• Hütter lobt Doppel-Torschützen Ilsanker: „Zweimal unglaublich gut gestanden“
• Frankfurt-Trainer sauer über Bremer Bank: „Da ist für mich eine Grenze überschritten worden“
• Ilsanker über seine Treffer: „Das ist das Ketchup-Flaschen-Prinzip: lange kommt gar nichts und dann gleich alles auf einmal“
• Trapp freut sich über „Riesenschritt“ in Richtung Klassenerhalt

Unterföhring, 3. Juni 2020 -
Die wichtigsten Stimmen zum Nachholspiel des 24. Spieltages der Fußball-Bundesliga, SV Werder Bremen vs. Eintracht Frankfurt (0:3), bei Sky.

Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen) ...
... zum Spiel:
„Wir haben heute ein Spiel gesehen, wo wir aufgrund der zweiten Hälfte von einem verdienten Sieg sprechen müssen. Drei Tore Unterschied war es aus meiner Sicht definitiv nicht. Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, waren aus meiner Sicht überlegen im Positionsspiel, hätten da konsequenter sein müssen im Abschluss. Wir werden dann in der zweiten Halbzeit ein bisschen überhastet und machen die entscheidenden Fehler. Wir sind in Überzahl bei allen Toren, das war etwas, was wir die letzten drei Spiele besser gemacht haben. Wir haben heute einen Rückschlag gekriegt. Das war für uns ein Spiel, wo wir ein Sprung hätten machen können, aber ich habe vorher gesagt, am 34. Spieltag ist es wichtig.“
... zu der geringen Torgefahr in der zweiten Halbzeit: „Wir müssen einfach anerkennen, dass wir momentan oder grundsätzlich nicht die Spieler haben, die sich den Ball nehmen und ein Tor schießen.“
... zum Abstiegskampf: „Das war ein Rückschlag. Es war in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr so, dass alle in der letzten halben Stunde das gemacht haben, was wir besprochen haben. Das geht nicht, dann schaffen wir es nicht. Es war ein Rückschlag, aber kein K.o.-Schlag.“
... zur Heimschwäche: „Wenn ich es wüsste, woran es liegt, hätte ich es abgestellt. Ich kenne die klaren Gründe nicht. Wir haben keine Blockade. Es wurmt mich doch genauso wie alle anderen. Es liegt in jedem Spiel einzeln begründet, wo der Fehler ist. Heute waren es wieder individuelle Fehler und das gesamte Arbeiten als Mannschaft spätestens ab der 55. Minute, was einen Heimsieg verhindert.“
... zum Bankplatz von Leonardo Bittencourt (vor dem Spiel): „Milot und Leo sind zwar einsatzfähig, aber nicht für 70, 80 Minuten, deshalb kommen sie heute erst mal von der Bank./ Ich schätze Leos Fähigkeiten sehr, nicht nur die im Torabschluss, die er in den letzten zwei Wochen gut angedeutet hat, sondern auch grundsätzlich sein Spielerprofil.“
... zu Milot Rashica (vor dem Spiel): „Er hat eine leichte Blessur aus dem Schalke-Spiel, die ein etwas erhöhtes Risiko bei längerer Spielzeit darstellt. Mit seiner Geschwindigkeit, wenn das Spiel später etwas offener ist, hat er schon bewiesen, dass er auch spät Impulse setzen kann.“
... zum Startelf-Einsatz von Fin Bartels (vor dem Spiel): „Bartels hat gedrängt von hinten. Nach einer langen Leidenszeit ist er jetzt seit längerer Zeit im Training, hatte Kurzeinsätze, wo er auch immer etwas aufgezeigt hat. Das ist eine Situation, in der ich volles Vertrauen in Fin habe./ Er hat sein Spielgefühl wiedergefunden, er weiß sich wieder in den Räumen zu bewegen, das braucht nach so einer langen Zeit. Er hat im Grunde im März des letzten Jahres gegen Schalke sein Comeback nach dem Achillessehnenriss begonnen und dann über ein Jahr gebraucht bis jetzt nach Corona, um wieder reinzukommen in den Rhythmus. Jeder Fußballer weiß, du brauchst in etwa so lange, wie die Verletzung war, um wiederreinzukommen und jetzt ist er da und ich freue mich auf ihn.“

Niklas Moisander (Kapitän SV Werder Bremen) ...
... zum Spiel:
„Wir haben bis zum 1:0 ganz gut gespielt und hatten ein paar Möglichkeiten. Aber nach dem 1:0 geben wir die Gegentreffer wieder zu einfach weg.“
... zum 0:1: „Eine sehr gute Flanke, aber wir müssen da nah am Mann bleiben und ich war zu weit weg.“

