• Erste Niederlage nach 32 Spielen - Flick: „Kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“
  • Freiburg vergibt Sieg gegen Wolfsburg: „Fühlt sich aktuell nicht gut an“
  • Höler lässt späten Siegtreffer liegen: „Manchmal sind alle Möglichkeiten deutlich zu viele“
  • Sky Experte Benedikt Höwedes zu Bayern: „Die ganze Bundesliga hat durchgeatmet“

    Unterföhring, 27. September 2020
    - Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 2. Spieltages der Fußball-Bundesliga, TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Bayern München (4:1) sowie SC Freiburg vs. VfL Wolfsburg (1:1) bei Sky.

    Sebastian Hoeneß (Trainer TSG 1899 Hoffenheim) ...
    … zum Spiel:
    „Es ist so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir kommen nicht gut ins Spiel, die ersten zehn Minuten war die Dominanz groß, aber mit der ersten Chance haben wir einen Brustlöser gehabt und haben es geschafft, über die Spielzeit immer gefährlich zu bleiben, die Box zu verteidigen und das ist überragend gelaufen für uns.“
    … zur Frage, ob er von der Leistung seiner Mannschaft überrascht war: „Die Qualitäten der Mannschaft sind klar, dass sie Fußball spielen kann, ist klar, insbesondere nach Umschaltsituationen. Nein, ich bin überhaupt nicht überrascht. Die Mannschaft hat gezeigt, was sie kann.“
    … zur Frage, was ihm die Tabellenführung bedeutet: „Um ehrlich zu sein gar nichts, mir wäre es sogar lieber gewesen, wir wären Zweiter. Denn jetzt ist es die ganze Woche ein Thema. Für uns ist das Thema irrelevant, für uns wird es wichtig sein, Freude rauszulassen, das Gefühl nach Frankfurt mitzunehmen, dass wir was draufhaben. Wir dürfen einfach nicht vergessen, dass die Bayern ein Spiel über 120 Minuten hatten. Nichtsdestotrotz war es eine starke Leistung. Auch jetzt im Erfolg ist es mir wichtig, sachlich, analytisch, klar zu bleiben. So wird es auch im Misserfolg sein.“
    ... zur Besonderheit des Spiels (vor dem Spiel): „Das ist ein besonderes Spiel für mich, auch aufgrund der jüngsten Vergangenheit. Ich habe die letzten drei Jahre für Bayern gearbeitet, aber jetzt geht es um die Zukunft.“

    Hansi Flick (Trainer FC Bayern München) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben gegen eine starke Hoffenheimer Mannschaft gespielt, die physisch sehr stark war. Sie haben die Räume gut zu gemacht und gradlinig nach vorne gespielt. Es war zu einfach heute für den Gegner, Chancen zu kreieren. Wir selbst waren in der Offensive nicht so durchschlagskräftig, wie wir es gewohnt sind. Wir sind gut ins Spiel gekommen, ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat gefightet, sie hat das, was noch in ihr steckt, hier reingebracht. Von daher muss ich sagen akzeptieren wir die Niederlage, weil der Gegner heute einfach gut gespielt hat. Wir haben versucht, uns dagegen zu stemmen, aber es hat heute nicht gereicht.“
    … zur fehlenden Vorbereitung: „Ich bin kein Trainer, der gerne in der Vergangenheit lebt. Wir leben im Hier und Jetzt und wir müssen das Beste aus der Situation machen. Aber die Mannschaft hat zwei Wochen Pause nach dem Pokalfinale gehabt, dann war Vorbereitung auf die Champions League, dann wieder zwei Wochen Urlaub, dann eine Woche Mannschaftstraining, dann das erste Bundesligaspiel. Ganz so vorbereitet wie andere Mannschaften wie Hoffenheim sind wir nicht, das ist ganz normal. Wir brauchen noch ein bisschen Qualität in der Breite, um dem einen oder anderen Spieler noch eine Pause zu geben. Aber wie gesagt, wir gucken nach vorne, bereiten uns intensiv auf Dortmund vor, schauen, dass wir uns 100 Prozent erholen. Thomas oder Joshua Kimmich haben 120 Minuten gespielt, aber heute wieder 90 Minuten gefightet. Das brauchen wir, es bleibt uns nichts anderes übrig. Wir müssen Wege finden, Erfolg zu haben.
    … zur Belastung (vor dem Spiel): „Es geht jetzt nur noch Spiel, Regeneration, Spiel, Regeneration. Die Mannschaft ist fit, wir müssen das Eine oder Andere im Spiel noch cleverer machen, das ist ein Prozess. Wir wollen versuchen, noch mehr Dominanz in unser Spiel zu bringen und den Gegner zum Laufen zu bringen.“
    … zur Aufstellung von Zirkzee statt Lewandowski (vor dem Spiel): „Joshua hat eine sehr gute Entwicklung gemacht, er ist torgefährlich, im Training zeigt er, wozu er fähig ist. Bei Robert Lewandowski ist es so, dass er etwas angeschlagen ist. Aber wenn wir ihn brauchen, steht er jederzeit zur Verfügung.“

