Die „Hall of Fame des deutschen Sports“ ist die Ruhmeshalle des deutschen Sports, die 2006 von der Deutschen Sporthilfe initiiert wurde. Hier werden Athleten, Trainer, Funktionäre und Gestalter geehrt, die in der über einhundertjährigen Historie des deutschen Sports durch ihren Erfolg im sportlichen Wettkampf oder ihren Einsatz für Sport und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben.
Zu den derzeit 118 Mitgliedern gehören Persönlichkeiten wie Steffi Graf, Michael Groß, Rosi Mittermeier, Michael Schumacher oder auch Kati Witt. An dieser Stelle informieren wir in den kommenden Wochen über die wichtigsten Jahres- und Geburtstage oder Jubiläen. Zusätzliches Bildmaterial steht über einen speziellen Link bei der Picture Alliance zur Verfügung.


Kalenderblatt 30. Juli 1980
Geher-Olympiasieger Hartwig Gauder engagiert sich nach Herztransplantation auch weiter für die Leichtathletik und Organspende

Frankfurt, 28. Juli –
Vor genau 40 Jahren, am 30. Juli 1980, wird Hartwig Gauder bei den Spielen in Moskau Olympiasieger über 50 Kilometer Gehen. Der Erfurter wird später auch Weltmeister und Europameister, hinzu kommt 1988 eine olympische Bronzemedaille in Seoul. Wegen des Boykotts der DDR entgingen Hartwig Gauder die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles, doch 1992 in Barcelona ging er mit 37 Jahren noch einmal bei Olympia auf Platz sechs.

Seinen größten Kampf gewann er indes nach der Sportkarriere – 1997 erhielt Gauder ein Spenderherz. Im März 1995 war seine Herzleistungsfähigkeit nach einer bakteriellen Infektion gravierend gesunken, nur eine Transplantation konnte ihn noch retten. In der Wartezeit auf das Spenderherz musste Hartwig Gauder zehn Monate lang mit einem künstlichen Herzen leben. Doch mit dem Kampfgeist des Olympiasiegers packte er sein Leben mit dem dritten Herzen an. Gauder schloss sein Architekturstudium ab und blieb dem Sport treu, engagierte sich ehrenamtlich für die Leichtathletik, absolvierte die Marathons in New York und Berlin und bestieg 2003 Japans höchsten Berg Fuji, um auf die Idee der Organspende aufmerksam zu machen. In Japan nutzte er seine Popularität, um für Sport, gesunde Bewegung und die Organspende zu sensibilisieren. Gauder war Mitgründer der Vereine Sportler für Organspende und Kinderhilfe Organtransplantation, die betroffene Familien unterstützen.

Am 22. April 2020 verstarb Hartwig Gauder im Alter von 65 Jahren in Erfurt an einem Herzinfarkt. 2016 war er in die von der Deutschen Sporthilfe initiierte „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen worden.


Link zur Biographie:
https://www.hall-of-fame-sport.de/mitglieder/detail/Hartwig-Gauder/

Link zum Bildmaterial:
https://t1p.de/PictureAlliance-HartwigGauder


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