• Schalke mit spielerischem Offenbarungseid: „Sind zu nichts anderem in der Lage"
  • Hoffenheims Baumgartner wird zum Matchwinner: „Er ist einfach normal“
  • Paderborner Abstieg rückt immer näher: „Wir werden nicht aufhören“
  • Sky Experte Hamann: Schalker Leistungen sind „erschreckend“

    Unterföhring, 27. Mai 2020 -
    Die wichtigsten Stimmen zu den späten Mittwochspartien des 28. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

    Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf) …
    … zum Spiel:
    „In der ersten Halbzeit hatten wir 75 Prozent Ballbesitz, wir sind gut ins Spiel reingekommen, waren die klar bessere Mannschaft. In der zweiten Halbzeit sind wir nicht gut rausgekommen, dann kam das Tor. Aber was wir dann für eine Moral gezeigt haben, da haben uns bestimmt viele abgeschrieben, gerade auch nach dem Spiel am letzten Sonntag. Ich habe schon öfters gesagt, wir spielen nicht wie ein Absteiger. Meine Mannschaft hat eine unheimliche Moral bewiesen, wir sind unheimlich schwer zu schlagen, selbst für eine Mannschaft wie Schalke, die in der ersten Halbserie teilweise auf Platz drei stand. Großes Kompliment für die Moral und den Aufwand, den wir betrieben haben. Den Sieg haben wir uns verdient.“
    … zum Charakter der Mannschaft: „Mein Vorgänger Friedhelm Funkel hat großen Wert darauf gelegt, eine Mannschaft zusammenzustellen, die charakterlich einwandfrei ist. Wir bei der Fortuna wissen, wer wir sind und wo wir stehen und was wir machen müssen, um in der Liga zu bleiben. Deswegen können wir solche Nackenschläge wie in Köln gut verdauen.“
    … zur Angst vor einem erneuten späten Gegentor in der Schlussphase: „Ich habe wirklich dran gedacht. Aber heute mit der Leidenschaft, Kaan konnte sich kaum mehr bewegen und hatte Krämpfe in den Waden. Wie wir als Mannschaft zusammengestanden haben, die Einwechselspieler haben uns belebt, die ganze Bank hat das Spiel mitgelebt. Bei uns im Camp, wir sind ready for fight, und wir werden fighten bis zum Ende.“
    … zur Reaktion nach dem verpassten Sieg in Köln (vor dem Spiel): „Es war wichtig, dass wir das Köln-Spiel zu Bett bringen konnten und uns am Montag sofort auf dieses Spiel heute konzentrieren konnten. Wir in Düsseldorf sind druckresistent, wir wissen, mit dem Druck umzugehen.“

    David Wagner (Trainer FC Schalke 04) …
    … zu den Gründen für die Niederlage:
    „Weil wir zwei Standardsituationen nicht gut verteidigt haben und zwei Tore kassiert haben. Ich denke, das Spiel hatte sich davor und danach nicht besonders anders angefühlt. Die Spielanlage war klar definiert, die eine Mannschaft mit Ballbesitz, die andere wollte auf Konter gehen. Ich denke, wir hatten aus dem Spiel heraus die zwei besten Chancen im Spiel durch Daniel Caligiuri in der ersten Halbzeit und Jonjoe Kenny in der zweiten Halbzeit. Wir gehen in Führung und geben nach zwei Standardsituationen das Spiel leider aus der Hand.“
    … zur Frage, ob der Ansatz mit wenig Ballbesitz so geplant war: „Klar, wir sind in der derzeitigen Situation zu nichts anderem in der Lage. Wir mussten weggehen von der ursprünglichen Spielidee, die uns ganz lange ausgezeichnet hat, um solide zu verteidigen, dem Gegner wenig zu geben. Ich denke, das war bis auf ein paar Fernschüsse auch der Fall. Leider haben wir die zwei Standardsituationen nicht so verteidigt, um das Spiel zu gewinnen. Aber im Moment ist das unsere Möglichkeit, um vielleicht Punkte zu holen. Das war heute leider nicht der Fall, aber ich denke, das ist das, was der Mannschaft im Moment besser tut.“
    … zur derzeitigen Situation (vor dem Spiel): „Es ist keine Zeit, die vergnügungssteuerpflichtig ist. Wir haben eine richtig schwere Phase. Wir wissen, warum, und wir wollen alles dafür tun, dass wir aus dieser Phase wieder herauskommen. Es ist ein neues Spiel, eine neue Chance, sich aus dieser Situation herauszukämpfen.“
    … zur Kritik an seiner Person (vor dem Spiel): „Wenn man auf Schalke ist und wir seit neun Spielen nicht gewonnen hat, ist die Kritik eine Situation, der man sich stellen muss. Es ist ganz wichtig, zu wissen, wieso wir in diese Situation gekommen sind und zu wissen, als wir einigermaßen normale Umstände hatten, wie wir Fußball gespielt haben. Verständnis ja, aber es gibt ganz offensichtliche und relativ simple Erklärungen, dass wir einige Baustellen haben.“


