• Alaba trotz Defensivwacklern selbstbewusst: „Haben in keiner Sekunde an uns gezweifelt“
• Kimmich mit Kampfansage: „Am Sonntag geht’s ab“
• Flick warnt: „Müssen für das Finale die leichten Ballverluste abstellen“
• Sky Experte Matthäus kritisch: „Wenn Bayern am Sonntag so spielt, wird es nichts mit der Champions League“

Unterföhring, 19. August 2020 -
Die wichtigsten Stimmen zum Champions-League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und Olympique Lyon (3:0) bei Sky.

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München) ...
... zum Spiel:
„Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Lyon hat in den Spielen zuvor gute Leistungen gezeigt. Wie schwer es ist gegen eine so laufstarke Mannschaft, die defensiv taktisch hervorragend spielt und dir offensiv immer wieder weh tun kann, haben wir gerade in der ersten Phase des Spiels gesehen. Die haben wir auch mit Glück überstanden. Serge hat uns mit einer Einzelleistung in Führung gebracht. Das hat uns Sicherheit gebracht.“
... zum Führungstor von Serge Gnabry: „Das sind Dinge, die er auch im Training oftmals macht. Er hat beidbeinig einen enorm guten Schuss.“
... zu Paris: „Ich glaube, dass Paris im französischen Pokal auch erst im Elfmeterschießen gegen Lyon gewonnen hat. Klar ist Lyon vom Tabellenplatz nicht ganz vorne gewesen. Das ist aber eine gute Mannschaft und die haben heute gefightet um den Einzug ins Champions-League-Finale. Das es dann nicht immer ganz rund läuft, ist auch normal. Wir werden die Dinge analysieren. Wir wissen, dass Paris sehr schnelle Spieler hat. Da müssen wir schauen, dass wir die Defensive etwas anders organisieren. Letztlich ist es unsere große Stärke, dass wir den Gegner unter Druck setzen. Ich denke, das wird uns gegen Paris auch gelingen. Wenn wir frühe Ballgewinne haben, ist das eine große Stärke von uns. Wir wissen, dass wir damit manchmal hohes Risiko gehen. Heute haben wir das in der ersten Phase teilweise schlecht verteidigt. Wir hatten auch einige leichtfertige Ballverluste, die müssen wir abstellen.“
… zu Jerome Boateng: „Er hatte muskuläre Probleme, deshalb haben wir ihn rausgenommen. Ich wollte dann Position für Position auswechseln. Das war dann dementsprechend Niklas Süle. Lucas Hernandez sehe ich als linken Innenverteidiger oder als Linksverteidiger. Für rechts wollte ich dann mit Benjamin Pavard mehr Stabilität reinbringen.“
... zu seiner Arbeitsweise (vor dem Spiel): „Eine gewisse Klarheit, in dem was man macht, ist eine nötige Grundvoraussetzung, um letztendlich auch Erfolg zu haben.“
... zu Lyon (vor dem Spiel): „Lyon agiert in der Defensive hervorragend und ist taktisch sehr gut geschult. Sie kommen sehr schnell hinter den Ball und lassen wenig Räume. Offensiv schalten sie schnell um und schaffen es, viele Leute in und um den Strafraum zu bringen.“
... zur ausbleibenden Rotation (vor dem Spiel): „Es waren schon Überlegungen da. Aber wir haben uns entschieden, die Mannschaft zum dritten Mal so spielen zu lassen. Das ist eingespielt und hat in der Vergangenheit auch Erfolg gehabt.“
... zum Abschlusstraining (vor dem Spiel): „Gestern war ich im Training nicht ganz so zufrieden, aber manchmal ist das auch ein gutes Zeichen.“


Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern München)
... zu drohender Überheblichkeit nach dem 8:2 gegen Barcelona (vor dem Spiel):
„Die Mannschaft hat die ganze Saison schon mit dem nötigen Schuss Demut gespielt. Das war in der Bundesliga auch nach der Coronapause der Fall. Der Trainer hat das mit der Mannschaft gut gemacht. Mannschaft und Trainer bilden eine tolle Einheit.“
... über die internationalen Reaktionen nach dem Sieg gegen Barcelona (vor dem Spiel): „Die Reaktionen waren überall so wie in Deutschland. Das ist eine Weltsensation, wenn du gegen Barcelona 8:2 gewinnst. Das hätte sich vor dem Spiel niemand vorstellen können, dass man gegen so eine Mannschaft acht Tore schießen kann.“
... zu einem Vergleich mit der Triple-Mannschaft von 2013 (vor dem Spiel): „Es ist eine andere Generation, auch wenn einige Spieler 2013 schon dabei waren. Diese Mannschaft ist von der Qualität her hoch anzusehen. Sie hat einen tollen Charakter und einen tollen Willen.“
... zum Triple (vor dem Spiel): „Der ganze Verein lechzt immer nach dem Triple, weil wir es 2013 mit Jupp gewonnen haben. Das war in 120 Jahren aber nur einmal der Fall. Klar wäre es schön, wenn uns das nochmal gelingen würde.“
... zu einem Nationalmannschafts-Comeback von Thomas Müller (vor dem Spiel): „Wir sollten entspannt damit umgehen. Joachim Löw hat vor rund eineinhalb Jahren entschieden, erstmal auf ihn zu verzichten. Wenn er es für richtig empfindet, wird er ihn wieder einladen. Wenn nicht muss Thomas trotzdem damit weiterleben. Er ist wieder auf einem Topniveau und das ist das Wichtigste.“