    Manuel Neuer (Torwart und Kapitän FC Bayern München) …
    … zur Frage, ob die Belastung eine Rolle gespielt hat:
    „Das würde ich nicht sagen. Wir suchen keine Ausreden, das erwartet uns in diesem Jahr. Man hat es schon öfter gemerkt in der Vergangenheit, dass alle paar Tage ein Spiel ist und wir als Mannschaft wissen, was uns erwartet. Dementsprechend können wir nicht so viel darüber sprechen, dass wir nach dem Spiel kaputt sind, sondern wir müssen das annehmen.“

    Thomas Müller (FC Bayern München) …
    … zur Frage der Belastung:
    „Der Akku ist natürlich nicht zufrieden, aber ich denke nicht, dass das heute an körperlichen Geschichten lag. Ich denke, dass wir genug Kraft hatten. Wir haben ja auch ein paar frische Kräfte gebracht, die Diskussion brauchen wir nicht anstoßen. Natürlich muss man sagen, die Hoffenheimer haben die Zweikämpfe spritzig und agil geführt, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir die Zweikämpfe oder Bälle unsauber gespielt haben oder dass jemand die Ohren hat hängen lassen oder dass jemandem der Schweiß schon nach 20 Minuten auf der Stirn stand. Das hatte aus meiner Sicht andere Gründe. Summa summarum haben wir verdient verloren. Wir bleiben dran. Wir haben alles gegeben. Man hat gesehen, dass wir beißen wollten, auch wenn es am Ende etwas chaotisch wurde, aber das ist auch okay. Ob wir 2:1, 3:1 oder 4:1 verlieren, ist am Ende egal.“

    Alexander Rosen (Direktor Profifußball TSG 1899 Hoffenheim) ...
    ... zum Spiel und den Fans:
    „Es war ein überragender Nachmittag, die 6030, die da waren, haben Stimmung gemacht, als wären es 60.000. Es war ein ganz besonderer Moment, eine ganz besondere Geschichte, wenn man bedenkt, dass das letzte Spiel vor Zuschauern gegen Bayern war, als wir 0:6 verloren hatten und völlig chancenlos waren. Es ist ein geschichtsträchtiges Spiel für uns, auch wenn wir die Reisestrapazen des Gegners beachten müssen.“
    ... zur eigenen Leistung: „Über allem steht, dass wir eine herausragende Leistung gebracht haben, in der Verteidigungsarbeit, aber auch mit dem Ball. Wir waren sehr klug, sehr zielstrebig, hatten noch viel mehr Chancen. Am Ende waren es ja sogar nur vier Tore, aber der Gegner hat am Donnerstag 120 Minuten Supercup gespielt. Es liegt aber an uns, wie wir den Gegner die Belastung spüren lassen, das haben wir von der ersten Minute an gemacht.“
    … zu Trainer Sebastian Hoeneß: „Ich nehme ihn so wahr, wie ich ihn die ganze Zeit wahrnehme. Er ist ein Fachmann, der extrem ehrgeizig ist, extrem akribisch, der viel Wert aufs Team legt. Es macht super Spaß, wir sind sehr froh, dass Sebastian bei uns ist. Viele Gedanken bei uns sind deckungsgleich. Ein großes Prinzip ist Mut, Mut auch gegen die beste Mannschaft Europas. Der Trainer hat mit seinen Wechseln ein Zeichen gesetzt.“

    Hasan Salihamidzic (Sportvorstand FC Bayern München, vor dem Spiel) ...
    ... zu möglichen weiteren Transfers:
    „Wir lassen uns viele Optionen offen, sind im ständigen Austausch mit dem Trainerteam und schauen, was möglich ist. Für keinen Klub ist es einfach, die Corona-Situation ist schwierig.“
    … zu Sebastian Hoeneß: „Wir sind wirklich glücklich und auch stolz auf Sebastian, er hat sehr gute Arbeit geleistet in den letzten Jahren beim FC Bayern. Er hat sich sehr gut entwickelt und wir waren stolz, dass ein Trainer aus unserer Akademie die Chance bei einem Bundesligisten erhält.”

    Jochen Saier (Vorstand Sport SC Freiburg) ...
    ... zum Spiel:
    „Aktuell fühlt es sich nicht so richtig gut an, denn die Zahlen geben wieder, was ich auch gesehen habe, dass es 90 Minuten ein richtig guter Auftritt war. Aber leider stand der Pfosten im Weg, wir haben den Gegenspieler angeschossen, hatten eine Vielzahl guter Möglichkeiten, und dann passiert das Gegentor aus einem abgefälschten Freistoß. Das tut heute schon weh. Aber wir können zufrieden sein, weil wir es insgesamt gut gemacht haben. Man sieht, dass wieder was zusammenwächst.“
    … zu Baptiste Santamaria: „Roland Kaiser hat Freude. Er hat es gut gemacht. Er kennt noch nicht alle Abläufe bei uns, wir leben von den Abläufen, aber er hat es dafür schon richtig gut gemacht. Er hatte auch drei gute Möglichkeiten in der Offensive, aber wie er das Spiel verbunden hat im Zentrum, das war schon gut.“
    … zur vergebenen Großchance von Lucas Höler in der Nachspielzeit: „Ich glaube, in der Situation hat er alle Möglichkeiten gehabt und manchmal sind alle Möglichkeiten deutlich zu viele. Er hat Zeit gehabt, dann hat er angefangen zu denken und dann war es vorbei. Es ist schade, weil da hätten wir es machen können und es wäre ein hochverdienter Sieg gewesen.“