    Jochen Schneider (Sportvorstand FC Schalke 04) ...
    ... zum Spiel:
    „Extrem enttäuschend, das war kein gutes Spiel heute, das kann man nicht schönreden. Wir sind in der ersten Halbzeit aus einem defensiven Ansatz heraus das Spiel angegangen, haben auch eine, anderthalb Chancen. Wir kommen gut in die zweite Halbzeit, gehen in Führung und kassieren zwei Gegentore nach Standardsituationen. In der letzten Viertelstunde hat uns dann aber auch die Idee gefehlt, die Durchschlagskraft. Es ist sehr enttäuschend, hier zu verlieren.“
    ... zum geringen Ballbesitzwert: „Ballbesitz ist immer die Frage. Wir hatten gegen Augsburg viel Ballbesitz und keine Chancen kreiert. Heute war der Ansatz, aus einer guten Defensive im Umschaltspiel Konterchancen zu erspielen. Unterm Strich ist das zu wenig. Heute war es auch der Situation geschuldet, aber es ist bitter, hier zu verlieren.“
    … zur Kritik an Trainer Wagner: „Es ist keine Kritik am Trainer, sondern an uns allen. Wir alle müssen die Dinge besser machen, können uns nicht so präsentieren wie die letzten drei Spiele. Es ist ein gehöriger Negativlauf, den müssen wir schleunigst beenden, am besten am kommenden Samstag gegen Werder Bremen. Eine gute Leistung ist Pflicht von allen. Es ist nicht richtig, das allein am Trainer festzumachen. Da gehören alle im Verein dazu.“

    Rouwen Hennings (Kapitän und Torschütze Fortuna Düsseldorf): „Es war sehr, sehr wichtig. Wir hatten viele Spiele in letzter Zeit, bei denen wir nah dran waren, auch schon vor der Corona-Pause. Es war wichtig, dass wir den Bock umstoßen, dass wir das Ergebnis über die Zeit bringen. Heute haben wir es auch mal gedreht, für die Moral ist das sehr wichtig. Alles in allem haben wir ein gutes Spiel gemacht.“

    Kenan Karaman (Torschütze Fortuna Düsseldorf): „Rouwen und ich haben schon einige Spiele zusammen gemacht, einige Siege geholt. Dass es heute so gut geklappt hat, zeigt einfach, dass wir zusammen gut harmonieren. Ich hoffe, dass wir so weitermachen und die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen.“

    Lutz Pfannenstiel (scheidender Sportvorstand Fortuna Düsseldorf) …
    … zur Frage, warum er nicht bis Saisonende bleibt:
    „Weil wir zum 31. Mai aufgelöst hatten. Keiner hat Corona erwartet, da gab es andere Schicksale. Das hat sich so ergeben, konnte keiner voraussehen. Aufgrund der Struktur im Verein konnte das nicht mehr umgedreht werden. Das ist auch vollkommen okay so, ich bin mit dem Herzen auf jeden Fall bis zum letzten Spieltag dabei und bin überzeugt, dass wir die Klasse halten.“

    Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Union Berlin): „Es ist ein gewonnener Punkt, würde ich mal behaupten. Wenn man über 50 Minuten in Unterzahl ist, muss man von einem gewonnenen Punkt sprechen. Wir sind in der Bundesliga, es ist sehr schwierig, überhaupt Punkte mitzunehmen.“

