• RB-Coach Nagelsmann lobt sein Team: „Bin sehr stolz auf die Truppe“
  • Siegtorschütze Adams mit seltenen Gefühlen: „Das Tor kam unerwartet“
  • Poulsen sieht „verdienten“ Sieg: „Wir waren die bessere Mannschaft“
  • Sky Experte Hamann schwärmt: „Man kann nicht besser spielen“

    Unterföhring, 13. August 2020 -
    Die wichtigsten Stimmen zur Donnerstagspartie des Champions-League-Viertelfinals in Lissabon zwischen RB Leipzig und Atletico Madrid (2:1) bei Sky.

    Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) ...
    ... zu seinen Gefühlen nach dem Sieg:
    „Erstmal ein Glücksgefühl, ich bin sehr stolz auf die Truppe. Es war sehr verdient, finde ich. Wir waren die bessere Mannschaft, haben es unglaublich leidenschaftlich verteidigt. Wir waren nach dem 1:0 etwas passiv, da wurde es etwas zu spannend. Wir haben zu leicht die Bälle verloren, wir haben wohl in dem Moment unser Glück nicht fassen können, dass wir so ein schönes Tor geschossen haben. Aber danach war es besser. Auch nach dem 1:1 finde ich, haben wir nicht lange gebraucht, um uns zu fangen. Das 2:1 war in der Entstehung letztlich etwas glücklich, aber es war der Raum, den wir bespielen wollten. Ich finde wir waren die bessere Mannschaft, deshalb bin ich sehr stolz auf die Jungs. Erstes Mal Viertelfinale, unter diesen Bedingungen, das war nicht so einfach. Ich habe da keine Nervosität gemerkt, das war schon sehr abgezockt.“

    ... zu den Problemen nach dem 1:0: „Wenn du 1:0 führst und noch 20 Minuten zu spielen sind, dann verteidigst du vielleicht lieber etwas tiefer. Wir haben die Dinge trainiert, ich war froh, dass wir noch das 2:1 gemacht haben, wir haben trainiert, wie wir das verteidigen wollen, wenn wir kurz vor Schluss nochmal eine Führung haben. Wir haben es nicht ganz so gemacht wie im Training, aber ordentlich und der Situation angemessen. Ich kann mich nicht erinnern, dass Atletico viel mehr gefährliche Situationen hatte.“

    ... zur Coolness seiner Spieler: „Das haben die Spieler selbst hinbekommen. Ich habe gestern nochmal gesagt, dass sie glücklich sein sollen, was sie erreicht haben und dass sie glücklich sein sollen, dass sie hier sind. Das ist mir sehr wichtig, dass wir zu keinem Zeitpunkt perfekt spielen müssen, auch heute nicht, sondern dass es viel um das Glücksgefühl geht und mit diesem Glücksgefühl auch in den Fokus kommen. Es war schon ein Fragezeichen ohne den Rhythmus, aber die Jungs haben sich das selbst erarbeitet. Sie mussten selbst eine stabile Psyche entwickeln.“

    ... zum kommenden Gegner Paris St. Germain: „Natürlich ist es eine Top-Mannschaft mit einem Top-Trainer. Zu Hoffenheimer Zeiten haben wir gegen Tuchels Dortmund immer gut gespielt, aber selten gewonnen. Das soll sich jetzt mal ändern. Ich wäre auch mit einem schlechten Spiel zufrieden, wenn wir gewinnen. Man hat gestern gesehen am Ende, welche Qualität sie haben. Angel di Maria kommt zurück, Mbappe wird so fit sein, dass er von Anfang an spielt. Dass wir wieder eine Top-Leistung brauchen, um ins Finale einzuziehen, ist klar.“

    ... zum Aufeinandertreffen mit Diego Simeone: „Außer in der Halbzeit war alles in Ordnung und ohne Berührungspunkte. Da hat er gezeigt, dass er ein Winnertyp ist, dass er gewinnen will. Ich hätte es so nicht gemacht, aber das muss jeder selbst entscheiden.“