Clemens Fritz (ehemaliger Spieler und Scouting-Leiter SV Werder Bremen) ...
... zur harten Spielweise (in der Halbzeitpause):
„Ich hoffe zumindest, dass wir zu elft vom Platz gehen. Aber das ist Abstiegskampf, man muss die Zweikämpfe gewinnen, man muss die Aggressivität auf den Platz bringen und das machen wir gut.“
... zur aktuellen Leistungskurve der Bremer (in der Halbzeitpause): „Was man der Mannschaft anmerkt, ist das Selbstvertrauen aus den letzten Spielen. Wir haben jetzt dreimal in Folge zu Null gespielt, sieben Punkte geholt, das gibt Aufschwung und eine gewisse Leichtigkeit, die man auch haben muss. Man darf nicht verkrampfen. Es ist noch ein weiter Weg für uns, wir wollen Punkt für Punkt einsammeln, die Hoffnung haben wir definitiv.“

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt) ...
... zum Spiel:
„Ich finde, dass beide Mannschaften von Beginn an versucht haben, zu gewinnen. Wir hatten eine gute Startphase, dann hat Werder das Zepter in die Hand genommen. Ich habe dann in der Halbzeit ein paar Sachen korrigiert. Ich finde, dass wir in der zweiten Halbzeit eine sehr abgeklärte Leistung gezeigt haben und hier absolut als verdienter Sieger vom Platz gehen.“
... zur Frage, ob es eine Auseinandersetzung mit Florian Kohfeldt gab: „Wenn der Cheftrainer mal eine Äußerung tätigt, habe ich überhaupt kein Problem. Die Grenze wird dann überschritten, wenn sich die Torwarttrainer bzw. die Co-Trainer so aufmüpfen, dann habe ich kein Verständnis dafür. Das habe ich auch kundgetan. Das ist das, was mich stört. Jeder kämpft für seine Mannschaft, trotzdem muss ich nicht bei jeder Entscheidung aufspringen und in unsere Richtung deuten. Das gehört sich nicht. Da ist für mich eine Grenze überschritten worden. Das hat etwas mit Respekt zu tun. Ich bin aber niemandem böse.“
... zum Tor von André Silva: „André hat das unglaublich wichtige 1:0 geschossen. André steht momentan richtig, arbeitet viel für die Mannschaft. Es ist das vierte Tor nach dem Re-Start. Kompliment.“
... zu den Toren von Stefan Ilsanker: „Er hat heute von der Bank aus zuschauen müssen bis zu der Einwechslung. Er hat das vom Kopf her richtig gut gemacht und dann auch zweimal unglaublich gut gestanden und dann auch souverän die Tore gemacht.“
... zum Gegner (vor dem Spiel): „Sie haben die Defensive stabilisiert. Überraschend ist sicherlich, dass Rashica und Bittencourt nicht von Anfang an dabei sind, die im letzten Spiel verletzungsbedingt raus mussten. Das ist eine leichte Überraschung.“

Stefan Ilsanker (Doppel-Torschütze Eintracht Frankfurt) ...
... zum Spiel:
„Die ersten 20 Minuten waren wir sehr gut im Spiel. Dann war es ein bisschen verfahren bis zu Halbzeit. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann wieder mehr Spielkontrolle. Unsere Konter hätten wir dann noch besser ausspielen können, aber zum Schluss war es dann einfach der Wille. Werder hatte auch viele Ecken und hat nichts draus gemacht und wir haben aus unseren Standards ein paar Tore gemacht.“
... zu seinen beiden Treffern: „Bei meiner Torgefährlichkeit in den letzten Jahren haben sie gedacht, lassen wir ihn mal alleine stehen und schon habe ich einmal richtig gestanden. Das ist das Ketchup-Flaschen-Prinzip: lange kommt gar nichts und dann gleich alles auf einmal.“
... zur harten Spielweise: „Es ist Abstiegskampf – für beide Mannschaften. Wir haben jetzt einen großen Schritt unten raus gemacht, aber Werder steckt unten drin und deswegen war es klar, dass heute gefightet wird.“

Kevin Trapp (Torhüter Eintracht Frankfurt) ...
... zum Spiel:
„Wir haben eine vielbessere zweite Halbzeit gespielt. Die ersten zehn Minuten in der ersten Halbzeit waren noch okay, wir kamen gut rein und danach war es teilweise grausam, weil wir nicht das gemacht haben, was wir können. Wir sind nur getrabt, wir sind nicht gelaufen, kamen nicht aggressiv in die Zweikämpfe, waren immer zu spät, haben den Bremern den Raum gelassen, den wir eigentlich zumachen wollten. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, das Tor hat uns natürlich gut getan. Aber die erste Halbzeit bis auf die ersten zehn Minuten können wir überhaupt nicht zufrieden sein.“
... zu den Toren von Stefan Ilsanker: „Das war, ich will nicht sagen glücklich, aber er macht es gut. Er kommt rein, vielleicht gab es auch eine Unstimmigkeit bei den Bremern. Extrem wichtig für uns.“
... zur Frage, ob damit der Klassenerhalt geschafft ist: „Wir haben definitiv einen Riesenschritt heute gemacht. Es war sehr, sehr wichtig.“

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