    Achim Beierlorzer (Trainer 1. FSV Mainz 05) …
    … zum Freistoß vor dem 1:1:
    „Nicht jeder Kontakt ist ein Freistoß. Wenn man sich das anguckt im Nachgang, ich habe auch mit dem Spieler gesprochen, die Fußballer wissen, was da passiert ist.“
    … zur Reaktion auf die klare Niederlage gegen RB Leipzig (vor dem Spiel): „Das muss sehr schnell gehen, Sonntag, Mittwoch, da kann man nicht viel Zeit vergehen lassen. Wir haben es sofort am Montag aufgearbeitet, haben die Jungs nach Hause geschickt mit dem Vorsatz, macht euch ein paar Gedanken, wir müssen mehr investieren, uns mehr wehren.“
    … zum Druck durch den Bremer Sieg (vor dem Spiel): „Wir verlieren den Glauben auch nie. Das ist ja das Schöne am Fußball. Man muss diese Dinge aufarbeiten, abhaken und dann mit voller Inbrunst und Überzeugung in dieses nächste Spiel gehen. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft vermitteln konnte, dass das für uns heute eine große Chance ist.“

    Ridle Baku (Torschütze 1. FSV Mainz 05): „Es ist ziemlich schwer in Worte zu fassen. Wir sind in der zweiten Halbzeit mit einem Mann mehr, da will man natürlich dieses Spiel gewinnen. Wir waren in der zweiten Halbzeit relativ gut vorne, wir haben uns viele Torchancen herausgespielt und mit etwas Glück rutscht vielleicht einer rein. Das ist uns heute nicht gelungen, aber wir richten den Blick nach vorne und wollen zu Hause gegen Hoffenheim unbedingt drei Punkte einfahren.“

    Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn) …
    … zum Spiel:
    „Für uns ging es mehr um den Sieg als um den einen Punkt, das haben wir den Jungs auch mitgegeben. Wir haben auch gesagt, wir gehen es bis zum Ende an und werden dann sehen. Uns nützt kein Unentschieden im Großen, aber wir gucken, dass wir uns die Chancen erarbeiten. Wir hatten gute Chancen, einmal Pfostenschuss, einmal sehr gut reagiert. Das ist dann leider so. Umso trauriger für uns, aber auch das gehört zum Sport. Wir müssen aufstehen und schauen, dass wir das Beste daraus machen. Aber dass wir vor allem nicht aufhören.“
    … zu Klaus Gjasula (vor dem Spiel): „Wir schauen mal, ob Klaus noch eine Gelbe kriegt, ich hoffe nicht. Es ist nicht so, dass wir ihn nur aufstellen, damit er Gelbe Karten kriegt, sondern weil er uns auch hilft. Aber schauen wir mal in Ruhe.“
    … zur geringen Rotation trotz englischer Woche (vor dem Spiel): „Wenn man die Wichtigkeit der Spiele berechnet, dann geht es für uns heute schon um sehr, sehr viel, wie in jedem Spiel auch. Die Wahrscheinlichkeit, gegen Augsburg realistisch was zu holen, ist ein bisschen größer als gegen Dortmund. Wir haben rotiert, haben drei neue Spieler.
    … zum Glauben an den Klassenerhalt (vor dem Spiel): „Glaube und Hoffnung hatten wir von Anfang an. Wenn wir über einen Spieler wie Klaus reden, der vor drei Jahren oder zwei Jahren noch dritte Liga gespielt hat und im letzten Jahr in der zweiten Liga kaum zum Einsatz gekommen ist und jetzt über 20 Bundesligaspiele hat. Es ist ein Abenteuer für uns und das nehmen wir. Daher geht es gar nicht um Glaube oder Hoffnung. Wir gehen davon aus, was können wir, da sind viele Mannschaften uns vielleicht qualitativ überlegen. Aber was wir an Herz, an Mut, an Läuferischem wettmachen, das werfen wir rein und schauen, was rauskommt. Und das ist, was für uns zählt.“

