• Bürkle enttäuscht: „Müssen schauen, dass wir Selbstvertrauen bekommen“
• Sky Experte Heiner Brand in Sorge um Balingen: „Irgendwann läuft ihnen die Zeit davon“


Mannheim, 01. November 2020
– Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Topspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit der Partie Rhein-Neckar Löwen gegen HBW Balingen-Weilstetten (36:27).


Martin Schwalb (Trainer Rhein-Neckar Löwen) ...

... zum Spiel:
„Balingen war die ersten 25 Minuten gut und auch die bessere Mannschaft, aber es waren auch noch 35 Minuten zu spielen, was man dann auch gesehen hat. Aber dennoch großen Respekt an Balingen, denn die Jungs haben super gespielt und uns vor große Probleme gestellt. Unsere Abwehr hatte keinen Zugriff und haben aus allen Positionen Würfe zugelassen, die für unseren Torhüter schwer zu parieren waren. Da will ich Katsigiannis auch keine Vorwürfe machen, denn da hat die gemeinsame Bewegung in der Abwehr gefehlt. Wir haben dann ab der 25. Spielminute eine Schippe draufgelegt, haben uns mehr miteinander bewegt und sind über schnelle Tore zu diesem sehr verdientem Sieg gekommen. Wir sind die Rhein-Neckar Löwen und haben gewisse Ziele. Ich weiß, dass der November sehr anstrengend wird, weil wir sehr viele Spiele haben. Da muss man als Mannschaft und auf allen Positionen vorbereitet sein.“

... über Nachwuchstalent David Späth: „Er ist bei den jungen Löwen gut ausgebildet worden und da muss man ein großes Kompliment aussprechen. Man muss die Entwicklung nun im Auge behalten, denn er ist gerade 18 Jahre jung und die Aufgaben sind vielfältig. Aber für heute gilt, dass er mitentscheidend geholfen hat, dass wir dieses Spiel so deutlich gewonnen haben.“

David Späth (Torhüter Rhein-Neckar Löwen) ...

... zum Spiel:
„Es waren noch ein oder zwei Paraden dabei, die ich gern gehalten hätte. Man kann nie zufrieden sein. Ich war überglücklich, dass ich überhaupt spielen durfte und dafür danke ich auch Martin Schwalb, dass er mir die Chance gegeben hat. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte und es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Ich fühle mich von all unseren Torhütern sehr gut unterstützt, sie geben mir viele Tipps und helfen mir sehr. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) ...

... zum Spiel:
„Balingen hat gut angefangen und wir haben probiert, in der Abwehr ohne Körperkontakt zu spielen. Das war natürlich überhaupt nicht gut von uns. Wir wurden dann aggressiver und haben es dann geschafft, mehr Bälle zu gewinnen. Vor allem in der zweiten Halbzeit war unser Tempospiel sehr gut. David Späth hat schon im Training gezeigt, dass er ein großes Talent ist und hat es nun auch im Spiel in der Bundesliga bewiesen. Der Junge kann schon was. Wir als Mannschaft haben volles Vertrauen in unsere Jungs und in die Stärke unserer Torhüter.“

... über die Länderspiele: „Auf der einen Seite war ich auch länger nicht mehr bei der Nationalmannschaft und Alfred Gislason brennt auch darauf, seine ersten Länderspiele als Trainer zu absolvieren. Wir freuen uns auch, dass wir uns alle wieder treffen können. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, ob es in dieser Phase der Saison so sinnvoll ist, dass alle Nationalspieler quer durch Europa reisen müssen. Man weiß noch gar nicht, wie am nächsten Montag die Verordnung ist, ob Spieler aus Spielen im Kosovo direkt in Quarantäne müssen. Das ist keine Situation, die wir uns wünschen, denn dann ist die Gefahr groß, dass Spielabsagen kommen werden. Wir wissen, wie der Spielplan in der Bundesliga aussieht und dass dies dann nicht von Vorteil ist, wissen wir alle.“

Nikolas Katsigiannis (Torhüter Rhein-Neckar Löwen) ...

... zur Situation, nun die aktuelle Nummer 1 bei den Löwen zu sein
(vor dem Spiel): „Es ist eine tolle Sache, bei den Löwen einzusteigen und überhaupt dabei zu sein. Dass ich jetzt in der Verantwortung stehe, ist für mich natürlich eine besondere Situation. Jeder Sportler möchte bei einem Top-Club sein und in der Verantwortung stehen. Ich versuche es zu genießen. Wenn man gut sein möchte, muss man auch viel trainieren. Der Druck bei den Löwen ist natürlich größer, aber als Sportler ist es wichtig, dass man sich auf das wesentliche konzentriert. Man muss alles ausblenden und sich nur auf den Handball konzentrieren.“

Jennifer Kettemann (Geschäftsführerin Rhein-Neckar Löwen) ...

