• Wandschneider enttäuscht: „Hatten absolut keine Spannung und keine Power“
• Sky Experte Stefan Kretzschmar: „Wetzlar hatte zu keiner Zeit eine Chance“

Wetzlar, 25. Oktober 2020
– Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Topspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit der Partie HSG Wetzlar gegen die MT Melsungen (25:33).

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar) ...

... zum Spiel:
„Es gibt einen Grund, sauer auf uns zu sein. Ich schließe mich als Trainer da natürlich mit ein. Wir hatten absolut keine Spannung und keine Power. Wir sind immer einen Schritt zu spät gekommen und hatten keinen Körperkontakt. Es hängt vom Willen und vom Einsatz ab. Wir haben weder im Angriff noch in der Abwehr Zweikämpfe gewonnen. Corona ist auch nun bei uns angekommen, denn es war das erste Mal, dass wir keine Zuschauer vor Ort hatten und das brauchen wir einfach.“

Björn Seipp (Geschäftsführer HSG Wetzlar) ...

... zum Spiel ohne Zuschauer
(in der Halbzeitpause): „Profisport hat den Grundsatz, dass wir für Zuschauer spielen und für Kinder ein Vorbild sein wollen. Natürlich sind wir dankbar, dass diese Partie live übertragen wird, aber die Zuschauer in der Halle gehören ganz besonders dazu. Von den wirtschaftlichen Themen wollen wir gar nicht erst reden. Am Ende des Tages ist die aktuelle Situation ohne Zuschauer so, durch die wir durchgehen müssen. Aber langfristig, kann das nicht die Lösung sein.“

... über Kai Wandschneider, der den Verein nach der Saison verlassen muss (in der Halbzeitpause): „Natürlich kann ich die Enttäuschung von Kai Wandschneider nachvollziehen. Wir sind Profisportler, aber auch Menschen. Wir arbeiten nächsten Sommer nun zehn Jahre zusammen und das sehr erfolgreich. Kai Wandschneider ist ein Glücksfall für die HSG Wetzlar gewesen, da besteht überhaupt kein Zweifel. Wir haben Gespräche geführt, er weiß Bescheid und kennt auch unsere Gründe. Für uns ist es auch eine Entscheidung, die uns sehr schwergefallen ist, aber wir wollten uns zukunftsorientierter aufstellen. Es geht nicht darum, dass wir Ergebnisse verbessern wollen, sondern wollen eine Weiterentwicklung.“

Gudmundur Gudmundsson (Trainer MT Melsungen) ...

... zur aktuellen Lage
(vor dem Spiel): „Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Abwehr spielen können und das ist sehr wichtig. Im Angriff gibt es bei uns Baustellen. Wir spielen zu weit weg von der Abwehr und das sind Abstimmungsfehler zwischen den Spielern. Außerdem machen wir auch zu viele technische Fehler und haben zu viele Fehlwürfe. Wir schließen zu früh und nicht in den richtigen Momenten ab und machen uns dadurch das Leben selber schwer.“

Timo Kastening (MT Melsungen) ...

... zur aktuellen Situation
(vor dem Spiel): „Jeder Spieler, der bei uns im Kader steht, hat Qualität. Wir müssen nur zueinander finden und das System des Trainers schneller verinnerlichen, um so auch bessere Leistungen auf dem Feld zu bringen. Jeder Spieler und jeder im Trainerteam ist da gefragt, eine gute Leistung zu erzielen und das haben wir in den letzten zwei Wochen nicht geschafft. Dadurch, dass ich auch neu bei der MT Melsungen bin, ist es nicht so, dass man von heut auf morgen ein neues System lernt. Man sollte nicht direkt erwarten, dass wir jeden Gegner an die Wand spielen, denn dafür sind die Gegner in der Bundesliga einfach zu stark. So viel besser sind wir nämlich auch nicht, denn wir sind nicht der THW Kiel, sondern die MT Melsungen. Wir müssen sehr viel arbeiten, um dort eventuell hinzukommen.“

Silvio Heinevetter (Torhüter MT Melsungen) ...

... zum Spiel:
„Wir hatten einen Deal mit dem Trainer, dass wir im Abschlusstraining Fußball spielen. Da ist er drauf eingegangen und wir haben die erste Halbzeit phänomenal gespielt. Das bedeutet, dass wir jetzt doppelt so lange Fußball spielen müssen. Vielleicht können wir dann im nächsten Spiel, die Leistung über 60 Minuten abrufen. Wenn wir gewinnen, dann lässt sich unser Trainer bestimmt auf jeden Deal ein. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt und gut zusammengestanden.“

Kai Häfner (MT Melsungen) ...

... zum Spiel:
„Ich persönlich hatte Schwierigkeiten ins Spiel zu finden. Mir passieren Fehler, die einfach so nicht passieren dürfen. Das Gute war aber, dass wir eine super Abwehr gespielt haben und einen super Torhüter hatten. Im Angriff haben wir es deutlich besser gemacht, als in den Spielen zuvor. Aber Angriff hin oder her, für mich war die Abwehr mit dem Torhüter zusammen der Grundstein für den Sieg.“

Sky Experte Stefan Kretzschmar ...

... zum Spiel:
„Ab der fünften Spielminute war Ratlosigkeit bei Wetzlar zu spüren, als klar war, dass Melsungen sehr gut verteidigt. Melsungen ist dann immer weiter in Führung gegangen und hat es auch im Angriff sehr gut gemacht. Wetzlar hatte zu keiner Zeit eine Chance. Die Zuschauer sind natürlich enorm wichtig für jede Mannschaft. Man muss aber auch einen zweiten Aspekt einfügen, dass Wetzlar nach den ersten Spielen dachte, dass sie eine dominantere Mannschaft sind. Wenn man dann aber denkt, dass man nun eine Spitzenmannschaft ist und mehr mit Auge spielen kann, dann ist dies falsch. Ich will es der Mannschaft nicht vorwerfen, aber man sollte darüber eventuell nachdenken.“

... über Kai Wandschneider (vor dem Spiel): „Ich bin ein absoluter Fan von Kai Wandschneider. Nicht nur als Trainer, sondern auch als Mensch, denn er ist ein herausragender Typ, mit dem man auch stundenlang reden kann. Es wäre spannend zu beobachten, wie sich nicht nur Kai Wandschneider, sondern wie sich die Trainer allgemein mal bei einem Spitzenverein bewähren würden. Es wäre sehr traurig, wenn Kai Wandschneider nächstes Jahr nicht in der Bundesliga trainieren würde.“


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Daniel Mayr (mayr@liquimoly-hbl.de)

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