    Daniel Baier (Kapitän FC Augsburg): „Wie auf Schalke wollten wir hier gewinnen, aber dafür muss man besser spielen und die Torchancen nutzen. Kompliment an Paderborn, wir wussten, sie kommen hierher und haben im Endeffekt nichts zu verlieren. Sie haben eine gute Qualität, gutes Umschaltspiel, schnelle Leute vorne, von daher war es wichtig, die Null zu halten. Das haben wir geschafft.“

    Heiko Herrlich (Trainer FC Augsburg) …
    … zur Kritik an seinem Quarantäne-Fehler (vor dem Spiel):
    „Die Kritik, die gekommen ist, musste ich mir anhören und annehmen, das ist vollkommen klar. Das Wichtigste ist die Mannschaftsführung, solche Sachen sind nicht förderlich, deswegen war es wichtig, gleich zu zeigen, dass wir nächste Saison weiter Bundesliga spielen wollen.“
    … zur Rückkehr von Daniel Baier in die Startelf (vor dem Spiel): „Er war Mitaufsteiger, hat die Zeit hier geprägt, ist ein ganz wichtiger Spieler für den Verein. Ich wollte ihn für das Spiel heute schonen, wir brauchen heute mehr Ballbesitz, mehr Spielkultur.“

    Alfred Schreuder (Trainer TSG 1899 Hoffenheim) …
    … zum Beinahe-Wechselfehler nach dem Platzverweis gegen Hübner und der späten Reaktion von Bruun Larsen:
    „Sie haben Freistoß an der linken Seite, wir haben davor eine Rote Karte bekommen, und er war in der Mauer. Da war er nicht dabei, zu schauen, ob er raus muss. Das war keine Absicht, wie Köln das dachte.“
    … zu Christoph Baumgartner: „Wenn man sich seine Werte nach den Spielen anschaut, dann hat er immer unglaubliche Topwerte. Das ist Champions-League-Niveau, was er läuft und arbeitet. Dazu ist er noch intelligent zwischen den Räumen und erst 20 Jahre. Ich bin sehr froh mit ihm im Kader.“

    Christoph Baumgartner (Doppeltorschütze TSG 1899 Hoffenheim): „Wenn man zwei Tore macht und eines auflegt, war es ganz okay. Schade, dass der dritte nicht auch gezählt hat. Aber viel entscheidender als meine Leistung war, dass wir endlich wieder die drei Punkte geholt haben. Das war für uns alle extrem wichtig, jetzt heißt es nach vorne schauen und weitermachen.“

    Oliver Baumann (Torwart TSG 1899 Hoffenheim) …
    … zu Baumgartner:
    „Bei Baumi bin ich froh, dass er einfach normal ist. Einfach ein normaler Junge, anständig, ein Vollprofi. Das hat er schon voll drauf, er weiß, was ihm guttut, wie er sich zu verhalten hat. In dieser Welt normal sein, ist das größte Kompliment, das man machen kann.“

    Toni Leistner (1. FC Köln) …
    … zum erneuten Elfmeter-Fehlschuss von Mark Uth:
    „Wir haben da eine klare Rangfolge, wer schießt. Und da ist Mark mit seinen Scorerpunkten ganz weit vorne und deshalb hat er auch das Selbstvertrauen, sich den Ball zu nehmen. Er ist nicht der erste Spieler, der da verschießt, da gab es schon andere große Namen, die da verschossen haben. Deswegen sind wir überhaupt nicht böse auf den Mark. Klar ist es für uns als Team ärgerlich und wir müssen ihn wieder aufbauen. Aber am Montag knallt er ihn wieder rein.“

    Sky Experte Didi Hamann …
    … zu Hoffenheims Christoph Baumgartner:
    „Er ist mit seinen jungen Jahren einer, der aus der Hoffenheimer Schmiede zu Höherem berufen ist, weil er dieser Straßenfußballer ist, die wir heute in der Fülle nicht mehr sehen. Er hat etwas, das man im heutigen Fußball nur noch selten sieht. Es macht Spaß ihm zuzuschauen.“
    … zur Schalker Krise: „Was sie seit dem Start der Rückrunde bieten, ist erschreckend. Die Zahlen sind die eines Abstiegskandidaten. Mit jeder Partie und Leistung wie heute mehr wird der Trainer mehr unter Druck geraten.“


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