Hennef / Berlin, 05. Oktober - 50 Jahre nach Sepp Herbergers erstem Gang in ein Gefängnis besuchten heute DFB-Präsident Fritz Keller und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht Inhaftierte in der Jugendstrafanstalt Berlin. Der zweistündige Termin beinhaltete eine Gesprächsrunde mit den jungen Straftätern und fand im Rahmen der Stiftungsinitiative "Anstoß für ein neues Leben" statt.

"Mein Appell richtet sich an alle Vereine, aber auch an alle Arbeitgeber, den entlassenen jungen Menschen eine zweite Chance zu geben", so Keller. "Ich selbst habe im Laufe der Jahre mehrere ehemalige Haftinsassen in meinem Unternehmen aufgenommen und damit nur gute Erfahrungen gemacht."

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sagte über die Bedeutung der Stiftung für den Jugendstrafvollzug: "Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an die Sepp-Herberger-Stiftung für 50 Jahre Engagement im Strafvollzug. Die Liebe zum Fußball verbindet unsere Gesellschaft seit Generationen über alle Unterschiede hinweg. Damit hat der Fußball die wunderbare Möglichkeit, viel Gutes zu bewirken. Die Initiative 'Anstoß für ein neues Leben' ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie das gelingen kann." Bill Borchert, Direktor der Jugendstrafanstalt, fügte an: "Unser Dank geht an den DFB und die Sepp-Herberger-Stiftung - beide tragen dazu bei, dass 340 Jugendliche hier in der Jugendstrafanstalt nicht vergessen werden."

Besuch mit Ministerin
Herbergers Engagement setzten nach seinem Tod unzählige Persönlichkeiten des Fußballs fort - so etwa Fritz Walter, Horst Eckel und Otto Rehhagel. Seit 2008 liegt der Schwerpunkt des Engagements der DFB-Stiftung Sepp Herberger mit der Initiative "Anstoß für ein neues Leben" im Bereich des Jugendstrafvollzugs. Gemeinsam mit starken Partnern aus dem Justizbereich, der Bundesagentur für Arbeit sowie den DFB-Landesverbänden bildet die Stiftung Netzwerke, um mit den Jugendstraftäterinnen und Straftätern eine Perspektive für die Rückkehr in die Freiheit zu erarbeiten.

Den DFB-Präsidenten, der mit dem Besuch auf den Spuren seines Patenonkels Fritz Walter wandelte, begleiteten bei seinem Besuch neben der Bundesministerin und Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, auch ein ehemaliger Straftäter, der nach seiner Entlassung eine Anstellung fand, im Berliner Fußball-Verband als Schiedsrichter pfeift und einmal pro Woche die JSA-Fußballmannschaft in Plötzensee trainiert. Derzeit beteiligen sich 21 Jugendstraf- und Justizvollzugsanstalten aus zehn Bundesländern an "Anstoß für ein neues Leben".

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