    Christian Günter (Kapitän SC Freiburg) …
    … zum Spiel:
    „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, wir können das Spiel entscheiden, leider geht er nicht rein, so müssen wir mit dem Punkt leben.“
    … zu Baptiste Santamaria: „Es ist nicht selbstverständlich, dass man sich so einfügt in das Gefüge. Er kann zwei Tore schießen, ist ein super Typ und heute hat er gezeigt, dass er Fußball spielen kann.“
    … zur vergebenen Großchance von Lucas Höler in der Nachspielzeit: „Der Luci ist 90 Minuten hoch und runter gelaufen, da hat er vielleicht keine Kraft mehr gehabt. In der zweiten oder dritten Minute hätte er ihn vielleicht gemacht, aber mit so viel Laktat in den Beinen ist es schwer, so die Übersicht zu bewahren. Lieber macht er 90 solche Minuten und vergibt am Ende einen.“

    Josip Brekalo (Torschütze VfL Wolfsburg) …
    … zum Spiel:
    „Wir müssen mit dem Punkt heute zufrieden sein, wir wussten vor dem Spiel, dass uns hier ein großer Kampf erwartet. Wir haben Freiburg leider viele Eckbälle und Freistöße überlassen, das ist immer schwer zu verteidigen.“
    … zu seinem Tor: „Ich schieße gerne Freistöße, in dem Moment dachte ich mir, es sind nur 16 Meter. Ich wollte mit Vollpower auf das Tor schießen und wenn den einer abfälscht, ist es Glück für uns.“

    Christian Streich (Trainer SC Freiburg, vor dem Spiel) ...
    ... zur Frage, ob er es bedauere, dass das Spiel noch im alten Stadion stattfindet:
    „Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, das bedauere ich nicht. Ich bin froh, dass wieder ein paar Leute im Stadion sind. Wir müssen schauen, dass es Schritt für Schritt vorwärts geht und dann gehen wir ins neue Stadion. Es wäre schön, wenn im neuen Stadion viele Leute wären.“
    … zu Neuzugang Baptiste Santamaria, der direkt in der Startelf: „Ich hoffe einfach, dass er das zeigen kann, was wir von ihm in den Videos gesehen haben und unter der Woche in den Trainingseinheiten. Und dass man ihn erkennt, wie wir ihn in Angers gesehen haben und dass er nicht so viel Druck verspürt.“

    Sky Experte Benedikt Höwedes ...
    ... zur Bayern-Niederlage:
    „Die ganze Bundesliga hat durchgeatmet. Die Bayern waren verwundbar durch den Supercup, aber man hat gesehen, wie man die Bayern schlagen muss. Mit viel Aggressivität, hoher Laufbereitschaft, man muss eklig spielen, einfach spielen, kaltschnäuzig sein vor dem Tor. Aber man muss die Bayern auch nerven und darf sie nicht einfach vorbeilaufen lassen, sondern auch auf die Füße treten und zeigen, dass sie hier nicht vorbeikommen. Das hat Hoffenheim eindrucksvoll gemacht.“
    … zu den Gründen für die Bayern-Niederlage: „Man darf nicht alles nur auf die Frische legen, man darf aber nicht vergessen, Bayern hat eine lange Champions-League-Saison gespielt und quasi keine Vorbereitung gehabt. Sie konnten sich vom Kopf her nie regenerieren und nicht abschalten. Ich denke, dass es heute der Kopf war.“
    … zur Entlassung von David Wagner bei seinem Ex-Klub Schalke: „Nach 17 oder 18 Niederlagen in Folge bleibt dem Verein nichts anderes übrig, als den Trainer zu entlassen. Es war jegliche Art Trainer schon auf Schalke, es ist schwierig zu sagen, wer der richtige ist. Man muss eine Philosophie entwickeln, es macht wenig Sinn, jedes Jahr einen anderen Trainer zu installieren.“
    ... zu seinem Wunschkandidaten: „Ich würde mich persönlich freuen, wenn Ralf Rangnick zurück ins Geschäft kommt. Er kennt den Verein und hat erfolgreich gearbeitet. Es wäre ein guter Schachzug, ihn da als Trainer zu installieren. Ich kenne ihn, weiß, wie er denkt, ich kann ihn mir gut auf Schalke als Trainer vorstellen.“


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