    Yussuf Poulsen (RB Leipzig) ...
    ... zum Sieg:
    „Das ist eine Geschichte, die man selbst nicht besser schreiben könnte. Es ist ein großer Tag, ein großer Moment heute, den muss man heute genießen, morgen auch. Und dann wartet auf uns noch ein geileres Spiel im Halbfinale in fünf Tagen.“

    ... zum Schlüssel zum Sieg: „Viele Dinge waren entscheidend. Ich finde einfach, dass wir die bessere Mannschaft waren und verdient im Halbfinale stehen. Ich hätte das vor dem Spiel nicht gedacht, aber wir haben einfach einen top Tag gehabt, alle haben auf Top-Niveau gespielt. Daher waren alle Einzelspieler entscheidend. Wir haben so viele Dinge richtig umgesetzt, was wir in den letzten Wochen trainiert haben.“

    ... zu Joao Felix: „Der ist ein Top-Spieler, der ein Spiel drehen kann. Er hat viele gute Aktion gehabt, hat den Ausgleich gemacht mit dem Elfmeter. Aber wir haben die Ruhe bewahrt, die Kontrolle gehabt und am Ende wieder die Chancen erspielt. Tyler macht mit etwas Glück das 2:1, aber ich finde, es einfach verdient.“

    … zur Coolness der Mannschaft: „Wir waren einfach gut vorbereitet, alle wussten, was zu tun ist. Wir hatten aber auch einige Spieler auf dem Platz, die nicht zum ersten Mal Champions League gespielt haben. Hätten wir vor zwei Jahren so ein Spiel gespielt, wäre es vielleicht anders ausgegangen.“

    … zu Paris: „Das ist ein Top-Team wie Atletico. Wir müssen eine Top-Leistung abrufen, um zu bestehen, aber wenn wir das wieder auf den Platz bringen, wird es ein interessantes Spiel.“

    Tyler Adams (Siegtorschütze RB Leipzig) ...
    ... zum Spiel:
    „Es war sehr schwierig. Die ersten 70 Minuten war es ein knappes Spiel, als ich dann reingekommen bin, wollte ich dem Team Energie bringen und einfach helfen. Das Tor zu schießen, kam unerwartet, ich bin nicht der typische Torjäger. Aber ich bin glücklich, dass ich dem Team helfen konnte.“

    … zu seiner Jokerrolle: „Ich stand nicht in der Startelf, aber mir wurde klar gesagt, ich soll bereits sein, wenn ich von der Bank komme. Ich musste mich mental darauf einstellen, dem Team irgendwie zu helfen. Wir hatten einen tollen Matchplan, jeder hat alles gegeben. Nicht jeder ist derzeit für 90 Minuten fit nach den drei Wochen Pause, also mussten wir uns darauf einstellen und das haben wir gemacht.“

    … zu Paris: „Wir sind schon aufgeregt. Wir wissen, dass Paris ein tolles Team ist, sie haben es gestern gegen Atalanta gezeigt. Sie haben tolle Spieler auf dem Feld. Wir müssen uns nun erholen, regenerieren und uns mental neu fokussieren. Wir haben Vertrauen in unsere Fähigkeiten und wissen, was wir auf den Platz bringen müssen.“

    Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig, vor dem Spiel) ...
    ... zur Bedeutung des Viertelfinal-Einzugs:
    „Es ist für uns natürlich der nächste große Schritt, den wir heute gehen. Das hätte ich vor der Saison nicht erwartet. Natürlich war es unser Ziel, dass wir uns für die Champions League qualifizieren, wir wollten auch die Gruppenphase überstehen. Dass wir dann im Viertelfinale stehen, ist der nächste Schritt unserer Vereinsgeschichte.“

    ... zur Frage, ob die Entwicklung durch den Viertelfinal-Einzug beschleunigt wird: „Wir müssen jeden Schritt für Schritt gehen. Es ist nicht so, dass wir in den Aufzug steigen, auf „Sky“ drücken und dann oben ankommen. Wir sind jeden Schritt selbst gegangen, das Tempo bestimmen wir selbst. Wir haben natürlich vor, uns zügig weiterzuentwickeln. Aber das passiert Schritt für Schritt. Wir dürfen jetzt nicht erwarten, weil wir dieses Jahr ins Viertelfinale gekommen sind, dass wir nächstes Jahr ins Halbfinale müssen.“

