Favre lobt seine Spieler nach dem 6:1-Sieg: „Haben die anderen müde gespielt“
  • Gladbach-Trainer Rose „sehr einverstanden mit der Leistung und mit dem Ergebnis“
  • Eberl will in die Champions League: „Haben uns jetzt da oben festgebissen“
  • Sky Experte Martin Schmidt würdigt Gladbacher: „Haben immer zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht“

    Unterföhring, 31. Mai 2020 -
    Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 29. Spieltages der Fußball-Bundesliga, Borussia Mönchengladbach vs. 1. FC Union Berlin (4:1) sowie SC Paderborn vs. Borussia Dortmund (1:6), bei Sky.

    Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) ...
    ... zu seiner Halbzeitansprache:
    „Ich habe fast nichts gesagt, nur ein Satz: Wir müssen so weitermachen. Denn wir haben gut gepresst, wir haben die anderen müde gespielt und es war klar, dass sie dieses Tempo nicht bis zum Schluss halten können. Wir haben in der zweiten Halbzeit dann nur ein wenig die Bewegung der Flügelspieler geändert und weiter mit Intensität gespielt.“
    ... zum Tor von Marcel Schmelzer: „Marcel war sehr zufrieden. Er war leider ein paar Mal verletzt. Seit ein paar Wochen dreht er wieder auf. Er ist gut im Training und er ist gut auf dem Platz. Er hat hervorragend gespielt, ein Tor und ein Assist gemacht.“
    ... zum Kampf um die Champions League: „Wir haben noch fünf Spiele und wollen nur von Spiel zu Spiel denken.“
    ... zur Frage, ob es noch eine Restchance auf den Titel gibt: „Ich habe schon darüber gesprochen, es wird brutal schwer für uns.“

    Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund) ...
    ... zur Frage, wie die Mannschaft nach der Niederlage gegen den FC Bayern München reagieren wird (vor dem Spiel):
    „Ich glaube, es ist die Aufgabe, diese Niederlage und Enttäuschung zu verarbeiten. Es ist klar, Bayern wird am Ende wieder deutscher Meister und deshalb brauchen wir eine neue Zielsetzung: Wir wollen so schnell wie möglich die Champions-League-Qualifikation schaffen. Wir stehen aktuell auf Platz zwei und da wollen wir auch am Ende stehen.“
    ... zum Hinspiel (vor dem Spiel): „Wir haben da eines unserer schlechtesten Spiele gemacht oder zumindest die schlechteste Halbzeit ever gespielt und danach sind einige Prozesse bei uns angestoßen worden: Die Mannschaft hat sich alleine mit dem Trainer zusammengesetzt und gesagt, dass sowas, was wir da gesehen haben, nicht mehr vorkommt.“
    ... zu den Stärken von Lucien Favre (vor dem Spiel): „Ich glaube, Lucien hat eine klare Vorstellung, wie seine Mannschaft Fußball spielen soll und das kann man unserer Mannschaft auch ansehen.“

    Roman Bürki (Torhüter Borussia Dortmund) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben in der ersten Halbzeit das falsch gemacht, was wir in der Hinrunde auch schon in der ersten Halbzeit falsch gemacht haben. Wir haben sie nicht von Anfang an unter Druck gesetzt, wenn wir den Ball verloren haben, waren wir nicht schnell genug, um den Ball zu erobern. Denn wir wissen, dass sie sehr schnelle Spieler vorne haben und sehr guten Konter-Fußball spielen. Zum Glück ist nichts passiert in der ersten Halbzeit, aber in der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht und das Spiel dann auch mehr oder weniger kontrolliert.“
    ... zum Elfmeter: „Ich habe leider die Wiederholung noch nicht gesehen. Aus meiner Perspektive war es keiner, weil die Distanz sehr kurz ist und keine Bewegung zum Ball ist. Aber Handelfmeter ist ja immer so eine strittige Sache.“
    ... zur Frage, ob einigen Spielern die Frische gefehlt hat: „Kann gut sein, dass manche Spieler sich auch ein bisschen träge gefühlt haben. Es war auch sehr warm. Schlussendlich können wir aber zufrieden sein, denn wir wissen, dass Paderborn ein sehr unangenehmer Gegner sein kann.“
    ... zum Kampf um die Meisterschaft: „Wir geben alles, um jedes Spiel zu gewinnen. Alles andere liegt nicht mehr in unserer Hand.“

    Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn) ...
    ... zum Hinspiel (vor dem Spiel):
    „Das war ein ganz anderes Spiel. Dortmund ist zu dem Zeitpunkt ganz anders aufgetreten, auch in der Struktur. Danach haben sie angefangen, in einer Dreierkette zu agieren. Dass uns das Erlebnis im Kopf bleibt und dass wir das genossen haben, ist aber ganz klar.“

    Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Spiel:
    „Als Trainer hast du möglichweise immer was zu meckern, aber ich möchte heute nicht meckern. Wir haben das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten, wir haben das Spiel von Union Berlin sehr gut angenommen, wir haben uns gewehrt, haben mit Ball eine gewissen Dominanz ausgestrahlt, haben vielleicht den einen oder anderen kleinen Fehler zu viel gemacht, aber haben sehr schöne Tore geschossen und dementsprechend bin ich sehr einverstanden mit der Leistung und mit dem Ergebnis.“
    ... zum Jubel von Marcus Thuram: „Ich habe den Jubel nicht wahrgenommen. Wenn man jetzt sagt, das man politische Botschaften im Sport nicht sehen möchte, muss ich ganz ehrlich sagen, wenn das eine Aktion war, um zu zeigen, dass man sich gegen Rassismus wehrt, was soll ich da dagegen sagen? Da stehe ich hinter meinem Jungen. Ich finde, wenn man sich öffentlich gegen Rassismus stellt, dann ist das schwer in Ordnung.“

    Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Spiel:
    „Ich finde, dass wir verdient gewonnen haben. Wir haben in der ersten Halbzeit griffig gespielt, haben die Laufintensität auf den Platz gebracht, haben die Zweikampfhärte auf den Platz gebracht. Das 1:2 kurz nach der Halbzeit hat so ein bisschen Unwohlsein aufkommen lassen, aber wie die Mannschaft sich dann wieder aufgerappelt hat und weiter Fußball gespielt hat – ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben.“
    ... zur Kulisse: „Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt. Aber die Mannschaft feiert gerade Mamadou Doucouré, der nach über drei Jahren sein erstes Pflichtspiel machen konnte und deswegen war es nicht nur ein wertvoller Sieg für uns, sondern auch ein hochemotionales Erlebnis für uns alle und vor allem für Mamadou, der lange dafür kämpfen musste und da sind wir sehr froh, dass er heute seine ersten Minuten spielen durfte.“
    ... zur Leistung von Marcus Thuram und Alassane Pléa: „Marcus und Alassane sind für uns wichtige Spieler durch die ganze Saison schon hinweg. Dass sie Fußball spielen können und torgefährlich sind und dass sie eine Kaltschnäuzigkeit haben, das wussten wir und dass sie es heute an den Tag gelegt haben, ist umso schöner.“
    ... zum Tabellenplatz: „Das ist momentan Ausdruck unserer Qualität, das ist Ausdruck unserer Leistung, die wir bisher gespielt haben und wir haben uns jetzt da oben festgebissen. Momentan spielen wir eine sehr gute Rolle.“

    Florian Neuhaus (Torschütze Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben uns heute viel vorgenommen, haben viel auf den Platz gebracht von dem, was wir vorher besprochen haben. Wir sind natürlich glücklich, dass wir 4:1 gewinnen konnten.“
    ... zur Frage, was sie sich vorgenommen hatten: „Wir wollten wieder mehr Präsenz nach vorne zeigen. Ich glaube, das ist uns mit vier Toren gut gelungen.“
    ... zu seinem Tor, was das 3000. in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach war: „Das ist natürlich eine schöne Zahl. Das freut mich, so ein besonderes Tor für den Verein erzielt zu haben, aber noch mehr freue ich mich über den Sieg, der war wichtig im Kampf um die Champions League.“

    Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach) ...
    ... zum Kampf um die Champions League:
    „Wir wissen alle, was Dortmund für eine Qualität hat. Es ist nicht mein primäres Ziel, sondern es gibt mit Leverkusen und Leipzig auch noch zwei andere und deshalb wird es einen erwischen, der in der Euro League spielen muss, aber wir geben alles dafür, dass wir es nicht sind.“

    Sky Experte Martin Schmidt ...
    ... zum Sieg von Borussia Mönchengladbach:
    „Sie haben immer zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht, kein Stress aufkommen lassen und so war es ein souveräner Sieg von Gladbach. Der Sieg war wichtig, um nach zwei Spielen mit nur einem Punkt die Englische Woche mit einem Dreier abzuschließen, wieder auf einen Champions-League-Platz zu hüpfen und das Torverhältnis zu verbessern. Sie bleiben dran.“
    ... zu Lucien Favre (vor dem Spiel): „Immer wieder gibt es Diskussion um seine Arbeit. Vieles waren für mich Interpretationssachen. Er redet nicht perfektes Hochdeutsch. Manchmal wird er dann falsch interpretiert. Ich glaube, dass es sicherlich ein paar Punkte gekostet hat, dauernd diese Diskussionen im Hintergrund zu haben.“
    ... zur Frage, ob Jadon Sancho für Borussia Dortmund zu halten ist (vor dem Spiel): „Das ist schwer abzuschätzen, weil das Transfergeschäft noch nicht in Schwung gekommen ist. Ich bin gespannt, ob man ihn halten kann. Er wäre wichtig für sie, das zeigen die Zahlen.“
    ... zu Emre Can (vor dem Spiel): „Er ist einer, der auch mal robust die Zweikämpfe führt, aber auf der anderen Seite vergisst man bei ihm oft, dass er einen sehr guten Fuß hat und einen sehr guten Ball vertikal spielt. Er ist ein sehr kompletter Spieler auf einem hohen Level, der Dortmund sehr gut getan hat.“



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