Serge Gnabry (Doppeltorschütze FC Bayern München) ...
... zum Spiel:
„Lyon hat sehr viel Druck auf uns gemacht und ist mit schnellen Leuten hinter die Kette gekommen. Sie hatten auch einige Chancen. Wir hatten am Anfang ein bisschen Glück, aber dann haben wir gut reingefunden. Zur Halbzeit haben wir zum Glück 2:0 geführt, Lewy hat dann noch das 3:0 nachgelegt.“
... zur Anfangsphase: „Sie waren sehr aggressiv. Man hat gemerkt, dass sie gewinnen wollen. Sie sind nicht lässig ins Spiel reingegangen. Die Läufe hinter die Kette waren sehr gut. Man kann nicht immer alles verteidigen. Im Großen und Ganzen sind wir hinten immer sehr stark, vorne natürlich auch.“
... zur Entstehung des 1:0: „Wir wussten, dass hinter der Fünferkette Raum ist. Wir haben es oft versucht und es ist auch oft gelungen. Das war vor allem in der ersten Halbzeit der Schlüssel. In der zweiten Halbzeit haben wir es etwas weniger gemacht. Wir wussten vorm Spiel, dass wir da attackieren müssen.“
... zur Frage, warum Bayern reif fürs Triple ist: „Weil wir es unbedingt gewinnen wollen. Das ist der entscheidende Faktor. Wir werden am Sonntag alles geben, um den Titel zu holen.“


Manuel Neuer (Torwart und Kapitän FC Bayern München)
… zum Spiel:
„Wir waren aggressiv – ähnlich wie Lyon auch. Wir hatten am Anfang etwas Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten. Dann haben wir unsere Klasse gezeigt, Lyon immer unter Druck gesetzt und durch hohe Balleroberungen gute Akzente gesetzt. Wir hatten auch Glück, dass das Tor von Serge zur richtigen Zeit kam.
... zu den Defensivproblemen: „Das ist ein Halbfinale und Lyon ist ein Klassegegner. Sie haben im Mittelfeld die nötige Aggressivität mitgebracht. Das hat es für uns schwierig gemacht. Gerade weil das eine Mannschaft ist, die bissig ist und die Zweikämpfe unbedingt führen und gewinnen will. Es war im Mittelfeld ein richtiges Duell und vorne haben sie schnelle Spieler. Die können einem auch mal weh tun. In der Anfangsphase haben wir etwas Glück gehabt. Danach haben wir wenig zugelassen.“
... zu vermeintlichen Motivationsproblemen nach dem 8:2 gegen Barcelona: „Das war nicht schwer für den Kopf. Wir wussten, was uns gegen Lyon erwartet. Es ist ein wunderbares Ergebnis. Ein 3:0 im Halbfinale der Champions League ist etwas Besonderes. Wir mussten schon alles investieren und haben schon viel Kraft auf dem Platz gelassen. Das ging nicht ohne Weiteres.“
... zu seiner Parade gegen Toto-Ekambi: „Wenn wir da das 1:2 kriegen, wird es nochmal gefährlich. Nach dem Querpass musst du einfach versuchen, eine große Fläche zu haben und dich anschießen zu lassen. Dieses Mal war ich der Gewinner, das ist aber eine 50:50-Situation. Da hatte ich etwas Glück.“
... zum Finale: „Wir werden alles versuchen. Wir freuen uns sehr, dass wir im Finale gegen PSG spielen. Wir haben solange dafür gekämpft und gearbeitet. Jetzt wollen wir das Finale natürlich auch gewinnen.“


