziel (vor dem Spiel): „Wir haben den Anspruch noch einstellig zu werden.“

    Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt) …

    ... zum Spiel: „Wir wollten anders ins Spiel gehen. Wenn du so früh zurückliegst, ist es gegen eine so gute Mannschaft sehr schwer. Das ist nicht verständlich, dass wir so schläfrig ins Spiel gehen und uns in den entscheidenden Zweikämpfen am Anfang nicht gut angestellt haben. Wir haben danach schon versucht nach vorne zu spielen. Gerade in der zweiten Halbzeit habe ich einige Sachen gesehen, die gut sind. Aber gegen so eine Klassemannschaft darfst du halt keine Fehler machen, deswegen haben wir heute auch verdient verloren. Speziell in der Anfangsphase haben wir den Sieg verspielt.“

    ... zu einem Zwischenruf nach dem 0:2, dass dies kein Freundschaftsspiel sei: „Es war nicht von mir, aber als Weckruf nicht verkehrt. Aber trotz allem habe ich viele Sachen gesehen, die mir gefallen haben. Nach zehn Tagen Mannschaftstraining muss man aus dem ersten Spiel einfach die richtigen Schlüsse ziehen.“

    ... zur Nachsicht mit seiner Mannschaft: „Es bringt nichts sich hierhin zu stellen und nach dem ersten Spiel gleich draufzuhauen. Das klären wir intern. Gladbach hat eine tolle Mannschaft. Ich habe in der Offensive viele Aktionen gesehen, bei denen nur der letzte Pass gefehlt hat.“

    ... zum Elfmeter: „Für mich ist es ein Elfmeter, der sehr schmeichelt. Ich hätte ihn nicht gegeben. Das hat uns dann natürlich den Zahn gezogen.“

    ... zu Abstiegssorgen: „Ich mache mir keine Sorgen, ich mache mir nur Gedanken. Wir wissen, in welcher Situation wir stecken. Es sind fünf Punkte, aber wir haben auch noch ein Spiel weniger. Die Mannschaft ist intakt und hat physisch bis zum Schluss alles gegeben. Wir fahren nach München und da hängen die Trauben nochmals um einiges höher. Aber unsere Spiele werden kommen und wir versuchen uns in der Trainingswoche wieder weiterzuentwickeln. Dafür werden wir einige Sachen klar ansprechen.“

    … zur fehlenden Zuschauerunterstützung: Unterm Strich hat uns der 12. Mann schon öfters die zweite Luft gegeben. Trotzdem müssen wir die Situation so annehmen und uns schnellstmöglich darauf einstellen. Heute hat das nicht so funktioniert.“

    ... zur Vergleichbarkeit der Situation mit einem Saisonstart (vor dem Spiel): „Die Ungewissheit ist ziemlich ähnlich wie vor einer Saison. Der große Unterschied ist einfach, dass wir erst seit zehn Tagen im Mannschaftstraining sind, vor der Saison hat man schon fünf, sechs Wochen Zeit. Deshalb ist die Situation jetzt auf alle Fälle noch schwieriger.“

    Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt) ...

    ... zu seiner Rettungstat gegen Jonas Hofmann: „Da war natürlich viel Glück dabei. Unser ganzes Spiel war ok, aber Gladbach ist ein Topteam. Wir haben die ersten Minuten verschlafen. Wenn man gegen ein solches Topteam 0:2 hinten liegt, dann wird es natürlich schwer.“

    ... zur verschlafenen Anfangsphase: „Gladbach ist richtig gut reingekommen und macht mit dem ersten Schuss gleich das erste Tor. Das hat ihnen in die Karten gespielt und bei uns ist natürlich erstmal ein kurzer Knick da. Nach dem 0:2 sind wir gut ins Spiel gekommen, haben das Spiel offen gehalten und hätten etwas früher den Anschlusstreffer machen müssen, dann wäre es wieder richtig spannend geworden. So kam das 1:3 leider zu spät.“

    ... zu einem möglichen Vorteil spielstarker Teams bei Geisterspielen: „Der Druck vom Publikum ist einfach nicht da. Es fühlt sich für jeden ein bisschen wie ein Trainingsspiel an, indem mehr riskiert und probiert wird. Wenn mal ein Fehler passiert, ist es zwar auch nicht gut, aber man spürt dann nicht den Druck vom Publikum. So kommt das Spiel eher den spielerischen Mannschaften entgegen. Aber wir sind auch keine Mannschaft, die nur über den Kampf kommt.“

    Kevin Trapp (Torwart Eintracht Frankfurt) ...