    … zu den Möglichkeiten des Kaders: „Wir haben einen Kader, der immer wieder die Qualität hat, sich für die Gruppenphase der Champions League zu qualifizieren. Und dann muss man ehrlicherweise sagen, hängt es auch immer von der Gruppe ab. Wir hatten dieses Jahr nicht die schwierigste Gruppe, aber trotzdem musst du dich erst einmal qualifizieren. Und dann haben wir Tottenham, die letztes Jahr im Finale standen, auch zweimal geschlagen. Aber was es braucht, um dauerhaft ins Viertelfinale einzuziehen, ist eine schwierige Frage. Wir entwickeln uns weiter mit einer jungen Truppe und werden auch weiterhin unserer Philosophie treu bleiben, dass wir hochtalentierte Spieler zu uns bringen, denen man Zeit geben muss. Dann werden wir es schaffen, uns nicht immer, aber oft, für die Champions League zu qualifizieren und dann sicherlich immer wieder auch mal die Gruppenphase zu überstehen.“

    … zur Wahrnehmung in Deutschland: „Ich glaube schon, dass wir in den letzten vier Jahren in der Bundesliga anders wahrgenommen werden. Das Thema Nachhaltigkeit haben wir uns nicht nur auf die Fahnen geschrieben, sondern auch gezeigt, was es heißt, nachhaltige Wege zu gehen. Wir wollen uns weiter oben etablieren, wohlwissend, dass wir mit Borussia Dortmund und Bayern München zwei Konkurrenten haben, die einige Schritte noch von uns entfernt sind.“

    Sky Experte Dietmar Hamann …
    … zur Leipziger Leistung:
    „Von der ersten bis zur letzten Minute kann man fast nicht besser spielen gegen eine Mannschaft, die in der Vergangenheit gezeigt hat, wie unangenehm sie zu spielen ist. In der ersten Halbzeit hat sich Leipzig schwergetan, Torchancen zu erspielen, aber sie haben den Ball super laufen lassen. In der zweiten Halbzeit hatten sie auch die Abschlüsse. Sie hatten etwas Glück in der ersten Halbzeit mit dem nicht gegebenen Elfmeter, aber wenn du die Entscheidungen für dich hast, musst du Kapital daraus schlagen. Das haben sie gemacht. Deshalb stehen sie absolut verdient im Halbfinale.“

    … zur Leistung von Atletico: „Sie hatten nicht diese Bissigkeit und Griffigkeit im Zweikampf. Heute hat bei Atletico vielleicht auch durch das Fehlen der Fans diese Gier, den Ball zurückzugewinnen, gefehlt. Für mich hat Leipzig den besseren und frischeren Eindruck gemacht.“

    … zu Diego Simeone (vor dem Spiel): „Du musst ihn mögen. Das ist ein Typ, da ist immer was los. Das ist Entertainment, das gehört dazu. Wie er es seit Jahren immer schafft, seine Mannschaft ans Limit zu bringen, mit den Abgängen, die sie hatten, den Rückschlägen, die sie hatten, ist phänomenal. Die nettesten Menschen außerhalb des Platzes sind meistens die schlimmsten auf dem Platz.“

    Sky Experte Mladen Petric …
    … zu Yussuf Poulsen:
    „Das ist absolute Extraklasse. Gegen so eine Abwehr mit Savic, zwei Brocken da hinten drin, musst du erstmal bestehen. Er hat heute einen super Job gemacht und war am Tor entscheidend beteiligt.“

    … zu Marcel Sabitzer: „Er ist ein Leader, in die Rolle ist er reingewachsen. In den Zweikämpfen ist er vorangegangen, dazu der entscheidende Pass beim Tor, auch das erste Tor hat er aufgelegt. Es war eine super Leistung von ihm.“

    … zur strittigen Elfmeterszene in der ersten Halbzeit (in der Halbzeitpause): „Für mich war das ein klarer Elfmeter. Sie schauen es sich an und geben ihn nicht. Für mich ist das nur damit erklärbar, dass da welche im Keller sitzen, die nie Fußball gespielt haben.“

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