• Carstens unzufrieden: „Unsere Defensivleistung war eine reine Katastrophe“
• Bennet Wiegert skeptisch: „Unter einer Pandemie Länderspiele zu organisieren, bereitet mir Bauchschmerzen“

München, 01. November 2020 –
Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zur Konferenz der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit den Partien THW Kiel – TSV GWD Minden (41:26), Füchse Berlin – HSG Wetzlar (35:28), HSC 2000 Coburg – SC Magdeburg (26:28), MT Melsungen – HSG Nordhorn-Lingen (33:28).

Filip Jicha (Trainer THW Kiel) ...
... über die Verletzung von Steffen Weinhold (vor dem Spiel):
„Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Er hatte einen leichten Rückgang unter der Woche. Wir haben ihn zu weiteren neurologischen Untersuchungen gesendet, denn das Ausmaß der Verletzung ist doch größer, als wir bisher angenommen haben. Die Gesundheit und der Zustand des Spielers wird auch das Auflaufen bei der Nationalmannschaft nicht erlauben.“
... über Mindens Nachwuchstalent Juri Knorr (vor dem Spiel): „Juri Knorr ist einer der talentiertesten deutschen Mittelfeldspieler. Er ist noch sehr jung und beobachten es ganz genau. Er hat sich mit seinen jungen Jahren bereits gut entwickelt und wenn er weiter an sich arbeitet, ist er ein Mann, den wir noch genauer unter die Lupe nehmen werden. Aber aktuell wollen wir die Kirche noch im Dorf lassen.“
... über die Abstellung der Nationalspieler (vor dem Spiel): „Momentan ist es so, dass wir als Gesellschaft durch schwierige Zeiten gehen müssen. Natürlich sind die ganzen Reisen durch Europa komplizierter. Aber meiner Meinung nach müssen wir alles dafür geben, dass Handball gerettet wird das ist aktuell die wichtigste Aufgabe in unserer Handball-Familie.“
Hendrik Pekeler (THW Kiel) ...
... zum Spiel: „Wir wissen ja nicht, wie lange wir noch spielen dürfen, weil es ja eine sehr schwierige Situation ist. Deshalb haben wir uns vor dem Spiel gesagt, dass wir es genießen wollen, solange wir noch Handball spielen dürfen. Das haben wir geschafft und sind mit einer guten Einstellung ins Spiel gegangen. Wir haben am Anfang noch etwas gebraucht, uns aber nach und nach abgesetzt. Wir sind es gewohnt, jeden dritten Tag spielen zu müssen. Der größte Unterschied aber aktuell ist, dass wir vor leeren Rängen spielen mussten.“
... über die Länderspielreise: „Innerhalb von Deutschland habe ich kein schlechtes Gefühl, weil ich der Meinung bin, dass das Testsystem in Deutschland sehr ausgereift ist. Meine Bedenken sind aber folgende. Die Kroaten zum Beispiel haben Spieler in vielen verschiedenen Ländern und man weiß nie, welche Tests sie gemacht haben und wie genau diese sind. Wenn dann 16 bis 20 Spieler zusammenkommen, aus verschiedenen Ländern, dann befürchte ich, dass mindestens einer positiv ist und es auf die anderen überträgt. Ich bin der Meinung, dass es momentan nicht zumutbar ist, so eine Woche stattfinden zu lassen.“

Frank Carstens (Trainer TSV GWD Minden) ...
... zum Spiel:
„Wir haben uns eine Menge vorgenommen und sind mit viel Selbstvertrauen angereist. Wir haben uns verschiedene Taktiken zurechtgelegt, wie wir spielen wollten, aber da hat uns der THW auf die falsche Fährte gelockt. Da waren wir ein wenig überrascht, aber mit der Angriffsleistung in der ersten Hälfte bin ich dennoch zufrieden. Aber was über 60 Minuten überhaupt nicht ging, war unser Spiel ohne Ball. Unsere Defensivleistung war von vorne bis hinten eine reine Katastrophe. Es hat nichts von dem funktioniert, was notwendig war, um den THW Kiel aufzuhalten.“