    ... zur Abstiegsgefahr: „Jeder sieht die Tabelle. Wir müssen weitermachen. Wir haben heute natürlich gegen einen guten Gegner gespielt. Wir haben die Anfangsphase komplett verschlafen, das hat Gladbach noch mehr in die Karten gespielt. Nichtsdestotrotz haben wir aus meiner Sicht ein gutes Spiel gemacht. Wir sind nach dem 0:2 besser in die Zweikämpfe gekommen, haben auch fußballerisch viel besser gespielt. Dennoch müssen wir hart weiterarbeiten, um die nötigen Punkte zu holen. Wie eng es noch werden kann, sieht man an der Tabelle.“

    ... zur Anfangsphase: „Wir müssen uns das nochmal anschauen. Wir verlieren zweimal entscheidende Zweikämpfe, den ersten schon nach 30 Sekunden. Du gehst in ein Spiel rein, hast dir viel vorgenommen und kriegst gleich zwei Gegentore. Das darf so nicht passieren. Woran es gelegen hat, müssen wir in den kommenden Tagen besprechen. Wir hatten vier, fünf sehr ordentliche Wochen zuletzt. Das müssen wir in den kommenden Partien umsetzen. Das werden noch spannende Wochen.“

    ... zur Geisterkulisse: „Wir haben viel darüber gesprochen. Es ist für alle dasselbe. Von daher können wir das nicht als Ausrede nehmen. Wir müssen einfach unsere Aufgaben machen. Das hat nichts mit dem Publikum, sondern mit Konzentration zu tun. Das müssen wir als Mannschaft besser machen.“

    ... zum Elfmeter: „Das ist sehr ärgerlich, vor allem weil es das 3:0 ist. Ansonsten wäre es mit einem Anschlusstreffer nochmal spannend geworden. Das war dann eine Vorentscheidung. Der Ball geht mir unter dem Körper durch, weil ich eigentlich schon zu weit war.“

    Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...

    ... zum Spiel: „Wir sind auf einem guten Weg. Das war heute eine sehr ordentliche Leistung. Man nimmt sich vorher etwas vor, ohne dass man genau weiß, wo man steht. Uns kam der Blitzstart zu Gute. Das hilft dir auswärts, um Ruhe in dein Spiel zu bringen. Es war insgesamt ein verdienter Sieg, “

    ... zum Fehlschuss von Jonas Hofmann: „Viele haben mit ihm in der Kabine Spaß gemacht, er fand es nicht ganz so witzig. Aber morgen kann er auch wieder drüber lachen. Er hat heute ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht und ist sehr viel gelaufen fürs Team. Das ist mir wichtiger. Ich habe ihn gefragt, ob er mir das nochmal zeigen kann, wenn ich mich auf die Linie stelle. Das fand er nicht so witzig.“

    ... zum gelungenen Restart: „Wir sind mit drei Punkten in eine Phase gestartet, die nicht so einfach ist. Das sollte uns natürlich Rückenwind geben. Wir sind oben dabei und wollen dranbleiben. Gegen Leverkusen haben wir die Chance uns richtig festzubeißen.“

    ... zu seinem Coachingverhalten: „Ich glaube, dass ich so gecoacht habe wie immer. Natürlich bist du dir bewusst, dass es drumherum leiser ist und du mehr gehört wirst. Aber ich habe gefühlt auch keinen Fokus daraufgelegt, sondern darauf meine Mannschaft zu unterstützen.“

    ... zur Frage, ob es ein Problem ist, dass man ihn wegen der Geisterkulisse besser hören kann (vor dem Spiel): „Ist es nicht, weil ich kein Unmensch bin. Es sollte keine großen Probleme geben. Ich verhalte mich einfach wie immer. Und man wird merken, dass dabei sehr viel in Ordnung ist und es ab und zu einmal aus mir raussprudelt, weshalb ich auch schon drei Gelbe Karten habe.“

    ... zum Bankplatz von Lars Stindl und Christoph Kramer (vor dem Spiel): „“Das hat zwei Gründe. Sie sind zum einen noch nicht so lange im Teamtraining und zum anderen sind die anderen auch richtig gut drauf.“

    Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach) ...