David Alaba (FC Bayern München)
… zum Spiel:
„Wir wussten im Vorhinein, dass es kein einfaches Spiel wird. Lyon bringt eine Mentalität auf den Platz, die nicht immer angenehm ist. Dazu haben sie Spieler mit hoher individueller Qualität. Wir sind sehr glücklich, dass wir das Finale erreicht haben.“
... über seine Sorgen vor der PSG-Offensive: „Was heißt Sorgen. Wir spielen natürlich ein Spiel, mit dem wir immer hohes Risiko gehen durch das, dass wir so hochstehen. Man kann nicht immer jeden Ball verteidigen. Wir werden uns das heutige Spiel ansehen und das analysieren.“
... zum Offensivspiel: „Wir haben das nach vorne sehr gut gemacht. Der Serge macht das 1:0 sehr gut. Das war ein sehr wichtiges Tor für uns. Lyon hatte in der ersten Halbzeit ein paar Chancen und in der zweiten Halbzeit dann noch eine. Wir haben aber in keiner Sekunde an uns gezweifelt. Wir sind sehr selbstbewusst und so treten wir auch auf.“
... zu vermeintlichen Motivationsproblemen nach dem 8:2 gegen Barcelona: „Davon würde ich nicht sprechen. Wir wussten, was auf uns zukommt. Wir haben gezeigt, dass wir körperlich und mental dagegenhalten können. Dazu haben wir unser Spiel gespielt.“
... zu einer möglichen Vertragsverlängerung nach dem Finale: „Ich habe schon öfter betont, dass der Fokus komplett auf dem Turnier hier liegt. Jetzt stehen wir im Finale und darauf versuche ich mich, so gut es geht vorzubereiten. Dem werde ich meinen Kopf zu 100 Prozent widmen. Für mich hat sich nicht viel geändert, da ich mich in den letzten Wochen komplett abgekapselt habe. Ich konzentriere mich nur auf meine Aufgabe in Lissabon.“

Joshua Kimmich (FC Bayern München)
… zum Spiel:
„Das 1:0 war heute der Schlüssel. Wir haben einen nervösen Beginn von uns gesehen, Lyon hatte zwei, drei gute Chancen. Es war das erwartet schwierige Spiel. Wir haben zum Glück irgendwann besser in die Partie gefunden und das 1:0 aus dem Nichts gemacht. Bis zum Ende der ersten Halbzeit hatten wir noch ein paar gute Gelegenheiten und haben zum Glück nachgelegt. In der zweiten Halbzeit hat Lyon etwas umgestellt und stand etwas kompakter. Nach nervösem Beginn war es sehr ordentlich.“
... zur schwachen Anfangsphase: „Ich kann es gar nicht so erklären. Lyon stand ordentlich, hat uns aber nicht wirklich unter Druck gesetzt. Wir hatten am Anfang den einen oder anderen Ballverlust zu viel, obwohl wir eigentlich gar nicht so sehr unter Druck standen. So haben wir sie ins Spiel gebracht und sie dran glauben lassen. Zum Glück haben sie es vorm Tor nicht ausgenutzt. Mit den zwei Toren im Rücken hat es sich etwas einfacher gespielt. Unter dem Strich war es verdient, aber zu Beginn hätte es auch in die andere Richtung kippen können.“
... zur Stimmung in der Kabine: „Es ist schon so, dass man merkt, dass wir alle froh und stolz sind, dass wir im Finale sind. Es war weniger eine Feier, sondern der Fokus ging mehr schon Richtung Finale. Das ist auch das, was uns gerade auszeichnet, dass wir uns darauf nicht ausruhen und das nur genießen. Morgen regenerieren wir und dann geht’s ab.“
... zu seiner Position: „Mir ist das ganz egal, hauptsache wir gewinnen. Und wenn ich im Sturm aufgestellt, solange wir am Ende das Ding in die Luft recken, ist mir alles egal.“

