Labbadia setzt Aufwärtstrend fort: „Bin der beste Trainer, der ich je war“
Hütter nach Frankfurt-Sieg erleichtert: „Haben starkes Lebenszeichen abgegeben“
Augsburg-Trainer Herrlich: „Wenn wir so auftreten, wird es nicht reichen“
Sky Experte Hamann kritisiert Schalke: „Ein Armutszeugnis“

Unterföhring, 30. Mai 2020 - Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 29. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen) …

… zum Sieg: „Das ist ein ganz, ganz wichtiger Auswärtssieg. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, einen ganz hohen Ballbesitzanteil gehabt, aus dem wir teilweise zwingend geworden sind. Auch wenn es ein Fernschuss war, sind wir absolut verdient mit 1:0 in die Halbzeit. In der zweiten Halbzeit hat Schalke höher gepresst, da wurde es einen Tick hektischer. Insgesamt ein verdienter Auswärtssieg, der aber hart erkämpft war in der zweiten Halbzeit. Wir haben aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt. Wenn man sich die Tabelle anschaut, dann weiß man, wie bitter nötig die sind, wir sind immer noch hinten dran.

… zur zweiten Halbzeit: „Wenn du 45 Minuten den Ball die ganze Zeit hast, dann kommt eine Mannschaft aus der Halbzeit, die einen anderen Spirit an den Tag legt. Die Schalker wurden extrem giftig, die zweite Halbzeit fand ich sie sehr gut. Dann wird das Spiel hektischer. Wir mussten dann leider wechseln mit Leo, Milot musste dann raus. Dadurch ging ein bisschen die Struktur verloren. Die Galligkeit und Giftigkeit bis zur letzten Minute waren da.“

… zum Nachholspiel gegen Frankfurt: „Am Mittwoch haben wir eine große Chance im Nachholspiel. Vor dem Spiel haben wir von einem Tunnel gesprochen, da sollten wir tunlichst drinbleiben.“

Sebastian Langkamp (Werder Bremen): „Schalke hat in der Halbzeit umgestellt. Wir wussten, dass auch viel Wucht auf uns zukommt, dass sie viel mit langen Bällen operieren. Das ist unangenehm zu verteidigen. Wir hatten das große Glück, dass wir die meisten zweiten Bälle und ersten Bälle auch gewonnen haben. So richtige Entlastung haben wir dann nicht mehr geschafft. Es ist einfach wichtig in unserer Situation, die Spiele auch über die Bühne zu bringen. Das war der siebte Punkt in drei Spielen. Das ist sehr gut in unserer Situation.“

Alessandro Schöpf (Schalke 04): „Die zweite Halbzeit war auf jeden Fall gut. Da sind wir vorne angelaufen, hatten frühe Balleroberungen und die eine oder andere Torszene gehabt. Ich glaube, das ist der Weg, wie wir ihn auch in der Hinrunde gespielt haben. Wenn es etwas Positives gibt, dann ist es auf jeden Fall das.“

Rouven Schröder (Vorstand Sport FSV Mainz 05) …

… zur Niederlage: „Wenn du so viel Aufwand betreibst, dann ist das unheimlich schwierig, damit umzugehen. Das kann jetzt auch nicht so einfach abgeschüttelt werden. Es sind so viele enge Situationen. Wir waren dran und hätten das Spiel nicht verlieren müssen. Es ist unheimlich bitter und wird heute Abend auch noch länger dauern bis morgen früh, bis man das abschütteln kann.“

… zum nicht gegebenen Treffer der Mainzer: „Natürlich unglaublich unglücklich für uns. 1:1 hätte es dann gestanden. Nein, aber das ist kein reguläres Tor. Das akzeptiere ich.“

… zum vermeintlichen Foul von Baumann: „Für mich ist das ein Elfmeter. Baumann kommt angerauscht, er grätscht rein. Da hat sich der Torwart einfach verschätzt und unglücklich verhalten. Das ist ein Element im Abstiegskampf. Diese Elemente brauchst du auf deiner Seite. Wir hatten auch das Gefühl, dass wir auch bei den kniffligen Szenen nicht so bewertet worden sind, wie es hätte sein müssen.“

… zum Abstiegskampf: „Es wird darauf ankommen, dass wir diese Intensität behalten. Das ist der Anspruch. Wir können nicht nach Hause gehen uns sagen, wir hätten jetzt eventuell das 1:1 schießen können oder eine Fehlentscheidung ist gefallen. Es wird schwierig, wenn man jetzt den Kopf runternimmt. Wir stehen noch über dem Strich, es wird immer enger.“

Florian Müller (Torhüter FSV Mainz 05): „Heute kann man wirklich keinen Vorwurf machen nach einer Englischen Woche, in der es wirklich anstrengend ist. Wir haben alles reingeschmissen, aber zu viele klare Torchancen für den Gegner weggegeben. Wir hatten schon unsere Chancen, aber eine schlechte Chancenauswertung wieder.“