... über die finanzielle Situation und einen Backup auf der Torhüter Position
(in der Halbzeitpause): „Im Topf ist momentan recht wenig. Ich kann es aus sportlicher Sicht verstehen, dass noch ein Backup auf der Torhüterposition kommen soll und man sieht auch, dass ein Torhüter im Handballspiel sehr wichtig ist. Aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen und sind noch in der Diskussion, wie wir es machen könnten. Fest steht, dass wir es uns nicht leisten könnten, einen Torhüter zu verpflichten, der dann die ganze Saison bei uns ist. Aber es könnte noch eine Übergangslösung geben. Wenn man jemanden findet, der für zwei Monate einspringt, dann wäre es eine Möglichkeit, die wir stemmen könnten. Die finanzielle Lage ist aktuell sehr angespannt und es ist im Moment leider auch so, dass die sportlichen Ziele teilweise ein bisschen in den Hintergrund rücken. Aber wir sind die Löwen, wollen oben mitspielen und haben dennoch hohe Ansprüche.“

... über die Corona Maßnahmen (in der Halbzeitpause): „Generell denke ich, dass wir in Europa und gerade auch in Deutschland in der Situation sind, dass wir Maßnahmen ergreifen müssen. Ich würde mir persönlich nicht anmaßen, die Maßnahmen der Bundeskanzlerin zu beurteilen. Aber ich würde mir wünschen, dass wir differenziert im Dezember drauf schauen und die Maßnahmen dann auch differenziert einsetzen. Wir haben aus der Studie „Restart19“ gezeigt, dass es kein großes Risiko gibt, in eine Sporthalle zu gehen, wenn bestimmte Maßnahmen umgesetzt werden. Der Dialog mit der Politik läuft sehr gut, denn auch der Handball hat sich eine Lobby auf politischer Ebene aufgebaut. Wir haben uns mit verschiedenen Sportarten zusammengetan, weil wir mit einer Stimme in Richtung Politik sprechen möchten und finden mittlerweile auch Gehör. Wir hoffen, dass wir mit den wissenschaftlich belegbaren Beweisen, auch eine differenzierte Herangehensweise fördern können. Wir müssen in der Gesellschaft versuchen, mit diesem Virus zu leben, denn es wird uns die nächste Zeit noch verfolgen. Wir müssen wieder in den Alltag zurückkommen und das ist auch das, was die Menschen brauchen. Ich habe keine großen Hoffnungen, dass wir nach dem Lockdown wieder mit Zuschauern spielen können. Aber ich werde trotzdem alles in meiner Macht stehende unternehmen, um dafür zu kämpfen, weil ich finde, wenn man verantwortungsbewusst mit der Situation umgeht, sollte es machbar sein. Wir werden weiter kämpfen und nicht aufgeben.“

... zur Abstellung der Nationalspieler (in der Halbzeitpause): „Ich habe natürlich ein komisches Gefühl im Bauch, denn es geht um die Gesundheit unserer Spieler. Wenn sie zurückkommen, spielen wir Mittwochs direkt in Magdeburg und wir brauchen den gesamten Kader. Auch in der Liga sind wir bisher mit Spielverschiebungen verschont geblieben, deshalb hat es im ersten Moment noch gut funktioniert. Natürlich ist ein Risiko vorhanden, aber wir haben bestimmte Bedingungen aufgestellt, wenn wir unsere Spieler abstellen und das wurde erfüllt. Wir hoffen, dass sie gesund zurückkommen werden.“

Jens Bürkle (Trainer HBW Balingen-Weilstetten) ...

... zum Spiel:
„Gut mitzuspielen und zu gewinnen, sind zwei unterschiedliche Dinge. Die mentale Härte zu besitzen, auch unter Druck zu liefern, da sind wir noch ein Stück von entfernt. Dies ist auch ein wenig auf Erfahrung und Alter geschuldet. Aber da müssen wir weitermachen, denn die ersten 25 Minuten waren sportlich ganz gut. Aber wir müssen nun über diesen Punkt drüber kommen und punkten. Es waren dennoch viele gute Dinge dabei. Die Fehler, die wir machen, sind viel zu leicht und dann geht es wahnsinnig schnell. Wir müssen schauen, dass wir Selbstvertrauen bekommen und irgendwann diese Situationen auch mal meistern. Wir brauchen dieses positive Gefühl, dass wir eine schwierige Situation auch überstehen können.“

... zur aktuellen Situation (vor dem Spiel): „Die aktuellen negativen Zahlen sind einfach gerechnet. Wir haben im Vergleich zur Vorsaison bereits eine deutliche Entwicklung gesehen. Allerdings haben wir ein paar Themen, dass in der Abwehr die Gegentore zu leicht fallen. Das ist uns bewusst und daran müssen wir arbeiten. Wir machen zu viele leichte Fehler im Spiel, da sind wir noch ein wenig grün hinter den Ohren. Haben natürlich auch einige erfahrene Leute abgegeben in diesem Jahr, aber es geht darum, Schritt für Schritt nach vorne zu kommen. Wir haben eine Mannschaft, die sehr fleißig ist und hart arbeitet.“

Jona Schoch (HBW Balingen-Weilstetten) ...