Paul Drux (Füchse Berlin) ...
... zum Spiel:
„Wir haben eine gute Abwehr gespielt und sind gut nach vorne gegangen. Es war viel besser, als in der letzten Woche. Die erste Hälfte war sehr ausgeglichen, denn da hat Wetzlar jeden unserer Fehler bestraft und wir konnten uns nicht absetzen. In der zweiten Halbzeit hatten wir ein wenig mehr Kräfte und konnten dann davonziehen.“
... zur aktuellen Situation und über seine Nicht-Nominierung zur Nationalmannschaft (vor dem Spiel): „Wir müssen noch hart an uns arbeiten. Dass man in der Liga nichts geschenkt bekommt, haben wir bereits erfahren müssen. Man muss immer weiter nach vorne schauen und das wollen wir dann auch besser machen. Wir haben unterschiedliche Spiele geliefert, wo noch einige Absprachen nicht so gut gelaufen sind. Daran müssen wir arbeiten und es schnellstmöglich abstellen. Ich habe mit Alfred Gislason gesprochen und ich versuche weiter an mir zu arbeiten. Ich will mich präsentieren und ihm die nächste Entscheidung schwerer machen. Er hat mir gesagt, was ihm noch nicht so gut gefällt und woran ich arbeiten muss. Er möchte auch nochmal andere Leute testen und das ist für mich ein Zeichen, noch mehr zu arbeiten und mehr zu geben.“

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg) ...
... zum Spiel:
„Man hat gesehen, dass ich in der ersten Halbzeit alles andere als zufrieden mit unserer Leistung war. Wir sind gut reingekommen und haben einen guten Ball gespielt. Es ist nicht viel passiert, führen mit zwei Treffern und können auf vier Tore davonziehen. Dies ist uns leider nicht gelungen. Dann haben wir angefangen, unsere Kräfte zu verteilen und uns geht dadurch das Spiel ein wenig verloren und gehen mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit. In der 40. Spielminute haben wir erst wieder die Wende durch einige Veränderungen im System bekommen und gewinnen dieses Spiel dann am Ende. Ich weiß nicht, wie ich diesen Sieg bewerten soll. Ich bewerte es erst einmal so, dass wir zwei Punkte mehr haben und ich glaube, wir können und müssen viel besser spielen und uns ganz anders präsentieren. Der aktuelle Handball ist sehr fehlerbehaftet und ich kann mir nicht erklären, woran dies liegt. Ich weiß nicht, ob es an der langen Pause oder am Lockdown liegt. Daran müssen alle Trainerkollegen der Bundesliga dran gegenarbeiten und jede freie Minute nutzen, um mit den Spielern in Dialoge zu gehen.“
... über die bevorstehenden Länderspiele: „Ich muss mich da zurückhalten, denn da ist es besser, wenn ich nichts dazu sage. Nur zur Bewertung, wenn wir in einer Pandemie versuchen, uns auf ein Bundesliga-Spiel vorzubereiten und ich das Gefühl habe, dass elf Spieler die ganze Woche die Probleme im Kopf haben, ob sie überhaupt fahren dürfen, nervt es meine Arbeit enorm. Das beeinflusst meine Arbeit so sehr, dass ich auf den Tisch hauen musste, damit sie sich wieder konzentrieren. Aber ich kann es ihnen nicht übelnehmen, weil es ein fremdgesteuertes Produkt ist. Ich trainiere nächste Woche für zehn Tage mit fünf Leuten. Das ist in Ordnung, weil ich froh bin, dass der SC Magdeburg viele Nationalspieler hat, denn es ist Werbung in anderen Ländern für unseren Verein. Aber unter einer Pandemie, diese Länderspiele zu organisieren, wenn ich merke, dass die Einschläge immer näher kommen, bereitet mir das Bauchschmerzen.“

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Daniel Mayr (mayr@liquimoly-hbl.de)
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