Daniel Brosinski (FSV Mainz 05): „Man kann niemandem einen Vorwurf machen. Es hat alles gepasst: Wir wollten, wir haben zusammen angegriffen und verteidigt. Wir brauchen vielleicht einen Dosenöffner mit einem 1:0, um dann das 2:0 für etwas Sicherheit nachzulegen. Wenn du immer wieder Rückständen hinterherrennst, dann wird es schwer.“

Ihlas Bebou (Torschütze TSG Hoffenheim): „Wir haben in den letzten Spielen enorm investiert und am Ende hat das Tor gefehlt. Heute war es in der zweiten Halbzeit andersherum. Wir haben gekämpft. Die drei Punkte sind enorm wichtig für uns.“

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): „Uns ist heute sicherlich ein Befreiungsschlag gelungen. Wir haben ein starkes Lebenszeichen abgegeben und nicht unverdient gewonnen. Ich habe eine starke kämpferische Leistung gesehen. Hier zu gewinnen und die drei Punkte zu holen, ist sehr wichtig.“

Kevin Trapp (Torhüter Eintracht Frankfurt): „Wenn man die letzten Wochen sieht, dass die anderen Mannschaften auch punkten, dann ist es natürlich brutal wichtig, heute gewonnen zu haben. Sonst wird es ganz eng. Wir haben am Mittwoch ein ganz wichtiges Spiel gegen Bremen, wo wir wieder genauso auftreten müssen. Bremen ist auch gut drauf.

Jörg Schmadtke (Geschäftsführer Sport VfL Wolfsburg): „Wir haben bis zum 1:1 ein richtig tolles Spiel gemacht, waren deutlich überlegen, hatten die besseren Torchancen. Wir haben uns aber nicht belohnt für den riesigen Aufwand, den wir betrieben haben. Nach dem 1:1 sind wir etwas kopflos geworden.

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): „Ich bin ein Mensch, der jeden Tag weiterkommen möchte. Mit jeder Station bin ich besser geworden. Ich glaube, ich bin heute der beste Trainer, der ich je war, weil die Erfahrung einfach unfassbar wichtig ist. Ich bin fast 35 Jahre in der Bundesliga als Spieler und Trainer. Ich bin immer noch hungrig und habe Lust auf diesen Sport. Wir wollen alle zusammen etwas machen, und das macht mir dann auch Spaß.“

Rune Jarstein (Torhüter Hertha BSC): „Wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Trainer und seinen Gedanken, wie wir spielen sollen. Wir sind ein Team jetzt. Es sind nur vier Punkte, es ist möglich.“

Heiko Herrlich (Trainer FC Augsburg):

… zum Spiel: „Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. Die erste Halbzeit ging klar an Hertha. Wir haben nichts umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, haben keinen Mut beim eigenen Ballbesitz gehabt. In der zweiten Halbzeit hatten wir genau das, was wir machen wollten. Da wäre die Möglichkeit gewesen, das Spiel zu drehen. So ist es bitter, dass wir hier nix mitnehmen.“

… zum Abstiegskampf: „Wenn wir so spielen wie in der zweiten Halbzeit, dann bin ich sehr optimistisch, dass wir unsere Ziele erreichen. Jedem muss klar sein, wenn wir so auftreten wie in der ersten Halbzeit, dann wird es nicht reichen. Wir schauen erstmal auf uns, darauf, was wir besser machen können. Uns war klar seit Wochen, dass die Situation ernst ist und es schwer wird. Wir müssen alles auffahren, um die Klasse zu halten.“

… zur fehlenden Torgefahr: „Die Möglichkeiten waren da. Es hat eine Kleinigkeit gefehlt. Wir wollten es erzwingen. Der Auftritt in der zweiten Halbzeit war gut.“

Sky Experte Dietmar Hamann ...

… zur Schalker Niederlage: „Schlimmer als in der ersten Halbzeit ging es ja nicht. Sie konnten sich eigentlich nur steigern. Wenn man sich anschaut, was sich wirklich an Torchancen hatten, dann ist da eine Chance, die Pavlenka aus spitzem Winkel entschärft hat. Eine Chance, aus der du ein Tor machen musst, hatten sie 90 Minuten nicht. Was sie im Moment zeigen, ist erschreckend. Das war in der ersten Hälfte ein Armutszeugnis. Ich weiß nicht, wie es auf Schalke weitergehen soll.“

… zu Bremen: „Es ist das dritte Mal nacheinander zu Null die Bremer. Wenn du viele Gegentore kassierst, kannst du nicht immer drei, vier Tore schießen. Jetzt haben sie in einer Woche nur zwei geschossen und damit sieben Punkte geholt. Das zeigt, dass diese defensive Arbeit, die Kohfeldt angesprochen hat, ihnen die beiden Spiele gewonnen hat.“

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