Im Rahmen der Egidius-Braun-Akademie treffen sich 26 junge Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen zehnmal mittwochs zu einem Online-Think-Tank. Die Halbzeitbilanz fällt äußerst positiv aus.

Hennef, 16. Oktober -
Besondere Zeiten erfordern besondere Lösungen. In diesem Wissen reagierten die Verantwortlichen der DFB-Stiftung Egidius Braun auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie und sattelten kurzerhand um. Anstelle der ursprünglich beabsichtigten Zusammenkünfte im Rahmen der Sommer-Akademien initiierten sie gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend (dsj) einen Online-Think-Tank unter dem Titel Egidius-Braun-Akademie.

Vorlauf, Bewerbungsphase und Planung sind inzwischen Geschichte. Seit Mitte September ist die Idee äußerst lebhafte Realität. 26 junge Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen aus Sportvereinen und -verbänden kommen jeden Mittwochabend im virtuellen Raum zusammen. Sie hören zu wechselnden Themen Einschätzungen namhafter Experten aus Sportverbänden, Stiftungen, Wissenschaft, Politik und Marketing-Agenturen, sie fragen nach, diskutieren, tauschen sich aus und entwickeln Strategien und Ideen für ihr eigenes Wirken.

„Wir wollen zusammen mit der dsj die jungen Menschen für ihren Einsatz belohnen und ihnen zusätzliches Rüstzeug für ihr so wichtiges Engagement mit auf den Weg geben“, sagt Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der DFB-Stiftung Egidius Braun.

Teilnehmende aus verschiedenen Sportarten

Dieser Plan geht auf. Daran lässt Anna Hermanns keinen Zweifel. „Ich finde es unheimlich spannend, man lernt Referenten kennen, die einiges auf dem Kasten haben und die man sonst kaum trifft“, betont die 23-Jährige, die bei ihrem Fußballverein SC BW 94 Papenburg eine Inklusionsmannschaft trainiert und Inklusions- und Integrationsbeauftragte ist.
Auch die Auswahl der Inhalte findet sie perfekt. In den Blick genommen wurden bislang die Herausforderungen durch Corona, die Gestaltung des Ehrenamts, Leadership via Klitschko Ventures sowie der Komplex Teamwork, Konflikt und Kooperation. „Ich bin glücklich, dabei zu sein und ich fühle mich in diesem Format von Mal zu Mal wohler“, erklärt Anna Hermanns. Wichtig ist ihr zudem der Austausch mit den übrigen Teilnehmenden. Diese bringen schließlich ganz unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen ein.

Die 17- bis 26-Jährigen stammen nicht nur aus allen Teilen der Republik, sie sind auch in unterschiedlichen Funktionen und Sportarten tätig. Doch egal, ob sie aus Minigolf, Fußball, Handball oder Behindertensport kommen, eines eint alle 26: Ihr Herz schlägt für ihre Tätigkeit in Vereinen und Verbänden. Sie engagieren sich für andere und sind damit – vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein – der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.

Experten-Austausch zur Nachhaltigkeit im Sport

Für Professor Torsten Weber sind die jungen Ehrenamtler noch mehr. „Diese Leute sind die Zukunft“, sagt er. Und damit hat er auch schon die Brücke zum eigenen Schaffen geschlagen. Denn der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft gilt sein Forschen, seine Lehre, sein Engagement. Als Professor an der Kölner CBS International Business School und Mitbegründer der Initiative Sports For Future gilt sein Augenmerk dem Thema Nachhaltigkeitsmanagement. Mit seinem Impulsvortrag stieß er am fünften Abend der Egidius-Braun-Akademie die Tür zu einer Diskussion über Ressourcenschutz, zukunftsorientiertem Denken und der Vorbildfunktion des Spitzen- und Breitensports auf. Sportmoderatorin Ann-Sophie Kimmel hatte keine Mühe, einen abwechslungsreichen Austausch rund um den Komplex Nachhaltigkeit im Sport in Gang zu bringen.

Das Thema fasziniert, begeistert, packt. Und zwar auf allen Ebenen, wie Sports For Future-Mitbegründer Stefan Wagner als einer der Referenten des Abends betonte. Früher sei man belächelt worden, wenn man über Klima- und Ressourcenschutz oder soziale Verantwortung im Sport gesprochen hätte, sagt er. „Inzwischen zählt es zu den Top-Führungsaufgaben, das Thema Nachhaltigkeit zu gestalten“, so Wagner. Sarah Stock, die sich innerhalb der DFB-Zentralverwaltung mit dem Thema Umwelt beschäftigt, kann das nur bestätigen. Man bemühe sich beim DFB, das Thema ganzheitlich anzugehen, auf allen Ebenen mitzudenken. Derzeit sei man dabei, den CO2-Fußabdruck des Verbands zu berechnen, um den Wandel im Denken und Handeln zu dokumentieren, voranzutreiben und damit der Vorbildfunktion gerecht zu werden. „Für diese Aufgaben brenne ich“, erklärt Stock. Christian Klaue, IOC-Director Corporate Communications and Public Affairs Department, macht klar, dass der Weg hin zu Nachhaltigkeit und Klimaneutralität auch bei Wettkämpfen und Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen unumkehrbar ist.

Konkrete Ideen für das eigene Engagement

Die Referenten gaben damit die Richtung vor. Doch dabei blieb es nicht für die Teilnehmenden. Im anschließenden Workshop unter der Regie von Natalie Wohl und Leona Sprotte-Huber, Mitarbeiterinnen des Sinsheimer Erlebnis- und Bildungszentrums Klima Arena, erarbeiteten sie ganz konkrete Ideen, was bei der Arbeit im heimischen Verein oder Verband umzusetzen ist. „Ich hatte mich bislang noch nicht so sehr mit der Thematik beschäftigt“, sagt Anna Hermanns. Der Austausch sei nun Ansporn, auch im eigenen Klub etwas zu verändern. „Wir könnten zum Beispiel verstärkt Fahrgemeinschaften bilden oder auf Papier verzichten und stärker auf digitale Kommunikation setzen“, meint sie. Schon aus dem vorangegangenen Schwerpunktthema habe sie einiges mitgenommen. „Es ging um Empathie und den Umgang mit Konflikten. Da gab es viele nützliche Tipps für die Arbeit auf dem Trainingsplatz.“

Vergleichbare Impulse erhofft sie sich auch von den ausstehenden Akademie-Abenden, wenn es beispielsweise mit dem olympischen Säbelfechter Maximilian Hartung, dem Präsidenten von Athleten Deutschland, um die Frage geht, ob Sport politisch ist, oder Themen der Öffentlichkeitsarbeit, des Fundraisings und Digitalisierung mit spannenden Gästen beleuchtet werden. Auch David Schiffmacher blickt den kommenden Treffen und der mehrtägigen Abschlussveranstaltung mit Spannung entgegen. Er engagiert sich im Badischen Fußballverband, im Fußballkreis Buchen und in seinem Heimatverein Eintracht Walldürn. „Ich freue mich auf weitere Tipps, wie wir die Attraktivität von Sportvereinen erhalten und deren Position in den Kommunen stärken können“, unterstreicht Schiffmacher. Dabei müsse man digitalen Fortschritt und die Wahrung von Tradition in Einklang bringen. Vor allem aber brauche es gut ausgebildeten, engagierten ehrenamtlichen Nachwuchs. Genau hier setzt die Egidius-Braun-Akademie an.



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Tobias Wrzesinski
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