... zum Spiel:
„Nach 25 Minuten haben wir enorm viele technische Fehler gemacht, sind ganz schnell mit fünf Toren hinten und dann wird es extrem schwer, diesen Rückstand wieder aufzuholen. In den ersten 25 Minuten waren wir auch vorne, haben einen geduldigen Angriff und eine konzentrierte Abwehr gespielt. Diese Positiven Minuten müssen wir nun mitnehmen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen nun das Positive herausziehen.“

Tim Nothdurft (HBW Balingen-Weilstetten) ...

... über die Nominierung in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft
(vor dem Spiel): „Ich habe mich riesig darüber gefreut, als ich es gehört habe. Es ist eine große Bestätigung, eine Freude und eine Ehre, seinen eigenen Namen dort zu lesen. Ich habe es über das Internet erfahren. Mein Vater hatte mir sofort geschrieben, ich solle doch mal nachschauen. So kam die Nachricht bei mir an. Ich mache mein Handy nicht mehr aus und vielleicht kommt nochmal eine ähnliche erfreuliche Nachricht.“

Lukas Saueressig (HBW Balingen-Weilstetten) ...

... über die Nominierung in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft
(vor dem Spiel): „Ich habe eine Nachricht von einem Freund erhalten, in der er mir Glückwünsche zur Nominierung sendete. Ich war erst einmal baff und habe im Internet nachgeschaut, um was es überhaupt geht. Aber ich habe mich dann auch riesig über die Nominierung gefreut.“

... zur aktuellen Situation (vor dem Spiel): „Es war kein guter Start für uns und so haben wir es uns auch nicht erhofft. Wir hatten in jedem Spiel die Möglichkeit, etwas mitzunehmen. Aber wir haben es dann immer wieder selbst vermasselt. Nun gilt es für uns, dass wir uns von Spiel zu Spiel wieder reinarbeiten und Selbstvertrauen tanken. Dann wollen wir auch die ersten Punkte einfahren.“

Sky Experte Heiner Brand ...

... zum Spiel:
„Balingen muss irgendwann zu einer gewissen Stärke kommen, damit sie auch in der Lage sind, ein solides Spiel über einen längeren Zeitraum zu halten. Irgendwann läuft ihnen die Zeit auch davon. Es sind nun sechs Spiele ohne Sieg. Sie haben in den ersten 20 Minuten gezeigt, dass sie Handball spielen können. Was danach passiert, war aber dann auch wieder erschreckend. Die Löwen haben mit dieser Mannschaft gute Chancen. Sie sind gut besetzt und natürlich müssen wir die Problematik auf der Torhüter Position sehen, aber sie haben gegen alle Mannschaften auch gute Chancen. Als Trainer darf man nicht mit den Dingen hadern, sondern muss die Dinge so annehmen, wie sie kommen. Wenn ich damit hadere, mache ich die übrigen Spieler nur schwächer. Die Situation der Balinger ist nicht angenehm. Dass die Situation aktuell so sein würde, haben sie natürlich selbst nicht gedacht. Man muss diese nun annehmen und auf die ersten 25 Minuten aufbauen. Aber auch eine Mentalität entwickeln, um zu wissen, wie man enge Spiele auch gewinnt. Selbstvertrauen bekommt man nur über eigene Stärken.“

... über die aktuellen Corona Maßnahmen (vor dem Spiel): „Ich hatte schon vorher Bedenken, was die Handball-Bundesliga, aber auch die anderen Bundesligen, in Sachen Fortsetzung betrifft. Es brechen ganz schwere Zeiten für die Handball Bundesligisten an. Ich hoffe, dass alle diese Zeit überstehen und wir auch Corona irgendwann hinter uns bringen können. Es wird für einige Vereine sehr schwer, zumal sie schon in normalen Zeiten nicht auf Rosen gebettet waren. Es gibt einige Vereine, die finanziell besser aufgestellt sind, als andere Vereine. Ich weiß nicht, wie das alles funktionieren soll, selbst bei einem Gehaltsverzicht. Es wird sehr schwer, diese Zeit durchzustehen.“


Für Rückfragen:

O-Ton-Service HBL/mw
Daniel Mayr (mayr@liquimoly-hbl.de)

Mehr Informationen unter www.liquimoly-hbl.de