Sky Experte Lothar Matthäus …
… zum Spiel:
„Die Bayern haben es heute schwerer gehabt als gegen Barcelona. Lyon hatte zunächst sogar die besseren Chancen. In der Höhe hat Bayern mit Glück gewonnen, trotzdem sind sie verdient weitergekommen. Es war nicht so souverän wie in den letzten Spielen. Am Ende hatten die Bayern nicht mehr die Frische, wie man das in den letzten Spielen gewohnt war. Aber Flick hat mit seinen Wechseln gut reagiert.“
… zur Defensivleistung der Bayern: „Sie hatten in der Defensive schon gegen Barcelona ein paar Wackler. Das darf ihnen gegen Paris nicht passieren. Nach vorne haben sie immer ihre Qualität, aber hinten müssen sie stabiler stehen. Vielleicht sollten sie gegen PSG auch nicht so hoch verteidigen, weil Paris dann die Geschwindigkeit von Neymar und Mbappe perfekt einsetzen kann. Wenn sie am Sonntag so spielen wie heute, wird es vielleicht nichts mit der Champions League. Paris hat höhere Qualität als Barcelona und Lyon. Wenn sie am Sonntag so spielen wie heute, dann wird das nichts mit der Favoritenrolle. Paris hat genug Spieler, die die Bälle in die Schnittstellen reinspielen können.“
… zu Serge Gnabry: „Er hat ein bisschen gebraucht. Nicht jeder kann mit 18 perfekt sein. Er war schon immer ein großes Talent, jetzt ist er stabil. Sein Körper spielt ihm nicht mehr die Streiche wie vorher. Geschwindigkeit, Technik, Abschlussstärke hat er alles. Das ist alles, was ein Topangreifer braucht.“
… zu drohender Überheblichkeit nach dem Sieg gegen Barcelona (vor dem Spiel): „Hansi Flick holt sie wieder zurück auf den Boden. Wobei er das gar nicht braucht, das machen die Spieler schon selber. Die Freude war kurz groß, aber der Fokus war schnell zurück. Sie wissen, dass sie im Halbfinale sind, aber sie wollen den Henkelpott. Deshalb werden sie genauso Vollgas geben wie die ganze Zeit. Sie haben einen Lauf. Sie geben sich mit nichts zufrieden, was nicht Titel heißt.“
… zu RB Leipzig gegen Paris St. Germain (vor dem Spiel): „Leipzig ist auf eine Topmannschaft getroffen. Paris tritt jetzt als Mannschaft auf. Das war ein vollkommen verdienter Sieg auch in dieser Höhe. Leipzig hat die Grenzen aufgezeigt bekommen. Für Thomas Tuchel war der Sieg enorm wichtig. In den letzten Jahren hatte er auf internationaler Ebene nicht das erreicht, was man sich vorgenommen hat. Für den Geldgeber zählt nur die europäische Bühne, dem sind die nationalen Titel fast egal. Jetzt ist Tuchel kurz davor, diesen Titel endlich zu holen.“
… zu den unveränderten Aufstellungen beider Teams (vor dem Spiel): „Keiner ist müde oder angeschlagen. Beide Teams hatten lange genug Pause. Ein Trainer schützt sich ein Stück weit selbst, indem er alles gleich lässt. Wenn er etwas verändert und dann verliert, dann möchte ich morgen nicht den Medienwald sehen. Das wäre ein unnötiges Risiko, dass der Trainer gegen sich selbst eingeht.“
… zu Hansi Flick (vor dem Spiel): „Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass der beste Bayern-Neuzugang neben Niko Kovac auf der Trainerbank sitzt. Ich habe es ihm von Anfang an zugetraut. Ich weiß, wie professionell und akribisch er arbeitet, wie gut er menschlich mit den Spielern umgeht. Das er ein Trainer für den FC Bayern München ist, davon war ich von Beginn an überzeugt. Er hat die Spieler wieder eingefangen, die der alte Trainer verloren hatte. Er hat die Mannschaft mit einfachen Dingen stabilisiert und zurück zu alten Erfolgen geführt.“

Sky Studiogast Jan Aage Fjörtoft …
... zum Finale:
„Wenn man im Finale so viele Chancen zulässt, wird es schwierig. Wenn man Neymar und Mbappe fünf oder sechs Chancen gibt, werden sie sicher zwei, drei Tore machen. Wenn Bayern am Sonntag so spielt, werden sie verlieren. Manuel Neuer wird ein Schlüsselspieler werden. Er wird mehr gefordert sein.“
… zum Lauf der Bayern (vor dem Spiel): „Sie arbeiten sehr viel und jagen Gegenspieler und Ball über den ganzen Platz. An den Quoten sieht man, dass das eine der besten Bayern-Mannschaften aller Zeiten ist. Und der Schlüssel ist die Disziplin. Sie laufen füreinander. Das sieht man bei solchen Mannschaften, die individuell so gut sind, nicht so oft.“
… zu Thomas Tuchel (vor dem Spiel): „Er hat das Schwierigste geschafft, was es im Fußball gibt. Du kannst immer viele Superstars einkaufen. Aber er hat es geschafft, dass das zusammenwächst. Neymar spielt jetzt, wie man sich das in Paris seit Jahren erhofft hat.“
… zu Hansi Flick (vor dem Spiel): „Er ist ein Trainer und ein Leader. Das ist das, was man heutzutage im Fußball braucht.“
… zu Olympique Lyon (vor dem Spiel): „Wir sagen alle immer: Frankreich ist nur PSG. Aber Lyon ist bekannt für seine grandiose Jugendarbeit, heute stehen auch drei Spieler aus der eigenen Jugend in der Startelf. Dazu holen sie gezielt Topstars wie einen Memphis Depay aus der Premier League. Das ist schon eine gute Mannschaft.“

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