    ... zu seinem Fehlschuss vorm leeren Tor: „Bei dem Endergebnis kann man drüber lachen. Aber das ist schon recht peinlich. Vielleicht habe ich schon ein bisschen abgeschaltet. Ich gucke erst hoch, was der Hinteregger für eine Bewegung macht. Dann gucke ich wieder auf den Ball und habe ihn mir wohl falsch ausgeguckt. Es geht weiter. Zum Glück haben wir gewonnen.“

    ... zum Spiel: „Auf spielerischer Ebene haben wir uns teilweise echt schön von hintenraus kombiniert. Das ist nach 66 Tagen Pause nicht selbstverständlich. Das war schon ganz ordentlich fürs erste Spiel.“

    ... zur Motivation vor Geisterkulisse: „Wir haben uns sehr bewusst gemacht, dass es gleich wieder voll losgeht und man voll auf Spannung sein muss. Das muss jeder mit seinem Kopf selber machen. In den letzten Wochen haben wir die Basis gelegt. “

    ... zur Restsaison: „Das gibt uns viel Hoffnung für die letzten Wochen. Ich finde es unglaublich wichtig, dass man mit einem Erfolgserlebnis in diese letzten neun Spiele reingeht.“

    Yann Sommer (Torwart Borussia Mönchengladbach) ...

    ... zum Spiel: „Ich bin sehr happy über den Sieg. Es war sehr wichtig, nach dieser ziellosen Pause gut reinzukommen. Wir haben die Situation richtig gut angenommen.“

    ... zur besonderen Situation: „Es war wichtig, dass wir das Rundherum ausblenden. Es geht nur um das, was auf dem Platz passiert. Unsere ersten zehn Minuten waren überragend. Das war definitiv spielentscheidend, dass wir so schnell ein Erfolgserlebnis hatten nach der langen Zeit. Wir hatten das im Team besprochen, wie wir mit der Situation umgehen. Die Mannschaft, die sich am besten auf das konzentriert, was wichtig ist, wird am Ende erfolgreich sein.“

    ... zu den größten Schwierigkeiten: „Wir sind komplett aus dem Rhythmus raus. Du kommst von einem Toplevel und hast plötzlich einen Riesenbruch. Das ist für Kopf und Körper nicht einfach. Es war wichtig, wie wir als Mannschaft in den acht Wochen fitbleiben. Wir haben uns selber dabei immer wieder gepusht und motiviert.

    ... zur Frage, ob der Neustart für Torhüter noch schwieriger ist als für Feldspieler: „Ich glaube, es ist für alle gleich. Es spielt sich einfach viel im Kopf ab in der aktuellen Lage.“

    … zu den Aussichten für die Restsaison: „Wir waren immer heiß. Es sind noch acht Spiele zu gehen. Ich freue mich auf die weiteren Aufgaben.“

    Sky Experte Lothar Matthäus ...

    ... zu Frankfurt: „Sie haben noch ein Polster und haben eine gewisse Qualität. Ich glaube nicht, dass sie absteigen werden. Aber natürlich müssen sie sich zuerst nach unten statt nach oben orientieren. Es hat keiner damit gerechnet, dass sie sich nach unten orientieren müssen, deshalb kann jetzt eine gewisse Nervosität dazukommen. Bei den Heimspielen fehlt ihnen das Publikum. Deshalb sind sie zwar noch nicht im tiefen Abstiegsstrudel, aber schon im Kampf um die letzten drei Plätze dabei. Mir fehlen Spieler, die das Heft in die Hand nehmen.“

    … zu Marco Rose: „Er ist absolut glaubwürdig. Er ist, wie er ist und verstellt sich nicht. Das kommt bei den Spielern gut an.“

    … zu Alassane Pléa: „Er war hellwach von Anfang an. Was mir generell an ihm gefällt, ist, dass er vorne auf verschiedenen Positionen auftaucht und damit für die Abwehrspieler kaum zu greifen ist. Zudem hat er eine enorme Geschwindigkeit mit dem Ball. Er war heute für mich der wichtigste Spieler auf dem Platz.“

    ... zu den Leistungsverhältnissen der beiden Teams (vor dem Spiel): „Gladbach hat eine höhere Qualität. Frankfurt kommt eher über die Mentalität.“

    ... zu Filip Kostic (vor dem Spiel): „Vom Gefühl her gehe ich davon aus, dass er bei einigen größeren Vereinen auf dem Zettel steht und da im Sommer ein größerer Transfer ansteht. Was er in dieser Saison bislang spielt, ist allererste Sahne.“

    ... zu Marcus Thuram (vor dem Spiel): "Er hat sich schnell im System der Gladbacher eingefügt. Er ist ein Spieler, dessen Stärken bei der Spielweise von Marco Rose extrem zum Tragen kommen. Er ist groß, kräftig, schnell und setzt sich sehr gut durch.“

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